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Die transatlantischen Migrationsbewegungen der Inselbewohner Nordfrieslands im 19. Jahrhundert

Title: Die transatlantischen Migrationsbewegungen der Inselbewohner Nordfrieslands im 19. Jahrhundert

Term Paper , 2012 , 20 Pages

Autor:in: Cornelia Desch (Author)

History of Germany - 1848, Empire, Imperialism
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Diese Hausarbeit wurde im Rahmen des Moduls 3C des Studienganges Bildungswissenschaft an der FernUniversität Hagen erstellt. Inhalt ist das Themengebiet der Migration. Die Verfasserin hat eine geografische und historische Eingrenzung vorgenommen und beschäftigt sich mit den transatlantischen Migrationsbewegungen der Inselbewohner Nordfriesland im 19. Jahrhundert. Die Hausarbeit widmet sich der Forschungsfrage, ob die Inselbewohner Nordfrieslands im 19. Jahrhundert bereits Transmigranten nach der Definition von Ludger Pries waren. Nach einleitenden Worten werden hierfür zunächst die zentralen Begrifflichkeiten zum Themenkomplex der Migration dargestellt. Nachfolgend wird auf die Transmigrationstheorie von Ludger Pries eingegangen. Im vierten Kapitel wird der Leser in den behandelten geografischen und historischen Raum eingeführt – die nordfriesischen Inseln im 19. Jahrhundert. Das fünfte Kapitel widmet sich der Forschungsfrage und deren Beantwortung. Als Beispiel für ein pluri-lokales Netzwerk wird im sechsten Abschnitt der in New York befindliche Föhr/Amrumer-Krankenunterstützungsverein vorgestellt. Im Fazit werden die zentralen Erkenntnisse der Hausarbeit zusammengefasst. Diese Hausarbeit richtet sich an Leser mit bildungswissenschaftlichem Vorwissen. Die angewandten Theorien und Modelle können mitunter nicht in aller Ausführlichkeit dargestellt werden, da dies den von der FernUniversität Hagen vorgegebenen Rahmen dieser Arbeit überschreiten würde. Wird in dieser Hausarbeit die männliche Anrede verwendet, so sind Frauen stets gleichermaßen gemeint und angesprochen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Migration

3. Die Transmigrationstheorie von Ludger Pries

4. Die nordfriesischen Inseln - Vorstellung des behandelten geografischen und historischen Raumes

5. Die transatlantischen Migrationsbewegungen der Inselbewohner Nordfrieslands im 19. Jahrhundert – Forschungsfrage: Waren die nordfriesischen Inselbewohner im untersuchten Zeitraum bereits Transmigranten?

6. Exkurs: Gemeinschaft in der Fremde - Der Föhr/Amrumer Krankenunterstützungsverein in New York

7. Fazit

8. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die transatlantischen Migrationsbewegungen nordfriesischer Inselbewohner im 19. Jahrhundert. Zentrales Ziel ist die Beantwortung der Forschungsfrage, ob diese Migrationsmuster bereits als Transmigration im Sinne der Theorie von Ludger Pries klassifiziert werden können.

  • Grundlagen der Migrationstheorien und Abgrenzung verschiedener Migrantentypen.
  • Einführung in den geografischen und historischen Kontext der nordfriesischen Inseln.
  • Analyse der Push- und Pull-Faktoren der nordfriesischen Auswanderung im 19. Jahrhundert.
  • Fallstudie zum Föhr/Amrumer Krankenunterstützungsverein als pluri-lokales Netzwerk.
  • Bewertung der Anwendbarkeit des Transmigrationsmodells auf die historische Situation der Inselbewohner.

Auszug aus dem Buch

Die Transmigrationstheorie von Ludger Pries

Die Transmigrationstheorie wurde von Prof. Dr. Ludger Pries entwickelt – er ist Inhaber des Lehrstuhls für Soziologie/Organisation, Migration und Mitbestimmung an der Ruhr-Universität in Bochum, siehe Pries (2010, S. 2). Im ausgehenden 20. Jahrhundert entwickelte sich eine neue Dynamik in der transnationalen Migration, so Pries (1997, S. 15). Gründe für die – nicht nur kurzfristige - Zunahme der Migrationsbewegungen seit Ende der 80er Jahre des 20. Jahrhunderts sieht Pries unter anderem in ökologischen Faktoren, sich auflösenden ländlichen Sozialmilieus und in „allgegenwärtigen Projektionen und Visionen der Lebensbedingungen und –stile auf den „Wohlstandsinseln“ dieser Welt“ (Pries, 1997, S. 16 – Hervorhebungen wie im Original). Die bislang dominierende Form von Migration – der unumkehrbare, einmalige Wechsel des Wohnorts von einem Land in ein anderes – wird zunehmend abgelöst von der Form der Transmigration.

Hierbei sind die Migrationsprozesse nicht mehr nur unidirektional; es spannen sich Beziehungsnetze zwischen unterschiedlichen geografischen Bezugsräumen, so Pries (1997, S. 16 und S. 26). Pries stellt fest, dass beim Typus des Transmigranten „der Wechsel zwischen verschiedenen Lebensorten in unterschiedlichen Ländern kein singulärer Vorgang ist, sondern zu einem Normalzustand wird, indem sich der alltagsweltliche Sozialraum der Transmigranten pluri-lokal über Ländergrenzen hinweg zwischen verschiedenen Ort aufspannt“ (Pries, 2003, S. 29, Hervorhebung wie im Original). In diesem Zusammenhang wirft Pries die Frage auf, was in Verbindung mit internationaler Migration mit „dauerhaftem Wohnortwechsel“ gemeint ist: Der singuläre Wechsel von A nach B, also ein einmaliger Umzug einer Person von einem Ort zum anderen – oder der beständige Wechsel des Wohnortes? Pries sieht seine Theorie der Transmigration als Ergänzung – und nicht als Ersatz – für bereits bestehende Theorien (Pries, 2003, S. 23).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in das Thema der Migration ein und erläutert die geografische sowie zeitliche Eingrenzung auf die nordfriesischen Inseln im 19. Jahrhundert.

