Studiengebühren - Beurteilung der Erhöhung der Studiengebühren per Frühlingssemester 2012


Seminararbeit, 2012

18 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Universität St.Gallen
2.1 Attraktivität zieht Studierende an
2.2 Finanzierung
2.3 Studiengebühren
2.2.1 Nationaler Vergleich
2.2.2 Erhöhung
2.2.3 Einnahmen durch Studiengebühren
2.4 Zusammenfassung I

3. Umfrage
3.1 Basis
3.2 Erkenntnisse
3.3 Zusammenfassung II

4. Abschliessende Gedanken

Anhang A

Anhang B

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die St.Galler Regierung hat bereits am 11. Januar 2011 auf eine unangenehme Finanzlage des Kantons St.Gallen hingewiesen. Aus der ersten Lesung des Kantonsrates am 27. September 2011 resultierte unter anderem die Konsequenz, dass die Studiengebühren der Universität St.Gallen ab dem Frühlingssemester 2012 erhöht werden (Finanzdepardement des Kantons St.Gallen, 2011).

An der Universität St.Gallen bezahlt ein inländischer Student CHF 1020.- und ein ausländischer Student CHF 1170.- pro Semester. Die beschlossene Erhöhung lässt die Semestergebühr gemäss Information der Universität St.Gallen auf CHF 1226.- für inländische Studenten und auf CHF 2126.- für ausländische Studenten ansteigen (Universität St.Gallen [HSG], 2011).

Diese wissenschaftliche Arbeit hat schlussendlich das Ziel, die verabschiedete Erhöhung der Studiengebühren, unter der Definition des Wortes „Fairness“, als fair zu bezeichnen. Grundlage dafür bildet ein Vergleich, in dem die aktuelle Erhöhung der Studiengebühren, mit einer für die Universität St.Gallen gewinnorientierten Erhöhung der Studiengebühren, welche sich aus einer Umfrage unter Studierenden der Universität St.Gallen ergibt, gegenüber gestellt wird. Der Autor möchte durch diese Berechnungen die Studiengebührenerhöhung aus einem neuen Blickwinkel zeigen. Um aus der Umfrage ein möglichst genaues Resultat erzielen zu können, beschränkt sich der Autor dabei auf inländische Studentinnen und Studenten, welche das Studium an der Universität St.Gallen im Herbstsemester 2011 begonnen haben.

2. Universität St.Gallen

2.1 Attraktivität zieht Studierende an

„Als eine der führenden Wirtschaftsuniversitäten Europas ist die Universität St.Gallen global anerkennt als Denkplatz für aktuelle Probleme von Wirtschaft und Gesellschaft sowie für die Förderung integrativ denkender, unternehmerisch und verantwortungsvoll handelnder Persönlichkeiten“ (HSG, 2011).

Internationale Gütesiegel und weltweite Rankingergebnisse bestätigen, dass man als Student erheblich von dem guten Ruf der Universität profitieren kann. Die Universität St.Gallen ist einer der Spitzenreiter auf dem Gebiet der Wirtschaftsausbildung (HSG).

Die Wirtschaft braucht gut ausgebildete und hoch qualifizierte Arbeitnehmer. Abgänger von hochstehenden Bildungs- und Forschungsinstituten erbringen im internationalen Vergleich grosse Innovationsleistungen (Economiesuisse, 2011). Die Beliebtheit solcher Abgänger zeigt sich auch anhand einer Evaluation der Universität St.Gallen.

