Das "Managen" von Risiken ist angesichts der schwierigen und komplexen Wirtschaftslage, aber auch zahlreicher Unternehmenskrisen von existenzieller Bedeu-tung ist. Ziel des Risikomanagements ist hierbei nicht, Risiken um jeden Preis zu vermeiden. Zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit sowie der Stärkung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage müssen Unternehmen Risiken eingehen, um die damit verbundenen Chancen für sich nutzen zu können.
Vielmehr müssen Entscheidungsträger hinsichtlich eines bewussten Umgangs mit den Risiken sensibilisiert werden. Das Risikomanagement-system sollte so ausgerichtet sein, dass Risiken früh erkannt und bewertet werden können.
In dieser Arbeit werden die beiden wichtigsten Aufgabenfelder des Risikocontrollings dargestellt. Zum Einen ist es die Identifikation und Erfas-sung eines potenziellen Risikos, das mittels Frühwarn- bzw. Frühaufklärungssystem und der Balanced Scorecard umgesetzt werden kann. Nur durch die kontinuierliche Informations-bereitstellung ist ein wirkungsvolles Risikomanagement möglich. Zum Anderen wird das Aufgabenfeld der Risikomessung erläutert und zu diesem Zweck der Value at Risk und das Scoring-Modell herangezogen.
Inhaltsverzeichnis
1 GRUNDLAGEN DES RISIKOCONTROLLINGS
1.1 Risikobegriff
1.2 Gründe für ein Risikomanagement
1.3 Risikocontrolling als Funktionsbereich im Unternehmen
2 AUFGABEN DES RISIKOCONTROLLINGS
2.1 Risikoidentifikation
2.1.1 Grundlegende Aspekte der Risikoidentifikation
2.1.2 Risikoarten
2.1.3 Ausgewählte Instrumente zur Identifikation von Risiken
2.1.3.1 Frühwarn- bzw. Frühaufklärungssysteme
2.1.3.2 Balanced Scorecard
2.2 Risikomessung
2.2.1 Grundlegende Aspekte der Risikomessung
2.2.2 Ausgewählte Instrumente zur Messung von Risiken
2.2.2.1 Value at Risk
2.2.2.2 Scoring-Modell
3 FAZIT
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Seminararbeit verfolgt das Ziel, die zentralen Aufgabenfelder des Risikocontrollings – insbesondere die Risikoidentifikation und Risikomessung – wissenschaftlich fundiert darzulegen und Instrumente zu deren praktischer Umsetzung zu analysieren.
- Definition und theoretische Einordnung des Risikobegriffs
- Systematische Risikoidentifikation mittels Frühwarnsystemen und Balanced Scorecard
- Quantitative Risikomessung durch das Value-at-Risk-Konzept
- Qualitative Risikobewertung anhand von Scoring-Modellen
- Bedeutung eines integrierten Risikomanagements für die Existenzsicherung von Unternehmen
Auszug aus dem Buch
2.2.2.1 Value at Risk
Der Value at Risk (VaR) ist ein verlustorientiertes Risikomaß und repräsentiert das zentrale Instrument zur Überwachung und Steuerung von Marktrisiken. „Der VaR lässt sich allgemein definieren als der in Geldeinheiten bewertete Maximalverlust eines gegebenen Portfolios, der während eines bestimmten Zeitraums mit einer vorgegebenen Wahrscheinlichkeit 1-α (z.B. 1-α = 95%) nicht überschritten wird.“
Anwendung fand der VaR einst im Bankensektor, heute gilt der VaR als das Risikomaß per se über Branchengrenzen hinweg. Prinzipiell wird der Ansatz dann angewandt, wenn Aussagen über Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenhöhe vorliegen, bspw. für Risiken, die auf einem Kapitalmarkt gehandelt werden. Abbildung 2 zeigt ein Schema zur Berechnung der VaR.
Die Ermittlung des VaR erfolgt in mehreren Schritten. Im Folgenden wird beispielhaft das Portfolio eines Investors betrachtet, das zum Stichtag (03.01.2011) zehn A-Aktien (à 37 €) umfasst. Zunächst wird die zugrunde liegende Vermögensposition zu aktuellen Marktwerten bewertet.
Zusammenfassung der Kapitel
1 GRUNDLAGEN DES RISIKOCONTROLLINGS: Dieses Kapitel definiert den Risikobegriff, erörtert die Notwendigkeit des Risikomanagements in Unternehmen und ordnet das Risikocontrolling als integralen Bestandteil des Controllings ein.
2 AUFGABEN DES RISIKOCONTROLLINGS: Der Hauptteil widmet sich der Identifikation von Risiken durch Instrumente wie die Balanced Scorecard sowie deren Messung mittels quantitativer Ansätze wie dem Value at Risk und qualitativer Scoring-Modelle.
3 FAZIT: Das Schlusskapitel fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer Kombination aus quantitativen und qualitativen Verfahren für ein wirkungsvolles Risikomanagement zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit.
Schlüsselwörter
Risikocontrolling, Risikomanagement, Risikoidentifikation, Risikomessung, Value at Risk, Balanced Scorecard, Frühwarnsystem, Scoring-Modell, Marktrisiko, Kreditrisiko, Unternehmensstabilität, Existenzsicherung, Prognoseverfahren, Risikopolitik, Kapitalmarkt.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die konzeptionellen Grundlagen und die praktischen Aufgabenfelder des Risikocontrollings in Unternehmen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Risikoidentifikation, der Risikomessung sowie der Vorstellung spezifischer Instrumente zur Implementierung in Unternehmen.
Was ist das primäre Ziel dieser Arbeit?
Ziel ist es, Methoden aufzuzeigen, mit denen Entscheidungsträger Risiken systematisch erfassen, bewerten und steuern können, um die Existenz des Unternehmens langfristig zu sichern.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse und stellt quantitative (Value at Risk) sowie qualitative (Scoring-Modell) Instrumente zur Risikobewertung anhand von Beispielrechnungen dar.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Risikoidentifikation unter Nutzung von Frühwarnsystemen und der Balanced Scorecard sowie in die Risikomessung unter Anwendung des Value-at-Risk-Modells und von Scoring-Verfahren.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Schlagworte sind Risikocontrolling, Risikomanagement, Value at Risk, Balanced Scorecard, Risikoidentifikation und Scoring-Modell.
Wie unterscheidet sich der Value at Risk von einem Scoring-Modell?
Der Value at Risk bewertet Risiken quantitativ in Geldeinheiten auf Basis von Marktdaten, während das Scoring-Modell qualitative Einflussfaktoren und Ziele subjektiv gewichtet und bewertet.
Warum ist das Risikomanagement für Unternehmen gesetzlich relevant?
Gesetze wie das KonTraG in Deutschland verpflichten börsennotierte Unternehmen zur Einrichtung von Systemen zur Früherkennung bestandsgefährdender Risiken.
- Citar trabajo
- Stephanie Hartmann (Autor), 2011, Risikocontrolling - Grundlagen und Aufgaben, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/191828