Zwischen Ethik und Wettbewerbsvorteil

Unternehmerisches Engagement am Beispiel der Unternehmen Trigema und Dove


Seminararbeit, 2011

17 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung

2. Trigema
2.1 Unternehmensprofil
2.2 Unternehmensphilosophie

3. Dove
3.1 Unternehmensprofil
3.2 Unternehmensphilosophie
3.3 Die „Initiative für wahre Schönheit“

4. Trigema und Dove im Vergleich

5. Axe, Dove und Slimfast - Eine Doppelmoral?

6. Spannungsfeld Ethik & Wettbewerbsvorteil

7. Chancen und Risiken

8. Schlussbemerkung

Quellenverzeichnis

1. Einleitung

Die Diskussion um die Frage, ob soziales Engagement von Unternehmen lediglich einem Trend folgt löst sich mehr und mehr auf. Fest steht, dass es sich kaum ein Unternehmen noch leisten kann nicht auf irgendeine Art Verantwortung zu übernehmen. Der größte Überwacher ist dabei nicht der Staat geworden, sondern der Konsument, der mehr und mehr Ansprüche stellt. Unabhängig von der intrinsischen Motivation Gutes zu tun gibt es Studien, die zeigen, dass sich ethisches Engagement nicht nur positiv auf das Image und die Kundenzufriedenheit auswirkt. Als Folge werden ebenso Gewinnsteigerungen verzeichnet. Dies deutet darauf hin, dass die Übernahme von Verantwortung für Umwelt, Gesellschaft und Mitarbeiter zu Wettbewerbsvorteilen gegenüber Konkurrenten führen kann. Inwieweit Unternehmen solche Chancen wahrnehmen und inwieweit die Unternehmenskulturen ethisch geprägt sind soll im Folgenden anhand der Unternehmen Trigema und Dove untersucht werden. Hierbei wird insbesondere Dove als Teil des Konzerns Unilever in die Kritik gestellt und erörtert wie sich Konzern- und Unternehmenshandeln gegenüberstehen. Die Frage ob sich Ethik und Gewinnstreben wirklich vereinbaren lassen und welche Chancen und Risiken dabei für Unternehmen und Gesellschaft bestehen soll der theoretische und abschließende Teil dieser Arbeit sein.

2. Trigema

2.1 Unternehmensprofil

Auf der firmeneigenen Homepage schmückt sich Trigema mit dem Verweis auf zahlreiche Auszeichnungen für Innovationsstärke sowie soziales Engagement. Offensichtlich gelingt es Deutschlands größtem Hersteller von Trikot- und Freizeit- Bekleidung soziale und wirtschaftliche Interessen miteinander zu vereinen.1

Seit 1969 sorgt Wolfgang Grupp als Chef Trigemas dafür, dass diesem Anspruch Rechnung getragen wird. Grupp rettete das 1929 gegründete Familienunternehmen vor dem Konkurs, indem er den Weg für ein nachhaltiges Umsatzwachstum ebnete. Während die Konkurrenz von der Bildfläche verschwand oder seine Produktion ins kostengünstigere Ausland verlagerte, bekannte sich der Unternehmer zu dem Produktionsstandort Deutschland. Trigema fertigt seine Textilien im schwäbischen Burladingen, Altshausen und Rangendingen. Dort vollziehen sich – von der Stoffherstellung bis zur Konvektion – sämtliche Produktionsstufen. Dadurch erwirtschaftet das Unternehmen eine Wertschöpfungsquote von 78%. Im Jahr 2007 wurde ein Netto-Umsatz von € 49,53 Mio. und ein Netto-Jahresüberschuss von € 1,66 Mio. erwirtschaftet. Im Jahr 2008 stieg der Netto-Umsatz auf € 50,71 Mio. und der Netto-Jahresüberschuss auf € 2,52 Millionen.2 Zudem garantiert Trigema den Kindern seiner 1200 Mitarbeiter einen Ausbildungsplatz. Die hohe Produktionstiefe ermöglicht Aufträge innerhalb von 48 Stunden abzuwickeln. Dieser Wettbewerbsvorteil leistet einen wesentlichen Beitrag zu der kontinuierlichen Umsatzsteigerung, die dazu führte, dass Konjunktureinbrüche bislang ohne Kurzarbeit oder Entlassungen gemeistert werden konnten. Daran ändert auch der harte Preiskampf in der Textilindustrie nichts. Infolgedessen verlor der Anbieter von qualitativ hochwertigen Waren des mittleren Preissegments zahlreiche Kunden, doch die daraus resultierenden Umsatzeinbußen konnten mit der Eröffnung von so genannten „Testgeschäften“ kompensiert werden. Dieser Vertriebsweg ist auch unter dem Namen

