Das Seminar Gruppenleitung, welches jeden Montag von 15.45 Uhr bis 17.15 Uhr stattfand, war für mich persönlich einer der Höhepunkte des vergangenen Semesters. Nicht nur die behandelten Themen und Inhalte wurden äußerst interessant aufbereitet, auch die positive Atmosphäre innerhalb der Seminargruppe und die Leitung sowie die Bereicherung jeder Sitzung durch die Dozentin, die jedes Seminar zum Erlebnis werden lässt, trugen zum vollen Erfolg der Veranstaltung bei. Organisatorisch gesehen fand das Seminar in einem gut ausgestatteten und ausreichend großen Raum statt, welcher den verschiedenen Übungen, Gruppenarbeiten und Vorträgen genügend Platz bot. Da nahezu jede Sitzung mit einem Stuhlkreis als Ausgangsposition startete und endete, war diese Räumlichkeit auch für einen sehr großen Stuhlkreis geeignet, in dessen Mitte oft Plakate mit Theorieinputs oder zusammengefassten Ergebnissen präsentiert wurden. Desgleichen wurde die technische Ausstattung des Raumes genutzt. So kamen Beamer und Leinwand zum Einsatz, um Inhalte zu veranschaulichen sowie auch Bilder und Videos zu zeigen. Einzig und allein die Tatsache, dass fast jede Sitzung den zeitlichen Rahmen sprengte und somit manchmal bis zu einer halben Stunde überzogen wurde, könnte man in Hinblick auf die Organisation bemängeln. Aufgrund dessen, dass die verschiedenen Seminarinhalte jedoch meist mit aufwändigeren praktischen Übungen verbunden waren und auch genügend Zeit für abschließende Reflexionsphasen eingeräumt werden musste, war das zeitliche Überziehen meines Erachtens aber durchaus sinnvoll und notwendig und deshalb zu tolerieren.
Bezüglich der Inhalte des Seminars lässt sich festhalten, dass eine Vielzahl unterschiedlicher Themen aus den Bereichen Gruppenleitung, Gruppendynamik, Umgang mit Gruppen und Individuen in Gruppen behandelt wurde. Kernstück jeder Sitzung waren dabei verschiedenste praktische Übungen und Gruppenarbeiten, in welchen die Theorien und Modelle ausprobiert und angewendet werden konnten. Daher kam in diesem Seminar eine ungeheure Methodenvielfalt zum Einsatz. Besonders dieser hohe Praxisanteil hielt die Veranstaltung durchgängig dynamisch und aktiv.[...]
Inhaltsverzeichnis
1 Reflexion des Seminars Gruppenleitung
2 Didaktische Planung und Analyse der Sitzung „Improvisation – Selbstreflexion“
3 Darstellung ausgewählter Seminarinhalte
3.1 Essay: Umgang mit Störungen in Groß- und Kleingruppen
3.2 Essay: Das Johari-Fenster – Selbstbild und Fremdbild
Zielsetzung & Themen
Dieses Portfolio dokumentiert die persönlichen Erfahrungen und erlernten Kompetenzen aus dem Seminar „Gruppenleitung“. Ziel der Arbeit ist es, die didaktische Planung einer eigenen Seminarsitzung zu reflektieren und theoretische Modelle zur Gruppendynamik und Moderation praxisnah aufzuarbeiten.
- Reflexion von Seminarinhalten und Gruppenprozessen
- Methodik und Didaktik der Improvisation
- Umgang mit Störungen in Groß- und Kleingruppen
- Anwendung des Johari-Fensters zur Selbst- und Fremdwahrnehmung
- Bedeutung von Feedback für Gruppenleiter
Auszug aus dem Buch
3.1 Essay: Umgang mit Störungen in Groß- und Kleingruppen
Das Arbeiten mit und in Gruppen hat sich als eine bewährte Form von Lehrveranstaltungen, Präsentationen und Workshops durchgesetzt. Als Gruppenleiter, Redner oder Trainer ist es dabei stets von größter Wichtigkeit, die Kontrolle über die Gruppe zu behalten, damit die Lehr-, Lern- oder Arbeitsziele in der Gruppe erreicht werden. Allerdings sind Störungen in Gruppen meist unvermeidlich, oftmals wird der Redner gestört, die Teilnehmer sind unaufmerksam, führen Seitengespräche und beschäftigen sich anderweitig oder andere, auch unerwartete Störungen treten ein. Im Folgenden möchte ich zunächst kurz auf die Unterschiede zwischen Groß- und Kleingruppen und auf damit verbundene gruppenspezifische Vorteile, aber auch Probleme, eingehen. Anschließend stelle ich ein paar Möglichkeiten und Vorgehensweisen, zum richtigen Umgang mit Störungen, für Gruppenleiter und Trainer vor.
