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Der Anschlag vom 11. September 2001

Title: Der Anschlag vom 11. September 2001

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 24 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Marko Ferst (Author)

Politics - Region: USA
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Tagelang berichteten die Medien fast ununterbrochen über den Terroranschlag in Amerika. Es ist gar keine Frage, ein solches Ereignis muß in seiner menschlichen Tragik festgehalten werden, in der Dimension des Trauerns widergespiegelt werden. Die Verantwortlichen der ca. 3000 Opfer sind zu bestrafen. Dies hätte vor ordentlichen Gerichten zu geschehen. Jedoch die wochenlange Totalpräsenz des Themas sowie die Einseitigkeit und Eindimensionalität in der Darstellung besonders im Fernsehen erinnerte beinahe an die Verlautbarungskünste früherer DDR-Medien.
In Deutschland gab es viele öffentliche Bekundungen, die den Angehörigen der Opfer ihr Beileid aussprachen. Die Politik erklärte eine unumschränkte Solidarität mit dem amerikanischen Volk. Zugleich wurden in Ostdeutschland etliche Lehrer von Schulen verwiesen, weil sie von der gleichgeschalteten öffentlichen Meinung abgewichen waren. Tagesthemen-Moderator Ulrich Wickert griff man scharf via Presse an, weil er kritische Äußerungen von Arundhati Roy außerhalb direkter medialer Öffentlichkeit angeführt hatte. Eine fundamentalistisch proamerikanische Stimmung drohte jeden kritischen Reflexionsgeist in Frage zu stellen, jedoch zeigt die nachträgliche Pressedurchsicht, es gab viele Stimmen, die diesem einseitigen Bild nicht folgen wollten. Sie spielten aber nur eine Nebenrolle. In den USA wurden schon unmittelbar nach den Anschlägen Kommentatoren und Moderatoren, die sich differenziert und nachdenklich zu den Ursachen des Anschlages äußerten, von den Bildschirmen verbannt.
An vielen Orten der Welt dürfte nicht ausschließlich die Trauer über die Opfer im Blickpunkt gestanden haben bei der Wahrnehmung des Anschlages, sondern zudem oft eine Haltung anzutreffen gewesen sein, die in dem Akt auch eine Quittung für die aggressive, militärisch gestützte Politik der USA gegenüber anderen Staaten gesehen hat. Viele haben die amerikanischen Gewaltakte und Einflußnahmen von Vietnam über Nicaragua bis Grenada gut in Erinnerung. Überdies unterstützen die USA eine globale ökonomische Politikkonzeption im Kontext der Globalisierung, die vielen Menschen über IWF-Anpassungsprogramme oder die krisenverursachende spekulative Finanzmarktarchitektur schwere soziale Nachteile bescherte.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. PROLOG

2. DIE ZÄSUR DES ANSCHLAGES VOM 11. SEPTEMBER

3. TERRORBEKÄMPFUNG FÜR ANDERE ZIELE INSTRUMENTALISIERT

4. IST SAUDI -ARABIEN DIE WICHTIGSTE QUELLE DES NEUEN GLOBALEN TERRORS?

5. DER KRIEG GEGEN DEN TERRORISMUS IN AFGHANISTAN

6. EIN NEUER IRAK-KRIEG, EIN KRIEG GEGEN DEN TERROR?

7. TERRORISMUSBEKÄMPFUNG MIT FRIEDLICHEN MITTELN

Zielsetzung und thematischer Fokus

Die vorliegende Arbeit untersucht die Hintergründe und Folgen der Terroranschläge vom 11. September 2001, hinterfragt die militärische Reaktion der USA und erörtert alternative, friedliche Ansätze zur Terrorismusprävention.

  • Politische Instrumentalisierung des Terrorismus zur Durchsetzung globaler Hegemonie.
  • Analyse der US-Militärinterventionen in Afghanistan und der geplanten Irak-Kriegsführung.
  • Untersuchung sozioökonomischer Wurzeln von Terrorismus, insbesondere Armut und globale Ungerechtigkeit.
  • Kritische Beleuchtung der Rolle Saudi-Arabiens als möglicher Herkunftsort des globalen Terrors.
  • Plädoyer für diplomatische und polizeiliche Alternativen gegenüber präventiven Angriffskriegen.

Auszug aus dem Buch

Die Zäsur des Anschlages vom 11. September

Arundhati Roy erklärt, der 11. September mit den Anschlägen auf die beiden Türme des Welthandelszentrum in New York und das Pentagon in Washington sei durch nichts zu rechtfertigen. Um aber wenigstens eine Wiederholung zu vermeiden, sei es notwendig, das Geschehene zu verstehen, zu ergründen, warum dies passiert ist. Diesen Schritt zu gehen, sei nicht dasselbe, wie die Tat zu entschuldigen oder gar zu rechtfertigen.

