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Friesland zwischen Franken und Dänen im 9. Jahrhundert

Título: Friesland zwischen Franken und Dänen im 9. Jahrhundert

Proyecto/Trabajo fin de carrera , 2007 , 83 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Maike Berhorst (Autor)

Historia - Otros
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In der vorliegenden Arbeit soll der Frage nachgegangen werden, wie sich im Laufe des 9. Jahrhunderts der Kontakt zwischen Dänen und Franken in Friesland entwickelte. In dieser Gegend kann seit den 820er Jahren eine längerfristige Ansiedlung dänischer Anführer innerhalb des fränkischen Landes beobachtet werden, wenn auch diese meistens fränkischer Oberhoheit unterworfen waren. Was führte die Dänen in das Frankenreich und gerade nach Friesland? Welche Hintergründe hatte es, dass Mitglieder eines dänischen Königsgeschlechts zu fränkischen Lehnsmännern wurden und damit sogar in das Reichssystem eingegliedert wurden? Warum ließen die fränkischen Herrscher diese Fremden in ihrem Reich zu, d.h. welche Vorteile versprachen sie sich hiervon?
Die kommenden Überlegungen folgen einer chronologischen Gliederung, beginnend mit König Godfrid Anfang des 9. Jahrhundert, welcher als erster bekannter Däne politische Interessen im Norden des Frankenreiches zu vertreten schien. Nachfolgend richtet sich der Blick auf weitere Dänen, deren Weg sie aus kriegerischen oder politischen Gründen nach Friesland führte und sie damit in Kontakt zu den fränkischen Herrschern treten ließ. Der letzte Däne, der mit Friesland in Verbindung stand, starb im Jahre 885. Damit endet schließlich die für diese Arbeit interessante Periode dänischer Herrschaft im Frankenreich.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Hauptteil

1. König Godfrid und Karl der Große 804 – 810

1.1. Die ersten Kontakte

1.2. Die erste Begegnung zwischen Godfrid und Karl

1.3. Der Abodritenfeldzug im Jahre 808

1.4. Danewerk, Reric und Haithabu

1.5. Verhandlungen zwischen Karl und Godfrid

1.6. Der Angriff auf Friesland im Jahre 810

1.7. Gesamteinschätzung Godfrids

2. Harald Klak und das Frankenreich

2.1. Die Verhältnisse in Dänemark nach Godfrids Tod

2.2. Haralds Zuflucht bei Ludwig dem Frommen

2.3. Die Taufe Haralds

2.4. Was geschah mit Harald?

3. Friesland unter Rorik und Harald II.

3.1. Überfälle auf Dorestad

3.2. Dorestad und der friesische Handel

3.3. Kaufleute, Plünderer oder beides?

3.4. Haralds II. Rolle in Friesland

3.5. Friesland unter Rorik

3.6. Verantwortlichkeit für die Raubzüge am Beispiel Paris 845

3.7. Rorik und Godfrid Haraldsson nach 850

3.8. Ansprüche auf den dänischen Thron

3.9. Rorik und der Vorwurf des Verrats

3.10. Das Ende Roriks

4. Godfrid III. in Friesland

4.1. Das „große Heer“

4.2. Godfrids Herrschaft in Friesland

III. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Entwicklung der Kontakte zwischen Dänen und Franken in Friesland während des 9. Jahrhunderts, wobei der Fokus auf der Ansiedlung dänischer Anführer und deren Rolle als fränkische Lehnsmänner liegt.

  • Politische und militärische Beziehungen zwischen dem Frankenreich und dänischen Anführern.
  • Die Rolle Frieslands als strategischer Knotenpunkt und Ziel normannischer Überfälle.
  • Eingliederung dänischer Anführer in das fränkische Reichssystem durch Belehnung.
  • Die Wechselwirkung zwischen fränkischer Verteidigungspolitik und dänischen Interessen.

Auszug aus dem Buch

1.6. Der Angriff auf Friesland im Jahre 810

In den Reichsannalen wird im Jahre 810 berichtet, dass Karl in Aachen einen Feldzug gegen den Dänenkönig Godfrid plante. Der direkte Auslöser für diesen Plan wird nicht genannt. Doch bevor der Kaiser diesen Plan umsetzen konnte, wurde ihm die Landung einer dänischen Flotte von zweihundert Schiffen an der friesischen Küste gemeldet.75 Zunächst wurden die friesischen Inseln überfallen, woraufhin das normannische Heer das Festland erreicht und sich mehrere erfolgreiche Schlachten mit der friesischen Bevölkerung lieferte. Die besiegten Friesen wurden tributpflichtig gemacht und hatten bereits hundert Pfund Silber gezahlt. Als überraschende Tatsache wird noch hinzugefügt, dass „regem vero Godofridum domi esse“76. Über die Gründe hierfür schweigen die Annalen jedoch.

