Elfchen und Rondelle in der 2. Klasse. Ein Unterrichtsentwurf für die Grundschule


Unterrichtsentwurf, 2012
20 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Bedingungsanalyse
1.1 Schulische Bedingungen
1.2 Räumliche Bedingungen
1.3 Bedingungen der Lerngruppe
1.4. Besonderheiten der Lerngruppe

2. Sachanalyse

3. Didaktische Analyse
3.1 Exemplarische Bedeutung
3.2 Gegenwarts- und Zukunftsbedeutung
3.3 Beziehungen zum Rahmenplan
3.4 Stellung innerhalb der Unterrichtsreihe

4. Ziele in den Kompetenzbereichen
4.1 Ziele der Unterrichtseinheit
4.2 Ziele der Stunde

5. Methodische Überlegungen

6. Übersicht Stundenplanung

7. Literaturverzeichnis

1. Bedingungsanalyse

1.1 Schulische Bedingungen

Die Grundschule X befindet sich im Ortskern und derzeit lernen dort cirka 160 Schülerinnen und Schüler in sieben Klassen der Klassenstufen 1 bis 4. Die Schule wurde 1950 errichtet und beging im vergangenen Jahr ihr 60-jähriges Bestehen. Außerdem wurde dieser Anlass genutzt, die Schule umfangreich zu modernisieren als auch zu sanieren. In den Räumlichkeiten der Grundschule X befinden sich 3 Klassenräume, ein Computerkabinett sowie ein Freizeitraum für die Fahrschüler. Aus Kapazitätsgründen wird zusätzlich ein kompletter Nebenaufgang der benachbarten Regionalen Schule genutzt. Die erste Unterrichtsstunde beginnt um 8 Uhr und spätestens um 13.35 Uhr endet der Schultag für alle Schülerinnen und Schüler. Aktivitäten im Sinne einer Ganztagsschule werden darüber hinaus nicht angeboten. Dafür findet in der 5. und 6. Stunde der Neigungs- und Förderunterricht statt. Besonders begabte Schülerinnen und Schüler werden beispielsweise in ihrer Lesekompetenz gefördert und eine Bläserklasse übt für regionale Auftritte. Gezielt unterstützt werden Schülerinnen und Schüler, die ein schwaches Leistungsniveau in den Fächern Mathematik und Deutsch aufweisen. Maximal 3 Schülerinnen und Schüler werden hierbei von einer Lehrkraft unterrichtet. Ein gesonderter L-R-S-Unterricht wird derzeit nicht angeboten. Eine enge und vertraglich fixierte Kooperation mit örtlichen Institutionen wie der Kindertagesstätte, dem Sportverein und dem Jugendzentrum ist seit vielen Jahren obligatorisch. An der Grundschule X arbeiten sechs Kolleginnen, zwei Kollegen und seit dem 1. September 2011 eine Sozialpädagogin.

1.2 Räumliche Bedingungen

Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 2a haben ihren Klassenraum im Nebenaufgang der Regionalen Schule X. Die Tische sind nicht in herkömmlich frontaler Weise aufgestellt, sondern in 4 Gruppentischen mit jeweils vier Schülerinnen und Schülern sowie 3 Einzeltischen. An diesen sitzen vornehmlich Schülerinnen und Schüler, die durch disziplinarische Störungen im Verlaufe des bisherigen Schuljahres aufgefallen sind. Im vorderen Bereich des Raumes, direkt neben der Tafel, befindet sich eine kleine Klassenbibliothek.

Die freien Wände sind mit Plakaten dekoriert, auf denen Passbilder der Schülerinnen und Schülern aufgeklebt sind. In Absprache mit meiner Mentorin Frau X. haben wir zu Schuljahresbeginn zusätzlich ein Plakat mit den Klassenregeln erstellt und ebenfalls an der Wand angebracht. Außerdem wurden aktuelle jahreszeitliche Dekorationen an den Fensterscheiben sowie im Eingangsbereich angebracht.

1.3 Bedingungen der Lerngruppe

Die Klasse 2a der Grundschule X setzt sich zusammen aus 11 Mädchen und 7 Jungen, so dass die Klasse insgesamt aus 18 Schülerinnen und Schülern besteht. Das quantitative Übergewicht der Mädchen hat keinen signifikant feststellbSchüler B Einfluss auf das Klassenklima. Auch die sozialen Kontakte sind diesbezüglich sehr heterogen, die Herausbildung von Gruppen ist in der 2a demzufolge nicht zu registrieren. Innerhalb des Klassenverbandes ist ein Wiederholer, welcher durch die Schülerinnen und Schüler gut integriert wurde. Charakteristisch ist eine breite Anzahl an Schülerinnen und Schülern, die sich im Leistungsmittelfeld aufhalten, während sich leistungsstarke und leistungsschwache Schüler nahezu die Waage halten.

