In den vergangenen Jahren ist immer wieder der Begriff Tertiärisierung aufgetaucht. Tertiärisierung bedeutet ein Wandel vom sekundären Sektor zum tertiären, d.h. von der Produktion zur Dienstleistung. Dienstleistungen sind nicht neu, sondern werden schon seit mehr als einem Jahrhundert angeboten und verkauft. Im Zeitalblauf haben sich auch immer mehr Industrieunternehmen gefunden, die vermehrt Dienstleistungen anbieten. In der jüngeren Literatur findet man umfangreiche Daten und Ausarbeitungen zu dieser Thematik.
Diese Arbeit gibt einen Überblick über Dienstleistungen und deren praktische Anwendung. Die Betrachtungen dieser Arbeit beschränken sich vorwiegend auf den Bereich der industriellen Dienstleistungen.
In Kapitel 2 wird eine gemeinsame Definitionsgrundlage hergestellt, wobei die Begriffe Dienstleistungen, Industriebetrieb und industrielle Dienstleistungen erläutert oder hergeleitet werden. Es erfolgt dabei auch eine systematische Einordnung und Abgrenzung der Begriffe, sowie der Versuch einer Klassifizierung. Im darauffolgenden Kapitel werden die Notwendigkeit und der Bedarf industrieller Dienstleistungen aufgezeigt. Dabei wird auch auf Möglichkeiten und sich daraus ergebenden Chancen und Risiken für Industrieunternehmen eingegangen. Im anknüpfenden Unterabschnitt 3.2 wird beispielhaft an zwei Strategien aufgezeigt, wie industrielle Dienstleistungen im Unternehmen zur Zielerreichung beitragen können und welche Vorgehensweisen dabei möglich sind. Der letzte Abschnitt stellt die Anwendung und Umsetzung in der Praxis dar. Hierbei wird untersucht, in wie weit die gängige Theorie der Praxis entspricht.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Grundlagen
2.1 Wesen und Unterteilung von Dienstleistungen
2.1.1 Abgrenzung und Definition von Dienstleistungen
2.1.2 Systematisierung von Dienstleistungen
2.2 Definition und Systematisierung von Industrieunternehmen
2.3 Begriff und Definition industrieller Dienstleistungen
3 Erweiterung des Leistungsspektrums durch industrielle Dienstleistungen
3.1 Notwendigkeit und Bedarf industrieller Dienstleistungen
3.1.1 Konkurrenzorientierte Aspekte
3.1.2 Kundenorientierte Aspekte
3.1.3 Chancen und Risiken sowie Strategieansatz für Industrieunternehmen bei Angebotserweiterung
3.2 Darstellung ausgewählter Strategien
3.2.1 Diversifizierungsstrategie
3.2.2 Differenzierungsstrategie
3.2.3 Strategiegestaltung
3.3 Industrielle Dienstleistungen in der Praxis
4 Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den wachsenden Stellenwert von Dienstleistungen im Leistungsspektrum von Industrieunternehmen. Das primäre Ziel besteht darin, theoretische Grundlagen zu definieren, die Notwendigkeit sowie den Bedarf für solche Dienstleistungen zu analysieren und beispielhaft Strategien zur erfolgreichen Implementierung und Anwendung in der Praxis aufzuzeigen.
- Tertiärisierung als strategischer Wandel in der Industrie
- Abgrenzung und Klassifizierung industrieller Dienstleistungen
- Analyse von Wettbewerbsvorteilen durch Dienstleistungsbündel
- Strategische Ansätze: Diversifizierung und Differenzierung
- Praxisbeispiel: Dienstleistungskonzepte in der Automobilbranche (VW)
Auszug aus dem Buch
3.2.2 Differenzierungsstrategie
Richtet das Industrieunternehmen seine Schwerpunkte auf eine bestimmte Positionierung und Differenzierung am Markt mit Blick auf eine für die Kunden wahrnehmbare Unterscheidung vom Wettbewerb aus, wird eine Positionierungs- bzw. Differenzierungsstrategie verfolgt.
