Grundsätzlich will diese Abschlussarbeit auf theoretischer Ebene die Möglichkeiten und Grenzen des Arbeitens mit Neuen Medien im Fremdsprachenunterricht und beim selbstständigen Fremdsprachenerwerb diskutieren. Dafür ist es wichtig, Geschichte, Theorie und Wirkungsweise dieser neuen Kommunikationsformen aufzuzeigen. Des Weiteren ist eine Beurteilung der aktuellen Entwicklung von Sprachlernsoftware erforderlich, um objektiv über den Anspruch digitaler Sprachlernprogramme im Fremdsprachenerwerb zu diskutieren. Ebenfalls soll diese Arbeit aufzeigen, weshalb, trotz allgegenwärtiger Präsenz der digitalen Medien in unserer Gesellschaft, die Nutzung und Eingliederung neuer technischer Aspekte in die Fremdsprachendidaktik schwer fällt und oft nur als „Edutainment“ verkannt wird. Dabei ist vor allem der Schritt von traditioneller Lernsoftware zu webbasiertem Fremdsprachenlernen aufgrund der neuen technischen Möglichkeiten des Internets ein Hauptpunkt dieser Arbeit.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Digitale Medien – Begriffsbestimmung
3. Historische Dimensionen von Sprachlernsoftware
3.1 Vom Sprachlabor zum digitalen Medienverbund
3.2 Die Anfänge von CALL
4. E-Learning als Oberbegriff für digitales Lernen
4.1 Lernszenarien
4.1.1 Präsenzlernen
4.1.2 Blended-Learning
4.1.3 Vollvirtuelles Lernen
4.1.4 Fernlernen
4.2 Bildungspolitischer Aspekt
5. Fremdsprachenerwerb mit multimedialer Lernsoftware
5.1 Begriffsbestimmung
5.2 Die Bedeutung von Multimedia für das Fremdsprachenlernen
5.3 Interaktivität und Interaktion
5.4 Authentizität
5.5 Kognitivismus als lerntheoretischer Ansatz bei Multimedia
5.5.1 Allgemeine Lerntheorie
5.5.2 Einfluss des Kognitivismus auf die Gestaltung von Lernsoftware
6. Internet und webbasierte Sprachlernanwendungen
6.1 Das Web 2.0
6.2 Medienkompetenz
6.3 Möglichkeiten der Didaktisierung im Internet
6.4 Immersion im World Wide Web
6.5 Formen des Selbstgesteuerten Lernens mit digitalen Medien
6.5.1 Selbststeuerung und Selbstlernen
6.5.2 Kooperatives Lernen
6.6 Konstruktivismus als Lernansatz für Lernen mit Internet
6.6.1 Die Konstruktivistische Theorie des Fremdsprachenlernens
6.6.2 Hypermedia als Ansatz zur Realisierung des Konstruktivismus
7. Computer- und webbasierte Lerninhalte in der Praxis
7.1 Die klassischen computer-basierten Sprachlernprogramme
7.2 Der Trend zu webbasierten Lerninhalten
7.3 Beispiele für WBT-Anwendungen
8. Fazit und Blick auf die Zukunft digitaler Medien
Zielsetzung & Themen
Diese Masterarbeit untersucht die Möglichkeiten und Grenzen des Einsatzes digitaler Medien im Fremdsprachenunterricht und beim selbstständigen Fremdsprachenerwerb, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf dem Übergang von traditioneller Sprachlernsoftware zu webbasierten Lernanwendungen liegt.
- Historische Entwicklung und theoretische Grundlagen der Sprachlernsoftware (CALL)
- E-Learning als übergeordneter Begriff und Analyse verschiedener Lernszenarien
- Bedeutung von Interaktivität, Authentizität und kognitivistischen Lernansätzen
- Chancen und Herausforderungen des Internet und Web 2.0 für den Fremdsprachenerwerb
- Praktische Betrachtung computer- und webbasierter Lerninhalte (CBT vs. WBT)
Auszug aus dem Buch
3.1 Vom Sprachlabor zum digitalen Medienverbund
Das klassische Sprachlabor verbreitete sich in 1950er Jahren erstmals in den USA, später in den 1960er Jahren dann in der Bundesrepublik Deutschland. Im klassischen Sprachlabor arbeiteten Gruppen von Lernenden, die nur scheinbar Gruppen waren, denn eigentlich handelte es sich um getrenntes, nebeneinander stattfindendes Lernen von einzelnen Personen. „Die Individuen waren oft durch halbgeschlossene Kabinen voneinander getrennt, der Lehrer saß meistens erhöht, er konnte sich in die individuellen Arbeitsprozesse einklinken. Erreicht wurde auf diese Weise eine stärkere Auseinandersetzung des einzelnen Lernenden mit Sprachmaterial, z. B. durch Nachsprechübungen im Bereich der Aussprache oder Umformungsübungen im Bereich der sprachlichen Strukturen.“ Das Lehren in der audiolingualen Methode stützte sich auf das Reiz-Reaktions-Schema von B.F. Skinner, welcher die Auffassung vertrat, Sprache lasse sich wie ein Verhalten erlernen und durch Nachahmen richtiger Antworten positiv steuern. Erst mit der kommunikativen Methode seit den 1970er Jahren, welche zusätzlich Schreiben und Lesen zum Gegenstand hatte, wurde die audiolinguale Methode abgelöst.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Rolle multimedialer Sprachlernsoftware im heutigen Fremdsprachenerwerb und benennt die Problematik der kritischen Auseinandersetzung mit digitalen Medien.
