In dieser Facharbeit geht es um eine Zusammenfassung der Vorgeschichte, des Verlaufs und der Ergebnisse beider Burenkriege, die um die Jahrhundertwende vom 19. ins 20. Jahrhundert die Geschichte Afrikas und Europas beeinflussten. Ferner wurde die Rolle des Deutschen Reichs sowie die imperialistische Politik Großbritanniens zu dieser Zeit betrachtet. Diese Arbeit wurde in Bayern mit 13 Punkten bewertet.
Inhaltsverzeichnis
1. Beschreibung der burischen Geschichte in Südafrika
2. Großbritanniens Geschichte und Kolonialkriege in Südafrika von 1854-1899
3. Verlauf und kurze Beschreibung des ersten Burenkrieges
4. Ursachen des zweiten Burenkrieges
4.1. Der Ausgang des ersten Burenkrieges
4.2. Die Gold- und Diamantenfunde in Transvaal und im Oranje-Freistaat und die deshalb großen Einströme der Uitlander
4.3. Die Expansionsabsichten der Briten
5. Der Verlauf des Burenkrieges
5.1. Ausbruch des Krieges und Einfall der Buren in Natal und die in Kapkolonie
5.2. Erste große Schlachten bei Belmont und am Modderfluss
5.3. Die schwarze Woche der Engländer
5.4. Die ersten großen Rückschläge der Buren
5.5. Die Einnahme der Hauptstädte der Buren
5.6. Der Krieg wird zum Guerillakrieg
5.7. Das bittere Ende des Burenkrieges
6. Haltung der europäischen Großmächte zum Burenkrieg
7. Resümee über den Burenkrieg
8. Kurzer Ausblick auf die Südafrikanische Union, insbesondere der Rolle der burischen Elemente in ihr
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die historischen Hintergründe, den militärischen Verlauf sowie die politischen Folgen des Zweiten Burenkrieges (1899-1902) unter Berücksichtigung der komplexen sozioökonomischen Spannungsfelder in Südafrika.
- Ursachen und Vorgeschichte des Konflikts zwischen Buren und Briten.
- Militärische Strategien und der Übergang vom konventionellen Krieg zur Guerillataktik.
- Die Rolle wirtschaftlicher Interessen, insbesondere durch Gold- und Diamantenfunde.
- Internationale Reaktionen und die Haltung europäischer Großmächte.
- Humanitäre Folgen und das Ende des Krieges durch den Friedensschluss.
Auszug aus dem Buch
5.6. Der Krieg wird zum Guerillakrieg
Die Briten täuschten sich aber in der Annahme, dass die Buren sich ergeben würden, obwohl es die militärischen Führer von Transvaal eigentlich vorhatten. Sie änderten ihre Meinung, als Christian De Wet die britische Garnison, an der Eisenbahnstrecke nördlich von Kroonstad angriff. Dabei verloren die Briten 700 Mann, genauso wie eine große Zahl an Nachschubsgütern. Die Buren konnten sogar einige Meilen Eisenbahnschienen und eine Eisenbahnbrücke zerstören. Dadurch wurde der Kampfeswillen der Transvaaler gestärkt und sie fassten die Entscheidung den Krieg als Guerillakrieg weiterzuführen. Am 30. Juli erlitten die Buren ihre zweitgrößte Niederlage. Kommandant Prinsloo ergab sich im Brandwater Becken mit 3000 Mann, da er dort von den Briten eingeschlossen wurde und De Wet ihn nicht aus der Lage befreien konnte. Die Buren verloren damit einen ihrer fähigsten Kommandanten.
