Die vorliegende Arbeit beleuchtet die Bankenaufsicht in Bezug auf die zulässigen Eigenmittel. Dazu werden zunächst die Ziele einer Pflicht zur Eigenmittelunterlegung von Risiken dargestellt. Im Anschluss werden Unterschiede zwischen dem bilanziellen und dem regulatorischen Eigenkapital dargestellt.
Kern der Arbeit stellt die Systematik der Eigenmittelarten Kernkapital, Ergänzungskapital und Drittrangmittel des § 10 KWG dar. Dabei werden die Prinzipien der Eigenmittelunterlegung herausgearbeitet, die Regulierung systematisch dargestellt und kritisch gewürdigt.
Die Arbeit schließt mit einem Ausblick auf die Regelungen von Basel III auf die Eigenmittelanerkennung ab.
Inhaltsverzeichnis
A. Ziele der Eigenkapitalunterlegung
B. Bilanzielles Eigenkapital
C. Komponenten der Eigenmittel
I. Kernkapital
II. Ergänzungskapital
III. Abzugsposten
IV. Drittrangmittel
D. Ausblick: Basel III
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die regulatorischen Anforderungen an die Eigenkapitalausstattung von Banken gemäß § 10 KWG. Dabei steht die Untersuchung der verschiedenen Eigenmittelklassen, deren Verlustabsorptionsfunktion sowie die Zielsetzung der Eigenkapitalunterlegung im Kontext von Systemrisiken und Anlegerschutz im Fokus.
- Grundlagen und Ziele der regulatorischen Eigenkapitalunterlegung
- Abgrenzung zwischen bilanzieller und regulatorischer Eigenkapitalkonzeption
- Klassifizierung der Eigenmittel in Kernkapital, Ergänzungskapital und Drittrangmittel
- Analyse von Abzugspositionen und Kappungsgrenzen zur Sicherung der Kapitalqualität
- Ausblick auf die strukturellen Veränderungen durch Basel III
Auszug aus dem Buch
A. Ziele der Eigenkapitalunterlegung
Die Eigenkapitalunterlegung ist eine Besonderheit im Banken- und Versicherungssektor. In keinem anderen Bereich wird in die Finanzierungsstruktur von Unternehmen eingegriffen. Es muss also zu Beginn einer Analyse der Eigenkapitalunterlegung gefragt werden, welchen Grund ein solches Erfordernis haben könnte. Dabei kommt einerseits die Betrachtung von Banken als systemische Risiken in Frage, andererseits aber auch der Vertrauensschutz der Anleger.
Die potentielle Systemrelevanz von Banken ist den Marktteilnehmern spätestens seit dem Zusammenbruch der US-amerikanischen Bank Lehman Brothers bewusst. Es ist also aus regulatorischen Gesichtspunkten erstrebenswert, die Insolvenzen von Banken auf einem Minimum zu halten, um Folgeinsolvenzen zu vermeiden. Fraglich ist aber, ob dieses Ziel durch eine Mindesteigenkapitalunterlegung erreichbar ist. In einer Finanzkrise, in der die Systemrelevanz eine besonders große Rolle spielt, ist es in der Regel nahezu unmöglich, neues Kapital aufzunehmen. Folglich findet ein erzwungener Abbau von Positionen statt, die mit Eigenkapital hinterlegt werden müssen. Wenn alle Marktteilnehmer in der gleichen Art vorgehen, führt dies zu einer deutlichen Reduzierung der Preise und damit zu einer Verschärfung der Krise. Die Eigenkapitalhinterlegung hat damit eine zyklusverstärkende Wirkung und es ist zumindest zweifelhaft, ob das systemische Risiko mit der aktuellen Regulierung reduziert wird.
Zusammenfassung der Kapitel
A. Ziele der Eigenkapitalunterlegung: Das Kapitel erläutert die ökonomische und regulatorische Notwendigkeit der Eigenkapitalhinterlegung als Instrument zum Anlegerschutz und zur Minderung systemischer Risiken.
B. Bilanzielles Eigenkapital: Hier wird der Begriff des Eigenkapitals aus bilanzieller Sicht als Residualposten definiert und in den Kontext der Kreditinstituts-Rechnungslegungsverordnung gesetzt.
C. Komponenten der Eigenmittel: Dieser Hauptteil differenziert detailliert zwischen Kernkapital, Ergänzungskapital und Drittrangmitteln sowie den geltenden Abzugspositionen gemäß § 10 KWG.
D. Ausblick: Basel III: Das abschließende Kapitel behandelt die Verschärfungen der Eigenkapitalanforderungen durch das Basel III-Rahmenwerk und die damit verbundenen strukturellen Auswirkungen auf das Bankensystem.
Schlüsselwörter
Eigenkapitalunterlegung, KWG, Kernkapital, Ergänzungskapital, Drittrangmittel, Bankenregulierung, Basel III, Systemrisiko, Eigenmittel, Solvabilität, Verlustabsorption, Kreditrisiko, Marktrisiko, Eigenkapitalquote, Finanzmarktkrise.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den rechtlichen und ökonomischen Rahmenbedingungen der Eigenkapitalausstattung von Banken in Deutschland unter besonderer Berücksichtigung des § 10 KWG.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Klassifizierung von Eigenmitteln, die regulatorischen Kappungsgrenzen, die Funktion des Eigenkapitals als Risikopuffer sowie die Anpassungen durch internationale Standards wie Basel III.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Funktionsweise der Eigenkapitalunterlegung und die logische Struktur der verschiedenen Kapitalklassen zu erläutern und deren Beitrag zur Stabilität des Bankensektors kritisch zu hinterfragen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer juristisch-ökonomischen Analyse, die sich auf das Kreditwesengesetz, einschlägige Kommentarliteratur sowie internationale Rahmenwerke der Bankenregulierung stützt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die Unterteilung des Eigenkapitals in Kernkapital, Ergänzungskapital und Drittrangmittel sowie spezifische Abzugspositionen detailliert auf Basis der gesetzlichen Vorgaben analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Eigenkapitalunterlegung, KWG, Kernkapital, systemisches Risiko, regulatorisches Eigenkapital und Basel III charakterisiert.
Warum gibt es verschiedene Klassen von Eigenkapital?
Die unterschiedlichen Klassen dienen dazu, die variierenden Verlustabsorptionsfähigkeiten und die Qualität der verschiedenen Kapitalinstrumente abzubilden, um Risiken wie Kredit-, Markt- und operationelle Risiken angemessen zu unterlegen.
Wie verändert Basel III die Anforderungen an Banken?
Basel III verstärkt die Anforderungen durch eine Erhöhung der Kapitalanforderungen, die Einführung antizyklischer Kapitalpolster und eine strengere Definition von hartem Kernkapital, während Drittrangmittel zukünftig entfallen.
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- Dominik Schöneberger (Autor), 2011, Eigenkapitalausstattung von Banken, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/191478