2. Digitale Medien – Begriffsbestimmung: Dieses Kapitel definiert digitale Medien als Untermenge der Neuen Medien und erläutert deren technische Basis sowie Merkmale wie Multimedialität und Interaktivität.
3. Historische Dimensionen von Sprachlernsoftware: Hier wird die historische Einordnung vom Sprachlabor bis zum digitalen Medienverbund vorgenommen und der Begriff CALL erläutert.
4. E-Learning als Oberbegriff für digitales Lernen: Das Kapitel diskutiert E-Learning als weiten Begriff, analysiert verschiedene Lernszenarien wie Blended-Learning und thematisiert bildungspolitische Aspekte.
5. Fremdsprachenerwerb mit multimedialer Lernsoftware: Dieser Abschnitt widmet sich den theoretischen Grundlagen multimedialer Software, insbesondere Kognitivismus, Interaktivität und Authentizität.
6. Internet und webbasierte Sprachlernanwendungen: Hier wird das Web 2.0 und dessen Einfluss auf Medienkompetenz, Immersion sowie Konstruktivismus als Lernansatz untersucht.
7. Computer- und webbasierte Lerninhalte in der Praxis: Das Kapitel vergleicht klassische CBT-Programme mit dem Trend zu webbasierten Lerninhalten (WBT) und stellt Praxisbeispiele vor.
8. Fazit und Blick auf die Zukunft digitaler Medien: Das Fazit fasst die Entwicklung zusammen und bietet einen Ausblick auf die zukünftige Rolle digitaler Medien im Bildungsprozess.
Schlüsselwörter
Fremdsprachenerwerb, Digitale Medien, Sprachlernsoftware, E-Learning, CALL, Multimedia, Interaktivität, Authentizität, Kognitivismus, Internet, Web 2.0, Blended-Learning, Medienkompetenz, Konstruktivismus, Sprachlabor
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, welche Möglichkeiten und Grenzen der Einsatz digitaler Medien im Fremdsprachenunterricht und beim selbstständigen Fremdsprachenerwerb bietet.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentrale Themen sind die historische Einordnung von Sprachlernsoftware, die Definition von E-Learning, der Einfluss verschiedener Lerntheorien sowie der Übergang von stationären Lernprogrammen hin zu webbasierten Anwendungen.
Welches primäre Ziel verfolgt die Abschlussarbeit?
Das Ziel ist es, auf theoretischer Ebene die Potenziale und Limitierungen digitaler Medien zu diskutieren und objektiv über deren Anspruch im Fremdsprachenerwerb zu urteilen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse und einer Evaluierung der aktuellen Entwicklungsstände von Sprachlerntechnologien.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil behandelt die historische Entwicklung, verschiedene Lernszenarien, die didaktische Bedeutung von Multimedia und Interaktivität sowie die Rolle des Internets und Web 2.0 beim Sprachenlernen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Fremdsprachenerwerb, Medienkompetenz, Konstruktivismus, Blended-Learning und Web-based Training charakterisiert.
Warum wird das Sprachlabor heute kritisch betrachtet?
Das Sprachlabor wird heute oft als Investitionsruine gesehen, da es anfangs mit übertriebenen Erwartungen verbunden war, den Fremdsprachenunterricht komplett zu ersetzen, was technisch und didaktisch nicht möglich war.
Was bedeutet der Begriff „Blended-Learning“ in dieser Arbeit?
Blended-Learning bezeichnet eine Mischform von Lehr-Lern-Arrangements, die computergestützte Elemente mit traditionellem Präsenzlernen kombiniert.
Welche Rolle spielt die „Medienkompetenz“?
Medienkompetenz ist laut der Arbeit eine notwendige Voraussetzung für Lernende und Lehrende, um mit der Informationsflut und den technologischen Anforderungen digitaler Lernumgebungen kritisch und effektiv umgehen zu können.
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- Master of Arts Dan Reppe (Autor), 2012, Fremdsprachenerwerb mit digitalen Medien - Möglichkeiten und Grenzen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/191386