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Verhaltenstherapie der Narzisstischen Persönlichkeitsstörung

Das Modell der doppelten Handlungsregulation

Titel: Verhaltenstherapie der Narzisstischen Persönlichkeitsstörung

Hausarbeit , 2011 , 14 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Pamina Russek (Autor:in)

Psychologie - Klinische Psychologie, Psychopathologie, Prävention
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die narzisstische Persönlichkeitsstörung zeichnet sich aus durch mangelndes Selbstbewusstsein und Ablehnung der eigenen Person nach innen, wechselnd mit übertriebenem und sehr ausgeprägtem
Selbstbewusstsein nach außen. Daher sind diese Personen immer auf der Suche nach Bewunderung und Anerkennung, wobei sie anderen Menschen wenig echte Aufmerksamkeit schenken. Sie haben ein übertriebenes Gefühl von Wichtigkeit, hoffen eine Sonderstellung einzunehmen und zu verdienen. Sie zeigen ausbeutendes Verhalten und einen Mangel an Empathie. Es können wahnhafte Störungen mit Größenideen auftreten. Zudem zeigen Betroffene eine auffällige Empfindlichkeit gegenüber Kritik, die sie
nicht selten global verstehen, was in ihnen Gefühle der Wut, Scham oder Demütigung hervorruft.

Der Begriff „Persönlichkeitsstörung“ selbst ist unscharf und umstritten. Es fehlt nicht nur eine einheitliche, empirisch abgesicherte Theorie, sondern auch eine fundierte Therapie zur effektiven Behandlung. Zudem gelten Klienten mit Persönlichkeitsstörungen als therapeutisch wenig zugänglich und als interaktionell schwierig. Prof. Rainer Sachse, Psychologieprofessor an der Universität Bochum und Begründer der
Klärungsorientierten Psychotherapie sowie des Modells der doppelten Handlungsregulation, spricht nicht mehr von Persönlichkeitsstörungen sondern von Beziehungs- und Interaktionsstörungen. Damit kommt dem Behandler eine ebenso wichtige Rolle zu wie dem Klienten.

Außerdem nimmt er an, dass die Arten von Beziehungsgestaltung, die in extremer Form zu sogenannten Persönlichkeitsstörungen führen, in milderer Form universelle Umgangsformen sind. (Sachse, 2006) Diese Arbeit behandelt eingangs und zum besseren Verständnis die Theorie von Klienten mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung und anschließend die Interventionsmöglichkeiten. Ausgehend von dem Modell der doppelten Handlungsregulation wird beschrieben, welche zentralen Motive, Schemata und Handlungsstrategien Klienten mit narzisstischer PD aufweisen. Therapeutische Strategien wie
komplementäre Beziehungsgestaltung, Konfrontation, Schemabearbeitungen werden abgeleitet.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Grundlagen

3 Das Modell der doppelten Handlungsregulation

4 Therapeutische Interventionen

4.1 Beziehungsaufbau

4.1.1 Komplementarität auf der Motivebene

4.1.2 Nicht-Komplementarität auf der Spielebene

4.1.3 Den Klient niemals defizitär behandeln

4.1.4 Schaffung von compliance

4.1.5 Wertschätzung und Anerkennung

4.1.6 Ressourcen betonen

4.1.7 Normalisieren

4.1.8 Raum für Selbstdarstellung lassen

4.1.9 Unbedingte Wertschätzung

4.1.10 Umgang mit Tests

4.2 Therapiephase

4.2.1 Konfrontation: Herausarbeiten eines Arbeitsauftrags

4.2.2 Inhaltliche Arbeit

5 Zusammenfassung

6 Literatur

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die Arbeit verfolgt das Ziel, basierend auf dem Modell der doppelten Handlungsregulation von Prof. Rainer Sachse, ein tieferes Verständnis für die psychodynamische Struktur von Klienten mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung zu vermitteln und daraus spezifische therapeutische Interventionsmöglichkeiten für die Praxis abzuleiten.

  • Theoretische Fundierung des Modells der doppelten Handlungsregulation
  • Analyse der Motivstrukturen und pathogener Selbstschemata bei narzisstischer PD
  • Methodik des beziehungsfokussierten Beziehungsaufbaus (komplementäre Interaktion)
  • Strategien zur Konfrontation und Erarbeitung eines tragfähigen Arbeitsauftrags
  • Techniken der inhaltlichen Arbeit wie das Ein-Personen-Rollenspiel

Auszug aus dem Buch

4.1.1 Komplementarität auf der Motivebene

Hier ist vor allem die Komplementarität auf der Motivebene von zentraler Bedeutung. Klienten mit PD haben sehr starke und stark frustrierte interaktionelle Motive. Daraus resultiert, dass sie in allen Interaktionen ein extrem starkes Bedürfnis danach haben, diese Bedürfnisse befriedigt zu bekommen; das gilt auch in der Therapie: Die Klienten haben im Therapiekontakt primär das Bedürfnis, dass der Therapeut die zentralen Motive befriedigt. Erst wenn dies geschehen ist, treten andere Intentionen (z. B. Bearbeitung von Kosten, Arbeit an Veränderungen usw.) in den Vordergrund. Daher sollte der Therapeut sich zu Therapiebeginn primär komplementär zur Motivebene des Klienten verhalten.

