Der so genannte „Black Feminism“ hat keinen konkreten Anfang. Man kann nicht wie bei anderen Bewegungen ein Datum festlegen an dem sie begonnen hat. Der Feminismus der Schwarzen1 Frauen entstand aus mehreren Bewegungen heraus2.
Das Bewusstsein für die Ungerechtigkeit musste erst geschärft und die Möglichkeit für einen Aufstand erst geschaffen werden. Aus diesem Grund kann man bei dieser Bewegung von einer relationalen Entwicklung sprechen. Im Folgenden werde ich auf verschiedene Ausgangspunkte eingehen, die weitestgehend für die Entfaltung der Schwarzen Frauenbewegung verantwortlich waren. Chronologisch sollen die Faktoren angesprochen und analysiert werden, die dazu führten, dass dieWeichen für den Fortschritt gestellt wurden und das die Erkenntnis über die Missstände erwachte.
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1 Die Begriffe schwarz, afroamerikanisch oder colored als Bezeichnung für die Hautfarbe, oder als Substantive für die Bezeichnungen einer ganzen Gruppe, sind weder rassistisch noch diskriminierend zu verstehen. Sie werden im Verlauf des Textes lediglich beschreibend verwendet.
2 Davis 1981, S.46 ff
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die Entstehung des „Black Feminism“
2.1 Abolitionismus
2.2 Frauenbewegung
2.3 Bürgerrechtsbewegung
3 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die historische Genese und Entwicklung des „Black Feminism“ in den USA. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie sich schwarze Frauen durch die Schnittmengen von Rassismus und Sexismus innerhalb verschiedener sozialer Bewegungen organisierten und ihre eigene Identität sowie politische Agenda formten.
- Intersektionalität als zentrale analytische Perspektive
- Die Rolle des Abolitionismus für die Entstehung schwarzer Frauenbewegungen
- Diskriminierungserfahrungen schwarzer Frauen innerhalb der weißen Frauenbewegung
- Der Einfluss der Bürgerrechtsbewegung auf die Emanzipation schwarzer Frauen
- Die Bedeutung von Sojourner Truth als historische Vorkämpferin
Auszug aus dem Buch
2.1 Abolitionismus
Während der Sklaverei, die es seit dem 15. Jahrhundert in Amerika gab, entstanden immer mehr Konflikte innerhalb der amerikanischen Bevölkerung. Vor allem zwischen dem Norden und Süden Amerikas sorgten die Meinungsverschiedenheiten und die daraus folgenden Auseinandersetzungen für eine immer größer werdende Kluft innerhalb des Landes. Die Abolitionisten kämpften für die Abschaffung der Sklaverei, während vor allem Südstaatler aus wirtschaftlichen Gründen für die Beibehaltung der Sklavenhaltung argumentierten. Als den Ursprung und Ausgangspunkt der späteren Bewegung der Schwarzen Frauen kann man, aus heutiger Sicht, die Gründung der „Anti-Slavery Society“ 1833 bezeichnen.
Diese Gesellschaft entstand unter der Verwaltung von William Lloyd Garrison, durch den Zusammenschluss mit der „New England Anti-Slavery Society“. Das erklärte Ziel dieser Vereinigung war der Einsatz für die Befreiung der Sklaven. 1840 fand in London die „World’s Anti-Slavery Convention“ statt. Die Teilnahme an dieser Veranstaltung war ausschließlich Männern vorbehalten, sodass alle angereisten Frauen, unter anderem Lucretia Mott und Elizabeth Cady Stanton, in einem Raum außerhalb als „stille Zuhörer/innen“ platz nehmen mussten. Jedoch gesellten sich einige Männer, der Ungerechtigkeit bewusst, zu ihnen. Unter ihnen war Charles Remond, einer der wenigen Schwarzen Redner der ASS. Im Zuge der Abolitionismusbewegung teilte sich das Land zunehmend deutlicher in zwei Lager mit verschiedenen Interessen. Nach der Wahl des Republikaners Abraham Lincoln 1861, spalteten sich die Südstaaten nun gänzlich vom Norden ab.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Entstehung des „Black Feminism“ als relationale Bewegung ein, die aus dem Zusammenwirken verschiedener gesellschaftlicher Faktoren entstand.
2 Die Entstehung des „Black Feminism“: Dieses Kapitel analysiert drei zentrale Bewegungen – Abolitionismus, Frauenbewegung und Bürgerrechtsbewegung – als Wegbereiter für den Kampf um die Rechte schwarzer Frauen.
3 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass schwarze Frauen aufgrund ihrer „doppelten Unterdrückung“ durch Hautfarbe und Geschlecht eigene autonome Strukturen bilden mussten, da ihre spezifischen Belange in den etablierten Bewegungen nicht hinreichend repräsentiert wurden.
Schlüsselwörter
Black Feminism, Intersektionalität, Sklaverei, Abolitionismus, Bürgerrechtsbewegung, Rassismus, Sexismus, Sojourner Truth, Emanzipation, Frauenbewegung, Afroamerikanerinnen, Diskriminierung, Unterdrückung, Widerstand
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die historische Entstehung und Entwicklung des „Black Feminism“ in den USA als Antwort auf die spezifische Marginalisierung schwarzer Frauen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Rolle des Abolitionismus, die Spannungen innerhalb der frühen Frauenbewegung sowie die Bedeutung der Bürgerrechtsbewegung für die politische Selbstorganisierung schwarzer Frauen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die historischen Ausgangspunkte aufzuzeigen, die dazu führten, dass sich schwarze Frauen aufgrund intersektionaler Diskriminierung eigenständig politisch organisierten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine kulturanthropologische Perspektive und eine chronologische Analyse historischer Faktoren und Bewegungen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit dem Abolitionismus, dem Ausschluss schwarzer Frauen aus weißen Frauenbündnissen und dem Widerstand innerhalb der Bürgerrechtsbewegung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Black Feminism, Intersektionalität, Abolitionismus, Bürgerrechtsbewegung und Emanzipation.
Welche Bedeutung hat Sojourner Truth für die Arbeit?
Sojourner Truth wird als zentrale historische Figur angeführt, die durch ihre Rede „Ain’t I a Woman“ die Diskriminierung schwarzer Frauen sowohl durch Männer als auch durch weiße Frauen kritisierte.
Warum spaltete sich der Widerstand schwarzer Frauen ab?
Die Abspaltung erfolgte, weil schwarze Frauen innerhalb anderer Bewegungen – sei es die Frauenbewegung oder die Bürgerrechtsbewegung – aufgrund ihrer spezifischen Position als schwarze Frauen nicht vollständig integriert oder ihre Forderungen nicht angemessen berücksichtigt wurden.
- Citation du texte
- Isabell Maaß (Auteur), 2012, Black Feminism - Genese und Entwicklung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/191064