Diese Arbeit befasst sich mit dem Thema der firmeninternen Anrede Du innerhalb von Organisationen im Gesundheitswesen. Sie zeigt auf, wie sich das Duzen auf das Verhalten von Mitarbeitern und Führungskräften auswirken kann.
Da es zu diesem Thema keine aktuellen wissenschaftlichen Studien gibt, wird die erste Phase der Forschung mittels explorativer Experteninterviews und durch eine Analyse derer durchgeführt. Eine weitere Analyse der Interviewmitschriften wird mit den Kategorien aus einer empirischen Untersuchung zur Anrede von Yamashita aus dem Jahr 1991 vorgenommen. Sie soll aufzeigen, ob die damals gewonnenen Erkenntnisse auf die heutige Zeit übertragbar sind und ob diese auch für Unternehmen im Gesundheitswesen gelten.
Die Ergebnisse beider Analysen bilden die Basis für eine Literaturrecherche als zweite Phase dieser Arbeit, mit deren Hilfe ich darstellen will, wie das Du das Verhalten der Mitarbeiter und Führungskräfte im Alltagsleben beeinflussen kann.
Ziel ist es, vor allem die Führungskräfte im Gesundheitswesen für mögliche Auswirkungen des Duzens im Arbeitsleben zu sensibilisieren, denn die Ergebnisse der Arbeit zeigen, dass die Anrede im Singular direkte wie indirekte Auswirkungen auf das Betriebsklima hat.
Inhaltsverzeichnis
0 Abstract
1 Einleitung
2 Die Anrede
2.1 Definitionen und Abgrenzungen zur Anrede
2.2 Geschichtliche Entwicklung des Duzens und Siezens
2.3 Verwendung des Du und Sie im heutigen Sprachgebrauch
3 Explorative Experteninterviews zum Duzen in Unternehmen
3.1 Begriffsbestimmung – Exploratives Experteninterview
3.2 Beschreibung der Experten und Begründung der Auswahl
3.3 Das leitfadengestützte Interview als Forschungsinstrument
4 Auswertung und Ergebnisse der Experteninterviews
4.1 Auswertung der Interviews – 1. Analyse
4.1.1 Begriffsbestimmungen der Kategorien aus den Interviews
4.1.2 Zusammenfassung der 1. Analyse
4.2 Auswertung der Interviews nach Yamashita – 2. Analyse
4.2.1 Begriffsbestimmungen der Emotionen nach Yamashita
4.2.2 Zusammenfassung der 2. Analyse
4.3 Auswirkungen des Duzens auf Mitglieder von Organisationen im Gesundheitswesen
5 Mögliche Auswirkungen des Du im Arbeitsalltag und ihre Folgen
5.1 Die Kommunikation
5.2 Das Vertrauen bzw. die Vertrautheit
5.3 Das Erleben von Hierarchien
5.4 Die Kollegialität
5.5 Die Solidarität
5.6 Achtung & Respekt
5.7 Die Höflichkeit
5.8 Die Freundlichkeit
5.9 Das Betriebsklima bzw. Arbeitsklima
5.10 Beziehungen
6 Schlussbetrachtungen
6.1 Diskussion der Arbeit
6.2 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Auswirkungen der firmeninternen Anredeform "Du" auf das Verhalten und Miteinander von Mitarbeitern und Führungskräften innerhalb von Organisationen im Gesundheitswesen.
- Analyse der pronominalen Anrede und ihrer historischen Entwicklung
- Explorative Untersuchung der Anrede mittels Experteninterviews
- Gegenüberstellung von Duzen und Siezen hinsichtlich ihrer psychologischen Wirkung
- Identifikation von Auswirkungen auf Betriebsklima, Kommunikation und Vertrauen
- Ableitung von Empfehlungen für Führungskräfte im Gesundheitssektor
Auszug aus dem Buch
Die Kommunikation
Die Verwendung des Du hat, wie bereits unter Kapitel 4.3 „Auswirkungen des Duzens auf Mitglieder von Organisationen im Gesundheitswesen“ auf S.30 erwähnt, Einfluss auf die Kommunikation. Und dies auf allen befragten Hierarchiestufen (PK, PDL, GL). Schaut man sich die Ergebnisse der ersten Analyse zum Thema Kommunikation im Anhang auf S. x genauer an, stellt man folgendes fest. Das Du soll im Bereich der Kommunikation von Seiten der Führungsebene die Aufgabe haben eine gleichgestellte Gesprächsebene zwischen den Kommunikationspartnern aller Hierarchieebenen herzustellen. Die GL und eine PDL äußerten beispielsweise, dass man durch das Du miteinander „auf Augenhöhe“ kommuniziert. Zudem soll es dazu dienen Gespräche offener zu gestalten. Das Du soll außerdem die Vorraussetzung dafür geben, dass Probleme der Beteiligten, v.a. der MA, schneller angesprochen werden können. Die PK äußerten sich dazu insofern, dass es mittels des Du’s leichter fällt miteinander ins Gespräch zu kommen.
