In dieser Seminararbeit wird ein Überblick über die verschiedenen Theorien zu den Ursachen für eine Backwardation und ein Contango gegeben. Dabei werden diese Theorien verbal erläutert, aber auch anhand von Abbildungen erklärt, die dem Verständnis der jeweiligen Theorie graphisch .
In Kapitel B wird ein Überblick über die zwei Arten des Abschlusses von Commodity-Geschäften gegeben, nämlich das Forward und das Future. Dabei wird auch auf den Begriff Basis und das damit verbundene Basisrisiko eingegangen.
Kapitel C beschäftigt sich dann ausgiebig mit den Ursachen für Backwardation und Contango, angelehnt an die Überlegungen von John Meyard Keynes (1930). Hierbei wird insbesondere die Normal Backwardation untersucht.
In Kapitel D werden andere Ursachen für die Backwardation und das Contango vorgestellt. Im diesem Rahmen wird dabei die Theory of Storage und die damit verbundene Conenience Yield und die Cost of Carry vorgestellt.
Kapitel E wird einen Überblick über die allgemeinen Ertragschancen von Futures geben und dabei auch nochmals diejenigen vorstellen, die für die Ertragschancen bei Commodity-Geschäften eine wesentliche Rolle spielen.
In Kapitel F werden die in dieser Seminararbeit vorgestellten Theorien erneut zusammengetragen, dabei ein Fazit gezogen und dabei ein Ausblick für die weiteren Geschäfte mit Commodities gegeben.
Inhaltsverzeichnis
A. Kassa- und Terminpreise und deren Auswirkungen auf Commodity-Märkte
B. Commodity-Futures und Commodity-Forwards: Unterschiede und Gemeinsamkeiten
B.1 Basis: Gründe für Positivität bzw. Negativität
B.2 Basisrisiko: Unterschiedliche Volatilität bei Kassa- und Futurekursen?
C. Backwardation und Contango als Chartformation
C.1 Normal Backwardation und Normal Contango: Risikoprämie als Anreiz für Spekulanten
C.2 Aktuelle Beispiele für Contango und Backwardation
C.3 Kritik: Normal Backwardation tatsächlich normal?
D. Die Convenience Yield als Erklärungsgröße in der „Theory of Storage“ Physischer Besitz als Ertragschance
D.1 Cost of Carry: Grund für die Basis
D.2 Lagerbestände:
D.3 Substituierbarkeit
E. Ertragschancen durch Futures
E.1 Rollen
E.2 Arbitrage
E.3 Hedging
F. Commodity-Futures und ihre Verwendung in der Zukunft
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit gibt einen fundierten Überblick über die ökonomischen Theorien zu den Ursachen von Backwardation und Contango an Rohstoffmärkten. Sie untersucht die Mechanismen der Preisbildung bei Termingeschäften und analysiert, wie diese Phänomene als Ertragsquellen für Spekulanten genutzt werden können und welche Rolle sie im Risikomanagement einnehmen.
- Grundlagen von Commodity-Futures und Terminkontrakten
- Mechanismen von Backwardation und Contango
- Kritische Auseinandersetzung mit der Theorie der Normal Backwardation
- Die Theory of Storage und die Bedeutung der Convenience Yield
- Ertragsstrategien wie Rollrendite, Arbitrage und Hedging
Auszug aus dem Buch
C.1 Normal Backwardation & normal Contango als Anreiz für Spekulanten
Normal Backwardation und Normal Contango sind die Erweiterung der oben aufgeführten Chartformationen. Sie stellen die Beziehung zwischen dem Futurepreis und dem erwarteten zukünftigen Spotpreises (E(St+1)) dar. Liegt dieser unter dem Futurepreis (welcher aus Kurve abgelesen werden kann), so liegt Normal Backwardation vor:
Ft < E(St+1) (4)
Auch hier ist Normal Contango wieder der Gegenpart. Es liegt der erwartete zukünftige Spotpreis (E(St+1)) über dem Futurepreis (Ft)1:
Ft >E(St+1) (5)
Bereits John Maynard Keynes beschäftige sich in seiner Veröffentlichung „Treatise on Money“, (1930) mit diesem Phänomen. Die Grundannahme ist, dass Produzenten bei Rohstoffein- oder Rohstoffverkäufen gegen Preisrisiken absichern wollen. Dazu werden Investoren benötigt, die als Gegenpol am Markt auftreten und den Produzenten das Risiko abnehmen. Als Anreiz dient ein Preisabschlag bzw. Preisaufschlag (bei Kursverlauf in Contango) auf den aktuellen Futurepreis, welcher auch als Risikoprämie (R) bezeichnet werden kann. Somit ist die Risikoprämie die Differenz zwischen dem gegenwärtigen Futurepreis (Ft) und dem erwarteten zukünftigen Spotpreis (E(St+1))1.
