Der Autor gibt in diesem Buch einen Überblick über die politischen Ideen und das politische Denken der Autoren der Federalist Papers (Alexander Hamilton, James Madison und John Jay). Es werden die Vorstellungen der Autoren der Federalists von einem zukünftigen Staatswesen, dessen spezifisch amerikanische Institutionalisierung, die Diskussion über einen demokratisch oder republikanisch regierten Bundesstaat und die staatsphilosophisch-historischen Grundlagen dieser staatsbildenden Vorstellungen und Ideen dargestellt, insbesondere deren Wurzeln, die schon bei Locke, Hobbes und Hume in der englischen und schottischen Aufklärung des 17. und 18. Jahrhunderts zu finden sind, und die Gegensätze und Gemeinsamkeiten dieser europäischen Staatstheoretiker mit den Federalists.
Im Anfang erläutert der Autor den Gegenstand der Untersuchung und den politischen Hintergrund / die Entstehung der Federalists. Anschließend erläutert der Autor die staatstheoretisch-historischen Grundlagen der Federalists (das Problem der majority rule und die daraus resultierenden factions - bei Locke und bei Hume). Im dritten Teil wird die Auseinandersetzung um eine zukünftige verfassungsmäßige Ordnung beschrieben (Republik und Föderalismus / Schutz vor dem Staat durch Gewaltenteilung - Republik als repräsentative Demokratie und neuer Staatstyp). Am Ende der Erörterung geht der Autor auch auf die wirtschaftlichen Aspekte der Federalists ein.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Gegenstand der Untersuchung
1.2 Politischer Hintergrund und die Entstehung der ‚Federalist Papers’
2. Die staatstheoretisch – historischen Grundlagen der ‚Federalists’
2.1. Das Problem des Mehrheitsprinzips (‚majority rule’) und der daraus resultierenden ‚factions’
2.1.1 bei Locke
2.1.2 bei den ‚Federalists’
2.2 Locke
2.2.1 Naturzustand und Treuhandverhältnis bei Locke
2.2.2 Der Einfluss von Locke auf die amerikanische Revolution
2.2.3 Der Einfluss von Locke auf den ‚Federalist’
2.2.4 Unterschiede und Gemeinsamkeiten mit Hobbes
2.3 Hume
3. Die Auseinandersetzung um eine zukünftige verfassungsmäßige Ordnung
3.1 Einleitung
3.2 Republik und Föderalismus
3.3 Republik und Schutz vor dem Staat durch Gewaltenteilung
3.3.1 Die Legislative
3.3.1.1 Der Senat
3.3.1.1.1 Der Senat im System der Gewaltentrennung
3.3.1.1.2 Der Senat als Standesvertretung des Besitz- und Großbürgertums?
3.3.1.2 Das Repräsentantenhaus
3.3.1.2.1 Das Repräsentantenhaus im System der Gewaltenteilung
3.3.1.2.2 Das Repräsentantenhaus als Standesvertretung des Besitz- und Großbürgertum
3.3.2 Die Exekutive
3.3.2.1 Der Präsident
3.3.2.2 Die Bundesregierung
3.3.2.3 Das Militär
3.3.3 Die Judikative
3.3.4 Das System der ‚checks and balances’
3.3.5 Die Bedenken der ‚Anti-Federalists’
3.4 Republik als repräsentative Demokratie und neuer Staatstyp
4. Wirtschaftliche Aspekte der ‚Federalists Papers’
5. Schluss
Zielsetzung und Themen
Diese Arbeit untersucht die politischen Ideen und das Denken der Autoren der Federalist Papers (Hamilton, Madison, Jay) im Kontext der Ratifizierungsdebatte der US-Verfassung von 1787/88, wobei insbesondere die staatsphilosophischen Wurzeln in der Aufklärung analysiert werden.
