Durch den gesellschaftlichen Wandel hat sich das Konsumverhalten des
modernen Menschen und damit auch des Mannes verändert.
Zum einen hat die Emanzipation der Frau dazu geführt, dass die alten
Rollenmuster nicht mehr gelten. Von dem Mann wird nicht mehr erwartet,
dass er allein den Lebensunterhalt verdient. Die Anzahl der berufstätigen
Frauen ist enorm gestiegen. Die Rollen sind dadurch neu verteilt worden:
wurden die Einkäufe früher in erster Linie von Frauen getätigt, stehen heute
immer mehr Männer in den Einkaufsschlangen an der Kasse.1
Zum anderen gibt es weniger verheiratete Paare. Der Trend ist entweder das
Single-Leben oder Living apart together. Bei diesem Beziehungsmodell
leben die Partner berufsbedingt in unterschiedlichen Städten.2 In beiden
Fällen müssen die Männer ihr Leben selbst organisieren. Was bedeutet, dass
sie keine Beraterin mehr haben, die ihnen erklärt, welche Socken sie kaufen
müssen.
Außerdem hat bei den modernen Männern ein Wertewandel stattgefunden.
Neben der beruflichen Karriere ist eine funktionierende Partnerschaft für
den Mann sehr wichtig. Sein Wohlbefinden gewinnt auch mehr an
Bedeutung. Dabei stehen Themen wie Kosmetik, Gesundheit und Fitness
immer mehr im Mittelpunkt des Interesses. Diese Veränderungen stellen
ganz neue Anforderungen an ein modernes und individuelles Marketing, das
sich speziell auf die Zielgruppe der Männer ausrichtet.3 Das bedeutet, dass
die einzelnen Marketinginstrumente an die Bedürfnisse der Männer
angepasst werden müssen. Um diese Anforderungen zu erfüllen, müssen die
spezifischen Konsumeinflussgrößen der Männer bekannt sein.
Das Ziel dieser Arbeit ist es aufzuzeigen, welche Besonderheiten das
Konsumverhalten des Mannes aufweist. Welcher Unterschied zwischen dem
männlichen und weiblichen Informationsverhalten besteht. Welche
Einstellungen die Männer zu Mode und Kosmetik haben und was sie für ein
Qualitäts- und Markenbewusstsein besitzen. Außerdem wird hier dargestellt,
wie diese Erkenntnisse für das Marketing genutzt werden können.
1 vgl. o.V.: in Absatzwirtschaft (6/2002) S.82
2 vgl. www.trendbuero.de/de/pdf/maenner.pdf
3 vgl. o.V.: in Absatzwirtschaft (6/2002) S.85
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Problemstellung
1.2. Aufbau der Arbeit
2. Zielgruppenmarketing – Begriffliche Grundlagen
2.1. Marktsegmentierung
2.2. Zielgruppe
3. Besonderheiten der Zielgruppe Männer
3.1. Konsumeinstellungen
3.2. Preis-, Marken- und Qualitätsbewusstsein
3.3. Mediennutzung / Informationsverhalten
3.4. Freizeitinteressen
4. Konsequenzen für das Marketing
4.1 Produktpolitik
4.2 Preispolitik
4.3 Kommunikationspolitik
4.4 Distributionspolitik
5. Zusammenfassung
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die spezifischen Besonderheiten des männlichen Konsumverhaltens zu identifizieren und die daraus resultierenden Implikationen für modernes Marketing aufzuzeigen. Dabei wird insbesondere untersucht, wie sich gesellschaftlicher Wertewandel und veränderte Rollenbilder auf die Bedürfnisse und Informationsgewohnheiten von Männern auswirken, um darauf basierend zielgruppengerechte Marketinginstrumente abzuleiten.
- Analyse des veränderten Konsumverhaltens bei Männern durch sozioökonomischen Wandel
- Untersuchung von Marken-, Preis- und Qualitätsbewusstsein im Vergleich zu Frauen
- Evaluierung der mediennutzungsspezifischen Verhaltensweisen und Informationsquellen
- Ableitung konkreter Strategien für Produkt-, Preis-, Kommunikations- und Distributionspolitik
Auszug aus dem Buch
3.1 Konsumeinstellungen
Die meisten Männer erledigen ihre Einkäufe zielstrebig und in kurzer Zeit. Im Gegensatz zu Frauen sehen sie das Einkaufen als einen Zwang an. Frauen gehen gern shoppen und verbringen meistens viel Zeit damit. Für das weibliche Geschlecht ist das Einkaufen eine Art Unterhaltung - es werden auch sehr oft Freundinnen zum gemeinsamen Einkaufen mitgenommen. Männer gehen eher aus alltäglichen Bedürfnissen einkaufen. Sie wissen auch vorher ganz genau was sie kaufen wollen, daher sind die spontanen Käufe bei Männern eher die Seltenheit.
