Arbeit dient der Existenzsicherung der Gesellschaft und des Einzelnen. Der gezielte Einfluss auf die Motivation von Menschen kann helfen, die Arbeitsergebnisse zu verbessern. Denn Menschen bringen als Mitarbeiter ihre Arbeitskraft für die Erreichung von Unternehmenszielen ein. „Arbeit ist nach wie vor zur Produktion von Gütern und Dienstleistungen erforderlich und damit der entscheidende Faktor für gesellschaftlichen Reichtum“ (Minssen 2006, S. 17). Für dessen Mehrung sind gutausgebildete und hochmotivierte Arbeitskräfte von wesentlicher Bedeutung. Des Weiteren „ist (Erwerbs-) Arbeit der zentrale Mechanismus, über den Einkommen, Status und Prestige zugewiesen werden“ (ebenda). Auf dem Ausbildungsweg absolvieren nicht Wenige ein Praktikum (vgl. Rebien, Spitznagel 2007, S. 5). Praktika dienen mehreren Zwecken. Sie führen Menschen ins Arbeitsleben, andere aus der Arbeitslosigkeit, vermitteln Praxisnähe, ergänzen eine theoretische Ausbildung oder helfen bei der Berufswahl.
Praktika werden von verschiedenen Personengruppen genutzt, z. B. von Schülern, Auszubildenden, Studenten, Hochschulabsolventen und Probebeschäftigten. Häufig können sie als nahtloser Übergang von der Ausbildung in eine berufliche Anstellung führen (vgl. ebenda).
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Forschungsstand
1.1.1 Motivationstheorien
1.1.2 Praktika und Praktikanten
1.1.3 Quantität an Praktikanten
1.1.4 Manifeste Größen von Praktika
1.2 Problemzusammenhang
1.3 Zentrale Fragestellung
1.3.1 Konkretisierung der Fragestellung
1.3.2 Bearbeitung der Fragestellung
1.4 Aufbau der Arbeit
2 Theoretische Überlegungen
2.1 Motive
2.1.1 Leistungsmotiv
2.1.2 Anschlussmotiv
2.1.3 Entfaltungsmotiv
2.1.4 Implizite und explizite Motive
2.1.5 Messung von Motiven
2.2 Anreize
2.2.1 Funktion von Anreizen
2.2.2 Anreizarten
2.3 Motivation
2.3.1 Interaktion von Person und Situation
2.3.2 Motivationsmodell
2.4 Zusammenfassung
3 Empirische Analyse
3.1 Gegenstand der Untersuchung
3.2 Rekrutierung der Stichprobe
3.3 Untersuchungsdesign
3.3.1 Aufbau des Fragebogens
3.3.2 Operationalisierung
3.3.3 Messmodelle
3.4 Zusammenfassung
4 Darstellung der Ergebnisse
4.1 Beschreibung der Stichprobe und der Praktika
4.1.1 Soziodemografie
4.1.2 Motive für das Praktikum
4.1.3 Erwartungen im Vorfeld des Praktikums
4.1.4 Intervenierende Variablen
4.2 Quantifizierung von Motiven und Anreizen
4.2.1 Leistungsthema
4.2.2 Anschlussthema
4.2.3 Entfaltungsthema
4.2.4 Vergleich zwischen den Motiven
4.2.5 Vergleich zwischen den Anreizen
4.3 Vergleich von Motiven und Anreizen
4.3.1 Leistungsthema
4.3.2 Anschlussthema
4.3.3 Entfaltungsthema
4.3.4 Verhältnis zwischen Motiven und Anreizen
4.4 Zusammenhänge auf Personenseite
4.4.1 Geschlecht und Motive
4.4.2 Alter und Motive
4.5 Zusammenhänge zwischen intervenierenden Variablen und Anreizen
4.5.1 Dauer der Praktika und Anreize
4.5.2 Anzahl der Praktikanten und Anreize
4.5.3 Anzahl der Mitarbeiter und Anreize
4.5.4 Arbeitsweise und Anreize
4.5.5 Vergütung und Anreize
4.6 Interpretation der Ergebnisse
4.6.1 Motive und Anreize
4.6.2 Soziodemografie
4.6.3 Intervenierende Variablen
5 Resümee
5.1 Zusammenfassung
5.2 Kritische Reflexion
5.3 Grenzen der Arbeit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Motivationsdispositionen von Praktikanten sowie die in Praktika vorhandenen Anreize, um deren Zusammenspiel und den Einfluss externer Faktoren (wie Vergütung, Dauer oder Arbeitsweise) auf die Motivation empirisch zu bestimmen.
- Analyse der Motivdispositionen (Leistungs-, Anschluss- und Entfaltungsmotive)
- Untersuchung der Anreizstrukturen in Praktikumsverhältnissen
- Vergleich zwischen Motiven und tatsächlich wahrgenommenen Anreizen
- Messung des Einflusses von intervenierenden Variablen wie Dauer und Gruppengröße
- Entwicklung von Handlungsempfehlungen zur motivierenden Praktikumsgestaltung
Auszug aus dem Buch
1.1.2 Praktika und Praktikanten
Wie von Rotenhan (vgl. 1992, S. 101) feststellt, sind Praktikanten keine Arbeitnehmer im Sinne des Arbeitsgerichtsgesetzes (vgl. o. V. 2007, S. 698) und keine Auszubildenden im Sinne des Berufsbildungsgesetzes (BBiG). Denn bei Praktika stehen weder der Austausch von Leistung und Entgelt noch eine berufliche Grundbildung im Vordergrund. Daher gilt für sie der § 26 BBiG „Andere Vertragsverhältnisse“ (vgl. o. V. 2007, S. 211).
