Möglichkeiten der Unterstützung gesunden Alterns


Studienarbeit, 2003

34 Seiten, Note: eins


Leseprobe

Inhalt

Einleitung

1. Physiologische Veränderungen des Alterns
1.1. Bewegung / Kraft
1.2. Sinnesorgane
1.3. Stoffwechsel
1.4. Gehirnleistung, Lang- und Kurzzeitgedächtnis

2. Folgen der physiologischen und psychologischen Veränderung
2.1. Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates
2.2. Sinnesorgane
2.3. Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
2.4. Inkontinenz
2.5. Demenzen

3. Perspektiven zum Begriff der Multimorbidität

4. Schlussfolgerungen

5. Einfluss der physiologischen Veränderungen auf den Alltag
5.1. Systematische Betrachtung und die Folgen für das alltäglichen Leben
5.2. Psychische Veränderungen
5.3. Zusammenfassung und Schlussfolgerung

6. Prävention im häuslichen Bereich
6.1. Was bedeutet Prävention?

7. Gesetzliche Grundlage

8. Umsetzungsprobleme in Deutschland
8.1. Sozialpolitische Rahmenbedingungen
8.1.1. Tradition, Konvention, Struktur
8.2. Aufgaben und Maßnahmen der Pflege
8.2.1. Aufklärung und Befähigung
8.2..2. Vermittlung und Koordination
8.2.3. Reflektion und Beratung
8.2.4. Trost spenden und Ziele formulieren
8.2.5. Erinnerungspflege
8.3. Schlussfolgerungen und Veränderungsbedarf

9. Blick über die Grenzen
9.1. Österreich
9.2. Dänemark
9.3. Niederlande

10. Berufsfeld Pflege und Gesundheit

11. Schlussfolgerung

Literaturliste

Einleitung

Wie alle anderen hoch industrialisierten Länder steht auch Deutschland vor dem Problem der zunehmenden Hochaltrigkeit bei gleichzeitigem sinken der Geburtenziffer. (vgl. Werner 1994).

Die mit dieser Überalterung einhergehende Veränderung des Bevölkerungsaufbaus wirkt sich auf alle gesellschaftlichen Bereiche aus. Wenn man davon ausgeht, dass hochaltrige Menschen mit zunehmendem Alter auch einen erhöhten Pflegebedarf haben, wird besonders der Bereich der pflegerischen Versorgung eine immer größere Bedeutung bekommen. Eine der Fragen die sich daraus für die vorliegende Arbeit ergibt, ist, ob ein höheres Lebensalter zwangsläufig in Wechselwirkung mit erhöhtem Pflegebedarf steht. Umgekehrt ergibt sich die Frage, ob es eine „gesunde“ Hochaltrigkeit gibt. Was bedeutet gesunde Hochaltrigkeit, und gibt es Möglichkeiten diesen gesunden Alterungsprozess zu unterstützen? Wie könnten oder müssten Unterstützungsmaßnahmen im häuslichen Bereich aussehen?

Meine Motivation bestand darin, „gesundes Altern“ als physiologisch – psychologisches Konzept zu erläutern. Aus diesem Grund werde ich mich jeglicher Wertung enthalten. Ich werde mich in dieser Arbeit auf die folgenden Themen beschränken.

Wo und wie beginnen die Kräfte nachzulassen? Wie können Ressourcen gefördert oder erhalten werden? Was steht einer Förderung in Deutschland im Weg?

1. Physiologische Veränderungen des Alterns

1.1. Bewegung/ Kraft

Durch den verminderten Einbau von Mineralien (50%) sowie den Verlust des Wassergehalts, zwischen dem 18. – 70. Lebensjahr um ca. 87%, nimmt die Elastizität des Knochengerüstes und damit dessen Belastbarkeit ab (vgl. Jüttner 1994a).

Die sich verringernde Beweglichkeit wird als ein kombinierter Effekt von muskulärer Schwäche mit Verlust von Muskelmasse aufgrund histologischer Altersveränderungen beschrieben.

Es kommt zum Verlust von Körpergröße, zunehmender Steifheit und geringerer Präzision von feinen Bewegungen (vgl. Fulmer/ Quinlan 1992).

1.2. Sinnesorgane

Eine der wichtigsten Veränderungen am Auge ist der zunehmende Elastizitätsverlust der Linse und eine Beeinflussung des Ziliarmuskels.

Durch diesen Prozess kommt es zu einer verminderten Lichtdurchlässigkeit der Linse. Diese bedingt eine Verminderung der Reaktionsfähigkeit des Auges. Schnell aufeinander folgende Reize können nicht adäquat verarbeitet werden und zu Fehlreaktionen führen (vgl. Jüttner 1994b).

Durch den Verlust von Haarzellen, Atrophie der Gehörknöchelchen sowie der sich verändernden Sensibilität der Hörnerven kommt es zu einer schlechteren Aufnahme von akustischen Reizen, besonders im hochfrequenten Bereich.

Geschmacks- und Geruchssinn verändern sich durch die Reduzierung bestimmter Geschmacksknospen.

Die sensorische Wahrnehmung von Schmerz, Berührung, Wärme und Kälte wird durch Veränderungen in den Nervenzellen beeinträchtigt. Davon betroffen sind auch die Mechanismen zur Kontrolle der Körperhaltung, Gleichgewicht und Bewegungssicherheit (vgl. Fulmer/ Quinlan 1992).

1.3. Stoffwechsel

Wie Volkert (1997) erklärt, “(...) kann (...) ein verringertes Verlangen nach Nahrung durch einen verlangsamten Turnover (Umsatzrate des Stoffwechsels) sowie durch eine Abnahme der körperlichen Aktivität im Alter entstehen (..)“ (S.2).

