1. Einleitung
Membranverfahren finden heute in unterschiedlichsten Bereichen der Industrie Anwendung.
Eine Membran ist definiert als „selektive Barriere zwischen zwei Phasen“.
Membranen können nach der Art ihrer Herstellung, der Porosität und dem verwendeten
Material eingeteilt werden. Daher teilt man sie grob in biologische und synthetische
Membranen ein. Der Stofftransport durch eine Membran kann aktiv oder passiv erfolgen und
durch Druck-, Konzentrations- oder Temperaturdifferenz angetrieben werden [1].
Die Nanofiltration stellt einen Teilbereich der Membrantechnik dar. Nanofiltration wird im
einfachsten Fall als „Prozess zwischen Ultrafiltration und Umkehrosmose“ beschrieben [2].
Die IUPAC empfahl 1996 in der „Terminology for membranes and membrane processes“ für
die Nanofiltration folgende Definition: „pressure-driven membrane-based separation process
in which particles and dissolved molecules smaller than about 2 nm are rejected”. [3]
Zielsetzung dieser Arbeit ist es, einen Überblick über die gängigen Technologien und
Beispiele für Anwendungen der Nanofiltration zu geben. Außerdem sollen einige Methoden
zur Membrancharakterisierung in Theorie und Praxis erläutert werden.
Im theoretischen Teil der Arbeit wird ein Materialienüberblick über
Nanofiltrationsmembranen gegeben, gefolgt von einem Kapitel zur Membransynthese. Im
Folgenden werden praktische Anwendungen der Nanofiltration präsentiert. Ein wichtiges
Thema in der Membranforschung ist die Leistungscharakterisierung und die
Oberflächencharakterisierung von Nanofiltrationsmembranen.
Ein praktisches Problem bei allen Filtrationsprozessen ist die Leistungsabnahme der
Membran mit der Zeit, das wird als „Fouling“ bezeichnet. Optimale Fouling-Eigenschaften
werden durch spezielle Konstruktion von Membranmodulen und Auswahl geeigneter
Membranmaterialien für einen Filtrationsprozess erreicht. Nach der Membran selbst, ist das
Membranmodul in jedem Membranprozess die nächste größere Organisationseinheit. Im
praktischen Teil der Arbeit wurde ein Membranmessstand zur Prozesssimulation gebaut, zwei
Nanofiltrationsmembranen wurden mittels Kontaktwinkelmessungen charakterisiert und
Zetapotentialmessungen der Membranoberflächen durchgeführt. Weiters wurden
elektronenmikroskopische Aufnahmen des Membranmaterials gemacht.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. HAUPTTEIL
2.1. Theoretischer Teil
2.1.1. Polymere für Nanofiltrationsmembranen
2.1.2. Membransynthese
2.1.3. Beispiele für Anwendungen von Nanofiltration in der Industrie
2.1.3.1. Trinkwasseraufbereitung
2.1.3.2. Lebensmittelindustrie
2.1.3.3. Chemischen Industrie
2.1.4. Fouling
2.1.4.1. Membranautopsie
2.1.4.2. Verhinderung von Fouling
2.2. Praktischer Teil
2.2.1. Einführung: Das untersuchte Membranmaterial
2.2.2. Membranmessstand zur Prozesssimulation
2.2.2.1. Experimenteller Aufbau
2.2.2.2. Messungen NF 90 und NF PES 10 Membranen
2.2.2.3. Diskussion des experimentellen Aufbaus
2.2.3. Kontaktwinkelmessungen NF 90 und NF PES 10 Membranen
2.2.4. Zetapotentialmessungen
2.2.4.1. Definition des Zetapotentials
2.2.4.2. Zetapotential-Messtechnik
2.2.4.3. Messergebnisse
2.2.5. Diskussion der Ergebnisse
3. ZUSAMMENFASSUNG
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit zielt darauf ab, einen umfassenden Überblick über die Nanofiltrationsmembrantechnologie zu geben und experimentelle Methoden zur Charakterisierung von Membranen zu erläutern. Die zentrale Fragestellung umfasst sowohl die theoretischen Grundlagen des Membranaufbaus und industrieller Anwendungsbeispiele als auch die praktische Leistungscharakterisierung unter Laborbedingungen.
- Grundlagen der Nanofiltrationsmembranen und deren Synthese.
- Industrielle Anwendungsbereiche wie Trinkwasseraufbereitung und Lebensmittelindustrie.
- Analyse von Fouling-Phänomenen und Strategien zur Leistungsabnahme-Prävention.
- Praktische Charakterisierung mittels Membranmessstand, Kontaktwinkel- und Zetapotentialmessungen.