„Factory–Outlet“ bekannt. Mittlerweile verfügt Trigema über 50 dieser Geschäfte, welche 52% des Umsatzes ausmachen. 3 Darüber hinaus werden die Waren online vertrieben. Neben der Produktqualität und Flexibilität scheint auch Trigemas Unternehmensphilosophie ein weiteres Alleinstellungsmerkmal zu sein.

2.2 Unternehmensphilosophie

Mit Statements wie„Nicht Macht, Marktanteile und Größe dürfen für unser Handeln bestimmend sein, sondern Solidität, Verantwortung für die Mitmenschen, Gerechtigkeit und Beständigkeit“4oder„Ich betrachte es als meine Pflicht, meine Mitmenschen in den Arbeitsprozess einzubeziehen und unsere Arbeitsplätze auch in Zukunft zu sichern“5kommuniziert Wolfgang Grupp eine Unternehmensphilosophie, die sowohl bei Mitarbeitern, als auch in der Öffentlichkeit auf große Anerkennung stößt. Damit die genannten Aussagen nicht zu Worthülsen verkommen, wird Trigemas Philosophie mit Hilfe eines Verhaltenskodex realisiert. Diese Zusammenstellung von Verhaltensregeln verkörpert die Philosophie des Unternehmens und ist sowohl für Mitarbeiter als auch Geschäftpartner verbindlich. Den Normen zufolge, soll jeder Mensch mit Respekt und Würde behandelt werden. 6 Dementsprechend fordert der Kodex menschenwürdige Arbeitszeiten/- bedingungen, faire Entlohnung, sowie Vereinigungsfreiheit und absolutes Diskriminierungsverbot. Ferner wird eine umweltverträgliche Produktion angestrebt. Dies wird durch die eigene Stromerzeugung mittels Blockheizkraftwerken und der Einhaltung des Öko Tex Standards 100 (f.) umgesetzt. Insgesamt zeichnet der Verhaltenskodex ein Unternehmensleitbild, welches unternehmerisches Handeln als Verantwortung gegenüber Mensch und Natur sowie an Fairness und Toleranz orientiert.

3. Dove

3.1 Unternehmensprofil

Die Marke Dove wurde 1957 gegründet und ist eine von rund 400 Marken des britisch- niederländischen Konzerns Unilever.7 Positioniert wird Dove als die „Marke für wahre Schönheit“. Zur Produktpalette gehören Körperpflegeprodukte für Frauen und seit 2010 auch für Männer. Die Produktpalette reicht von gebrauchsüblicher Seife bis hin zu Duschgel, Bodylotion oder Shampoo.8 Der Konzern Unilever ist nicht nur im Bereich Körperpflege, sondern auch in den Bereichen Nahrungsmittel und Haushaltsprodukte der größte Anbieter von Konsumgütern. Beschäftigt werden ca. 167.000 Mitarbeiter in über 100 Ländern, davon 6.700 in Deutschland.9 Die Konzern Netto- Umsatzerlöse stiegen von € 39,82 Milliarden in 2009 auf € 44,26 Milliarden in 2010. Der Jahresüberschuss betrug dabei € 3,66 Milliarden in 2009 und € 4,60 Milliarden in 2010.10

3.2 Unternehmensphilosophie

Während auf der Dove Homepage keinerlei Informationen über das Unternehmen und dessen Philosophie bereitgestellt werden, findet man auf der deutschen Unilever Homepage in der Rubrik

„Über uns“ die Konzerngrundsätze. Hierin bekennt sich Unilever zu einer ehrlichen, integrativen und offenen Geschäftstätigkeit sowie der Achtung der Interessen und Rechte der Mitarbeiter. Des Weiteren sieht sich der Konzern als „Teil der Gesellschaft“ und gibt an soziale Verantwortung wahrzunehmen.

