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Die Bedeutung von Ritualen im Rahmen der Krisenintervention am Beispiel des Kriseninterventionsteams Land Steiermark

Título: Die Bedeutung von Ritualen im Rahmen der Krisenintervention am Beispiel des Kriseninterventionsteams Land Steiermark

Tesis de Máster , 2012 , 145 Páginas , Calificación: 1

Autor:in: MSc Petra Christine Türl (Autor)

Psicología - Psicología social
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Methode: Für diese Arbeit wurde eine qualitativ-empirische Untersuchung, in Form von Expert/inneninterviews, durchgeführt. Die Auswertung erfolgte nach dem Konzept von Michael Meuser und Ulrike Nagel.

Ziel und Inhalt der Arbeit: Krisenintervention und Akutbetreuung, Rituale, damit zusammenhängend Trauer-und Abschiedsrituale sowie der Umgang mit Sterben, Tod und Trauer sind Themen der Arbeit. Vor diesem Hintergrund wird untersucht, welche Bedeutung Ritualen in krisenhaften Akutsituationen beigemessen wird.

Ergebnis: Rituale waren lange Zeit selbstverständlicher Bestandteil des Lebens. Gesellschaftliche Veränderungen bedingen eine teilweise Abkehr von traditionellen Vorgaben, neue Ritualformen sind wenig erprobt. Dennoch hat sich gezeigt, dass in Krisensituationen das Bedürfnis nach Ritualen und rituellen Handlungen groß ist.

Schlüsselwörter: Krisenintervention, Rituale, Trauerrituale, Sterben, Tod und Trauer.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 KRISENINTERVENTION/AKUTBETREUUNG

1.1 Kriseninterventionsteam (KIT) Land Steiermark

1.2 Strukturen der Organisation

1.3 Aufgaben der Krisenintervention/psychosozialen Akutbetreuung

1.4 Ausbildungsrichtlinien

1.5 Einsatzstatistik

1.6 Ablauf eines KIT Einsatzes

2 RITUALE

2.1 Versuch einer Begriffsdefinition

2.2 Wann ist ein Ritual ein Ritual?

2.3 Ritualtheorien

2.3.1 Die genealogische Perspektive: Religion und Mythos

2.3.1.1 Edward Burnett Tylor (1832-1917)

2.3.1.2 William Robertson Smith (1846-1894)

2.3.1.3 Mircea Eliade (1907–1986)

2.3.2 Strukturelle und funktionale Perspektive

2.3.2.1 Arnold van Gennep (1873-1957)

2.3.2.2 Victor Turner (1920-1983)

2.3.3 Das Ritual als Text

2.3.3.1 Clifford Geertz (1926-2006)

2.3.3.2 Ronald Grimes (*1943)

2.3.4 Rituale als Performance

2.4 Funktion von Ritualen

2.5 Typologie von Ritualen

3 TRAUER- UND ABSCHIEDSRITUALE

4 STERBEN, TOD UND TRAUER

4.1 Umgang mit Sterben, Tod und Trauer im ländlichen Bereich

4.2 Umgang mit Sterben, Tod und Trauer im städtischen Bereich

4.2.1 Befunde zur Vereinsamung in den Städten

4.2.2 Statistische Daten zur Veränderung der Haushalte

4.3 Auswirkung der Todesart auf die Hinterbliebenen

4.4 Unterschiede emotionaler Trauerreaktionen zwischen Frauen und Männern

4.5 Kulturelle Unterschiede

4.5.1 Christliche Sterbe- und Trauerkultur

4.5.2 Islam

4.5.3 Orthodoxie

4.5.4 Buddhismus

4.5.5 Die traditionelle afrikanische Kultur am Beispiel der Dagara

4.6 Intrakulturelle Unterschiede zwischen Frauen und Männern

4.7 Interkulturelle Unterschiede zwischen Frauen und Männern

5 EMPIRISCHER TEIL

5.1 Fragestellung

5.2 Untersuchungsdesign

5.2.1 Erhebungsmethode

5.2.2 Expert/inneninterviews

5.2.3 Auswertungsmethode

5.3 Forschungsprozess

5.3.1 Entwicklung des Leitfadens

5.3.2 Die Interviewpartner/innen

5.3.3 Ablauf der Interviews

5.3.4 Transkription und Anonymisierung

6 DARSTELLUNG DER ERGEBNISSE

6.1 „Kerzen verwenden wir sehr häufig“

6.2 „Eher bieten wir an“

6.3 „Meistens kommen noch einmal ganz viele Emotionen hoch“

6.4 „Manchmal bin ich beobachtend, manchmal näher dabei“

6.5 „Am Land wird noch viel mehr gebetet“

6.6 „Frauen sind in solchen Situationen die sozialeren Wesen und drücken sich leichter aus“