Eine der häufigsten Problematiken bei der Nahrungszufuhr stellt die Aufnahme von adäquaten Mineral- und Vitaminmengen dar, bei gleichzeitig reduziertem Kalorienbedarf.

Ein geringeres Durstempfinden führt zu einer ungenügenden Aufnahme von Flüssigkeit.

1.4. Gehirnleistung, Lang- und Kurzzeitgedächtnis

Es werden zwei Arten von Intelligenz unterschieden. Allgemein werden diese als Langzeit- bzw. Kurzzeitgedächtnis bezeichnet.

Eine der wichtigsten Erkenntnisse verschiedener Langzeitstudien ist der Beweis, dass sich beide Gedächtnisformen trainieren lassen.

Nachgewiesen wurde auch, dass es ohne körperliches Training keine Verbesserung der geistigen Aktivitäten gibt.

Geht man nun davon aus, dass viele Menschen durch dementiellen Abbau frühzeitig unselbständig und hilfsbedürftig werden, so bietet die Kenntnis der gezielten Trainierbarkeit neue Perspektiven für ein gesundes selbständiges alt werden.

„(...) durch das kombinierte Gedächtnis- und Psychomotoriktraining verbesserten sich die SIMA – Teilnehmer so stark, dass man behaupten könnte, sie seien kognitiv „jünger“ geworden“ (Oswald et al. 1998 S.5)

2.Folgen der physiologischen und psychologischen Veränderungen

Vorweg möchte ich darauf hinweisen, dass im Allgemeinen davon ausgegangen werden muss, dass jede psychologische und physiologische Veränderung immer abhängig vom Unterstützungsnetzwerk, der individuellen Bewältigung mit der Veränderung und nicht zu letzt der materiellen Situation ist.

2.1. Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates

Die WHO geht davon aus, dass die Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates in den nächsten 20 Jahren zunehmen wird.

Bei der Osteoporose kommt es zum Schwund der an der Bewegung beteiligten knöchernen Gerüstsubstanz. Dieser Prozess wird in den Industrienationen durch langjährige falsche Ernährung und mangelnde Bewegung noch gefördert (vgl. Schweitzer 1996)

Die Arthrose wird im Pschyrembel (1994) als

„degenerative Gelenkerkrankung, die vorwiegend bei einem Missverhältnis zwischen Beanspruchung und Beschaffenheit bzw. Leistungsfähigkeit der einzelnen Gelenkanteile u. Gewebe entsteht (Form- Funktions – Problem)“ (S.119), definiert.

2.2. Sinnesorgane

Von den über 60 jährigen leiden 5% und von den über 70 jährigen 10% an der Steigerung des Augeninnendrucks (grüner Star).

Mit Hörproblemen haben in der Altersgruppe der 60 – 69 jährigen 41% und bei den 70 – 75 jährigen 46% zu tun (vgl. Schweitzer 1996).

2.3. Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Die Unkenntnis über die Nährstoffdichte bei verringerter Kalorienzahl sowie falsche Zubereitung der Nahrungsmittel können trotz häufiger Übergewichtigkeit zum Phänomen der Mangelernährung, mit den Symptomen von allgemeiner Schwäche, erhöhter Infektanfälligkeit und verlangsamter Genesung führen. Außerdem begünstigt eine jahrelange Fehlernährung die Entstehung und Manifestation von Stoffwechselstörungen (vgl. Volkert 1997).

2.4. Inkontinenz

Blase- und Darminkontinenz haben unterschiedlichste Ursachen. Sie sind nicht als Krankheit klassifiziert, führen aber zu Pflegebedürftigkeit und haben deshalb für die Pflege, besonders im häuslichen Bereich, große Bedeutung.

Insgesamt wurde der Anteil der blase- oder darminkontinenten Menschen auf dem Geriatriepraxiskongress 1995 auf ca. 4,5 Millionen geschätzt (vgl. Schweitzer 1996).

2.5. Demenzen

„ ´Demenz` ist ein spezielles Syndrom und umfasst chronische oder fortschreitende Gedächtnis- und Denkstörungen, häufig in Kombination mit einer Beeinträchtigung der emotionalen Kontrolle und Veränderungen des Sozialverhaltens und der Motivation“ (Wächtler 1997, S.III).

Da die Korrelation zwischen zunehmendem Lebensalter und abnehmender Leistungsfähigkeit des Gehirns als gesichert gilt, werden immer wieder Hochrechnungen und Schätzungsversuche unternommen, um die tatsächliche Entwicklung prognostizieren zu können.

Die geschätzte Zahl der zu erwartenden Demenzkranken liegt bundesweit zwischen 800.000 (vgl. Dempwolf 1997) und mehr als 1,3 bis 1,8 Mio. Menschen (vgl. Hank/Glinski – Krause 1996).

Die Berliner Altersstudie stellte bei 4,2% der 70 jährigen eine schwere Ausprägung einer psychischen Erkrankung fest, bei 19,8% eine mittelgradige Intensität und bei weiteren 16,4% eine leichte Intensität der Erkrankung“ (BMG, 1999, S.24).

[...]

Ende der Leseprobe aus 34 Seiten

Details

Titel
Möglichkeiten der Unterstützung gesunden Alterns
Hochschule
Universität Kassel
Note
eins
Autor
Jahr
2003
Seiten
34
Katalognummer
V19200
ISBN (eBook)
9783638233798
Dateigröße
692 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Möglichkeiten, Unterstützung, Alterns
Arbeit zitieren
Nicole Schumann (Autor), 2003, Möglichkeiten der Unterstützung gesunden Alterns, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/19200

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