R= Ft – E(St+1) (6)
Zusammenfassung der Kapitel
A. Kassa- und Terminpreise und deren Auswirkungen auf Commodity-Märkte: Einführung in die Thematik der Risikominimierung und Spekulation an Warenterminmärkten sowie eine Abgrenzung von Kassa- und Terminmärkten.
B. Commodity-Futures und Commodity-Forwards: Unterschiede und Gemeinsamkeiten: Definition und Vergleich von Futures und Forwards, ergänzt um Erläuterungen zum Basisbegriff und Basisrisiko.
C. Backwardation und Contango als Chartformation: Detaillierte Analyse der Kurvenverläufe, der Keynes'schen Theorie der Normal Backwardation sowie eine kritische empirische Einordnung durch neuere Forschung.
D. Die Convenience Yield als Erklärungsgröße in der „Theory of Storage“ Physischer Besitz als Ertragschance: Untersuchung der lagerhaltungsbasierten Preismodelle, insbesondere der Rolle der Convenience Yield und der Cost of Carry.
E. Ertragschancen durch Futures: Darstellung der Renditemöglichkeiten für Marktteilnehmer durch Instrumente wie Rollrendite, Arbitrage und Hedging.
F. Commodity-Futures und ihre Verwendung in der Zukunft: Zusammenfassung der theoretischen Erkenntnisse und Ausblick auf die zunehmende Bedeutung der Spekulation und Volatilität an den globalen Rohstoffmärkten.
Schlüsselwörter
Commodities, Futures, Forwards, Backwardation, Contango, Normal Backwardation, Theory of Storage, Convenience Yield, Cost of Carry, Arbitrage, Hedging, Spekulation, Risikoprämie, Rohstoffmärkte, Rollrendite
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Preisbildungsmechanismen an Warenterminmärkten, insbesondere die Phänomene Backwardation und Contango.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Preisbildungstheorien für Rohstoffe, die Unterschiede zwischen Kassa- und Terminmärkten sowie Strategien für Investoren und Produzenten.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es, ein Verständnis für die Ursachen der Kurvenverläufe bei Rohstoff-Futures zu vermitteln und die ökonomische Logik hinter den Preisen zu erklären.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Literaturanalyse, die durch die Erklärung von Chartformationen und mathematischen Preisformeln gestützt wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden Keynes' Theorie der Normal Backwardation, die Theory of Storage, die Auswirkungen von Lagerkosten sowie verschiedene Handelsstrategien erläutert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Commodity-Futures, Backwardation, Contango, Convenience Yield und Hedging beschreiben.
Warum ist die Unterscheidung zwischen Backwardation und Contango wichtig?
Diese Unterscheidung ist essenziell für das Verständnis von Rollrenditen und für die Entscheidung, ob man bei einer Commodity eine Long- oder Short-Position einnimmt.
Was genau ist die „Convenience Yield“?
Sie beschreibt den impliziten Nutzen, den ein Eigentümer aus dem physischen Besitz eines knappen Rohstoffes zieht, um beispielsweise Produktionsengpässe zu vermeiden.
Welche Rolle spielt die Lagerhaltung bei der Preisbildung?
Lagerkosten beeinflussen die Basis entscheidend und führen im Normalfall zu einer Contango-Situation, da der Futurepreis die Haltekosten der Ware reflektiert.
Was ist das Fazit zur „Normal Backwardation“?
Die Arbeit stellt fest, dass Keynes' ursprüngliche Theorie heute kritisch hinterfragt wird, da die Märkte durch eine höhere Transparenz und eine stärkere Präsenz von Spekulanten wesentlich komplexer geworden sind.
- Arbeit zitieren
- Alexander Pisch (Autor:in), 2011, Backwardation und Contango auf Commodity-Märkten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/191234