6.7 „Wir halten den Raum frei“

6.8 „Es hat sich nicht sehr viel verändert“/„oft tun wir uns schwer, überhaupt ein Netzwerk aufzubauen“

6.9 „Ist ein Tabuthema“/„es wird vermutlich mehr darüber geredet“

6.10 „Traditionelle Religionen treten zurück“

7 FAZIT

8 LITERATURVERZEICHNIS

Zielsetzung & Themen

Die Masterthesis untersucht die Bedeutung von Ritualen innerhalb der Krisenintervention, insbesondere am Beispiel des Kriseninterventionsteams Land Steiermark, vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Veränderungen und zunehmender Sinnsuche.

  • Rolle und Funktion von Ritualen in krisenhaften Akutsituationen.
  • Einfluss von soziokulturellen Unterschieden (ländlich vs. städtisch, Geschlechterrollen, verschiedene Kulturkreise) auf das Trauerverhalten.
  • Qualitative Analyse von Experteninterviews mit Mitarbeitern des Kriseninterventionsteams.
  • Der Wandel des Umgangs mit Sterben, Tod und Trauer in der modernen Gesellschaft.
  • Entwicklung und Einsatz ritueller Handlungen zur Unterstützung von Hinterbliebenen.

Auszug aus dem Buch

Traditionelles Totenritual bei den Dagara

Beim afrikanischen Stamm der Dagara (Somé, 2000) beginnen die Rituale kurz nach dem Tod. Die Frauen verbreiten durch lautes Schreien und Klagen die Neuigkeit in den benachbarten Dörfern. Die Männer führen währenddessen das Anrufungsritual durch, welches das Begräbnisritual einleitet und ermöglicht. D. h. sie bereiten den rituellen Raum für den gemeinsamen Ausdruck der Trauer. Bevor dieser Raum nicht aufgebaut ist, darf kein Mann einen Klagelaut von sich geben. Frauen dürfen an einer rituellen Trauerkundgebung erst teilnehmen, wenn eine männliche Stimme geäußert hat, dass der rituelle Raum aufgebaut ist und dass jetzt getrauert werden darf.

Abhängig davon, wer gestorben ist, kann das Anrufungsritual zwei bis drei Tage dauern. Die Ältesten versammeln sich in der Ritualhütte, erzählen den Ahnen vom Verstorbenen und bitten um Hilfe beim Übergang in die andere Welt.

Das Begräbnisritual selbst hat drei Elemente: die Musiker, die Trauernden mit ihren Betreuern und die versammelten Dorfbewohner.

Die ganze Zeremonie wird von der Musikgruppe und einem kollektiven Klagegesang, der sich unaufhörlich wiederholt, begleitet. Die Lieder der Musiker erzählen die Familiengeschichte, die Taten und die Leiden, sowie das Leben des Toten. Dadurch wird die gemeinsame Trauer gebündelt und gesteuert.

Zusammenfassung der Kapitel

KRISENINTERVENTION/AKUTBETREUUNG: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Krise und beschreibt die Entstehung sowie die organisatorischen Strukturen und Aufgaben des Kriseninterventionsteams Land Steiermark.

RITUALE: Hier wird der Ritualbegriff theoretisch beleuchtet, verschiedene Definitionen werden diskutiert und bedeutende Ritualtheorien sowie deren Funktionen vorgestellt.

TRAUER- UND ABSCHIEDSRITUALE: Dieses Kapitel befasst sich mit der Bedeutung von Abschiedsritualen für Hinterbliebene und der Transformation traditioneller Praktiken in der modernen Gesellschaft.