- „76 Prozent der Bachelor HSG-Absolventen können durchschnittlich aus 2 Jobangeboten auswählen und haben zum Zeitpunkt der Graduation bereits eine feste Stelle, weiter 5 Prozent sind in Verhandlungen.
- 80 Prozent der Master HSG-Absolventen können durchschnittlich aus 2.2 Jobangeboten auswählen und haben zum Zeitpunkt der Graduation bereits eine feste Stelle, weitere 4 Prozent sind in Verhandlungen.“ (HSG, 2011)

Diese Fakten sind sicherlich die überzeugenden Argumente für die zahlreich gebildeten und motivierten Menschen sich dieser Universität hinzugeben und um sich dort, wie Spoun (2011, S.14) meint: „in einer eigenständigen Lebensphase, intellektuell und persönlich weiterzuentwickeln.“ Im Frühlingssemester 2011 haben wieder 1370 neue Studierende (Tagblatt online, 2011) den Weg nach St.Gallen gefunden. Dies ergibt, wenn man die gesetzlich definierte Quote an ausländischer Studierenden abzieht, rund 1025 neue inländische Studenten1.

2.2 Finanzierung

Die Universität St.Gallen wird über mehrere Stellen finanziert, grob kann man diese jedoch in zwei Hälften einteilen. Zum einen erwirtschaftet die HSG durch Weiterbildung, Dienstleistungen und Drittmittelbeiträge an die Forschung gut eine Hälfte der Mittel, auf der anderen Seite wird Sie durch die öffentliche Hand finanziert. Der Anteil des Kantons St.Gallen macht rund 20% des Teiles der öffentlichen Hand aus (HSG, 2011). Die Studiengebühren machen in der Finanzierung nur einen kleinen Teil der Einnahmen aus, werden aber trotzdem als Entlastungsmassnahme Nr. 36 gemäss dem Aufgaben- und Finanzplan 2012-2014 zur Bereinigung des strukturellen Defizits des Staatshaushaltes erhöht (Finanzdepardement des Kantons St.Gallen, 2011).

2.3 Studiengebühren

Die Studiengebühren sind die Gebühren, welcher jeder immatrikulierte Student pro Jahr an seine Universität bezahlen muss, um von dem Bildungsangebot profitieren zu können. Zu den Studiengebühren können oft auch Beiträge an Bibliothek und Sammlungen, studentische Organisationen, Sportverband oder Prüfungsgebühren dazugehören (www.berufsberatung.ch).

An der Universität St.Gallen bestehen die jährlichen Studiengebühren für Inländer aus CHF 1600.- „Kollegegeld“, einem Semesterbeitrag von je CHF 120.- (CHF 240.- p.a.) und Prüfungsgebühren von jährlich CHF 200.-.

2.2.1 Nationaler Vergleich

Da die Universität St.Gallen eine von zehn kantonalen Universitäten ist, welche auf der Basis des Universitätsförderungsgesetzes vom 8. Oktober 1999, SR 414.20, durch den Bund unterstützt werden, werden die Studiengebühren von inländischen Studierenden dieser Universitäten miteinander verglichen (Staatssekretariat für Bildung und Forschung [SBF], 2011).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Studiengebühren pro Semester (www.berufsberatung.ch, 2011)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Studiengebühren pro Semester (www.berufsberatung.ch, 2011)

Daraus folgt, dass Studierende an den genannten Universitäten im Durchschnitt um die CHF 810.- pro Semester, d.h. CHF 1‘620.- pro Jahr bezahlen. Die Universität St.Gallen liegt mit Studiengebühren für inländische Studierende von CHF 1020.- pro Semester und CHF 2040.- pro Jahr, somit um 20,6% über dem Durchschnitt.

2.2.2 Erhöhung

In Ihrem E-Mail vom 09. November 2011 bestätigt Ursula Egger (Rechnungsführerin, Bildungsdepartement Kanton St.Gallen) dem Autor, dass die Studiengebühren für die Universität St.Gallen per Frühlingssemester 2012 erhöht werden. Die notwendige Gesetzesvorlage werde in der Session von Ende November 2011 in einer zweiten Lesung im Kantonsrat behandelt. Angehoben werden die bereits angesprochenen jährlichen „Kollegegelder“ von CHF 1600.- auf neu CHF 2000.-. Wie sich die neue Studiengebühr von CHF 1226.- pro Semester, CHF 2452.- p.a. berechnet, konnte bisher noch nicht eruiert werden. Bieger und Brönnimann (2011) kommunizieren diese auf jeden Fall in einem Informationsblatt der Universität St.Gallen vom 28. Oktober 2011. Mit dieser Erhöhung stehen der HSG 2012 mehr Mittel zur Verbesserung der Situation für Studierende zur Verfügung. Konkret sind das zusätzliche Dozierendenstellen und Professuren aber auch Massnahmen zur Entlastung der Raumsituation.