1.4. Besonderheiten der Lerngruppe

Zur Leistungsspitze gehören eindeutig Schüler A, Schüler B und Schülerin C. Alle genannten Schülerinnen und Schüler haben einen bemerkenswerten Wortschatz, können bekannte und unbekannte Texte flüssig vorlesen und beteiligen sich rege sowie mit sehr guten Beiträgen am Unterrichtsgeschehen. Ihre schriftlichen Leistungen entsprechen den gestellten Anforderungen vollauf und selbige weisen zumeist ein verhältnismäßig hohes Sprachniveau auf. Von einem „Schreiben auf Knopfdruck“ kann aber nicht die Rede sein, ab und an fehlt es auch ihnen an (umsetzbSchüler B) Ideen. Sind diese aber vorhanden, so lassen sich die erbrachten Leistungen im sehr guten Bereich ansiedeln.

Gute bis durchschnittliche Leistungen zeigen Schülerin D, Schülerin E, Schülerin F, Schülerin G, Schülerin H, Schüler I, Schülerin J, Schülerin K, Schüler L und Schülerin M. Insbesondere Schülerin G konnte in den letzten Wochen bemerkenswerte Fortschritte erzielen. Sie bearbeitet die gestellten Aufgaben nicht nur sehr rasch, sondern gleichwohl weisen die Ergebnisse ein gutes Niveau auf. Dem Unterrichtsgeschehen kann sie problemlos folgen. Bezüglich der Ideenfindung für das kreative Schreiben, bisher Elfchen und Rondelle, hat sie nur selten Anlaufschwierigkeiten.

Gute Fortschritte in jedweder Hinsicht macht Schülerin D, die auch außerhalb des schulischen Umfelds sehr lernwillig ist. Für die Anfertigung der Elfchen und Rondelle benötigt Schülerin D relativ viel Zeit, dafür ist das Niveau dieser überdurchschnittlich. Bezüglich des Sozialverhaltens kann sie als ruhige und zurückhaltende Schülerin beschrieben werden. Sie verfolgt das Unterrichtsgeschehen äußerst aufmerksam.

Schülerin E ist eine zielstrebige Schülerin, die einen neuen Sachverhalt relativ schnell verinnerlicht und ihn dann auch anwenden kann. Hat Schülerin E innerhalb eines Themengebietes Lernschwierigkeiten, verkrampft sie und bricht die Aufgabe ab. Mit gutem Zureden und einer persönlichen Motivation ist dem entgegenzuwirken. Bedingt durch eine einwöchige Schulabstinenz ist Schülerin E nicht derart involviert, wie ihre Mitschüler. Trotzdem ist zu bemerken, dass sie gerne fantasievolle Geschichten schreibt.

Schülerin F beteiligt sich immer dann rege am Unterrichtsgeschehen, wenn es um das mündliche Erzählen geht. Ihr Gesagtes ist strukturiert, damit logisch nachvollziehbar, gleichzeitig wählt sie ihre Worte sorgsam. Noch gelingt es ihr aber selten, ein derartiges Niveau auch in schriftlicher Form zu Papier zu bringen. Ihr Arbeitstempo ist relativ gering, vor allem weil sie an ihre eigenen Arbeiten hohe Anforderungen stellt.

Bei Schüler I ist es schwierig eine exakte Einschätzung abzugeben, seine mündlichen Beiträge sind gut, insofern er dem Unterricht folgt und sich nicht durch Nichtigkeiten ablenken lässt. Für schriftliche Anfertigungen benötigt er viel Zeit und erzielt auch dann nur mäßige Resultate. Insgesamt lässt sich Schüler I zu häufig durch Mitschüler oder banale Nebensächlichkeiten ablenken, darunter leidet seine Leistung. Schüler Is Tischnachbarin Schülerin N ist eine ruhige und eher unauffällige Schülerin, sie ist zurückhaltend, ihre Leistungen sind aber in jedweder Art zufrieden stellend. Auch wenn die schriftlichen Arbeiten insgesamt viel Zeit beanspruchen, erfüllen diese alle Kriterien von Elfchen und Rondellen in jedweder Weise.

