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Die Zerstörung einer Familie durch rigide Tugendvorstellungen

Zur Familienkonstellation in Gotthold Ephraim Lessings bürgerlichem Trauerspiel „Emilia Galotti“

Título: Die Zerstörung einer Familie durch rigide Tugendvorstellungen

Trabajo Escrito , 2011 , 30 Páginas , Calificación: 1,7

Autor:in: Stefanie Bonk (Autor)

Literatura - General
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1 Einleitung

Der Dichter Gotthold Ephraim Lessing leistete mit seinem Drama „Emilia Galotti“ (1772) einen bedeutenden Beitrag zur Entwicklung des bürgerlichen Trauerspiels in Deutschland. So bedeutet dessen Erscheinen für den Philosophen Kuno Fischer „die Geburt der modernen deutschen Tragödie“1. Zudem „wirkte [Emilia Galotti] stärker als irgendein anderes Werk auf die zeitgenössische Produktion“2. Aus diesem Grunde habe ich dieses heute noch bedeutende Trauerspiel ausgewählt.

Der Inhalt des Dramas geht zurück auf die antike Virginia-Sage, in der ein Vater der eigenen Tochter das Leben nimmt, damit ihre Unschuld bewahrt wird.
Aber auch die Lucretia-Legende, die davon handelt, dass eine tugendhafte Frau vergewaltigt wird und sich daraufhin selber tötet, hatte Einfluss auf die Handlung in „Emilia Galotti“.
Anders als die beiden genannten Werke ist Lessings Drama jedoch nicht politisch gestaltet, weil der Schwerpunkt beim bürgerlichen Trauerspiel auf die Familie gesetzt wird und Staatsinteressen nicht von Belangen sind.

In dieser Hausarbeit möchte ich mich eingehender mit dem Text beschäftigen und dabei untersuchen, wie die Figuren, die der Familie Galotti angehören, dargestellt werden und in welchen Verhältnissen sie zueinander stehen. Ich werde vor allem die Beziehung zwischen der Tochter Emilia und ihrem Vater Odoardo näher beleuchten. Weiterhin möchte ich ergründen, inwiefern die bürgerlichen Wertvorstellungen des 18. Jahrhunderts, maßgeblich das Ideal der Tugend, Einfluss auf die literarische Familie Galotti ausüben.

Nach einer theoretischen Einführung, in der ich skizzenhaft auf das deutsche bürgerliche Trauerspiel wie auf die familiären Veränderungen im Zuge der Aufklärung eingehe, werde ich die Familienmitglieder zunächst einzeln und anschließend in Beziehung zueinander analysieren.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Das deutsche bürgerliche Trauerspiel

2.1 Allgemeines

2.2 Gründe für die Schwerpunktsetzung auf das Vater-Tochter-Verhältnis und die untergeordnete Rolle der Mutter

3 Die Aufklärung und die damit einhergehenden familiären Veränderungen

4 „Emilia Galotti“. Charakterisierung der Familienmitglieder

4.1 Emilia, die tugendhafte, behütete Tochter

4.2 Odoardo, der misstrauische, autoritäre Vater

4.3 Claudia, die lebensfrohe, naive Mutter

5 Die Familienkonstellation und die Bedeutung moralischer Werte

5.1 Emilia – Odoardo

5.2 Emilia – Claudia

5.3 Odoardo – Claudia

6 Schlussbemerkungen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die familiären Strukturen und die zwischenmenschlichen Dynamiken innerhalb der Familie Galotti in Gotthold Ephraim Lessings Drama „Emilia Galotti“. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse, wie rigide bürgerliche Tugendvorstellungen des 18. Jahrhunderts und die patriarchale Autorität des Vaters zur Zerstörung der Familie beitragen.

  • Analyse des Einflusses bürgerlicher Tugendideale auf die Familienmitglieder.
  • Untersuchung des Vater-Tochter-Verhältnisses und der autoritären Erziehung.
  • Rollenbild und Einflussbereich der Mutter im Kontext des 18. Jahrhunderts.
  • Konfrontation zwischen bürgerlichen Wertvorstellungen und gesellschaftlichen Erwartungen.
  • Psychologische Auswirkungen der familiären Isolation auf Emilia Galotti.

Auszug aus dem Buch

4.1 Emilia, die tugendhafte, behütete Tochter

Die attraktive Emilia Galotti, einzige Tochter der Eheleute Odoardo und Claudia Galotti, ist eine religiöse junge Frau, die dem niederen, verarmten Adel entstammt und dementsprechend wortgewandt, gebildet und gut erzogen ist [II,7]. Während Emilia ihren Eltern grenzenloses Vertrauen entgegenbringt, ist sie Fremden gegenüber eher misstrauisch [III,5]. Trotz ihres Standes wirkt sie bescheiden und uneitel [II,6+7], was darin begründet sein könnte, dass die Familie sich in ihrer Lebensweise dem Bürgertum angepasst hat. In entscheidenden Momenten bleibt Emilia ruhig, beherrscht und besonnen [IV,8; V,7]. Dagegen ist augenscheinlich, dass sie äußerst unerfahren und kaum in der Lage ist, ihren Willen durchzusetzen, sondern leicht nachgibt [II,6; III,5].

