Die vorliegende Arbeit ist das Ergebnis einer Jahrzehnte langen Anthroposophie und
Rudolf Steiner–Forschung. Daraus entstanden zwei Bücher, die
Reinkarnationserfahrungen Rudolf Steiners Östliche Weisheit und westliche
Forschung, 2009 und das Werk Die Reinkarnation des Aristoteles, 2012.
Da beide Arbeiten wertvolle Grundlagen zu unserem Thema enthalten, versuche ich
im ersten Kapitel einen zusammenfassenden Einblick. [...]
Wenn
Rudolf Steiner eine Gesamtschau der Evolution von Mensch und Kosmos derart
umfassend und zugleich differenziert verarbeiten konnte, müsste man bereits an der
Entwicklung der Anthroposophie auch innerhalb unserer Kultur vergangene
Erdenleben dieser Individualität wahrnehmen können. Das erste Kapitel der
vorliegenden Arbeit enthält dazu eine Übersicht.
Im dritten Kapitel „Das Bodhisattva – Gelübde im Mahayana – Buddhismus“ sehen wir uns zu Rudolf Steiners Buddhismus – Forschung die wissenschaftliche Seite des
Mahāyāna – Buddhismus an. Ein Einblick, der nicht nur die anthroposophischen
Freunde überraschen wird.
Johann Wolfgang von Goethe hinterließ dem Abendland ein einzigartiges spirituelles
Vermächtnis, das Märchen „von der grünen Schlange und der schönen Lilie“. Es
offenbart uns den innersten Kern von Goethes Weltanschauung mit einer Kritik an
der Apokalypse des Johannes.
In seiner Frühjahrsmesse 2012 in Rom machte Papst Benedikt der XVI. erneut
darauf aufmerksam, dass er „in unwiderruflicher Weise“ „keine Vollmacht vom Herrn“
erhalten habe, weibliche Priesterinnen einzusetzen.
In diesem Kapitel erbringe ich auf der erkenntniswissenschaftlichen Ebene den
Nachweis, dass sich die Katholische Kirche mit dieser Aussage auf eine
Bewusstseinsstufe stellt, die für jeden denkenden Menschen mitvollziehbar, unter
den sich selbst bestimmenden Gesetzen der menschlichen Vernunft liegt.
Die Bedeutung unseres Handlungsbewusstseins in der heutigen Zeit können wir mit
einem Satz zusammenfassen: Wir stehen mit einer weitgehend überholten
Bewusstseinsart übermäßig drängenden Problemen gegenüber.
Wie tief das individuelle Handlungsbewusstseins in der Wirklichkeit verankert ist,
sehen wir uns anhand der Passion Christi näher an.
Im Schlusswort vergegenwärtigen wir uns drei Zukunftsprognosen zum aktuellen
Stand der Weltlage.
Inhaltsverzeichnis
1. DIE NEUE ABENDLÄNDISCHE ESOTERIK
2. BUDDHA, KRISHNA, ZARATHUSTRA UND CHRISTUS IM LICHT DER REINKARNATIONSSCHAU RUDOLF STEINERS
3. DAS BODHISATTVA - GELÜBDE IM MAHĀYĀNA - BUDDHISMUS
4. DIE APOKALYPSE DES JOHANNES
5. VOM GEISTIGEN HINTERGRUND DER KATHOLISCHEN INSPIRATION
6. DAS SPIRITUELLE HANDLUNGSBEWUSSTSEIN
7. TIBETISCHE MEISTER DER GEGENWART
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, ein tieferes Verständnis für das Verhältnis zwischen westlicher Spiritualität, insbesondere der Anthroposophie Rudolf Steiners, und östlichen Geistesströmungen, speziell dem Buddhismus, zu schaffen. Dabei wird untersucht, wie die Reinkarnationslehre und die individuelle Bewusstseinsentwicklung als verbindende Elemente dienen können, um eine zeitgemäße spirituelle Orientierung zu ermöglichen.
- Vergleich und Synthese westlicher und östlicher spiritueller Traditionen
- Analyse der Reinkarnationslehre und ihrer Bedeutung für die menschliche Entwicklung
- Kritische Betrachtung zeitgenössischer religiöser Institutionen und ihrer Dogmen
- Untersuchung der Bedeutung des individuellen Handlungsbewusstseins
- Darstellung der Rolle von Bodhisattvas als Leitbilder für ethisches Handeln
Auszug aus dem Buch
DAS BODHISATTVA - GELÜBDE IM MAHĀYĀNA - BUDDHISMUS
Wenden wir uns einem Thema zu, das im Abendland nach wie vor weitgehend unbekannt ist.
Seit dem 1. Jahrhundert vor Christus entwickelte sich im Mahāyāna - Buddhismus eine neue Bodhisattva – Anschauung. Jeder Bodhisattva wird angehalten, einen „Austausch des anderen (Menschen) mit sich selbst“, vorzunehmen. Das bedeutet, dass er sich die zugrunde liegende tiefere Wesensidentität bewusst macht. Jeder Mensch könnte in vergangenen Inkarnationen auch meine Mutter, mein Vater oder meine Geschwister gewesen sein: „Der Bodhisattva lässt kein Wesen im Stich“. Er hat sich die speziellen Gelübde gesetzt: „Alle diese Wesen sollen durch mich befreit werden“. „Befreit werden“ hat hier nicht die Bedeutung eines erdflüchtigen Weges, wie es in unserer Kultur oft missverstanden wird. Besonders in der Schulung des Mahayana - Buddhismus wird Wirklichkeit unter der Voraussetzung eines vielseitigen Durchgangs durch die irdischen Erfahrungen verstanden. In den entsprechenden Schriften gibt es dazu beeindruckende Überlieferungen, die ich hier nicht im Einzelnen referieren kann.