Karl war über diese Nachrichten so empört, dass er Boten in alle Reichsteile schickte, um möglichst schnell ein Heer aufbieten und den bereits zuvor geplanten Feldzug beginnen zu können. Er selbst setzte sich nun aus Aachen über den Rhein in Richtung Lippeham in Bewegung, um zunächst der dänischen Flotte zu begegnen.77 Nach dem Zusammenschluss mit den Truppen zog er schließlich bis zur Wesermündung, schlug dort ein Lager auf und wartete auf weitere Schritte Godfrids. Karl war nämlich zu Ohren gekommen, dass Godfrid den Kampf mit den Franken auf offenem Felde suchte. Noch während er mit seinen Truppen auf ein Zeichen zum Kampf wartete, erhielt er die Nachricht, dass „classem, quae Frisia vastabant, domum regressam et Godofridum regem a quodam suo satellite interfectum“78 und kehrte nach Hause zurück.

Über dieses Ereignis schreibt das Chronicon Moissiacense zusätzlich, dass Godfrid „occulte misit pyratas cum navibus in Frisia“79, die dort erheblichen Schaden unter dem Christenvolk angerichtet hatten. Später wurde er von einem seiner Vasallen getötet. An dieser Quellenaussage ist zu beachten, dass sie, im Gegensatz zu den Reichsannalen, Godfrid eindeutig als den Verursacher dieses Beutezuges kennzeichnet.

Zusammenfassung der Kapitel

1. König Godfrid und Karl der Große 804 – 810: Dieses Kapitel behandelt die ersten politischen und militärischen Kontakte sowie Konflikte zwischen dem dänischen König Godfrid und Karl dem Großen, inklusive der Grenzbeziehungen und Godfrids Raubzügen.

2. Harald Klak und das Frankenreich: Fokus auf Harald Klaks Versuche, den dänischen Thron mit Unterstützung des Frankenreiches zurückzugewinnen, seine Taufe und seine Ansiedlung in Friesland.

3. Friesland unter Rorik und Harald II.: Untersuchung der Periode ab 830, in der Friesland zunehmend unter den Einfluss dänischer Kriegsherren geriet, insbesondere durch die Belehnungen an Rorik und Harald II.

4. Godfrid III. in Friesland: Analyse der späten Phase dänischer Herrschaft in Friesland unter Godfrid III., seinen Verbindungen zur fränkischen Oberschicht und seinem gewaltsamen Ende.

Schlüsselwörter

Friesland, Frankenreich, Dänemark, Normannen, Wikinger, Rorik, Godfrid, Harald Klak, Dorestad, Haithabu, Karolingische Reichsgeschichte, Lehnswesen, Küstenschutz, Raubzüge, Christianisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die wechselhafte Geschichte der Beziehungen zwischen dem Frankenreich und dänischen Anführern in Friesland während des 9. Jahrhunderts.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die politische Integration dänischer Anführer in das fränkische Reich, der Wandel von Raubzügen hin zu einer lehnsartigen Herrschaft und die Rolle von Handelsplätzen wie Dorestad.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Es soll geklärt werden, wie sich der Kontakt zwischen Franken und Dänen entwickelte, warum dänische Adlige in das fränkische System eingegliedert wurden und welchen strategischen Nutzen sich die fränkischen Herrscher davon versprachen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?

Die Untersuchung erfolgt auf Basis einer chronologischen Analyse zeitgenössischer fränkischer Quellen, wie etwa Reichsannalen und Chroniken, unter Einbeziehung archäologischer Befunde und moderner Forschungsliteratur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in vier große Blöcke, die chronologisch von der Zeit König Godfrids und Karls des Großen über Harald Klak und die Ära von Rorik bis hin zum Wirken Godfrids III. reichen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlagworte sind Friesland, Frankenreich, Dänemark, Normannen, Lehnswesen und die strategische Bedeutung von Handelszentren.

Wie unterschied sich die dänische Herrschaft in Friesland von der Gründung der Normandie?

Während die Ansiedlung in Friesland ein fragiles Lehnsverhältnis blieb, das keine dauerhafte Besiedlung zur Folge hatte, führte der spätere Vertrag mit Rollo zur Gründung der Normandie und einer dauerhaften Etablierung normannischer Herrschaft.

Welche Rolle spielte die Taufe dänischer Anführer im politischen Kontext?

Die Taufe diente oft als diplomatisches Instrument zur Festigung der Bindung an den fränkischen Kaiser und zur Legitimation der Belehnung, wobei die religiöse Motivation häufig hinter politischem Kalkül zurückblieb.

Final del extracto de 83 páginas  - subir

Detalles

Título
Friesland zwischen Franken und Dänen im 9. Jahrhundert
Universidad
University of Münster
Calificación
1,3
Autor
Maike Berhorst (Autor)
Año de publicación
2007
Páginas
83
No. de catálogo
V191903
ISBN (Ebook)
9783656176657
Idioma
Alemán
Etiqueta
Mittelalter Friesland Karl der Große Franken Dänemark
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Maike Berhorst (Autor), 2007, Friesland zwischen Franken und Dänen im 9. Jahrhundert, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/191903
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