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Die "Emmely"-Entscheidung des BAG

Einordnung und Bewertung des Urteils vom 10.6.2010 - 2 AZR 541/09

Titre: Die "Emmely"-Entscheidung des BAG

Exposé Écrit pour un Séminaire / Cours , 2011 , 30 Pages , Note: 14 Punkte

Autor:in: Konstantin Esch (Auteur)

Droit - Droit civil / Droit du travail
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Résumé Extrait Résumé des informations

Der Kündigungsprozess der Supermarktkassiererin Barbara Emme stand wie kaum ein anderer Fall in neuerer Zeit im Mittelpunkt einer regen öffentlichen Debatte um Gerechtigkeit und Gleichbehandlung durch die Arbeitsgerichte. Frau Emme war wegen des unberechtigten Einlösens zweier Pfandbons im Wert von 1,30 € außerordentlich gekündigt worden.
Das Arbeitsgericht Berlin und das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg wiesen die hiergegen erhobene Kündigungsschutzklage ab. Das Bundesarbeitsgericht indes erachtete die Kündigung durch Urteil vom 10.6.2010 für unwirksam, weil unverhältnismäßig. Auf der Grundlage der vorangegangenen Diskussion um die Entscheidungen der Vorinstanzen und ausgehend von den nicht immer sachlichen Reaktionen in der Presse und der Politik stieß nunmehr auch die Entscheidung der Revision auf eine beachtliche Rückmeldung aus der Literatur. Dabei war und ist nicht immer ersichtlich, ob der sachliche Gehalt der Entscheidung des 2. Senats das Ausmaß der mitunter pathetisch geführten Debatte rechtfertigt.
Daher erscheint die Untersuchung lohnenswert, ob und inwieweit sich das Urteil des BAG in die bisherige Rechtsprechung und die dazu ergangene Kritik der Fachliteratur einfügt. Hierbei liegt ein besonderes Augenmerk darauf, wie überzeugend sich das BAG mit den einschlägigen Rechtsfragen auseinandersetzt und diese Problematiken arbeitsrechtlich fortentwickelt. Überdies soll diese Arbeit den Blick auf die tatsächlichen Folgen des Urteils für Rechtsanwender und Rechtsunterworfene weiten.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

A. Heranführung

B. Die BAG-Entscheidung im Gefüge bisheriger Rechtsprechung und der Literatur

I. Das Urteil als solches

1. Arbeitgeberfreundliche Rechtsprechung bis zum 10.6.2010

2. Kritik in Presse, Fachliteratur und Politik

3. Selbstverständnis des BAG: Fortführung der Rechtsprechung

II. Die rechtlichen Wertungen des BAG

1. Wichtiger Grund „an sich“

a) Verhältnis der Verdachts- zur Tatkündigung

b) Festhalten an der Zweistufenprüfung

c) Grundsätzliche Eignung vermögensrelevanter Pflichtverstöße

d) Keine Bagatellgrenze

aa) Keine Vergleichbarkeit mit Beamtenrecht

bb) Keine Vergleichbarkeit mit Strafrecht

cc) Praktische Erwägungen stehen nicht entgegen

dd) Generalklausel als rechtsdogmatisches Hindernis

2. Interessenabwägung

a) Bisher faktisches Überwiegen des Kündigungsinteresses

b) Abwägungsmaßstab

c) Eigene Abwägung durch das BAG

aa) Keine Zurückverweisung nach § 563 I ZPO

bb) Einfluss des Prozessverhaltens

d) Abwägungsgesichtspunkte

aa) Art und Schwere des Verstoßes

bb) Dauer der (störungsfreien) Betriebszugehörigkeit

cc) Vertrauensverhältnis

e) Abwägungsergebnis des 2. Senats

C. Auswirkungen der Entscheidung

I. Erwartungen in der Fachliteratur

1. Besserer Arbeitnehmerschutz

2. Verschärfte Abmahnungspraxis

a) Im Zweifel für die Abmahnung

b) Ende des zeitbedingten Entfernungsanspruchs?

c) Abmahnung als konkludenter Kündigungsverzicht?

3. „Freischuss“ für langjährige Mitarbeiter?

4. Revisionsrechtliche Neuerung?

II. Bisherige Instanzenrechtsprechung seit dem „Emmely“-Urteil

1. Bisher kein praktikabler Maßstab

2. Kein bevorstehender Paradigmenwechsel

D. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht die „Emmely“-Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts vom 10.06.2010 und analysiert, inwieweit das Urteil die bestehende Rechtsprechung zur außerordentlichen Kündigung wegen Bagatelldelikten fortentwickelt und welche praktischen Konsequenzen sich für Arbeitgeber und Arbeitnehmer ergeben.

  • Analyse der BAG-Entscheidung im Kontext der vorherigen Rechtsprechung.
  • Untersuchung der rechtlichen Wertungen, insbesondere zur Interessenabwägung und zum „Vertrauenskapital“.
  • Kritische Beleuchtung der prozessualen Rolle des BAG bei der eigenen Tatsachenwürdigung.
  • Auswirkungen des Urteils auf die künftige Abmahnungspraxis in Unternehmen.
  • Reaktion der Instanzengerichte und Entwicklungstendenzen nach dem „Emmely“-Urteil.