2. Migration: Es werden grundlegende Definitionen zum Begriff der Migration sowie vier Idealtypen von Migranten (Emigrant, Rückkehrmigrant, Diaspora-Migrant, Transmigrant) vorgestellt.

3. Die Transmigrationstheorie von Ludger Pries: Dieses Kapitel erläutert den theoretischen Rahmen der Transmigration, in dem Migrationsprozesse als pluri-lokale, grenzüberschreitende Netzwerke verstanden werden.

4. Die nordfriesischen Inseln - Vorstellung des behandelten geografischen und historischen Raumes: Es erfolgt ein Überblick über die Geschichte, die Lebensumstände und die traditionelle Seefahrt der Bewohner der nordfriesischen Inseln.

5. Die transatlantischen Migrationsbewegungen der Inselbewohner Nordfrieslands im 19. Jahrhundert – Forschungsfrage: Waren die nordfriesischen Inselbewohner im untersuchten Zeitraum bereits Transmigranten?: Die Analyse untersucht, inwiefern die spezifische Auswanderungssituation der Insulaner (insb. 1868-1885) dem Modell der Transmigration entspricht.

6. Exkurs: Gemeinschaft in der Fremde - Der Föhr/Amrumer Krankenunterstützungsverein in New York: Der Verein wird als Beispiel für ein erfolgreiches pluri-lokales Netzwerk vorgestellt, das die Verbindung zwischen den Inseln und den Migranten in den USA stärkte.

7. Fazit: Die Verfasserin kommt zu dem Schluss, dass die untersuchte Gruppe im Zeitraum 1868-1885 Charakteristika von Transmigranten aufwies, bevor sie später zu sesshaften Emigranten wurden.

8. Literaturverzeichnis: Auflistung aller verwendeten Quellen.

Schlüsselwörter

Migration, Transmigration, Ludger Pries, Nordfriesland, Inselbewohner, 19. Jahrhundert, USA, Hollandgänger, Identität, Sozialraum, Netzwerke, Auswanderung, Pendelbewegung, Preußen, Militärdienst.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit den Migrationsbewegungen der Bewohner der nordfriesischen Inseln im 19. Jahrhundert und deren Verbindung zur transatlantischen Auswanderung.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf der Migrationstheorie, der Regionalgeschichte Nordfrieslands sowie der Analyse transnationaler Sozialräume und Netzwerke.

Was ist die zentrale Forschungsfrage der Arbeit?

Es wird untersucht, ob die nordfriesischen Inselbewohner im 19. Jahrhundert – insbesondere zwischen 1868 und 1885 – bereits als Transmigranten nach der Definition von Ludger Pries eingestuft werden können.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Es handelt sich um eine theoretisch fundierte Analyse, die historische Sachverhalte und Fallbeispiele wie den Föhr/Amrumer Krankenunterstützungsverein unter Anwendung der Transmigrationstheorie prüft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung, die Darstellung des nordfriesischen Kontextes, eine Analyse der Migrationsströme sowie eine detaillierte Betrachtung eines pluri-lokalen Vereinsnetzwerks.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?

Wesentliche Begriffe sind Migration, Transmigration, Nordfriesland, 19. Jahrhundert und transatlantische Pendelbewegungen.

Welche Rolle spielten die Bancroft-Verträge für die Insulaner?

Die Verträge ermöglichten es den Insulanern, nach fünf Jahren in den USA die amerikanische Staatsbürgerschaft zu erlangen, was als Strategie genutzt wurde, um dem preußischen Militärdienst zu entgehen.

Wie beeinflusste die preußische Gesetzgebung die Migrationsdynamik?

Mit der Einführung der Wehrpflicht und späteren Restriktionen für US-Bürger auf den Inseln (ab 1885) wurden die zuvor zirkulären Pendelbewegungen unterbunden, was viele Transmigranten zur endgültigen Emigration zwang.

Was ist das Ergebnis der Untersuchung bezüglich des Transmigranten-Status?

Die Verfasserin gelangt zu dem Schluss, dass die Gruppe der betroffenen Inselbewohner im spezifischen Zeitraum von 1868 bis 1885 als Transmigranten angesehen werden kann, da sie in zwei Welten lebten und ein pluri-lokales Pendelsystem pflegten.

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Details

Title
Die transatlantischen Migrationsbewegungen der Inselbewohner Nordfrieslands im 19. Jahrhundert
College
University of Hagen
Author
Cornelia Desch (Author)
Publication Year
2012
Pages
20
Catalog Number
V192249
ISBN (eBook)
9783656170822
ISBN (Book)
9783656171423
Language
German
Tags
Modul 3C FernUniversität Hagen Semesterarbeit Migration Transmigrationstheorie Pries Transmigration
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Cornelia Desch (Author), 2012, Die transatlantischen Migrationsbewegungen der Inselbewohner Nordfrieslands im 19. Jahrhundert, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/192249
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