Auszug aus dem Buch
2.1.4. Fouling
Nach einer der gängigen Literaturquellen zum Thema Filtration ist Fouling „Die Abnahme der Leistung einer Membran, aufgrund der Ablagerung von suspendierten oder gelösten Substanzen auf der äußeren Oberfläche der Membran, an ihren Porenöffnungen bzw. in den Poren“. Fouling kann auch als irreversible Abnahme des Durchflusses durch eine Membran gesehen werden. Wohingegen eine reversible Abnahme des Durchflusses nicht als Fouling bezeichnet wird. Diese reversiblen Leistungseinbußen, ergeben sich aufgrund von Lösungseffekten, wie zum Beispiel das Überschreiten des Löslichkeitsproduktes eines Salzes oder das Phänomen der Konzentrationspolarisation. Fouling ist ein wesentlicher Kostenfaktor beim Betrieb einer Membrananlage.
Nach Staude gibt es sieben Möglichkeiten des Ursprungs von Fouling: Ausfallen von Substanzen, die ihr Löslichkeitsprodukt überschritten haben (wird auch als Scaling bezeichnet), Ablagerung von dispergierten Feinanteilen oder Kolloiden, Chemische Reaktionen von gelösten Stoffen an der Membrangrenzschicht (z.B. Bildung von Eisenhydroxiden aus löslichen Formen von Eisen), Chemische Reaktion von gelösten Anteilen am Membranpolymer, Adsorption von Molekülen mit kleinem Molekulargewicht am Polymer der Membran, Irreversible Gelbildung von makromolekularen Substanzen, Kolonisierung der Membran durch Bakterien.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Einführung in die Membranverfahren und Definition des Forschungsziels, welches den Überblick über Technologien und Methoden zur Membrancharakterisierung umfasst.
2. HAUPTTEIL: Detaillierte Betrachtung theoretischer Grundlagen, industrieller Anwendungen, Fouling-Prozesse sowie der Versuchsaufbau und die experimentellen Ergebnisse der Membranuntersuchung.
3. ZUSAMMENFASSUNG: Zusammenfassende Betrachtung der theoretischen Aspekte der Nanofiltration und der im praktischen Teil durchgeführten Analysen und Messergebnisse.
Schlüsselwörter
Nanofiltration, Membrantechnologie, Fouling, Membransynthese, Trinkwasseraufbereitung, Lebensmittelindustrie, Zetapotential, Kontaktwinkelmessung, Membranautopsie, Polymer, Prozesssimulation, Rückhaltekoeffizient, Reinwasserfluss, Oberflächencharakterisierung, industrielle Anwendung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Nanofiltrationsmembrantechnologie, beleuchtet deren theoretische Grundlagen, industrielle Anwendungsbereiche und fokussiert sich auf praktische Methoden zur Charakterisierung der Membranoberflächen und deren Leistungsfähigkeit.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind der Aufbau von Membranen, der Phaseninversionsprozess, Anwendungen in der Industrie (Trinkwasser, Lebensmittel, Chemie), das Fouling-Problem sowie Methoden zur physikalisch-chemischen Oberflächencharakterisierung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, einen Überblick über gängige Technologien der Nanofiltration zu geben und gleichzeitig experimentelle Methoden zur Charakterisierung in Theorie und Praxis fundiert zu erläutern.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es werden Filtrationsexperimente mittels selbst gebautem Membranmessstand, Kontaktwinkelmessungen, Zetapotentialmessungen sowie elektronenmikroskopische Aufnahmen des Membranmaterials eingesetzt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Bereich zu Polymeren und Anwendungen sowie einen praktischen Bereich, der den Versuchsaufbau, die Messungen (Reinwasserfluss, Rf-Werte) und die Diskussion der Membrancharakterisierung beinhaltet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Nanofiltration, Fouling, Zetapotential, Membranautopsie und Reinwasserfluss.
Welche Bedeutung hat das Fouling für die Membranfiltration?
Fouling stellt einen wesentlichen Kostenfaktor dar, da es die Leistungsfähigkeit der Membran durch Ablagerungen und Verblockungen zeitlich begrenzt mindert.
Warum ist das Zetapotential für die Charakterisierung wichtig?
Das Zetapotential ist ein wichtiger Indikator für die Oberflächenladung und die Stabilität von Kolloiden, was für das Verständnis der Membraninteraktionen und der Fouling-Neigung entscheidend ist.
Was ist das Ergebnis der Untersuchung der Membranen NF 90 und PES 10?
Es konnten reproduzierbare Daten zur Charakterisierung gewonnen werden, wobei Unterschiede in der Rauhigkeit, der Porenstruktur und dem Verhalten der Zetapotentiale zwischen den beiden Membrantypen festgestellt wurden.
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- Johannes Hofer (Author), 2010, Prozess der Nanofiltrationsmembrantechnologie und Charakterisierung von Nanofiltrationsmembranen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/191293