Die Attentate auf das Welthandelszentrum und das Pentagon am 11. September 2001 zielten auf zentrale Insignien der globalen amerikanischer Militär- und Wirtschaftsherrschaft. Sie sollten ins Mark treffen. Offensichtlich ging es darum, die imperiale Allmacht amerikanischer Interessenlagen vor der Weltöffentlichkeit in Frage zu stellen. Ein solcher barbarischer Akt ist selbst für Terroristen nur sinnvoll, wenn die in ihm intendierte Botschaft, über das Verbrechen selbst hinausweist. Er setzt voraus, in erheblichen Teilen der Weltbevölkerung registriert man neben dem mörderischen Grauen des Terroraktes den, wenngleich mehr als zwiespältige Hinweis: Hier steht zugleich von amerikanischer Seite begangenes Unrecht am Pranger. Ohne diese Wirkung bekommt der Anschlag keinen Sinn, wäre wohl nie in dieser Form durchgeführt worden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. PROLOG: Diese Einleitung reflektiert die mediale Berichterstattung nach den Anschlägen und setzt den Kontext für eine kritische Betrachtung der US-Außenpolitik.

2. DIE ZÄSUR DES ANSCHLAGES VOM 11. SEPTEMBER: Das Kapitel analysiert den symbolischen Charakter der Angriffe und hinterfragt die Intentionen der Attentäter sowie die westliche Reaktion.

3. TERRORBEKÄMPFUNG FÜR ANDERE ZIELE INSTRUMENTALISIERT: Hier wird dargelegt, wie die US-Administration den Terrorakt als Vorwand nutzt, um eine aggressive Interventionspolitik zu legitimieren.

4. IST SAUDI -ARABIEN DIE WICHTIGSTE QUELLE DES NEUEN GLOBALEN TERRORS?: Eine Untersuchung der engen Verbindungen zwischen den Attentätern, den saudischen Strukturen und der Rolle Saudi-Arabiens im globalen Islamismus.

5. DER KRIEG GEGEN DEN TERRORISMUS IN AFGHANISTAN: Dieses Kapitel thematisiert die kontraproduktive Kriegsführung in Afghanistan und hinterfragt die völkerrechtliche Legitimation sowie die Rolle wirtschaftlicher Interessen.

6. EIN NEUER IRAK-KRIEG, EIN KRIEG GEGEN DEN TERROR?: Eine kritische Analyse der US-Pläne für einen Angriffskrieg gegen den Irak, wobei die Argumentation um Massenvernichtungswaffen entkräftet wird.

7. TERRORISMUSBEKÄMPFUNG MIT FRIEDLICHEN MITTELN: Der abschließende Teil fordert eine Abkehr von militärischen Lösungen hin zur Bekämpfung der sozioökonomischen Ursachen von Terrorismus wie Armut und Ungerechtigkeit.

Schlüsselwörter

11. September, Terrorismus, US-Außenpolitik, Irak-Krieg, Afghanistan, militärische Intervention, Armutsbekämpfung, Globalisierung, Hegemonie, Menschenrechte, Schurkenstaaten, politische Kommunikation, Friedensstrategien.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Auswirkungen des 11. Septembers auf die internationale Politik und kritisiert die darauf folgenden US-amerikanischen Militärstrategien.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse der US-Interventionen in Afghanistan und dem Irak sowie auf der Untersuchung der Ursachen und Präventionsmöglichkeiten von politischem Terrorismus.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie militärische Vergeltung den Terrorismus möglicherweise befeuert, statt ihn zu bekämpfen, und stattdessen Alternativen aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine politikwissenschaftliche Analyse auf Basis von Quellenstudien, Medienspiegeln und fachwissenschaftlicher Literatur zur Außen- und Sicherheitspolitik.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Analyse des Terroraktes, der Instrumentalisierung durch die USA, der Rolle Saudi-Arabiens sowie den spezifischen Konfliktgebieten Afghanistan und Irak.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind unter anderem Terrorismusbekämpfung, Hegemonie, präventive Kriege, Armutsbekämpfung und Geopolitik.

Welche Rolle spielt die wirtschaftliche Interessenlage laut der Autorin/dem Autor?

Die Arbeit argumentiert, dass strategische Interessen wie die Sicherung von Ölressourcen bei den US-Militärinterventionen eine weitaus wichtigere Rolle spielen als die offizielle Terrorismusbekämpfung.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle der Medien in diesem Kontext?

Die Arbeit kritisiert eine weitgehend einseitige, proamerikanische mediale Darstellung, die kritische Stimmen diskreditiert habe und die Komplexität der Ursachen ignorierte.

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Details

Title
Der Anschlag vom 11. September 2001
College
Free University of Berlin  (OSI)
Course
Perspektiven nichtmilitarisierter Gesellschaften nach dem 11. September
Grade
2,0
Author
Marko Ferst (Author)
Publication Year
2003
Pages
24
Catalog Number
V19216
ISBN (eBook)
9783638233958
Language
German
Tags
Anschlag September Perspektiven Gesellschaften September
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marko Ferst (Author), 2003, Der Anschlag vom 11. September 2001, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/19216
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