Komplementäres Handeln zur Motivebene bedeutet, dass der Therapeut, soweit dies im Rahmen der therapeutischen Regeln möglich und vertretbar ist, die therapeutische Beziehung zum Klienten so gestaltet, dass die wesentlichen Beziehungsmotive des Klienten befriedigt werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung skizziert die Charakteristika der narzisstischen Persönlichkeitsstörung und führt in das von Prof. Rainer Sachse entwickelte Modell der doppelten Handlungsregulation ein.

2 Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert, wie Klienten ihre Interaktionsstörungen in der Therapie inszenieren und warum diese für sie stabilisierende Funktion haben.

3 Das Modell der doppelten Handlungsregulation: Es wird das theoretische Störungsmodell beschrieben, welches zwischen Motiv- und Spielebene unterscheidet und die Entstehung interaktioneller Lösungen erklärt.

4 Therapeutische Interventionen: Dieser Hauptteil differenziert die therapeutische Arbeit in Beziehungsaufbau, Konfrontation und inhaltliche Bearbeitung dysfunktionaler Schemata.

5 Zusammenfassung: Die Zusammenfassung resümiert die Herausforderungen der Behandlung und betont die Notwendigkeit von therapeutischer Belastbarkeit und Compliance.

6 Literatur: Auflistung der verwendeten fachwissenschaftlichen Quellen zur Thematik.

Schlüsselwörter

Narzisstische Persönlichkeitsstörung, Modell der doppelten Handlungsregulation, Klärungsorientierte Psychotherapie, Komplementäre Beziehungsgestaltung, Therapeutische Intervention, Arbeitsauftrag, Manipulatives Verhalten, Selbstkonzept, Schemabearbeitung, Ein-Personen-Rollenspiel, Compliance, Beziehungsgestaltung, Interaktionsstörung, Psychotherapie, Verhaltenstherapie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die therapeutische Behandlung von Klienten mit einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung auf Basis der klärungsorientierten Psychotherapie.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen die Diagnostik und das Verständnis von Motivstrukturen, den Beziehungsaufbau durch Komplementarität sowie spezifische Konfrontationstechniken.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, Strategien aufzuzeigen, wie Therapeuten das dysfunktionale System von Narzissten durchbrechen und therapeutisch nutzbar machen können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf das Modell der doppelten Handlungsregulation sowie kognitiv-verhaltenstherapeutische Ansätze, insbesondere die Klärungsorientierte Psychotherapie.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in den strategischen Beziehungsaufbau, die gezielte Konfrontation zur Erzeugung von Problembewusstsein und die inhaltliche Arbeit an Schemata.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den Kernbegriffen gehören Narzissmus, doppelte Handlungsregulation, komplementäres Verhalten, Arbeitsauftrag und Ein-Personen-Rollenspiel.

Warum ist der Beziehungsaufbau bei Narzissten so kompliziert?

Weil diese Klienten versuchen, den Therapeuten in ihr eigenes dysfunktionales Interaktionsmuster einzubinden, um ihre negativen Schemata zu stabilisieren, statt sich auf eine Therapie einzulassen.

Was bedeutet die "Judo-Technik" des Therapeuten?

Der Therapeut nutzt den Schwung des Klienten (dessen Ziele und Wünsche) und leitet ihn vorsichtig in eine konstruktive therapeutische Bahn, ohne direkten Widerstand zu erzeugen.

Warum darf man Klienten mit Narzissmus nicht defizitär behandeln?

Weil dies das negative Selbstbild des Klienten triggert, zu sofortigem Widerstand führt und die therapeutische Beziehung massiv gefährdet.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Verhaltenstherapie der Narzisstischen Persönlichkeitsstörung
Untertitel
Das Modell der doppelten Handlungsregulation
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Fakultät für Psychologie und Pädagogik)
Veranstaltung
UK Intervention II
Note
1,3
Autor
Pamina Russek (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
14
Katalognummer
V191146
ISBN (eBook)
9783656158721
ISBN (Buch)
9783656159360
Sprache
Deutsch
Schlagworte
verhaltenstherapie narzisstischen persönlichkeitsstörung modell handlungsregulation
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Pamina Russek (Autor:in), 2011, Verhaltenstherapie der Narzisstischen Persönlichkeitsstörung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/191146
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Leseprobe aus  14  Seiten
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