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"Schwarze" Pädagogik gestern und heute

Titre: "Schwarze" Pädagogik gestern und heute

Dossier / Travail , 2010 , 13 Pages , Note: 2,3

Autor:in: Walburga Steiger (Auteur)

Travail Social
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Der Begriff „Schwarze Pädagogik“ klingt wie ein Titel eines düsteren Filmes und mutet altväterlich und vorsintflutlich an. Doch mitnichten ist die Schwarze Pädagogik aus unserem Kulturkreis verschwunden, sie wurde nur etwas „abgemildert“:
Während mein Vater in seiner Schulzeit noch Schläge mit Stock und Lederriemen bekam, erlebte ich selber in meiner Schulzeit (bei anderen Kindern, es waren immer Jungen) „nur“ Ohrfeigen und Kopfnüsse. Als Mädchen blieben mir körperliche Strafen in der Schule erspart, ich erlebte „nur“ verbale Demütigungen und Anschreien (was mich auch ohne Schläge jedesmal zu Tode ängstigte).

Wer glaubt, dass „Schwarze Pädagogik“ ein Relikt aus längst vergangengen Tagen sei, der begebe sich in Institutionen, die sich der Erziehung von Kindern und Jugendlichen verschrieben haben, und er wird dort zuhauf fündig werden. Sei es in Kindergärten oder in der Internatserziehung: Das Menschenbild vom Kind als boshaften und starrsinnigen Wesen, das es zu bändigen, zu zähmen und zu unterdrücken gilt, dem „gezeigt werden muss, wer das Sagen hat“, diese Einstellung ist bis zum heutigen Tage gang und gäbe. Dies trotz aller sorgsam ausgearbeiteten Curriculae wie dem Bayerischen Erziehungs- und Bildungsplan, trotz aller Bewegungen wie der antiautoritären und partner-schaftlichen Erziehung, dies auch trotz aller Erkenntnisse, die uns über kindliches Werden und Entwickeln heute vorliegen.
Die in den letzten Wochen an die Öffentlichkeit gedrungenen Gewalttaten an Schutzbefohlenen in klösterlichen Internaten sprechen darüberhinaus ihre eigene Sprache.

So haben Aspekte der „Schwarzen Pädagogik“ beklemmende Aktualität.
In dieser Arbeit werde ich mich vor allem mit dem Buch „Am Anfang war Erziehung“ von Alice Miller auseinandersetzen. Ich werde darstellen, was der Begriff der „Schwarzen Pädagogik“ bedeutet sowie die möglichen Auswirkungen auf Individuen und Gesellschaft. Auch möchte ich aufzeigen, worin die Lösungen bestehen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Mechanismen

Auswirkungen

Auswege

Schlußbemerkung

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Diese Arbeit setzt sich kritisch mit Alice Millers Werk „Am Anfang war Erziehung“ und dem Konzept der „Schwarzen Pädagogik“ auseinander. Ziel ist es, die Mechanismen repressiver Erziehung, deren langfristige Auswirkungen auf das Individuum und die Gesellschaft sowie mögliche Lösungsansätze zur Durchbrechung dieses Kreislaufs aufzuzeigen.

  • Definition und historische Einordnung der „Schwarzen Pädagogik“
  • Analyse der Mechanismen von Gewalt und Manipulation in der Erziehung
  • Psychologische Auswirkungen auf das Kind und spätere Traumatisierung
  • Diskussion der Thesen von Alice Miller im wissenschaftlichen Kontext
  • Konzept des „wissenden Zeugen“ als Lösungsweg

Auszug aus dem Buch

Mechanismen

Das Kapitel über die Schwarze Pädagogik in Alice Millers Buch beginnt mit der Schilderung einer grausamen Strafe, die ein Vater an seiner vierjährigen Tochter vollzieht. Es stockt einem der Atem, wenn man liest: „Die Strafe folgte auf großem Fuß. Zehn Tage lang, zu lang für jedes Gewissen, segnete mein Vater die ausgestreckten, vier Jahre alten Handflächen seines Kindes mit scharfem Stöckchen. Sieben Tatzen täglich auf jede Hand: macht hundertvierzig Tatzen und etwas mehr: es machte der Unschuld des Kindes ein Ende.“ (Miller, Alice: Am Anfang war Erziehung, S. 17).

„Schwarze Pädagogik“, das bedeutet, in der Erziehung von Kindern und Jugendlichen repressive Mittel anzuwenden wie körperliche und seelische Gewalt, Demütigungen, Beängstigen, Liebesentzug, Isolierung, Verachtung.....die Liste könnte noch weitergeführt werden.

