In der vorliegenden Arbeit sollen die Effekte von Entrepreneurship-Ausbildung (EA) an Hochschulen untersucht werden. Die Anzahl der Entrepreneurshipkurse ist seit den 1980er Jahren deutlich angestiegen. Gleichzeitig ist eine gemeinsame Zielsetzung dieser Programme nicht auf den ersten Blick zu erkennen. Auch ihre Methoden variieren deutlich (Jack, Anderson, 1999, 111). Im Folgenden soll untersucht werden, ob sich EA an Hochschulen nur in Details voneinander unterscheidet oder ob es grundsätzliche Unterschiede in der Herangehensweise gibt. Dafür wird zunächst beschrieben, welche unterschiedlichen Zielsetzungen die zahlreichen Programme verfolgen. Im Anschluss wird eine Systematik der Methoden erarbeitet, mit denen versucht wird, diese Ziele zu erreichen. Danach werden einige praktische Umsetzungen und deren Untersuchung in Hinblick auf ihre Zielerreichung vorgestellt, bevor eine abschließende Zusammenfassung gegeben wird, möglicherweise mit dem Ergebnis, dass sich bestimmte Methoden für konkrete Zielsetzungen besonders eignen.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG UND BEGRIFSABGRENZUNG
2. ZIEL- UND METHODENVIELFALT VON ENTREPRENEURSHIPAUSBILDUNG
2.1. ZIELE VON EA AN HOCHSCHULEN
2.2. METHODEN DER ENTREPRENEURSHIPAUSBILDUNG
2.2.1. UNTERSCHEIDUNG NACH INHALTLICHER HERANGEHENSWEISE
2.2.2. UNTERSCHEIDUNG NACH DIDAKTISCHER HERANGEHENSWEISE
3. EMPIRISCHE BEFUNDE
3.1. SMC-PROGRAMM-NIEDERLANDE
3.1.1. ZIELE UND METHODEN
3.1.2. AUSWIRKUNGEN UND EFFEKTE
3.2. KURS „BUSINESS-PLANNING“ – LMU MÜNCHEN
3.2.1. ZIELE UND METHODEN
3.2.2. AUSWIRKUNGEN UND EFFEKTE
3.3. ENTREPRENEURSHIPKURS FÜR INGENIEURE – LONDON UND GRENOBLE
3.3.1. ZIELE UND METHODEN
3.3.2. AUSWIRKUNGEN UND EFFEKTE
3.4. BERGER ENTREPRENEURSHIP-PROGRAMM - ARIZONA
3.4.1. ZIELE UND METHODEN
3.4.2. AUSWIRKUNGEN UND EFFEKTE
3.5. EXIST-PRIME-CUP
3.5.1. ZIELE UND METHODEN
3.5.2. AUSWIRKUNGEN UND EFFEKTE
4. AUSWERTUNG UND FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Effekte der Entrepreneurship-Ausbildung (EA) an Hochschulen, analysiert die Heterogenität der Zielsetzungen und Lehrmethoden in diesem Bereich und bewertet anhand ausgewählter empirischer Fallstudien die Wirksamkeit verschiedener didaktischer Ansätze.
- Analyse der Zielsetzungen von Entrepreneurship-Ausbildung (Mikro- vs. Makroebene)
- Systematisierung didaktischer Ansätze und Lehrmethoden
- Vergleichende Untersuchung empirischer Programme (z. B. SMC-Programm, Business-Planning LMU)
- Diskussion der Bedeutung von praxisorientierten Lehrmethoden gegenüber theoretischen Inhalten
- Bewertung der ökonomischen Sinnhaftigkeit und langfristigen Effekte von EA-Interventionen
Auszug aus dem Buch
3.1. SMC-Programm-Niederlande
In den Niederlanden ist das Student Mini Company Program (SMC) für die betrachtete Studentengruppe eine obligatorische, einjährige Veranstaltung. Dieses wird dort vorwiegend an Fachhochschulen für Wirtschafts- und Rechtsausbildung, im zweiten Studienjahr angeboten. Sie bauen gemeinsam mit ca. zehn Kommilitonen ein studentisches Unternehmen auf, das sie über das gesamte Jahr führen. Dabei gestalten sie Produkt- und Geschäftskonzept selbst und bestimmen den Zielmarkt. Das Geschäft wird durch Anteilsverkauf (z.B. an Familienangehörige) finanziert. Die Studenten dokumentieren ihren Fortschritt, indem sie Marktrecherchen, Businessplan, Jahresabschluss sowie eine Beurteilung ihrer Arbeit bei einem Betreuer abliefern (Oosterbeek et al., 2010, 443f).