Die Kaufentscheidung treffen die Männer vorwiegend allein bei technischen Geräten wie Fernseh-, DVD- und Videogeräten, Kameras, HiFi-Anlagen sowie PCs. Im Bereich der Lebensmittel sind sie für Bier und allgemein für Spirituosen zuständig. Außerdem entscheiden sie bei der Anschaffung eines Autos oder auch von Autozubehör.
Dass die Kaufentscheidung für technische Geräte in dem Kompetenzbereich der Männer liegt ist nicht verwunderlich. Sie haben im Gegenteil zu Frauen ein sehr starkes technisches Interesse. Jeder zweite Mann befasst sich gern mit neuer Technik und der Funktion seiner Geräte.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit erläutert den gesellschaftlichen Wandel und dessen Auswirkungen auf das Konsumverhalten des Mannes als Basis für eine zielgruppenspezifische Marketingstrategie.
2. Zielgruppenmarketing – Begriffliche Grundlagen: Dieses Kapitel definiert die zentralen Konzepte der Marktsegmentierung und der Zielgruppenbildung, die als Fundament für die weitere Analyse dienen.
3. Besonderheiten der Zielgruppe Männer: Hier werden die spezifischen Verhaltensweisen der Zielgruppe Männer hinsichtlich Konsum, Markenbewusstsein, Mediennutzung und Freizeitinteressen detailliert dargestellt.
4. Konsequenzen für das Marketing: Basierend auf den zuvor analysierten Besonderheiten leitet dieses Kapitel konkrete Handlungsempfehlungen für den Marketing-Mix ab.
5. Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer Bilanz über das Potenzial der Zielgruppe Männer und einer kritischen Reflexion über die Homogenität der untersuchten Zielgruppe.
Schlüsselwörter
Zielgruppenmarketing, Konsumverhalten, Männer, Markenbewusstsein, Preisbewusstsein, Mediennutzung, Informationsverhalten, Freizeitinteressen, Produktpolitik, Preispolitik, Kommunikationspolitik, Distributionspolitik, Rollenbilder, Marketingmanagement, Zielgruppenansprache.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit untersucht, wie sich das Konsumverhalten von Männern durch gesellschaftliche Veränderungen gewandelt hat und welche Anforderungen sich daraus für ein zielgerichtetes Marketing ergeben.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Arbeit behandelt die Konsumeinstellungen, das Marken- und Qualitätsbewusstsein, das Mediennutzungsverhalten sowie die Freizeitinteressen der männlichen Zielgruppe.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Hauptziel besteht darin, Besonderheiten im männlichen Informations- und Kaufverhalten aufzuzeigen und Strategien für eine effiziente Ansprache dieser Zielgruppe abzuleiten.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse aktueller Fachquellen und Studien zum Thema Zielgruppenmarketing im Kontext der Männer-Zielgruppe.
Welche Aspekte werden im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?
Der Hauptteil konzentriert sich auf die Ableitung von Marketingkonsequenzen aus den verhaltensspezifischen Erkenntnissen für die Instrumente Produkt-, Preis-, Kommunikations- und Distributionspolitik.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Zielgruppenmarketing, Konsumverhalten, Markenbewusstsein, Mediennutzung und Marketing-Mix definiert.
Welche Rolle spielt die Technikaffinität bei der Kaufentscheidung von Männern?
Die Arbeit stellt fest, dass Männer bei technischen Geräten aufgrund ihres ausgeprägten technischen Interesses und Fachwissens die Kaufentscheidung maßgeblich selbst treffen.
Wie unterscheiden sich Männer und Frauen in Bezug auf die Preissensibilität?
Die Studie zeigt, dass Männer bei technischen Investitionen stärker auf Qualität achten, während sie bei Artikeln des täglichen Bedarfs preissensibler agieren und eine höhere Bereitschaft zu Preisverhandlungen zeigen als Frauen.
- Quote paper
- Irina Mantai (Author), 2003, Zielgruppe Männer - Besonderheiten, Konzepte, Beispiele, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/19128