Die Unterschiede des beruflich-pädagogischen Handelns von Lehrern

Ein Vergleich zwischen Deutschland und den USA


Forschungsarbeit, 2011

12 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1.0 Einleitung

2.0 Voraussetzung für die Vergleichbarkeit

3.0 Der Schulanfang im Kulturvergleich

4.0 Gemeinsamkeiten und Unterschiede im pädagogischen Handeln

5.0 Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

1.0 Einleitung

In der modernen Zeit spielen globale Prozesse eine immer wichtigere Rolle. Geschichtliche Ereignisse wie die Kolonialisierung, der Fall der Mauer oder Erfindungen wie das Internet ließen die Welt und die herrschenden Mächte immer näher zusammenrücken. Heute spricht man von Globalisierung, ein Begriff der so viele Aspekte unter sich begräbt, dass es scheint es gäbe nichts, was auch nur ansatzweise frei von internationalen Einflüssen wäre. Auch die Institution Schule wird von dieser Entwicklung beeinflusst.

Im Folgenden werden aufgezeigt wo Unterschiede und Gemeinsamkeiten im Handeln von deutschen und amerikanischen Lehrern liegen. Außerdem werde ich darauf eingehen, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit so ein Vergleich überhaupt möglich ist. Dabei nehme ich Bezug auf verschiedene Theorien, die Sandra Rademacher in ihrer Dissertation Der erste Schultag- Pädagogische Berufskulturen im deutsch-amerikanischen Vergleich erläutert hat.

2.0 Voraussetzungen für die Vergleichbarkeit

Als Grundlage für ihre Untersuchungen hat Rademacher die ersten Schultage von Kindern in den USA und in Deutschland verglichen. Doch wie ist eine solche Vergleichbarkeit überhaupt möglich? Die Antwort liegt in der Universalisierung der Institution Schule. Schule ist omnipräsent und relativ homogen, betrachtet man die beiden Staaten im Vergleich (Rademacher, 104). Trotzdem gibt es verschiedene Theorien wie diese Homogenität entstanden ist. Zwei Beispiele sind die Publikationen von Christel Adick und John W. Meyer.

Christel Addick, Professorin für Erziehungswissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum, sieht den Ursprung der modernen Schule im westlichen Europa des 19 Jahrhunderts (Rademacher, 105). Durch die Verbreitung dieses Systems entstand ein Universalisierungsprozess, der nach Addick auf drei Säulen steht. Zuerst wäre da innergesellschaftliche Expansion, was so viel bedeutet wie der Zugang zur Schule für die Massen. Eine Folge war u.a. die Einführung der Schulpflicht 1882 und somit eine Verlängerung der Dauer des Schulbesuchs (Rademacher, 105). Die zweite Säule ist die weltweite Verbreitung und die Dritte das relativ einheitliche System der Schule. Als Voraussetzung nennt sie das Verhältnis zwischen Schule und dem gesamtgesellschaftlichen System. Nur unter dieser Gegebenheit ist es Adick möglich, die Methode des Weltsystemansatzes zu verwenden, die ursprünglich von Immanuel Wallerstein entwickelt wurde.

Dieser behauptet, dass sich seit 1450 die Bildung eines modernen Weltsystems herauskristallisiert hat, dessen Ursprung in Europa liegt. Als Grundlage dient dabei die kapitalistische Wirtschaft, was zur Folge hat, dass es Zentralstaaten und Peripheriestaaten gibt. Erstere profitieren mehr von dem System als Letztere und erzeugen somit Modelle in Politik und Kultur, die von den anderen in den Grundzügen übernommen werden (Rademacher, 108). Im engeren Sinn nimmt Wallenstein allerdings keinen expliziten Bezug zum Bildungssystem der Staaten. Die Kapitaltheorie Bourdieus könnte dabei unterstützend hinzugezogen werden. Diese besagt, dass es drei Kapitalarten gibt, die alle Einfluss aufeinander haben. Ökonomisches Kapital führt zu mehr sozialem Kapital und wiederum zu erhöhtem kulturellem Kapital (Rademacher, 108). Der Nachteil bei der Berücksichtigung dieser Theorie liegt in der Tatsache, dass Schule nicht nur als ökonomisches Konstrukt dargestellt werden kann, sondern soziale Aspekte im Mittelpunkt stehen.

Einer dieser sozialen Aspekte wäre die Disziplinierung der Schüler. Diese müssen lernen, sich an bestimmte Regeln zu halten, um sich später erfolgreich in die Gesellschaft einzugliedern. Um dieses Ziel zu erreichen, musste die Institution Schule nach Adick verschieden Stationen der Modernisierung durchlaufen. Zu denen zählt sie die „Einführung allgemeiner Schulpflicht, die Übernahme der Schulen in staatliche Sanktionsgewalt, die Einführung von Berechtigungssystemen, die Hierarchisierung von Schulstufen [und] die Professionalisierung der Lehrerbildung“ (Adick, 171). All diese Teilaspekte sollen dazu führen die Schule und somit das Lernen als soziale Tatsache und das Werkzeug Erziehung zu verbessern.

In diese Kerbe schlägt auch der Ansatz von John W. Meyer, der die beschleunigte Verbreitung bereits erprobter Muster als Produkt der Globalisierung sieht und darauf hinweist, dass dies nur dann klar werden kann, wenn man das System mit seiner Struktur „von oben, von einer herrschenden universalistischen historischen Kultur“ (Meyer, 33) betrachtet. Weder Adick noch Meyer sind auf diese Frage näher eingegangen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Die Unterschiede des beruflich-pädagogischen Handelns von Lehrern
Untertitel
Ein Vergleich zwischen Deutschland und den USA
Hochschule
Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover  (Institut für Erziehungswissenschaft)
Veranstaltung
Schule und Unterricht
Note
2,0
Autor
Jahr
2011
Seiten
12
Katalognummer
V192140
ISBN (eBook)
9783656170969
ISBN (Buch)
9783656171508
Dateigröße
497 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
unterschiede, handelns, lehrern, vergleich, deutschland
Arbeit zitieren
Sascha Ranke (Autor), 2011, Die Unterschiede des beruflich-pädagogischen Handelns von Lehrern, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/192140

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