Auszug aus dem Buch

Die „Emmely“-Entscheidung des BAG

Der Kündigungsprozess der Supermarktkassiererin Barbara Emme stand wie kaum ein anderer Fall in neuerer Zeit im Mittelpunkt einer regen öffentlichen Debatte um Gerechtigkeit und Gleichbehandlung durch die Arbeitsgerichte. Frau Emme war wegen des unberechtigten Einlösens zweier Pfandbons im Wert von 1,30 € außerordentlich gekündigt worden.

Das Arbeitsgericht Berlin und das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg wiesen die hiergegen erhobene Kündigungsschutzklage ab. Das Bundesarbeitsgericht indes erachtete die Kündigung durch Urteil vom 10.6.2010 für unwirksam, weil unverhältnismäßig. Auf der Grundlage der vorangegangenen Diskussion um die Entscheidungen der Vorinstanzen und ausgehend von den nicht immer sachlichen Reaktionen in der Presse und der Politik stieß nunmehr auch die Entscheidung der Revision auf eine beachtliche Rückmeldung aus der Literatur. Dabei war und ist nicht immer ersichtlich, ob der sachliche Gehalt der Entscheidung des 2. Senats das Ausmaß der mitunter pathetisch geführten Debatte rechtfertigt.

Daher erscheint die Untersuchung lohnenswert, ob und inwieweit sich das Urteil des BAG in die bisherige Rechtsprechung und die dazu ergangene Kritik der Fachliteratur einfügt. Hierbei liegt ein besonderes Augenmerk darauf, wie überzeugend sich das BAG mit den einschlägigen Rechtsfragen auseinandersetzt und diese Problematiken arbeitsrechtlich fortentwickelt. Überdies soll im Folgenden der Blick auf die tatsächlichen Folgen des Urteils für Rechtsanwender und Rechtsunterworfene geweitet werden.

Zusammenfassung der Kapitel

A. Heranführung: Einleitung in den Fall „Emmely“, seine öffentliche Wirkung und die Zielsetzung der juristischen Analyse.

B. Die BAG-Entscheidung im Gefüge bisheriger Rechtsprechung und der Literatur: Darstellung der arbeitgeberfreundlichen Historie, der juristischen Kontroverse und detaillierte Untersuchung der Rechtsanwendung durch das BAG, insbesondere im Hinblick auf § 626 BGB.

C. Auswirkungen der Entscheidung: Analyse der Folgen für die Abmahnungspraxis, der Bedeutung der Betriebszugehörigkeit und der Reaktionen der Instanzengerichte.

D. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Rechtsprechungslinie des BAG und Ausblick auf die künftige Praxis bei Bagatellverstößen.

Schlüsselwörter

Emmely-Entscheidung, Bundesarbeitsgericht, außerordentliche Kündigung, § 626 BGB, Bagatelldelikt, Interessenabwägung, Vertrauenskapital, Abmahnung, verhaltensbedingte Kündigung, Vertrauensverlust, Kündigungsschutz, Arbeitnehmerschutz, Rechtssicherheit, Prognoseprinzip, Verhältnismäßigkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der weitreichenden Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts zur „Emmely“-Kündigung, bei der eine langjährige Mitarbeiterin wegen geringwertiger Pfandbons entlassen wurde.

Welches Ziel verfolgt die Arbeit?

Ziel ist es, die juristische Argumentation des BAG kritisch zu hinterfragen und zu prüfen, ob die Entscheidung eine Wende in der bisherigen arbeitgeberfreundlichen Rechtsprechung darstellt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen das Kündigungsrecht gemäß § 626 BGB, die Interessenabwägung bei Vermögensdelikten und die Rolle des Vertrauensverhältnisses im Arbeitsverhältnis.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine rechtswissenschaftliche Untersuchung, die auf der Analyse von Urteilsbegründungen, der Auswertung umfangreicher Fachliteratur und dem Vergleich mit der Instanzenrechtsprechung basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die konkreten rechtlichen Wertungen des BAG, die Einordnung des Prozessverhaltens, die Bedeutung des „Vertrauenskapitals“ und die Auswirkungen auf die Abmahnungspraxis.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie „Emmely-Entscheidung“, „Interessenabwägung“, „Bagatellkündigung“ und „Vertrauenskapital“ definiert.

Hat sich durch das Urteil die Abmahnungspraxis verändert?

Ja, die Arbeit legt dar, dass Arbeitgeber aufgrund der neuen Unsicherheit in Zweifelsfällen eher zu einer Abmahnung greifen, um eine negative Verhaltensprognose zu objektivieren.

Ist nach dem Urteil die Kündigung bei Kleindiebstählen nun unmöglich?

Nein, das BAG hält an der grundsätzlichen Eignung von Vermögensdelikten als Kündigungsgrund fest, fordert aber eine sehr viel genauere Interessenabwägung im Einzelfall.

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Résumé des informations

Titre
Die "Emmely"-Entscheidung des BAG
Sous-titre
Einordnung und Bewertung des Urteils vom 10.6.2010 - 2 AZR 541/09
Université
University of Trier
Cours
Prüfungsseminar "Die Fortentwicklung des Arbeitsrechts durch BAG und EuGH" im Schwerpunktbereich Arbeits- und Sozialrecht
Note
14 Punkte
Auteur
Konstantin Esch (Auteur)
Année de publication
2011
Pages
30
N° de catalogue
V191441
ISBN (ebook)
9783656163237
ISBN (Livre)
9783656163671
Langue
allemand
mots-clé
emmely einordnung bewertung urteils
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Konstantin Esch (Auteur), 2011, Die "Emmely"-Entscheidung des BAG, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/191441
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Extrait de  30  pages
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