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Eignung von PR-Kodizes als Bewertungsmaßstab für die Einhaltung einer PR-Ethik am Beispiel der Affäre Scharping/Hunzinger

Title: Eignung von PR-Kodizes als Bewertungsmaßstab für die Einhaltung einer PR-Ethik am Beispiel der Affäre Scharping/Hunzinger

Term Paper , 2002 , 21 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Christof Weingärtner (Author)

Communications - Ethics in the Media
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Summary Excerpt Details

Die Medien berichteten in den letzten Wochen über das Beziehungsgeflecht zwischen dem PR-Berater und Wirtschaftslobbyisten Moritz Hunzinger und führenden Politikern. Diese Veröffentlichungen kosteten letztendlich den damaligen Verteidigungsminister Scharping das Amt. Gleichzeitig wurde eine Debatte über Moral in der PR-Branche ausgelöst und Hunzinger vorgeworfen, entgegen den ethischen Grundsätzen der Branche, Politiker mit Hilfe von finanziellen Zuwendungen und kostenlosen Image- Beratungen für persönliche Zwecke instrumentalisiert und seinen Kunden (mitunter Unternehmen der Rüstungsindustrie) Vorteile erschafft zu haben. Aufgrund dieser Begebenheiten wurde der Ruf nach klareren Richtlinien speziell im Tätigkeitsfeld des Lobbyismus laut und eine Errichtung eines Verhaltenskodexes gefordert. In den Medienberichten wurde jedoch kaum erwähnt, dass Kodizes, die der freiwilligen Selbstkontrolle der Branchenvertreter dienen sollen, längst existieren und deren Einhaltung durch ein von Branchenverbänden berufenes Gremium überwacht wird.

Inwieweit diese Kodizes ein geeignetes Mittel sind, einen speziellen Vorfall wie den oben erwähnten zu verhindern bzw. zu ahnden, möchte ich in dieser Arbeit untersuchen. Dazu kläre ich im folgenden Kapitel die Begriffe Moral, Recht und Ethik als Grundlagen und grenze den Lobbyismus vom Tätigkeitsfeld der PR ab. Im zweiten Kapitel erläutere ich das Aufgabengebiet des Deutsche Rats der Public Relations (DRPR) als Institution der freiwilligen Selbstkontrolle, zeige die Kodizes, die ihm als Bewertungsmaßstab zugrunde liegen auf und bewerte diese. Die beiden folgenden Kapitel legen schließlich den Fall Hunzinger dar, erläutern das Handeln des PR-Rats und klären, ob Kodizes als Gradmesser zur Bewertung eines Fehlverhaltens und als Richtlinien für moralisches Handeln überhaupt geeignet sind.

Excerpt


Gliederung

0. Einleitung

1. Begriffsbestimmungen

1.1 allgemeine Begriffsbestimmungen

1.1.1 Moral

1.1.2 Recht

1.1.2 Ethik

1.2 Begriffsbestimmungen PR

1.2.1 Versuch einer Begriffsbestimmung der PR

1.2.2 Differenzierung des Lobbyismus

2. PR-Ethik

2.1 Organe der freiwilligen Selbstkontrolle

2.2 PR-Kodizes

2.2.1 Code d´Athene

2.2.2 Code de Lisbonne

2.2.3 Die Sieben Selbstverpflichtungen eines DPRG-Mitglieds

2.3 Kritik an den Kodizes

3. Der Fall Hunzinger

3.1 Hintergründe

3.2 Vorwürfe an Hunzinger

3.3 Vorgehensweise des DRPR

4. Die Eignung von Kodizes als Bewertungsmaßstab

4.1 Bewertung der Vorgehensweise des Deutschen PR-Rats

4.2 Eignung der Kodizes als ethischer Maßstab in der PR

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, inwieweit bestehende PR-Kodizes als Instrumente zur Bewertung und Ahndung moralischen Fehlverhaltens in der Öffentlichkeitsarbeit geeignet sind, wofür der medienwirksame „Fall Hunzinger“ als zentrales Fallbeispiel dient.

  • Grundlagen von Moral, Recht und Ethik in der Kommunikation
  • Strukturen und Funktionen der freiwilligen Selbstkontrolle (DRPR)
  • Analyse internationaler und nationaler PR-Kodizes
  • Bewertung der Eignung ethischer Richtlinien in einem heterogenen Berufsfeld
  • Einfluss von Medienberichterstattung und öffentlichem Druck auf das PR-Handeln

Auszug aus dem Buch

3.2 Vorwürfe an Hunzinger

Lobbyarbeit als Kommunikationsdienstleistung zwischen Politik und Wirtschaft ist, wie in Kapitel 1.2.2 aufgeführt, durchaus legitim und teilweise für eine klare Gesetzgebung auch notwendig. Hunzinger hat jedoch nach Meinung von Branchenvertretern mit seinen Methoden Grenzen überschritten, die den ethischen Richtlinien der Branche widersprechen.

Ihm wird vorgeworfen durch seine finanziellen Zuwendungen an Politiker nebst kostenlosen Beratungsleistungen und der gleichzeitigen Vertretung der Interessen von Unternehmen, „Abhängigkeiten zwischen Politik und Wirtschaft“ zu schaffen. In einem Interview stellt der Präsident des PR-Verbands GPRA Rupert Ahrens dies wie folgt dar: „„Das Problem im Fall Scharping ist die Verbindung zweier Mandate, die einen Interessengegensatz darstellen. Herr Scharping bekommt kostenlose Beratungsleistungen und erhält weitere Zuwendungen. Dafür erwartet Herr Hunzinger natürlich eine Gegenleistung, nämlich dass er ihm gewisse Wirtschaftslobbyisten zuführt. Dadurch ist der Verteidigungsminister befangen, und das ist das Kernproblem.““ Die Vertreter der PR-Verbände distanzieren sich also von Hunzingers Arbeitsweise und beanstanden die Verknüpfung von Kontaktmanagement mit Lobbyarbeit und betrachten dies als den Branchenregeln widersprechend.