Ein System von 6 Tugenden umfasste damals in der angegebenen Reihenfolge, diesen Schulungsweg des historisch älteren, aktiven Bodhisattva - Weges: Die „Freigebigkeit“, die „Zucht“, die „Geduld“, die „Willensstärke“, die „Meditation“ und die „Weisheit“. -
Nach Nietzsches Kulturkritik am Christentum (Steiner sah in dessen Antichrist „eines der bedeutendsten Bücher die seit Jahrhunderten geschrieben wurden“), fand der Versuch einer geisteswissenschaftlich fundierten Durchdringung der Hintergründe der christlichen Weltreligion durch die Anthroposophie schon damals nur in sehr eingeschränkter Weise ein allgemeines Interesse. Neben herausragenden Beiträgen, wie zum Beispiel Steiners Vortragszyklus über das Lukas - Evangelium begegnen wir aber auch einer Darstellung, die besonders bei Mahāyāna - Buddhisten auf Unverständnis stoßen musste. Dies möchte ich eingangs anhand einer Ausführung Rudolf Steiners deutlich machen. Beginnen wir mit einem Vortrag aus dem angedeuteten, für die Begründung der anthroposophischen Christologie wichtigsten Vortragszyklus aus dem Jahr 1909.
Zusammenfassung der Kapitel
DIE NEUE ABENDLÄNDISCHE ESOTERIK: Einführung in das Werk Rudolf Steiners und die Herausforderung, seine geisteswissenschaftliche Methodik in der modernen Kultur zu verankern.
BUDDHA, KRISHNA, ZARATHUSTRA UND CHRISTUS IM LICHT DER REINKARNATIONSSCHAU RUDOLF STEINERS: Darstellung der Christologie Rudolf Steiners als ein die östlichen Religionen integrierender und steigernder Impuls.
DAS BODHISATTVA - GELÜBDE IM MAHĀYĀNA - BUDDHISMUS: Untersuchung des Bodhisattva-Ideals und seiner Bedeutung für die bewusste Mitgestaltung der menschlichen Evolution.
DIE APOKALYPSE DES JOHANNES: Kritische Analyse der Johannes-Offenbarung und ihrer Rolle im christlichen Bewusstsein im Kontext der Herausforderungen der Gegenwart.
VOM GEISTIGEN HINTERGRUND DER KATHOLISCHEN INSPIRATION: Auseinandersetzung mit dogmatischen Strukturen der katholischen Kirche und deren Konfliktpotential mit modernem Bewusstsein.
DAS SPIRITUELLE HANDLUNGSBEWUSSTSEIN: Erörterung der moralischen Phantasie und der Passion Christi als Vorbilder für spirituelles Handeln.
TIBETISCHE MEISTER DER GEGENWART: Einblick in die Praxis der Reinkarnation tibetischer Tulkus und das Wirken des Dalai Lama als Brückenbauer zwischen Wissenschaft und Spiritualität.
Schlüsselwörter
Anthroposophie, Rudolf Steiner, Reinkarnation, Buddhismus, Mahayana, Bodhisattva, Christologie, Johannes-Apokalypse, Spiritualität, Handlungsbewusstsein, Dalai Lama, Katholische Kirche, Karma, Geisteswissenschaft, Weltevolution.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Verhältnis von westlicher Spiritualität (insbesondere der Anthroposophie Rudolf Steiners) und östlichen Geistesströmungen, um eine Synthese zu finden, die den Herausforderungen der heutigen Zeit gerecht wird.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Reinkarnation, die verschiedenen Formen der Christologie, die Rolle der katholischen Kirche sowie die ethische Bedeutung des Bodhisattva-Gelübdes im Vergleich zu christlichen Impulsen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie ein tieferes Verständnis spiritueller Zusammenhänge und der Reinkarnationslehre zu einer Bewusstseinserweiterung führen kann, die ein verantwortungsbewusstes Handeln in der modernen Welt ermöglicht.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf den geisteswissenschaftlichen Forschungsergebnissen von Rudolf Steiner und ergänzt diese durch religionswissenschaftliche Vergleiche sowie eine meditative Erkenntnistheorie.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Reinkarnationsergebnisse bezüglich Buddha, Krishna, Zarathustra und Christus, die Mahayana-Tradition, die Johannes-Offenbarung und die spirituellen Hintergründe zeitgenössischer religiöser Entwicklungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Anthroposophie, Reinkarnation, Bodhisattva-Gelübde, Christologie, spirituelles Handlungsbewusstsein und die Überwindung einseitiger Weltanschauungen.
Warum ist das Bodhisattva-Gelübde für den Autor von besonderer Bedeutung?
Der Autor sieht in dem Gelübde eine universelle Ethik der selbstlosen Hilfe, die eine Brücke schlägt zwischen der individuellen Freiheit und der kollektiven Verantwortung für die gesamte Menschheit.
Wie bewertet der Autor die Rolle der katholischen Kirche in der heutigen Zeit?
Er kritisiert eine dogmatische Haltung und das Festhalten an traditionellen Strukturen, die er als Hindernis für die notwendige menschliche und spirituelle Entwicklung in der Moderne ansieht.
Welchen Bezug stellt der Autor zwischen dem Dalai Lama und der modernen Wissenschaft her?
Der Autor würdigt das Interesse des Dalai Lama am Austausch mit der Wissenschaft (Biologie, Astronomie, Physik) als notwendigen Beitrag für ein spirituell informiertes Verständnis der Welt.
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- Thomas Schickler (Author), 2012, Apokalypse und Mahayana-Buddhismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/192006