Ein Industriebetrieb kann sich durch eines oder mehrere der Merkmale der Formel „schneller, besser, neuer, günstiger“ vom Wettbewerb unterscheiden. Das Unternehmen kann dazu aus einer Reihe von verschiedenen Kriterien die geeigneteste/n, d.h. die bei dem das Unternehmen die meisten Stärken hat, aussuchen, auf die es sich dann ganz besonders konzentriert:
Innovationsorientierung, Qualitätsorientierung, Markenorientierung, Programmbreite, Kostenorientierung, Serviceorientierung
Die Kostenorientierung führt aber aufgrund ihres unternehmensweiten Ansatzes zu einer eigenen Strategie, die hier nicht weiter erläutert werden soll. Innovationsorientierung bedeutet, daß das Unternehmen immer wieder neue Produkte einführt und auf den Markt bringt und dies meist schneller als die Konkurrenz. Dies erfordert Kreativität und Wandlungsfähigkeit vom Unternehmen. Dienstleistungen im Sinne von Beratung, Schulung und Betreuung sind dann zwingend notwendig.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Phänomen der Tertiärisierung ein und erläutert den Fokus der Arbeit auf industrielle Dienstleistungen sowie den methodischen Aufbau der Untersuchung.
2 Grundlagen: In diesem Kapitel werden grundlegende Definitionen von Dienstleistungen, Industrieunternehmen und industriellen Dienstleistungen erarbeitet und systematisiert.
3 Erweiterung des Leistungsspektrums durch industrielle Dienstleistungen: Das Hauptkapitel analysiert die Notwendigkeit von Dienstleistungen, stellt Strategien zur Erweiterung des Leistungsspektrums vor und beleuchtet die praktische Umsetzung am Beispiel der Volkswagen AG.
4 Zusammenfassung: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen, betont die Bedeutung sorgfältiger strategischer Planung unter Abwägung von Chancen und Risiken und identifiziert zukünftigen Forschungsbedarf.
Schlüsselwörter
Tertiärisierung, Industrielle Dienstleistungen, Industrieunternehmen, Diversifizierungsstrategie, Differenzierungsstrategie, Serviceorientierung, Wettbewerbsvorteil, Kundenorientierung, Dienstleistungsmanagement, Produktbegleitende Dienstleistungen, Marktbearbeitung, Strategiegestaltung, Wertschöpfung, Kundennutzen, Automobilbranche.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt den zunehmenden Wandel von klassischen Industrieunternehmen hin zu Anbietern von Dienstleistungen, um ihre Wettbewerbsfähigkeit in einem sich wandelnden Marktumfeld zu sichern.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Im Fokus stehen die theoretische Einordnung von Dienstleistungen im Industriekontext, die Analyse von Markttrends, die Darstellung von Strategien zur Dienstleistungsintegration sowie die Anwendung dieser Erkenntnisse in der Praxis.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Hauptziel ist es, einen fundierten Überblick über die Rolle und den Einsatz von industriellen Dienstleistungen zu geben und aufzuzeigen, wie Unternehmen diese zur Zielerreichung und Differenzierung nutzen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer literaturgestützten, deduktiven Vorgehensweise, kombiniert mit einer praxisorientierten Fallstudienanalyse am Beispiel der Volkswagen AG.
Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil erörtert die Notwendigkeit und den Bedarf an Dienstleistungen aus Konkurrenz- und Kundensicht und detailliert konkrete Strategieansätze wie Diversifizierung und Differenzierung.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Begriffe wie Tertiärisierung, industrielle Dienstleistungen, Wettbewerbsvorteile, Strategiegestaltung und Kundenorientierung sind zentral für das Verständnis der Arbeit.
Wie nutzt Volkswagen laut der Arbeit Dienstleistungen zur Differenzierung?
VW nutzt unter anderem Finanzdienstleistungen, umfangreiche Beratungskonzepte (z.B. Car-Konfigurator), Mobilitätsgarantien und ein technisches Fehlerdiagnosesystem, um Kunden zu binden und sich vom Wettbewerb abzuheben.
Warum ist laut der Arbeit eine "Serviceorientierung" als Strategie besonders effektiv?
Serviceorientierung erlaubt es Unternehmen, auf individuelle Kundenwünsche maßgeschneidert einzugehen, was zu einem spürbaren Nutzengewinn beim Kunden führt und die schwierige Nachahmbarkeit durch Konkurrenten erhöht.
- Citation du texte
- Dipl.-Kffr, M.A. Romy Voss (Auteur), 2003, Dienstleistungen im Leistungsspektrum von Industrieunternehmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/19171