Im Folgenden werden aufgezeigt wo Unterschiede und Gemeinsamkeiten im Handeln von deutschen und amerikanischen Lehrern liegen. Außerdem werde ich darauf eingehen, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit so ein Vergleich überhaupt möglich ist. Dabei nehme ich Bezug auf verschiedene Theorien, die Sandra Rademacher in ihrer Dissertation Der erste Schultag- Pädagogische Berufskulturen im deutsch-amerikanischen Vergleich erläutert hat.
Inhaltsverzeichnis
1.0 Einleitung
2.0 Voraussetzung für die Vergleichbarkeit
3.0 Der Schulanfang im Kulturvergleich
4.0 Gemeinsamkeiten und Unterschiede im pädagogischen Handeln
5.0 Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Untersuchung der Unterschiede und Gemeinsamkeiten im beruflich-pädagogischen Handeln von Lehrern in Deutschland und den USA, wobei insbesondere die soziokulturellen Voraussetzungen für einen solchen Vergleich beleuchtet werden.
- Vergleichbarkeit von Schulsystemen als moderne Institutionen
- Der Schulanfang als kulturell geprägtes Ritual
- Soziologische Theorien zur Erklärung nationaler Unterschiede (z.B. nach Rademacher, Adick, Münch)
- Der Einfluss von Geschichte, Religion und gesellschaftlichen Werten auf das Lehrerhandeln
- Die Spannung zwischen Tradition und Moderne im deutschen pädagogischen Kontext
Auszug aus dem Buch
3.0 Der Schulanfang im Kulturvergleich
Da Unterschiede in diesem schulischen Ländervergleich nur im Detail zu erkennen sind, hat Sandra Rademacher den ersten Schultag in den beiden Staaten näher untersucht.
Die erste Differenz ist der Grad der Wichtigkeit mit dem dieser Tag in den beiden Kulturen angesehen wird. So ist in den USA generell der Kindergarten weniger abgegrenzt, als es in Deutschland der Fall ist. Unterstrichen wird diese Beobachtung von der Namensgebung, die in den USA mit „back to school“ eindeutig darauf hinweist, dass es sich nicht um eine besondere Einschulungsfeier handelt, sondern um die Rückkehr in die Schule handelt (Rademacher, 91). Man kann hier bereits einen Unterschied der jeweiligen Perspektiven erkennen. Während der deutsche Begriff die Perspektive des Schülers reflektiert, scheint die US Version die Sicht der Institution Schule zu vertreten. Obwohl beide Perspektiven durchaus plausibel erscheinen, haben sie zum Nachteil, dass sie die jeweils andere Sichtweise komplett ignorieren, ein Mittelweg wird nicht in Erwägung gezogen (Rademacher, 91).
Diese Differenz in der Perspektive hat auch Auswirkungen auf das Verhalten der deutschen Lehrer. Dadurch, dass sie den Begriff Einschulungsfeier akzeptieren und daran teilnehmen, kann als Abwendung gegenüber der Institution Schule gesehen werden. Die Routine, die den Kindern später bevorsteht steht also im direkten Konflikt mit diesen Feierlichkeiten. Teilaspekte, wie die Nutzung der Turnhalle als Ausrichtungsort, unterstreichen diesen zudem (Rademacher, 92). Die Schule hat somit ein Problem sich selbst zu rechtfertigen, indem sogar ihre Vertreter den Versuch unternehmen, sie zu legitimieren.
Zusammenfassung der Kapitel
1.0 Einleitung: Die Einleitung bettet das Thema in den Kontext der Globalisierung ein und führt in die Fragestellung nach den Unterschieden im pädagogischen Handeln deutscher und amerikanischer Lehrer ein.
2.0 Voraussetzung für die Vergleichbarkeit: Dieses Kapitel erörtert mit Rückgriff auf soziologische Ansätze wie den Weltsystemansatz, warum ein Vergleich der Schulsysteme trotz nationaler Unterschiede methodisch zulässig ist.
3.0 Der Schulanfang im Kulturvergleich: Anhand des ersten Schultages werden spezifische kulturelle Unterschiede in der Einschulungszeremonie und der Perspektive auf den Übergang von Kindergarten zur Schule herausgearbeitet.
4.0 Gemeinsamkeiten und Unterschiede im pädagogischen Handeln: Hier werden mittels der Theorien von Parsons und Münch die tieferliegenden soziokulturellen Ursachen für die unterschiedlichen pädagogischen Habitusformen von Lehrern in beiden Ländern analysiert.
5.0 Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit dem Fazit, dass gesellschaftliche Normen und geschichtliche Prägungen maßgeblich das pädagogische Handeln beeinflussen und die Systeme fundamental unterschiedlichen Logiken folgen.
Schlüsselwörter
Beruflich-pädagogisches Handeln, Deutschland, USA, Vergleich, Schulanfang, Globalisierung, Institution Schule, Soziologische Theorien, Kulturvergleich, Lehrerhabitus, Tradition, Moderne, Erziehungswissenschaft, Weltsystemansatz, Einschulungsfeier.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Unterschiede im beruflich-pädagogischen Handeln von Lehrkräften in den Bildungssystemen von Deutschland und den USA.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Zentrum stehen die soziokulturellen Voraussetzungen für einen Schulvergleich, die Rolle von Ritualen wie dem ersten Schultag und die Einflüsse nationaler Geschichte und gesellschaftlicher Werte.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, aufzuzeigen, wie unterschiedliche gesellschaftliche Rahmenbedingungen und Normen die pädagogische Praxis und den professionellen Habitus von Lehrern in den beiden Ländern prägen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Der Autor stützt sich auf eine Analyse soziologischer Theorien, insbesondere auf die Dissertation von Sandra Rademacher sowie Arbeiten von Christel Adick, Talcott Parsons und Richard Münch.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die methodische Grundlegung der Vergleichbarkeit, eine detaillierte Betrachtung des Schulanfangs als kulturelles Phänomen sowie eine tiefergehende soziologische Analyse des pädagogischen Handlungsrahmens.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zu den zentralen Begriffen zählen pädagogisches Handeln, Kulturvergleich, Institution Schule, Habitus, Universalismus und die Differenz zwischen Tradition und Moderne.
Wie unterscheidet sich der Schulanfang in Deutschland von dem in den USA laut der Analyse?
In Deutschland wird der Schulanfang als bedeutende Zeremonie inszeniert, während in den USA ein pragmatischeres, weniger abgegrenztes „Back-to-school“-Modell vorherrscht.
Warum fällt es deutschen Lehrern laut der Arbeit oft schwerer, ihr Handeln zu legitimieren?
Die Arbeit argumentiert, dass deutsche Lehrkräfte sich in einem Spannungsfeld zwischen der Erwartung an eine „neue Bildung“ und einem beharrenden Festhalten an traditionellen Strukturen bewegen, was zu einer „Zwickmühle“ führt.
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- Sascha Ranke (Author), 2011, Die Unterschiede des beruflich-pädagogischen Handelns von Lehrern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/192140