Weil diese Arbeit daraus besteht die anstehende Erhöhung der Studiengebühren per Frühlingssemester 2012 gegenüber derjenigen die für die Universität St.Gallen am gewinnbringendsten wäre, zu vergleichen, wird nun berechnet um wie viel die Studiengebühr steigt.

Aktuell CHF 2040 p.a. nachher CHF 2452.- p.a. Die Studiengebühren werden um CHF 412.- pro Jahr teurer, das sind immerhin 16.8% mehr als bisher.

2.2.3 Einnahmen durch Studiengebühren

Die Berechnung der Einnahmen der Universität an Studiengebührengelder wird auf ein ganzes Studienjahr bezogen, also werden die aktuellen Semestergebühren verdoppelt. Da sich die Semestergebühren aktuell auf CHF 1020.- belaufen, ergibt das pro Jahr und pro inländischen Studenten Einnahmen in der Höhe von CHF 2040.-. Damit die Berechnungen einheitlich bleiben, werden in dieser Arbeit die natürlichen Abgänge, welche sich während jedem Studienjahr, sei es wegen Nichtbestehens einer Prüfung oder einem freiwilligen Abbruch (ausser aufgrund der Erhöhung der Studiengebühren) des Studiums, nicht berücksichtig und somit die Anzahl an Studierenden konstant auf 1025 gehalten.

Rechnung 1: Einnahmen Universität St.Gallen = Studiengebühr p.a. x Anzahl Studierende CHF 2‘091‘000 = CHF 2040.- x 1025 Berechnung der Einnahmen nach der Erhöhung der Studiengebühren, sofern durch die Erhöhung keine Abgänge erfolgen würden.

Rechnung 2: Einnahmen Universität St. Gallen = Studiengebühr p.a. x Anzahl Studierende CHF 2‘513‘300 = CHF 2452.- x 1025

2.4 Zusammenfassung I

Die Ausführungen in diesem Kapitel sollten dem Studierenden zeigen:

, dass die Universität St.Gallen die Chancen auf eine gute Arbeitsstelle nach Abschluss des Studiums, sofern er sich während dem Studium intellektuell und persönlich weiterentwickelt hat, erhöhen kann.

- dass die Erhöhung der Studiengebühr in die Verbesserung seiner Studiensituation investiert wird und man zudem der unangenehmen Finanzlage des Kantons St.Gallen entgegenwirkt.
- dass die an der HSG bezahlten Studiengebühren, im Vergleich mit anderen Schweizer Universitäten überdurchschnittlich, jedoch nicht am teuersten sind.

[...]


1 Wie bereits in der Einleitung erwähnt, werden in dieser Arbeit nur die inländischen Studenten berücksichtigt. Somit kann man davon ausgehen, dass alle Berechnungen auf den 1025 inländischen Studenten beruhen

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Details

Titel
Studiengebühren - Beurteilung der Erhöhung der Studiengebühren per Frühlingssemester 2012
Hochschule
Universität St. Gallen
Autor
Jahr
2012
Seiten
18
Katalognummer
V191577
ISBN (eBook)
9783656170617
ISBN (Buch)
9783656171195
Dateigröße
658 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
studiengebühren, beurteilung, erhöhung, frühlingssemester
Arbeit zitieren
Dominic Keel (Autor), 2012, Studiengebühren - Beurteilung der Erhöhung der Studiengebühren per Frühlingssemester 2012, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/191577

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