Die Buren Streitkräfte waren jetzt in drei Gruppen unterteilt. Botha kommandierte Ost-Transvaal, De la Rey West-Transvaal und De Wet den Oranje-Freistaat. Sie hatten die Guerilla-Taktik übernommen und griffen ständig Züge an, zerstörten Eisenbahnschienen und durchschnitten Telegraphendrähte. Jedoch trat mehr De Wet in Aktion, als die Anderen. Er bekam bei den Briten einen großen Bekanntheitsgrad und sie führten mehrere als De Wet-Jagden berühmt gewordene Versuche durch, ihn gefangen zu nehmen. Es wurden zwischen August 1900 und Januar 1902 insgesamt vier Jagden auf De Wet durchgeführt, wobei in keiner dieser Jagden De Wet gefangen genommen oder getötet werden konnte. De Wet sagte selber zu seiner Kriegsführung: „It was impossible to think of fighting [...] the enemy's numbers were far too great - our only safety lay in flight.“ Er führte deshalb auch mehrere Angriffe gegen Nachschubstransporte, kleine Garnisonen und isolierte britische Truppenverbände. Botha versuchte dagegen eine offene Schlacht zu führen. Er zog 5000 Soldaten bei Lydenburg zusammen und verteilte sie auf eine 65 Kilometer lange Verteidigungslinie.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Beschreibung der burischen Geschichte in Südafrika: Darstellung der Herkunft der Siedler, ihrer Migration in den Norden und der Gründung der Burenrepubliken Transvaal und Oranje-Freistaat.
2. Großbritanniens Geschichte und Kolonialkriege in Südafrika von 1854-1899: Überblick über die britische Expansion in Südafrika und die schrittweise Einengung der Handlungsspielräume der Burenrepubliken.
3. Verlauf und kurze Beschreibung des ersten Burenkrieges: Analyse der Ursachen und des militärischen Ablaufs des Ersten Burenkrieges, der zur vorübergehenden Unabhängigkeit Transvaals führte.
4. Ursachen des zweiten Burenkrieges: Untersuchung der wirtschaftlichen Interessen sowie der politischen Spannungen, die durch den Zustrom der Uitlander und Expansionsabsichten der Briten verschärft wurden.
5. Der Verlauf des Burenkrieges: Detaillierte Schilderung der militärischen Operationen, der Schlachten und des Wandels der Kriegsführung bis zum Friedensschluss.
6. Haltung der europäischen Großmächte zum Burenkrieg: Erörterung der internationalen diplomatischen Lage und des Grades der Sympathie bzw. Unterstützung für die Buren durch andere Staaten.
7. Resümee über den Burenkrieg: Zusammenfassende Betrachtung der technischen Neuerungen und der langfristigen Auswirkungen des Krieges auf die Kriegsführung und die Region.
8. Kurzer Ausblick auf die Südafrikanische Union, insbesondere der Rolle der burischen Elemente in ihr: Skizzierung der politischen Entwicklung nach der Gründung der Union 1910 bis zum Ende der Apartheid.
Schlüsselwörter
Burenkrieg, Transvaal, Oranje-Freistaat, Großbritannien, Paul Krüger, Cecil John Rhodes, Guerillakrieg, Uitlander, Kolonialgeschichte, Apartheid, Lord Kitchener, Südafrika, Schlacht bei Majuba, Konzentrationslager, Christian De Wet.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Facharbeit?
Die Arbeit analysiert den Zweiten Burenkrieg von 1899 bis 1902 als zentrales historisches Ereignis zwischen den Burenrepubliken und dem britischen Weltreich.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Neben den militärischen Auseinandersetzungen fokussiert die Arbeit auf politische Ursachen, diplomatische Hintergründe sowie die humanitären Folgen des Konflikts.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die Entwicklung vom konventionellen Krieg zur Guerillataktik nachzuzeichnen und die Auswirkungen auf die spätere südafrikanische Geschichte darzustellen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf der Auswertung relevanter Fachliteratur und historischer Quellen basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich chronologisch in die Ursachenanalyse, den detaillierten militärischen Verlauf sowie die abschließenden Friedensverhandlungen und die internationale Reaktion.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe umfassen Burenkrieg, Kolonialpolitik, Guerillataktik, Transvaal, Oranje-Freistaat und die britische Imperialpolitik.
Wie wirkten sich die Gold- und Diamantenfunde auf den Kriegsverlauf aus?
Die wirtschaftliche Bedeutung der Ressourcen in den Burenrepubliken war einer der Hauptgründe für den britischen Expansionsdruck und führte zu massiven Spannungen mit der burischen Regierung.
Warum wird der Krieg als „Vorläufer des Ersten Weltkriegs“ bezeichnet?
Die Arbeit verweist auf moderne Waffentechnologien und die Anwendung von Schützengräben, die in dieser Form später maßgeblich die Kriegsführung im 20. Jahrhundert prägten.
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- Burkhard Werner (Autor), 1999, Der Burenkrieg (1899-1902), Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/191689