Emilias strenges Tugendbewusstsein, das sich in ihrer natürlichen äußeren Schönheit widerspiegelt25, kommt in dem Satz „Und sündigen wollen, [ist] auch sündigen.“ [II,6] zum Ausdruck, aber auch in der Sterbeszene [V,7]. Schließlich findet sich die Sittlichkeit Emilias auch im Umgang mit ihrem Verlobten, dem Grafen Appiani, wieder, da deren Beziehung nicht von großer Leidenschaft geprägt ist. Für Appiani ist Emilia „eine fromme Frau“ [II,7] und mit dieser Umschreibung relativ einfach austauschbar, während er keine individuellen Eigenschaften seiner zukünftigen Ehefrau lobt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Vorstellung des Dramas als bedeutendes Werk der Aufklärung und Erläuterung der Zielsetzung, die familiären Dynamiken unter Einfluss von Tugendvorstellungen zu analysieren.

2 Das deutsche bürgerliche Trauerspiel: Theoretische Einbettung des Dramas in die Gattung und Begründung der zentralen Fokussierung auf das Vater-Tochter-Verhältnis.

3 Die Aufklärung und die damit einhergehenden familiären Veränderungen: Diskussion der gesellschaftlichen Umbrüche des 18. Jahrhunderts und deren Einfluss auf die private Sphäre und das neue bürgerliche Selbstverständnis.

4 „Emilia Galotti“. Charakterisierung der Familienmitglieder: Detaillierte Betrachtung der einzelnen Charaktere Emilia, Odoardo und Claudia hinsichtlich ihrer Persönlichkeit und ihrer Rolle im familiären Gefüge.

5 Die Familienkonstellation und die Bedeutung moralischer Werte: Analyse der interpersonellen Beziehungen innerhalb der Familie und wie diese durch die moralischen Vorstellungen des Vaters belastet werden.

6 Schlussbemerkungen: Zusammenfassende Reflexion über die zerstörerische Kraft des Tugendrigorismus und die Unfähigkeit der Eltern, Emilia vor ihrem Schicksal zu bewahren.

Schlüsselwörter

Emilia Galotti, Gotthold Ephraim Lessing, bürgerliches Trauerspiel, Aufklärung, Tugendvorstellungen, Vater-Tochter-Verhältnis, Patriarchat, Familienkonstellation, Odoardo Galotti, Claudia Galotti, moralische Werte, literarische Analyse, 18. Jahrhundert, Familiendynamik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht das Drama „Emilia Galotti“ unter dem Aspekt der familiären Zerstörung, verursacht durch rigide Tugendideale des 18. Jahrhunderts.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die patriarchale Autorität des Vaters, die Rolle der Mutter im bürgerlichen Familienbild und die Auswirkungen einer strengen, religiös geprägten Erziehung auf die Tochter.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, die Zerstörung der Familie Galotti durch die moralischen Wertvorstellungen des Vaters und die daraus resultierende Handlungsunfähigkeit der Tochter zu analysieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Primärtext sowie fachwissenschaftliche Sekundärliteratur zu Lessings Drama auswertet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einbettung des bürgerlichen Trauerspiels, eine Charakterisierung der einzelnen Familienmitglieder sowie eine detaillierte Analyse der Beziehungsdynamiken zwischen den Familienmitgliedern.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie „Tugendrigorismus“, „Patriarchat“, „Bürgerliches Trauerspiel“, „Familienkonstellation“ und „Aufklärung“ beschreiben.

Wie bewertet die Autorin die Rolle von Odoardo Galotti?

Odoardo wird als autoritärer und misstrauischer Vater dargestellt, dessen Tugendstrenge und Kontrollzwang maßgeblich zum Scheitern der familiären Integrität beitragen.

Welche Bedeutung kommt dem Freitod Emilias im Kontext der Arbeit zu?

Der Freitod wird als ein radikaler Akt der Selbstbehauptung und als einzig möglicher Ausweg interpretiert, um der Fremdbestimmung durch den Prinzen und der durch den Vater auferlegten Zwänge zu entkommen.

Warum wird Claudia als „naive Mutter“ charakterisiert?

Die Analyse weist darauf hin, dass Claudia die Gefahr durch das Umfeld des Prinzen unterschätzt und durch ihre mangelnde Durchsetzungsfähigkeit gegenüber ihrem Ehemann ihre Rolle als schützende Instanz verliert.

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Detalles

Título
Die Zerstörung einer Familie durch rigide Tugendvorstellungen
Subtítulo
Zur Familienkonstellation in Gotthold Ephraim Lessings bürgerlichem Trauerspiel „Emilia Galotti“
Universidad
University of Hagen
Calificación
1,7
Autor
Stefanie Bonk (Autor)
Año de publicación
2011
Páginas
30
No. de catálogo
V191233
ISBN (Ebook)
9783656159490
Idioma
Alemán
Etiqueta
Hausarbeit Lessing Literaturwissenschaft Emilia Galotti Familienkonstellation bürgerliches Trauerspiel
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Stefanie Bonk (Autor), 2011, Die Zerstörung einer Familie durch rigide Tugendvorstellungen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/191233
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