- Staatsphilosophische Grundlagen der amerikanischen Verfassung
- Die Problematik des Mehrheitsprinzips und der Fraktionsbildung (factions)
- Der Einfluss von John Locke, Thomas Hobbes und David Hume auf das republikanische Denken
- Die Ausgestaltung des Systems der Gewaltenteilung (checks and balances)
- Die Federalist Papers als Modell für die repräsentative Demokratie
Auszug aus dem Buch
2.1 Das Problem des Mehrheitsprinzips (‚majority rule’) und der daraus resultierenden ‚factions’
Wenn man von einem Naturzustand ausgeht, wie man ihn sich zur Zeit von Hobbes und Locke in England vorgestellt hat, dann stellt sich ein großes Problem bezüglich der Legitimation von Macht beim Souverän, dem Monarchen. Aus der Sicht von Hobbes und Locke herrschte der Fürst mehr u. a. aufgrund seiner Zusammenarbeit mit den Reichen als mit den Armen, was sich damit begründen lässt, dass ein Monarch dann reich und mächtig ist, wenn eine große Gruppe von Menschen Teilhabe an dem Reichtum hat und andere fast überhaupt keine. Dies begünstigt aus der Sicht der ‚Federalists’ die Bildung von aufständischen Gruppen, sog. ‚factions’21, die sich gegen den Souverän erheben. Mit diesen dadurch entstehenden ‚majority factions’ meinen die ‚Federalists’ eine tyrannische oder ungerechte Mehrheit von „Bürgern“, nicht nur von Gesetzgebern oder gewählten Beamten22.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in den Gegenstand der Untersuchung sowie den historischen Kontext der Federalist Papers.
2. Die staatstheoretisch – historischen Grundlagen der ‚Federalists’: Analyse der philosophischen Einflüsse von Locke, Hobbes und Hume auf die Theorie der Fraktionen und des Mehrheitsprinzips.
3. Die Auseinandersetzung um eine zukünftige verfassungsmäßige Ordnung: Detaillierte Betrachtung der institutionellen Ausgestaltung der US-Verfassung, insbesondere Gewaltenteilung und das System der checks and balances.
4. Wirtschaftliche Aspekte der ‚Federalists Papers’: Untersuchung der ökonomischen Interessen und Motive der Gründerväter für die Schaffung einer starken Handelsunion.
5. Schluss: Fazit zur historischen Bedeutung und bleibenden Relevanz der Federalist Papers als Verfassungskommentar.
Schlüsselwörter
Federalist Papers, Alexander Hamilton, James Madison, John Jay, US-Verfassung, Gewaltenteilung, Republik, Föderalismus, John Locke, Mehrheitsprinzip, Fraktionen, checks and balances, repräsentative Demokratie, Aufklärung, politische Theorie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die politischen Ideen und das Staatsdenken, das hinter der Ratifizierung der US-amerikanischen Bundesverfassung durch die Autoren der Federalist Papers steht.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die staatsphilosophischen Grundlagen, die Rolle von Gewaltenteilung, das Verständnis von Republik und Föderalismus sowie der Einfluss europäischer Aufklärer.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die spezifische amerikanische Institutionalisierung des Staates und deren philosophische Herleitung aus dem 17. und 18. Jahrhundert darzustellen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche und historische Analyse, die auf einer fundierten Auswertung der Primärquellen (Federalist Papers) und der einschlägigen Fachliteratur basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die Theorie der Fraktionen (factions), den Einfluss von Locke, Hobbes und Hume sowie die konkrete Ausgestaltung von Legislative, Exekutive und Judikative.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Federalist Papers, Gewaltenteilung, checks and balances, Republik, Föderalismus und Fraktionsbildung.
Welche Rolle spielte die Shays' Rebellion für die Federalist Papers?
Der Aufstand war ein entscheidendes Ereignis, das die Notwendigkeit einer starken Bundesregierung zur Wahrung von Sicherheit und Ordnung gegenüber innereuropäischen und innenpolitischen Risiken unterstrich.
Wie unterscheiden die Autoren zwischen Demokratie und Republik?
Die Autoren definieren eine Republik als repräsentatives System, das die Gefahren einer unmittelbaren Mehrheitsherrschaft (Demokratie) durch eine gewählte Repräsentation vermeidet.
- Quote paper
- Robert Tanania (Author), 2003, Die politischen Ideen und das politische Denken der Autoren der 'Federalist Papers', Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/19158