Hunde bellen, beißen, kacken die Bürgersteige voll und haben in einer modernen Industriegesellschaft keine Daseinsberechtigung. Diese hundefeindliche Einstellung greifen populistische Politiker auf und nehmen Beißunfälle zum Anlass, die Hundegesetze zu verschärfen: Leinenzwang, Hundeführerschein, Chippflicht, Versicherungspflicht, Wesenstest für besonders gefährliche Hunde, polizeiliches Führungszeugnis. Das ist alles mit Kosten verbunden. Gesetzesverstöße werden mit Bußgeld geahndet. Das alles bedeutet die Entmündigung des Hundehalters. Dazu tragen auch die Medien bei mit ihrer Berichterstattung über Beißunfälle, allen voran die Bildzeitung, die Hunde als „blutrünstige Beißmaschinen“ tituliert.
Es muss sich vieles ändern, damit es besser wird. Hundehalter brauchen eine Lobby, um Einfluss zu nehmen auf die Gesetzgebung und die Berichterstattung in den Medien. Dazu braucht es einen langen Atem und viele Hundehalter, die mitmachen. Am Anfang steht die Empörung, dem folgt der Protest, der Widerstand, die Aktion: Protestbriefe, Petitionen an die Landesparlamente, Briefe an die Abgeordneten in den Landtagen und Demonstrationen. Wir müssen uns einmischen, den Protest bündeln, damit Netzwerke entstehen, die Informationen sammeln, den Widerstand koordinieren und organisieren.
Inhaltsverzeichnis
1. Deutschland – ein hundefeindliches Land
Lassen wir den Hund doch Hund sein
2. Das Bild vom Hund in unserer Gesellschaft
Der Mensch – die Krönung der Schöpfung?
Der böse Wolf
Der Mensch als Rudelführer
Der Hund – der letzte Untergebene
Hunde sind Individualisten
Das Bild vom Hund in den Medien (Beispiel Beißunfall)
3. Die Entmündigung des Hundehalters durch Gesetze
Die Vorstellung des Gesetzgebers: Der perfekte Hund
Hundeführerschein
Bußgeld
Hundegesetze: Jeder Hund ist aggressiv und gefährlich
Hundesteuer
Beim Hund hört der Sozialstaat auf
Genereller Leinenzwang nicht zulässig
Die neuen Hundegesetze in Niedersachsen und Thüringen
Leinenzwang in der Brut- und Setzzeit
Kampfhund, Rasselisten, Leinenzwang
4. Tierschutz – Anspruch und Wirklichkeit
Tiere sind rechtlos
Gute und böse Hunde
Haustierjagd
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert kritisch die zunehmende Stigmatisierung von Hunden und Hundehaltern in Deutschland. Sie untersucht, wie populistische Politik und einseitige mediale Berichterstattung zu restriktiven Hundegesetzen führen, die eine artgerechte Haltung einschränken und das Bild vom Hund als "gefährliches Monster" konstruieren.
- Die konstruierte Gefährlichkeit von Hunden und die Rolle der Rasselisten.
- Kritik an der bürokratischen Entmündigung durch Hundeführerschein und Bußgelder.
- Die gesellschaftliche Wahrnehmung des Hundes im Vergleich zum Wildtier.
- Die Privilegierung der Jägerschaft gegenüber Hundehaltern beim Tierschutz.
- Notwendigkeit einer Lobbyarbeit für eine hundefreundlichere Gesellschaft.
Auszug aus dem Buch
Der böse Wolf
Der Hund stammt vom Wolf ab, aber der Hund ist kein Wolf und der Mensch kein Affe. Es tauchen vereinzelt wieder Wölfe auf in unseren Wäldern, wie zum Beispiel in Bayern. Politiker haben sofort signalisiert, dass der Wolf in einem kultivierten Land nichts zu suchen habe. Das hören Jäger gerne. Seitdem wurde der Wolf in den Wäldern Bayerns nicht mehr gesehen. Offenbar werden viele das Bild vom „bösen Wolf“ nicht los, das sie aus dem Märchen „Rotkäppchen und der böse Wolf“ von den Gebrüdern Grimm kennen.