Der Begriff der „Schwarzen Pädagogik“ ist untrennbar verknüpft mit dem Namen der Soziologin Katharina Rutschky, die das gleichnamige Buch veröffentlichte. Darin sind Texte und Fragmente aus Erziehungsratgebern aus mehr als zwei Jahrhunderten zusammengestellt, von denen Alice Miller einige in ihrem Buch „Am Anfang war Erziehung“ zitiert. Aus ihnen geht hervor, dass Schläge beileibe nicht das einzige gewalttätige Mittel sind, es gibt deren eine ganze Menge: Manipulation, Erpressung, Drohungen, absolute Kontrolle, Demütigungen, Anschreien, Schubsen oder Schütteln.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in den Begriff der „Schwarzen Pädagogik“ und Darlegung der persönlichen sowie gesellschaftlichen Relevanz des Themas.

Mechanismen: Untersuchung der repressiven Erziehungsmethoden, wie sie in Alice Millers Werk beschrieben werden, und deren historische Einbettung.

Auswirkungen: Analyse der psychischen Folgen für Kinder, die Gewalt erfahren, und deren Neigung, diese Traumata im Erwachsenenalter weiterzugeben.

Auswege: Darstellung von Lösungsstrategien, insbesondere der Bedeutung des „wissenden Zeugen“ und der Aufarbeitung der eigenen Kindheitsgeschichte.

Schlußbemerkung: Persönliche Reflexion der Autorin über die Lektüre von Alice Miller und das Fazit hinsichtlich eines gesellschaftlichen Bewusstseinswandels.

Schlüsselwörter

Schwarze Pädagogik, Alice Miller, Kindeswohl, Erziehung, Gewalt, Trauma, Manipulation, Gehorsam, Wiederholungszwang, wissender Zeuge, Psychologie, Pädagogik, Aufarbeitung, Sozialisation, Eltern-Kind-Beziehung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der „Schwarzen Pädagogik“, einem Erziehungssystem, das darauf abzielt, den Willen von Kindern durch Machtausübung und Gewalt zu brechen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die psychischen Mechanismen der Unterdrückung, die Folgen für die Entwicklung des Kindes und die Möglichkeiten, diesen Kreislauf der Gewalt zu unterbrechen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, durch die Auseinandersetzung mit Alice Millers Thesen zu verstehen, wie repressive Erziehung zur Weitergabe von Traumata führt und wie Heilung durch Bewusstwerdung möglich ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine literaturgestützte Analyse und verknüpft diese mit einer eigenen kritischen Reflexion sowie dem Diskurs mit anderen Wissenschaftlern wie Andreas Flitner.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Unterdrückungsmechanismen, deren destruktive Auswirkungen auf das Individuum und die Gesellschaft sowie die Aufzeigung konkreter Auswege.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Schwarze Pädagogik, Trauma, psychische Folgen, Erziehungsideologie, Wiederholungszwang und Bewusstseinswandel.

Wie unterscheidet die Autorin zwischen den verschiedenen Formen der Gewalt?

Sie betont, dass neben körperlicher Gewalt auch subtilere, psychische Formen wie Manipulation, Drohungen und Liebesentzug zentrale Bestandteile der „Schwarzen Pädagogik“ sind.

Welche Rolle spielt der „wissende Zeuge“ für die Überwindung von Traumata?

Der „wissende Zeuge“ fungiert als eine empathische Bezugsperson, die dem Kind bestätigt, dass ihm Unrecht widerfahren ist, was für die Verarbeitung von Kindheitstraumata essenziell ist.

Wie setzt sich die Autorin mit der Kritik von Andreas Flitner an Alice Miller auseinander?

Sie kritisiert Flitner dafür, dass er die Bedeutung der persönlichen Kindheitserfahrungen und die Auswirkungen repressiver Erziehung unterschätzt, und vermutet, dass er möglicherweise selbst eigene Erfahrungen abspaltet.

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Résumé des informations

Titre
"Schwarze" Pädagogik gestern und heute
Université
Catholic University of Applied Sciences München
Note
2,3
Auteur
Walburga Steiger (Auteur)
Année de publication
2010
Pages
13
N° de catalogue
V191856
ISBN (ebook)
9783656167143
ISBN (Livre)
9783656167525
Langue
allemand
mots-clé
"Schwarze Pädagogik" Pädagogik früher und heute Erziehung Erziehungsstile
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Walburga Steiger (Auteur), 2010, "Schwarze" Pädagogik gestern und heute, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/191856
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Extrait de  13  pages
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