Den Gültigkeitsbereich der Grundsätze des Unternehmens ist ausgeweitet auf alle Geschäftspartner und schreibt dabei 10 Grundsätze für die Zusammenarbeit vor. Die Geschäftsführung verpflichtet sich dazu, die Anwendung der Grundsätze sicherzustellen und fordert dazu auf Fehlverhalten zu melden. Nationale und internationale Gesetze sowie sonstige Vorschriften der Länder in denen Unilever tätig ist sind einzuhalten.

Im Umgang mit Mitarbeitern plädiert Unilever für die Einhaltung von Menschenrechten, für sichere und saubere Arbeitsbedingungen, für Mindestlöhne sowie die Wahrung der Versammlungs- und Organisationsfreiheit. Vermieden werden sollen Zwangsarbeit, Diskriminierung sowie Überstunden, die über die maximale Arbeitszeit der jeweiligen Länder hinausgehen.

Ebenfalls erwähnt werden soll Unilevers Statement zur Verantwortung im Bereich Umwelt. Hier bekennt sich der Konzern zu einer ständigen Verbesserung der Umweltverträglichkeit der Produkte und Produktionsprozesse sowie einer Halbierung der Umweltbelastungen, insbesondere Treibhausgasemissionen. Laut eigenen Angaben wurden die CO2- Emissionen von 1991 bis 2009 um 41% reduziert.11

3.3 Die „Initiative für wahre Schönheit“

Mit der Kampagne „Keine Models aber straffe Kurven“ begann 2004 der Siegeszug der „echten“ Frauen in der Werbung. Ein Jahr später wurde die „Initiative für wahre Schönheit“ ins Leben gerufen, gefolgt von der „Aktion für mehr Selbstwertgefühl“ in 2006. Dove setzt sich dabei zum Ziel „Kindern und Jugendlichen [zu] helfen, ein realistisches Bild von Schönheit zu entwickeln, und ihr Selbstbewusstsein [zu] stärken.“ 12 Dabei plant Dove bis 2015 15 Millionen Kinder und Jugendliche mit ihrer Nachricht zu erreichen.

Eine von Dove durchgeführte Befragung von 3200 Frauen im Alter von 18-64 Jahren in 10 Ländern sollte aufzeigen inwieweit unsere Definition von Schönheit durch Äußerlichkeiten geprägt ist. Mit bestätigenden und gleichzeitig erschreckenden Ergebnissen: Nur 12% der befragten Frauen waren mit ihrem Äußeren zufrieden. Nur 2% bezeichneten sich selbst als schön.

[...]


1 www.trigema.de/shop, 28.07.2011

2 Elektronischer Bundesanzeiger (Hrsg.) (2011)

3 www.trigema.de/shop, 28.07.2011

4 www.trigema.de/shop/page/philosophy, 28.07.2011

5 www.trigema.de/shop/page/philosophy, 28.07.2011

6 www.trigema.de/shop/page/codeofconduct, 28.07.2011

7 http://www.wer-zu-wem.de, 28.07.2011

8 http://unilever.de/unseremarken, 28.07.11

9 http://unilever.de/ueberuns, 28.07.2011

10 Unilever (Hrsg.) (2011), S. 6

11 http://unilever.de/ueberuns/grundsaetze; http://unilever.de/ueberuns/grundsaetze/businesspartnercode, 28.07.2011

12 http://www.dove.de, 28.07.2011

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Zwischen Ethik und Wettbewerbsvorteil
Untertitel
Unternehmerisches Engagement am Beispiel der Unternehmen Trigema und Dove
Hochschule
Frankfurt School of Finance & Management
Veranstaltung
Seminar: Angewandte Ethik
Note
1,0
Autoren
Jahr
2011
Seiten
17
Katalognummer
V191897
ISBN (eBook)
9783656166894
ISBN (Buch)
9783656168218
Dateigröße
2871 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
zwischen, ethik, wettbewerbsvorteil, unternehmerisches, engagement, beispiel, unternehmen, trigema, dove
Arbeit zitieren
Dustin Lochead (Autor)Alexander Felde (Autor)Kira Tatjana Schmidt (Autor), 2011, Zwischen Ethik und Wettbewerbsvorteil, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/191897

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Zwischen Ethik und Wettbewerbsvorteil



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden