In dieser Film Review, deren Zielgruppe, Veröffentlichungsanlass, -ort und -zeit fiktiv sind, werden die Umsetzug und Relevanz von Volker Schlöndorffs Adaption des Romans "Die Blechtrommel" von Günter Grass bewertet. Das Urteil über den Film fällt überwiegend negativ aus, und der Ton der Review ist, der Textart angemessen, um einiges lebhafter als der herkömmlicher Textanalysen, obgleich eine nachvollziehbare Begründung der hier präsentierten Meinungen nicht zu kurz kommt. Generell sei diese nur etwas mehr als 1000 Wörter umfassende Arbeit aber eher Menschen ans Herz gelegt, die eine tiefe Abneigung sowohl gegen die Film- als auch die Romanversion der Geschichte verspüren.
Inhaltsverzeichnis
1. Film Review: Wiederauflage von Volker Schlöndorffs „Die Blechtrommel“
1.1 Ein didaktisches One-Night-Stand
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Rezension setzt sich kritisch mit der Film-Adaption von Günter Grass’ Roman „Die Blechtrommel“ durch Volker Schlöndorff auseinander und hinterfragt deren filmische Qualität sowie die erzählerische Wirksamkeit aus der Perspektive moderner Rezipienten.
- Kritische Analyse der Werktreue und filmischen Transformation des Romans
- Untersuchung der Charakterdarstellung und der Rolle des Protagonisten Oskar
- Bewertung der narrativen Struktur und des Einsatzes filmischer Techniken
- Vergleich der didaktischen Herangehensweise des Films mit modernen deutschen Produktionen
Auszug aus dem Buch
Ein didaktisches One-Night-Stand
Zunächst muss gesagt werden, dass Volker Schlöndorff, angesichts des Mammutwerkes von Grass, zwar keine Adaption, aber eine solide Transformation gelungen ist. Gott sei Dank ist das dritte Buch des Romans, und somit die gesamte Gegenwart der erwachsenen Hauptfigur Oskar Matzeraths in der westdeutschen Psychiatrie, aber auch alle anderen Ereignisse nach dessen Weggang aus Danzig, ausgespart worden. Oskar ist noch immer Erzählinstanz, aber diese drückt sich neben dem Voice-Over auch in Kameraeinstellungen in seiner Augenhöhe aus, und wie bei fast jeder Verfilmung sind einige Charaktere und Szenen weggefallen.
Vielleicht auch gerade weil Grass das Drehbuch noch einmal überarbeitete, kann man Schlöndorff keine mangelnde Werktreue vorwerfen, da er die wesentlichen Elemente des Romans, Oskars Stimm- und Wachstumsphänomen, die Mischung aus historischer Realität und Fiktion, die Erzählung selbst und ihre Hauptfiguren, beibehalten hat. Kritik am Film ist also zugleich zwangsläufig Kritik an der literarischen Vorlage.
Genau wie der Roman krankt der Film nämlich an einem Übermaß an Elementen und Techniken, die alle aneinanderstoßen, und letztendlich, leider, nur durch die Hauptfigur zusammengehalten werden. Diese sind, alleine betrachtet, sehr unterhaltsam: Slapstick mit den beiden Gendarmen am Anfang des Films, Heimatfilm am Strand, mit von Hand gekurbelte Kamera-Einstellungen beim Kartoffelernten und der Beerdigung von Agnes Matzerath, die an Stummfilme der zwanziger Jahre erinnern, Loriot-ähnliche Wohnzimmeratmosphäre am Tisch der Matzeraths, Kriegsdrama in der polnischen Post und groteskes Kabarett auf dem Bunker am Atlantik.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Film Review: Wiederauflage von Volker Schlöndorffs „Die Blechtrommel“: Der Autor führt in die Thematik der Romanverfilmung ein und erläutert die Ambivalenz zwischen den historischen Lobeshymnen und seiner eigenen kritischen Bewertung des Werks als cineastisches Erlebnis.
1.1 Ein didaktisches One-Night-Stand: In diesem Teil wird die filmische Umsetzung im Detail analysiert, wobei besonders die Dominanz der Figur Oskar und die fragmentierte Erzählweise kritisch hinterfragt sowie mit anderen deutschen Filmproduktionen verglichen werden.
Schlüsselwörter
Volker Schlöndorff, Die Blechtrommel, Günter Grass, Literaturverfilmung, Oskar Matzerath, Nationalsozialismus, deutsche Filmgeschichte, Filmkritik, Werktreue, didaktische Vermittlung, Erzählstil, filmische Transformation, Rezeption, deutsche Diktatur, Filmanalyse
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Rezension im Kern?
Die Arbeit bietet eine kritische Auseinandersetzung mit Volker Schlöndorffs „Die Blechtrommel“ und hinterfragt, ob der Film aus heutiger Sicht den hohen Erwartungen und Auszeichnungen, die er bei seiner Veröffentlichung erhielt, gerecht wird.
Welche zentralen Themenfelder werden beleuchtet?
Die Themen umfassen die Transformation einer literarischen Vorlage in ein filmisches Werk, die Rolle des Hauptcharakters Oskar Matzerath, die filmtechnische Umsetzung und die moralische Wirkung des Films im Kontext der nationalsozialistischen Zeit.
Was ist die primäre Forschungsfrage bzw. Absicht der Arbeit?
Der Autor hinterfragt, ob die „Lobeshymnen“ und der Status als Kulturgut für moderne Zuschauer noch nachvollziehbar sind oder ob der Film durch seine narrative Anstrengung und didaktische Art an Relevanz eingebüßt hat.
Welche wissenschaftliche bzw. kritische Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine filmkritische Analyse, die den Film anhand inhaltlicher, technischer und erzählerischer Kriterien bewertet und in Relation zur Romanvorlage sowie zu moderneren deutschen Spielfilmen setzt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil konzentriert sich auf die Analyse der Erzählstruktur, die Kritik an der Darstellung des Protagonisten Oskar, den Vergleich mit anderen zeitgenössischen deutschen Produktionen und die Identifikation von Stärken und Schwächen der Inszenierung.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit zeichnet sich durch Begriffe wie Werktreue, didaktische Inszenierung, filmische Transformation, Rezeptionsästhetik und kritische Distanz zur literarischen Vorlage aus.
Wie bewertet der Autor die schauspielerische Leistung von David Bennett?
Der Autor erkennt an, dass David Bennett die Figur Oskar exzellent darstellt, kritisiert jedoch, dass diese Darstellung durch ihre extreme Unmenschlichkeit und Abscheulichkeit dazu führt, dass sich der Zuschauer vom Film abwendet.
Welchen Stellenwert räumt der Autor den Nebendarstellern ein?
Die Nebendarsteller werden als Rettungsanker des Films betrachtet, da ihre grotesken Dialoge dem Zuschauer Momente ermöglichen, in denen er trotz der erdrückenden Hauptfigur eigene inhaltliche Entdeckungen machen kann.
- Citar trabajo
- Franz Kröber (Autor), 2012, Ein didaktisches One-Night-Stand: Wiederauflage von Volker Schlöndorffs "Die Blechtrommel", Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/192001