Die Einflussnahme auf politische Entscheidungen sei zwar grundsätzlich legitim, aber „„überall da, wo mit Geld unter Wasser operiert wird, fängt es an zu stinken. Und irgendwann fliegt das auf. In der Branche muss man klar sagen, was man will und was nicht.““ bringt es Hans-Heinrich Bilges, der selbst Lobbyarbeit betreibt, auf den Punkt. Hunzinger wird dabei mangelnde Transparenz in seinem Handeln vorgeworfen.

Zusammenfassung der Kapitel

0. Einleitung: Die Einleitung skizziert die Problematik um den PR-Berater Moritz Hunzinger und definiert die Untersuchungsfrage zur Eignung von PR-Kodizes als ethische Maßstäbe.

1. Begriffsbestimmungen: Dieses Kapitel legt die theoretischen Grundlagen durch die Definition von Moral, Recht, Ethik sowie Public Relations und differenziert den Lobbyismus als Teilbereich ab.

2. PR-Ethik: Hier werden die Institutionen der freiwilligen Selbstkontrolle, wie der DRPR, und die gängigen PR-Kodizes (u.a. Code d’Athene, Code de Lisbonne) detailliert vorgestellt und kritisch hinterfragt.

3. Der Fall Hunzinger: Das Kapitel beleuchtet die Hintergründe der Affäre, die gegen Hunzinger erhobenen Vorwürfe sowie die konkrete Vorgehensweise des Deutschen Rates für Public Relations.

4. Die Eignung von Kodizes als Bewertungsmaßstab: Die Autorin bewertet die Anwendbarkeit der Kodizes auf den Fall Hunzinger und diskutiert ihre allgemeine Eignung als ethischer Richtwert im professionellen PR-Alltag.

5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass PR-Kodizes als schwerfällige Gebilde zwar ein notwendiges Grundgerüst bieten, jedoch durch die Dynamik der Öffentlichkeit und den medialen Druck in ihrer Sanktionierungswirkung limitiert sind.

Schlüsselwörter

Public Relations, PR-Ethik, Lobbyismus, Moritz Hunzinger, freiwillige Selbstkontrolle, DRPR, Kodizes, Code de Lisbonne, moralisches Fehlverhalten, Unternehmenskommunikation, Interessensvertretung, Transparenz, Medienethik, Branchenstandards, Selbstverpflichtung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Eignung und Wirksamkeit von ethischen Kodizes in der Public-Relations-Branche, insbesondere im Hinblick auf deren praktische Anwendung bei Grenzüberschreitungen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Definition grundlegender Begriffe wie Moral und Ethik, die Rolle von Selbstkontrollgremien, den Vergleich verschiedener PR-Kodizes und die Analyse des Falls Hunzinger.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu klären, ob Kodizes als verbindliche Gradmesser zur Bewertung von Fehlverhalten und als Richtlinien für moralisch korrektes Handeln in der PR-Praxis überhaupt geeignet sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Dokumentenanalyse, kombiniert mit einer Fallstudienanalyse, um ethische Richtlinien an realen Ereignissen zu spiegeln.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Begriffsbestimmungen, die Darstellung der PR-Ethikstrukturen, die Aufarbeitung des Falls Hunzinger und eine kritische Bewertung der Eignung von Kodizes als Bewertungsmaßstab.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Public Relations, PR-Ethik, Lobbyismus, freiwillige Selbstkontrolle, der Fall Hunzinger und ethische Kodizes.

Wie unterscheidet der DRPR in seiner Urteilsfindung zwischen Verstößen?

Der DRPR nutzt Kodizes wie die Sieben Selbstverpflichtungen eines DPRG-Mitglieds oder den Code de Lisbonne als Kriterien, um unlautere Methoden, Loyalitätsverletzungen oder mangelnde Diskretion zu bewerten.

Warum sind PR-Kodizes nach Ansicht der Autorin nur begrenzt wirksam?

Die Autorin argumentiert, dass Kodizes aufgrund ihres abstrakten Charakters, ihrer mangelnden Bekanntheit bei Praktikern und der Heterogenität des Berufsfeldes als alleinige Rechtfertigungsmittel für Sanktionen oft unzureichend sind.

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Details

Title
Eignung von PR-Kodizes als Bewertungsmaßstab für die Einhaltung einer PR-Ethik am Beispiel der Affäre Scharping/Hunzinger
College
University of Siegen  (FB 3)
Course
Medienethik
Grade
2,0
Author
Christof Weingärtner (Author)
Publication Year
2002
Pages
21
Catalog Number
V19169
ISBN (eBook)
9783638233507
ISBN (Book)
9783638747226
Language
German
Tags
Eignung PR-Kodizes Bewertungsmaßstab Einhaltung PR-Ethik Beispiel Affäre Scharping/Hunzinger Medienethik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christof Weingärtner (Author), 2002, Eignung von PR-Kodizes als Bewertungsmaßstab für die Einhaltung einer PR-Ethik am Beispiel der Affäre Scharping/Hunzinger, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/19169
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