STERBEN, TOD UND TRAUER: Es wird untersucht, wie die moderne Gesellschaft mit Sterben und Tod umgeht, wobei soziale Faktoren wie Urbanisierung, Säkularisierung und individuelle kulturelle Hintergründe analysiert werden.

EMPIRISCHER TEIL: Das Kapitel erläutert die Forschungsfrage, das Untersuchungsdesign der qualitativen Experteninterviews sowie den Forschungsprozess der Arbeit.

DARSTELLUNG DER ERGEBNISSE: Hier werden die gewonnenen Erkenntnisse aus den Interviews präsentiert, interpretiert und in den theoretischen Rahmen eingeordnet.

FAZIT: Das Fazit fasst die zentralen Ergebnisse der Studie zusammen und reflektiert die Bedeutung von Ritualen für die psychosoziale Arbeit in Krisensituationen.

Schlüsselwörter

Krisenintervention, Rituale, Trauerrituale, Sterben, Tod, Trauer, Akutbetreuung, Psychosoziale Beratung, Soziales Netzwerk, Bestattungskultur, Qualitative Forschung, Expertinneninterviews, Sinnsuche, Kulturvergleich, Steiermark.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Bedeutung von Ritualen für Betroffene in krisenhaften Akutsituationen am Beispiel des Kriseninterventionsteams Land Steiermark.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die Arbeit verknüpft Krisenintervention, Ritualtheorie, Trauerbegleitung sowie kulturelle und geschlechtsspezifische Unterschiede im Umgang mit dem Tod.

Was ist das primäre Ziel der Forschung?

Das Ziel ist es, zu verstehen, welchen Stellenwert rituelle Handlungen in der psychischen Stabilisierung von Hinterbliebenen haben und wie diese in der Krisenintervention angewendet werden.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es wurde ein qualitativ-empirischer Ansatz gewählt, bestehend aus Experteninterviews mit Mitarbeitern des Kriseninterventionsteams, ausgewertet nach dem Konzept von Meuser und Nagel.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Krisenintervention und Ritualen, eine Analyse von Sterbe- und Trauerkulturen sowie eine empirische Darstellung und Interpretation der Forschungsergebnisse.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist zentral durch Begriffe wie Krisenintervention, Rituale, Trauerrituale, Sterben, Tod, Trauer und kulturbezogene Aspekte charakterisiert.

Wie unterscheidet sich der Umgang mit Ritualen in ländlichen gegenüber städtischen Gebieten?

Am Land sind Rituale aufgrund der stärkeren Bindung an die traditionelle Kirche und soziale Netzwerke vertrauter; in Städten gibt es häufiger einen höheren Erklärungsbedarf.

Warum spielt die Unterscheidung von Frauen und Männern in der Trauer eine Rolle?

Untersuchungen zeigen, dass Frauen oft offener über Gefühle sprechen und Unterstützung suchen, während Männer häufig eher handlungsorientiert und rational mit Verlusten umgehen.

Welche Rolle spielt die Kultur für die Gestaltung von Abschieden?

Der kulturelle Hintergrund beeinflusst maßgeblich, ob Trauer als öffentliche Pflicht oder privates Ereignis wahrgenommen wird und welche spezifischen Handlungen für einen gelingenden Abschied als notwendig erachtet werden.

Final del extracto de 145 páginas  - subir

Detalles

Título
Die Bedeutung von Ritualen im Rahmen der Krisenintervention am Beispiel des Kriseninterventionsteams Land Steiermark
Universidad
Donau-Universität Krems  (Fakultät für Gesundheit und Medizin, Department für Psychotherapie und Biopsychosoziale Gesundheit)
Calificación
1
Autor
MSc Petra Christine Türl (Autor)
Año de publicación
2012
Páginas
145
No. de catálogo
V191733
ISBN (Ebook)
9783656167273
ISBN (Libro)
9783656167440
Idioma
Alemán
Etiqueta
Krisenintervention Rituale Trauer-und Abschiedsrituale Sterben Tod und Trauer
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
MSc Petra Christine Türl (Autor), 2012, Die Bedeutung von Ritualen im Rahmen der Krisenintervention am Beispiel des Kriseninterventionsteams Land Steiermark, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/191733
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