Schülerin J, Schülerin K und Schüler I können hinsichtlich des Leistungsvermögens zusammengefasst werden. Alle drei genannten benötigen etwas Anlaufzeit, bevor sie einen neuen Sachverhalt verinnerlicht haben. Deshalb müssen diese Schüler in der Phase der Arbeit am neuen Stoff angeleitet werden. Das Arbeitsmaterial muss verständlich und differenziert ausgestaltet sein oder es bedarf eine direkte Erklärung/Erläuterung am Gruppentisch. Nach einer gewissen Übungsphase sind alle drei erwähnten Schüler aber in dem Maße fähig, solide schriftliche Arbeiten zu präsentieren. Die erforderlichen Kriterien werden demnach erfüllt. Leistungsmäßig sind diese Schüler danach auch im Mittelfeld anzusiedeln.

Schülerin M hat im zweiten Schulhalbjahr einen merklichen Leistungssprung vollzogen. Ihre mündlichen Äußerungen sind zwar noch „gehaltvoller“ als die schriftlichen Arbeiten, dennoch gewinnen letztere zunehmend an Niveau. Wurde ein neu eingeführter Sachverhalt mehr als einmal eingeübt, so kann sie diesen zügig in ansprechende Produkte umsetzen.

Zu den leistungsschwächeren Schülern zählen Schüler O, Schülerin P, Schüler Q, Schüler R und Schülerin S. Diese Schülerinnen und Schüler fallen gleichwohl, bis auf Schüler R und Schülerin P, durch häufige Störungen des Unterrichts auf. Allen fällt auch das konzentrierte Mitarbeiten schwer und sie benötigen dringend differenzierten Unterricht. Allerdings ist gleichwohl zu registrieren, dass dann auch akzeptable Resultate herausspringen. Zumindest werden die Kriterien für das Schreiben von Elfchen und Rondellen berücksichtigt und für den Zuhörer wird ein Sinn deutlich. Die Leistung aller leidet aber unter der unkonzentrierten Arbeitsweise.

2. Sachanalyse

Im Unterrichtsbesuch werden die beiden Gedichtformen des Elfchens und des Rondells von den Schülerinnen und Schülern zu bearbeiten sein. Beide Gedichtformen sollen nunmehr in kurzerhand erläutert werden. Bei der Gedichtform des Elfchens handelt es sich um eine literarische Kurzform, die aus lediglich elf Wörtern besteht. Elfchen sind speziell durch ihre strenge formale und inhaltliche Festlegung von Wort- und Verszahl gekennzeichnet. Die Anordnung der einzelnen Wörter auf insgesamt fünf Zeilen, erfolgt immer nach folgendem Bauplan:

1. Zeile: Ein Adjektiv (ein Wort) 2. Zeile: Etwas oder jemand der diese Eigenschaft hat (zwei Wörter) 3. Zeile: Eine genauere Bestimmung jedweder Art (drei Wörter) 4. Zeile: Wie empfinde oder denke ich über das Etwas? (vier Wörter) 5. Zeile: Ein abschließendes Wort, das zum gesamten Thema passt (ein Wort)

Obwohl diese Gedichtform enge formale Vorgaben aufzeigt, kann ein Elfchen vielfältige Inhalte wiederspiegeln. Die steigende Wortanzahl innerhalb des Elfchen-Bauplans, eignet sich zur Hinführung an die ersten eigenen lyrischen Produktionen der Schüler. Die vorgeschriebene Struktur des Elfchens wird von den Schülerinnen und Schülern nach bisherigen Erfahrungen nicht als Einschränkung empfunden.

Im Gegenteil: Der vorgeschriebene Bauplan hilft den Schülerinnen und Schülern vielmehr aus einer Vielzahl an Möglichkeiten eine Idee herauszukristallisieren, die eigenen Gedanken zu strukturieren und letztlich in die benötigte Sprache zu fassen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Elfchen und Rondelle in der 2. Klasse. Ein Unterrichtsentwurf für die Grundschule
Hochschule
Universität Rostock
Note
1,7
Autor
Jahr
2012
Seiten
20
Katalognummer
V192070
ISBN (eBook)
9783668257511
ISBN (Buch)
9783668257528
Dateigröße
546 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
elfchen, rondelle, klasse, unterrichtsentwurf, grundschule
Arbeit zitieren
Jens Segebrecht (Autor), 2012, Elfchen und Rondelle in der 2. Klasse. Ein Unterrichtsentwurf für die Grundschule, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/192070

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