Wie kommen die Anforderungen der Führungsebene an das Du und die daraus resultierenden Wirkungen auf Mitarbeiterebene im realen Arbeitsleben zum Tragen? Ziel der Kommunikation in einer Organisation soll es sein, die Arbeit und Zusammenarbeit durch die Beeinflussung des Verhaltens zu erleichtern und zu verbessern. Dafür soll sie Wissen vermitteln und zwischenmenschliche Beziehungen entwickeln. Geht man dabei näher auf die Funktion des Du ein ist zu sehen, dass dieses sich vor allem als Werkzeug einer Entwicklung von zwischenmenschlichen Beziehungen erweisen soll.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Hier werden die persönlichen Beweggründe für die Themenwahl dargelegt, die Forschungsfrage formuliert und der Aufbau der Arbeit skizziert.
2 Die Anrede: Dieses Kapitel liefert theoretische Grundlagen zur Linguistik der Anrede sowie einen historischen Überblick über die Entwicklung von Duzen und Siezen.
3 Explorative Experteninterviews zum Duzen in Unternehmen: Hier wird die Wahl der qualitativen Forschungsmethode begründet und das Vorgehen bei der Auswahl der Experten sowie die Konstruktion des Leitfadens beschrieben.
4 Auswertung und Ergebnisse der Experteninterviews: Dieser Teil präsentiert die Analyse der Interviewprotokolle, ordnet diese in Kategorien ein und überträgt sie auf die theoretischen Erkenntnisse von Yamashita.
5 Mögliche Auswirkungen des Du im Arbeitsalltag und ihre Folgen: Hier werden die gewonnenen Kategorien wie Kommunikation, Vertrauen und Betriebsklima detailliert auf den Arbeitsalltag im Gesundheitswesen angewendet.
6 Schlussbetrachtungen: Das Fazit fasst die Kernergebnisse zusammen, diskutiert die wissenschaftliche Methodik und gibt einen Ausblick auf künftige Entwicklungen.
Schlüsselwörter
Anrede, Duzen, Siezen, Gesundheitswesen, Kommunikation, Führungskräfte, Betriebsklima, Vertrauen, Kollegialität, Hierarchie, Arbeitsalltag, Experteninterviews, Sozialverhalten, Unternehmenskultur, Anredeforschung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie sich die firmeninterne Anredeform "Du" auf das Verhalten von Mitarbeitern und Führungskräften in Organisationen des Gesundheitswesens auswirkt.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentral sind die sprachwissenschaftlichen Aspekte der Anrede, die historische Entwicklung der Pronomen sowie die Auswirkungen auf betriebliche Faktoren wie Kommunikation, Vertrauen und Hierarchien.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Führungskräfte im Gesundheitswesen für die Wirkungen des Duzens im Arbeitsalltag zu sensibilisieren und ein besseres Verständnis für das Zusammenspiel von Sprache und Betriebsklima zu schaffen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wurde ein qualitativer Forschungsansatz gewählt, der auf explorativen Experteninterviews basiert, deren Ergebnisse mittels einer Inhaltsanalyse ausgewertet wurden.
Was bildet den Schwerpunkt des Hauptteils?
Der Hauptteil gliedert sich in die methodische Beschreibung der Expertenbefragungen sowie die detaillierte Auswertung der Ergebnisse hinsichtlich psychologischer und sozialer Kategorien wie Vertrauen, Kollegialität und Betriebsklima.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die zentralen Begriffe sind Anrede, Duzen, Gesundheitswesen, Kommunikation, Führungskräfte, Betriebsklima, Vertrauen und Hierarchie.
Gibt es einen klaren Unterschied in der Wirkung des "Du" je nach Hierarchieebene?
Ja, die Arbeit zeigt auf, dass das "Du" von Führungskräften oft als Instrument zum Abbau von Barrieren genutzt wird, während Mitarbeiter auf verschiedenen Ebenen teils ambivalente Gefühle hinsichtlich Vertrauen und Autorität entwickeln.
Welche Rolle spielt die "Höflichkeit" in der Anrede laut der Autorin?
Die Arbeit verdeutlicht, dass Höflichkeit keine starre Eigenschaft des Pronomen ist, sondern stark von der jeweiligen Gesprächssituation, dem Kontext und den individuellen Normen der Beteiligten abhängt.
Führt das Duzen automatisch zu einem besseren Betriebsklima?
Nicht zwingend. Die Autorin weist darauf hin, dass das "Du" zwar offene Kommunikation fördern kann, aber bei fehlender Vertrauensbasis oder unklaren Machtstrukturen auch zu Irritationen oder Rollenkonflikten führen kann.
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- Tina Eisenrauch (Autor), 2012, Die Anrede in Organisationen des Gesundheitswesens, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/191591