Bei Kleingruppen hat es sich bewährt eine Obergrenze von fünf Teilnehmern festzulegen (vgl. Lipp 1996, in Lipp/Will 2008, S. 128). Der Vorteil von Kleingruppen ist, dass sie sich individueller einteilen lassen und meistens auch zielgerichteter, schneller und effektiver arbeiten als Großgruppen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Reflexion des Seminars Gruppenleitung: Der Autor schildert seine persönlichen Eindrücke vom Seminarverlauf, hebt die hohe Methodenvielfalt hervor und reflektiert über die praktischen Übungen wie das „Blinde Quadrat“.
2 Didaktische Planung und Analyse der Sitzung „Improvisation – Selbstreflexion“: Dieses Kapitel beschreibt die Konzeption und Durchführung einer eigenen Seminarübung, bei der Improvisation durch Stegreifreden und Videofeedback kombiniert wurden.
3 Darstellung ausgewählter Seminarinhalte: Hier erfolgt eine theoretische Fundierung zu den Themen Störungsmanagement bei Gruppensitzungen sowie der Anwendung des Johari-Fensters zur Analyse von Wahrnehmungsprozessen.
Schlüsselwörter
Gruppenleitung, Gruppendynamik, Moderation, Improvisation, Stegreifreden, Videofeedback, Störungsmanagement, Kleingruppe, Großgruppe, Johari-Fenster, Selbstbild, Fremdbild, Feedback, Kommunikation, Gruppenführung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Portfolio?
Das Dokument reflektiert die Inhalte und Erfahrungen aus dem Seminar „Gruppenleitung“ im Sommersemester 2011 und bietet vertiefende Essays zu den behandelten Themenfeldern.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Arbeit fokussiert auf Gruppendynamik, Techniken der Moderation, den Umgang mit Störungen sowie Modelle zur persönlichen Wahrnehmung in Gruppen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist die Reflexion über eigene erlernte Kompetenzen im Bereich der Gruppenleitung sowie die Aufbereitung theoretischer Inhalte aus den Seminarvorträgen.
Welche wissenschaftlichen Methoden finden Anwendung?
Die Arbeit nutzt Literaturanalysen, Selbstreflexion, Feedback-Methoden und didaktische Planungsanalysen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Reflexion des Seminarverlaufs, die Planung einer Sitzung zum Thema Improvisation sowie zwei Essays über Störungskultur und das Johari-Fenster.
Was zeichnet die Arbeit aus?
Die Arbeit zeichnet sich durch die Verknüpfung von theoretischem Wissen mit praktischen Erfahrungen aus einem erziehungswissenschaftlichen Seminar aus.
Was ist die Besonderheit des „Blinden Quadrats“?
Bei dieser Übung müssen Teilnehmer mit verbundenen Augen kooperativ ein Quadrat aus einem Seil bilden, was die Bedeutung von Kommunikation und Vertrauen hervorhebt.
Warum ist das Johari-Fenster relevant für Gruppenleiter?
Es dient dazu, die „öffentliche Person“ zu vergrößern und den „blinden Fleck“ durch konstruktives Feedback zu verkleinern, um die Kommunikation in Gruppen zu verbessern.
Wie sollte man laut Autor mit Störungen umgehen?
Störer sollten nicht sofort negativ abgestempelt werden, sondern man sollte versuchen, die Energie oder die Anliegen der Teilnehmenden produktiv in den Prozess zu integrieren.
- Arbeit zitieren
- Alexander Schwalm (Autor:in), 2011, Portfolio - Gruppenleitung - Seminarreflexion und ausgewählte Aspekte zum Thema, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/191382