Die Wolfsforscher Günther Bloch und Peter Dettling (Auge in Auge mit dem Wolf, Stuttgart 2009) waren in einem Zeitraum von zwanzig Jahren im Bauff - Nationalpark, in den kanadischen Rocky Mountains unterwegs und haben Timber-Wölfe bobachtet. Die Wölfe leben in Rudel von sechs bis acht Tieren. Eine klare Hierarchie (Alpha-Wölfe, Alpha-Weibchen, Beta-Wölfe) wie man früher annahm konnten die Forscher nicht feststellen: Dominante Wölfe fressen nicht immer als erste an der erlegten Beute. Sie überließen Jüngeren und untergeordneten Mitgliedern des Rudels den Vortritt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Deutschland – ein hundefeindliches Land: Ein Überblick über die historische Belastung durch die Hundesteuer und die zunehmende gesellschaftliche Ablehnung sowie gesetzliche Gängelung von Hundehaltern.
2. Das Bild vom Hund in unserer Gesellschaft: Die philosophische und biologische Einordnung des Hundes, die Kritik am veralteten Rudelführermodell und die Darstellung durch die Medien.
3. Die Entmündigung des Hundehalters durch Gesetze: Eine tiefgehende Analyse der rechtlichen Einschränkungen wie Hundeführerschein, genereller Leinenzwang und die Kritik an der Praxis der Rasselisten.
4. Tierschutz – Anspruch und Wirklichkeit: Eine Untersuchung des Tierschutzrechts unter Berücksichtigung der Privilegien von Jägern und Landwirten gegenüber der Einschränkung von Hunden.
Schlüsselwörter
Hundehalter, Hundegesetze, Rasselisten, Leinenzwang, Tierschutz, Hundesteuer, Rudelführer, Kampfhund, Medienhetze, Hundeführerschein, gesellschaftliche Akzeptanz, artgerechte Haltung, Jagdlobby, Beißunfälle, Diskriminierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der gesellschaftlichen und gesetzlichen Benachteiligung von Hundehaltern in Deutschland und der Konstruktion von Hunden als vermeintlich aggressive Tiere.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Kritik an Hundegesetzen, die Fehlinterpretation von Wolfsverhalten, die Rolle der Medien bei der Stigmatisierung bestimmter Hunderassen und die Ungleichbehandlung durch staatliche Institutionen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass aktuelle Hundegesetze oft auf falschen Annahmen basieren und dass Hundehalter eine stärkere, organisierte Vertretung benötigen, um gegen hundefeindliche Tendenzen vorzugehen.
Welche wissenschaftliche Methode liegt dem Buch zugrunde?
Der Autor stützt sich auf eine Analyse rechtlicher Urteile, statistische Beobachtungen, verhaltensbiologische Erkenntnisse (u.a. von Bloch und Kotrschal) sowie die Auseinandersetzung mit historisch gewachsenen Vorurteilen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die Auswüchse der Gesetzgebung (Hundesteuer, Leinenzwang), die mediale Instrumentalisierung von Beißunfällen und die Privilegien der Jagdlobby gegenüber dem Tierschutz detailliert dargelegt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie "Entmündigung", "Rasselisten", "hundefeindliche Gesellschaft" und "Lobbyarbeit für Hundehalter" zusammenfassen.
Warum wird im Buch das "Rudelkonzept" von Trumler kritisiert?
Weil dieses Modell auf einer veralteten Dominanz-Theorie basiert, die in der Praxis oft zu fragwürdigen Erziehungsmethoden wie dem Nackenschütteln führt, anstatt auf Partnerschaft zu setzen.
Wie bewertet der Autor die Rolle der Medien bei Beißunfällen?
Der Autor sieht in der Berichterstattung, insbesondere durch die Bildzeitung, einen wesentlichen Treiber für die öffentliche Hysterie und die daraus resultierenden verschärften Gesetze.
- Citar trabajo
- Karl-Heinz List (Autor), 2012, Hundehalter! Empört euch!, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/191884