Praktika werden nach Inhalt, Dauer und Form reglementiert, z. B. durch entsprechende Studienordnungen oder nach individueller Absprache mit dem Praxisunternehmen (vgl. Steinmacher 2007, S. 3).
Die Definition des Begriffs „Praktikum“ wird für diese Arbeit wie folgt formuliert:
„Das Praktikum dient in der Regel dem Erwerb praktischer Kenntnisse und Erfahrungen in einem Unternehmen im Rahmen einer davon meist unabhängigen, mehr theoretischen Ausbildung (z. B. eines Studiums). Es kann als praxisorientierte Vorstufe auch Zulassungsvoraussetzungen zur Aufnahme einer bestimmten Berufsausbildung, eines Studiums, einer weiteren Ausbildungsphase o. ä. sein“ (ebenda).
Hohendanner und Janik (2008) weisen auf eine arbeitsmarktpolitische Sicht der Praktika hin. Für sie bieten Praktika einen Einstieg in den Arbeitsmarkt (vgl. S. 473). Die Daten in einer Studie von Fuchs zeigen, dass „diese Form des Einstiegs in den Arbeitsmarkt in letzter Zeit zugenommen hat“ (2008, S. 21). Denn Praktika können in der Personalbeschaffung und -beurteilung als Screening-Instrument genutzt werden. Auffällig ist: Je höher die Arbeitslosigkeit ist, desto mehr Praktikanten stehen zur Verfügung (vgl. Hohendanner, Janik 2008, S. 474). Dazu passend stellt Stolz fest, dass sie als billige Arbeitskräfte eingesetzt werden (vgl. 2005, S. 1). Um diesen Missbrauch zu verhindern, entschied das Bundesarbeitsgericht (BAG), dass die Arbeitsleistung in einem Praktikum nicht im Vordergrund stehen, sondern nur zusätzlich erbracht werden dürfe (vgl. o. V. 2003).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung begründet das Thema durch die Relevanz der Motivation für die Arbeitswelt und benennt das Praktikum als bisher wissenschaftlich unterrepräsentiertes Forschungsfeld.
2 Theoretische Überlegungen: Dieses Kapitel erläutert die psychologischen Grundlagen der Motivation, insbesondere Motive wie Leistung, Anschluss und Entfaltung sowie deren Wechselwirkung mit situativen Anreizen.
3 Empirische Analyse: Hier wird das Untersuchungsdesign erläutert, einschließlich der Stichprobenrekrutierung an der TU Chemnitz und der methodischen Operationalisierung der Konstrukte mittels eines Fragebogens.
4 Darstellung der Ergebnisse: Die Ergebnisse der empirischen Studie werden ausgewertet, wobei insbesondere die Zusammenhänge zwischen den Motivdispositionen der Praktikanten und den vorgefundenen Anreizen analysiert werden.
5 Resümee: Das Resümee fasst die Arbeit zusammen, reflektiert kritisch die gewählte Methodik und gibt einen Ausblick auf zukünftige Forschungsmöglichkeiten.
Schlüsselwörter
Motivation, Praktikanten, Leistungsmotiv, Anschlussmotiv, Entfaltungsmotiv, Anreizstrukturen, Arbeitswelt, Personalmanagement, empirische Untersuchung, Motivdiagnostik, Interaktionismus, Arbeitszufriedenheit, Praktikumsgestaltung, Motivdispositionen, Fragebogen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Magisterarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Motivation von Praktikanten und untersucht, wie motivierend Praktika gestaltet sind, indem sie Motive der Praktikanten und Anreize durch die Unternehmen analysiert.
Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?
Die zentralen Felder sind die klassische Motivationspsychologie, die Analyse von Motiven (Leistung, Anschluss, Entfaltung) sowie deren Interaktion mit situativen Anreizen in der Praxis.
Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, das Verhältnis zwischen Motivdispositionen und Anreizen in Praktika zu ermitteln und zu untersuchen, ob intervenierende Variablen (wie Vergütung oder Dauer) einen Einfluss auf diese Komponenten haben.
Welche wissenschaftliche Methode wurde für die empirische Arbeit verwendet?
Es wurde eine quantitative Online-Befragung bei Studierenden der Technischen Universität Chemnitz durchgeführt, die anschließend statistisch ausgewertet wurde.
Was wird im Hauptteil der Untersuchung behandelt?
Im Hauptteil erfolgt zunächst die theoretische Herleitung der Motivationspsychologie, gefolgt von der empirischen Darstellung der Ergebnisse und der kritischen Interpretation der Daten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Wichtige Begriffe sind Motivation, Anreize, Praktikum, Leistungsmotiv, Anschlussmotiv, Entfaltungsmotiv und empirische Analyse.
Warum spielt die Unterscheidung zwischen impliziten und expliziten Motiven eine Rolle?
Die Unterscheidung ist für die Methodik entscheidend, da der verwendete Fragebogen explizite (bewusste) Motive erfasst, während implizite Motive andersartige Messinstrumente wie den Thematischen Auffassungstest erfordern würden.
Welche Schlussfolgerung zieht der Autor bezüglich der Praktikantenvergütung?
Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die Vergütung in keinem signifikanten Zusammenhang mit den Anreizen steht und daher aus Sicht der Anreizgestaltung für Praktikasuchende kaum ausschlaggebend ist.
Welche Empfehlung gibt die Arbeit für die Gestaltung von Praktika?
Der Autor schlägt unter anderem die Einführung von "Punktetafeln" zur Leistungsrückmeldung und die Bildung von Arbeitsgruppen vor, um das Anschluss- und Leistungsmotiv besser zu bedienen.
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- Magister Artium Safa Proy (Autor), 2010, Motivation von Praktikanten, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/191987