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG UND BEGRIFSABGRENZUNG: Dieses Kapitel führt in die Thematik ein und definiert den Begriff der Entrepreneurship-Ausbildung durch eine klare Abgrenzung von allgemeinen Gründungsberatungen oder Wissensvermittlung über Unternehmertum.
2. ZIEL- UND METHODENVIELFALT VON ENTREPRENEURSHIPAUSBILDUNG: Hier werden die verschiedenen Zielgrößen auf Mikro- und Makroebene erläutert sowie die didaktischen Herangehensweisen, insbesondere der Gegensatz zwischen verhaltensorientierten und konstruktivistischen Lernmodellen, analysiert.
3. EMPIRISCHE BEFUNDE: Dieses Kapitel stellt fünf spezifische Ausbildungsprogramme vor und untersucht deren jeweilige Zielsetzung, die angewandten Methoden sowie die daraus resultierenden Effekte anhand vorliegender Studien.
4. AUSWERTUNG UND FAZIT: Im letzten Teil werden die Ergebnisse zusammengeführt, um zu zeigen, dass es keinen einheitlichen Best-Practice-Ansatz gibt, und um die ökonomische Effizienz der untersuchten Bildungsinterventionen kritisch zu reflektieren.
Schlüsselwörter
Entrepreneurship-Ausbildung, EA, Hochschullehre, Gründungsneigung, Konstruktivismus, Didaktik, Business-Plan, empirische Evaluation, Kompetenzentwicklung, Unternehmertum, Lehrmethoden, Wissensvermittlung, Selbstwirksamkeit, Praxisorientierung, Entrepreneurship-Forschung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Wirkungsweise und Effektivität von Ausbildungsprogrammen an Hochschulen, die auf die Förderung unternehmerischer Fähigkeiten und Einstellungen bei Studierenden abzielen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Differenzierung von Ausbildungszielen (Mikro- vs. Makroebene), die Systematik verschiedener Lehrmethoden und die empirische Messbarkeit von Lernerfolgen im Bereich Entrepreneurship.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie unterschiedliche didaktische Konzepte zur Entrepreneurship-Ausbildung beitragen und ob diese Programme ihre gesetzten Ziele hinsichtlich Gründungsneigung und Qualifikation tatsächlich erreichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Literaturanalyse sowie eine vergleichende Sekundäranalyse von fünf empirischen Fallstudien zu spezifischen Ausbildungsprogrammen im In- und Ausland.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert zunächst die theoretischen Grundlagen der Lehrmethodik und führt anschließend detaillierte Fallstudien wie das SMC-Programm, den LMU-Business-Plan-Kurs und das Berger Entrepreneurship-Programm auf.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit fokussiert auf Entrepreneurship-Ausbildung, Didaktik, Evaluation, konstruktivistische Lehrmodelle und die Förderung unternehmerischer Kompetenzen.
Wie unterscheidet sich die Zielsetzung auf Mikro- und Makroebene?
Während die Mikroebene auf individuelle Kompetenzen wie Selbstwirksamkeit und Gründungsneigung des Studenten abzielt, fokussiert die Makroebene auf übergeordnete wirtschaftliche Faktoren wie Wirtschaftswachstum und Schaffung von Arbeitsplätzen.
Welche Rolle spielt der Konstruktivismus in den untersuchten Programmen?
Der Konstruktivismus dient als theoretischer Rahmen, der Lernen als aktiven Prozess begreift, bei dem Studenten durch praxisnahe Aufgaben und Problemlösung ihre eigenen Denkmodelle entwickeln, anstatt nur passives Wissen aufzunehmen.
- Quote paper
- Jan Franke (Author), 2011, Effekte von Entrepreneurship-Ausbildung an Hochschulen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/191754