Im Rahmen dieser Ausarbeitung werden ausgewählte Neuerungen der aufsichtsrechtlichen Bestimmungen für Finanz- und Kreditinstitute aufgeführt und deren Auswirkungen auf die Bank- und Liquiditätssteuerung, sowie der Realwirtschaft, erläutert. Die dabei beschriebenen Neuerungen beschränken sich auf drei neue Kennzahlen. Die Leverage Ratio begrenzt zukünftig die Institute stärker in ihrem Finanzierungsspielraum. Durch die Liquidity Coverage Ratio soll ab dem Jahre 2015 die Ausstattung
der Institute mit kurzfristiger Liquidität gemessen werden. Abschließend erfolgt die Darstellung der Net Stable Funding Ratio, welche ab 2018, das Ausstattungsverhältnis der längerfristigen Aktiva, zu den entsprechenden Passiva der Institute verdeutlicht. Diese dadurch neu definierte Widerstandsfähigkeit und Stabilität der Banken wird jedoch nicht ohne Folgen bleiben. Abschließend erfolgt daher eine Darstellung
von Ausgewählten Folgen des Reformpaketes Basel III. Eine verkürzte Übersicht der zukünftigen Mindestanforderungen an das Eigenkapital der Institute befindet sich im Anhang dieser Ausarbeitung.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Ziele der Neuregelung durch Basel III
3. Ausgewählte Neuregelungen unter Basel III
3.1. Höchstverschuldungsquote (Leverage Ratio)
3.2. Kurzfristige Liquiditätsdeckungsziffer (LCR)
3.3. Stabile Finanzierungskennziffer (NSFR)
4. Auswirkungen der neuen Kennziffern auf die Banksteuerung
4.1. Eigenkapitalbedarf
4.2. Kosten
4.3. Auswirkungen auf die Kreditvergabe
4.4. Zusammenfassung / Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Diese Arbeit untersucht die durch das Reformpaket Basel III eingeführten regulatorischen Neuerungen für Finanz- und Kreditinstitute und analysiert deren Auswirkungen auf die Bank- und Liquiditätssteuerung sowie die Realwirtschaft. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich mit den ökonomischen Folgen der neuen Kennziffern und deren Einfluss auf die Kreditvergabepraxis sowie die Stabilität der Banken.
- Regulatorische Anforderungen der Leverage Ratio
- Messung kurzfristiger Liquidität mittels Liquidity Coverage Ratio (LCR)
- Langfristige Finanzierungsstabilität durch die Net Stable Funding Ratio (NSFR)
- Kapitalbedarf und Kostenstrukturen bei Banken unter neuen Auflagen
- Auswirkungen auf die Kreditvergabemöglichkeiten und die Realwirtschaft
Auszug aus dem Buch
3.1. Höchstverschuldungsquote (Leverage Ratio)
Ein Problem der Finanz- und Liquiditätskrise waren die außerbilanziellen Geschäfte der Institute. Hierbei wurden zwar die durchaus vorhandenen, regulatorischen Eigenkapitalgrenzen eingehalten, jedoch waren die ökonomischen Risiken dieser Geschäfte nicht, oder nicht ausreichend, abgedeckt. Die neu definierte Leverage Ratio (LR) soll daher ein erneutes ausufern dieser außerbilanziellen Geschäfte und somit eine unkontrollierte Verschuldung der einzelnen Institute, bzw. des gesamten Bankensektors, vermeiden.
Die LR ist als durchschnittliche Kennziffer für das jeweilige Quartal zu ermitteln und lässt sich Formal ausdrücken: Sie bildet somit das Verhältnis des neu definierten Kernkapitals nach Basel III, zur durchschnittlichen Summe aller bilanziellen und außerbilanziellen Geschäfte.
Bei der Ermittlung des Nenners, der o.g. Formel, erfolgt aktuell keine Berücksichtigung etwaiger Risikogewichtungsfaktoren. Dies bedeutet für die Kennziffer, dass die traditionellen Bilanzaktiva (z.B. Darlehen), nach Wertberichtigung o.ä. Wertminderungen, vollständig in die Berechnung einfließen. Außerbilanzielle Geschäfte werden konservativ zu 100% angesetzt und fließen daher ebenfalls mit ihrem Nominalbetrag in die Berechnung mit ein. Eine Erleichterung besteht für jederzeit kündbare Kreditlinien (z.B. Dispositionskredite), da diese lediglich mit 10% des Nominalbetrages in die Berechnung des Nenners einzubeziehen sind.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung der aufsichtsrechtlichen Neuerungen durch Basel III und deren Fokus auf drei zentrale Kennzahlen zur Stärkung der Banken.
2. Ziele der Neuregelung durch Basel III: Erläuterung des regulatorischen Reformbedarfs aufgrund der Finanzkrise 2007 zur Stärkung der Kapital- und Liquiditätsgrundlage.
3. Ausgewählte Neuregelungen unter Basel III: Detaillierte Betrachtung der Leverage Ratio, der Liquidity Coverage Ratio und der Net Stable Funding Ratio als neue Steuerungsinstrumente.
4. Auswirkungen der neuen Kennziffern auf die Banksteuerung: Analyse der Folgen für den Eigenkapitalbedarf, die Kostenstruktur sowie die Kreditvergabepolitik der Institute.
Schlüsselwörter
Basel III, Bankenregulierung, Leverage Ratio, Liquidity Coverage Ratio, Net Stable Funding Ratio, Liquiditätssteuerung, Eigenkapitalbedarf, Kreditvergabe, Finanzkrise, Banksteuerung, Refinanzierung, Risikomanagement, Bankenstabilität, Kapitaladäquanz, Finanzinstitute.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die aufsichtsrechtlichen Neuregelungen von Basel III und deren Auswirkungen auf die operative Steuerung und Liquiditätssicherung von Kreditinstituten.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Felder sind die Einführung der Leverage Ratio, der Liquidity Coverage Ratio (LCR) und der Net Stable Funding Ratio (NSFR) sowie deren Auswirkungen auf die Bankpraxis.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie die neuen regulatorischen Kennzahlen die Kapitalgrundlage stärken und welche Folgen dies für die Kreditvergabe und die Kosteneffizienz der Banken hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine deskriptive Analyse und Auswertung regulatorischer Vorgaben, ergänzt durch die Interpretation von Fachliteratur und offiziellen Studien des Baseler Ausschusses.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die technischen Definitionen der drei Kennzahlen sowie deren Einfluss auf den Eigenkapitalbedarf, die operativen Bankkosten und die Kreditvergabemöglichkeiten für Unternehmen diskutiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich maßgeblich durch Begriffe wie Basel III, Leverage Ratio, Liquiditätsrisiken, Eigenkapitalanforderungen und Bankenregulierung charakterisieren.
Wie unterscheidet sich die neue LCR von bisherigen Liquiditätskennziffern?
Im Gegensatz zu bisherigen Kennzahlen berücksichtigt die LCR ein durch den Ausschuss definiertes Stressszenario, um die Zahlungsfähigkeit eines Instituts über 30 Tage sicherzustellen.
Warum kritisieren Banken die neuen Anrechnungsfaktoren der NSFR?
Die Kritik basiert auf der Befürchtung, dass die konservative Wahl der Anrechnungsfaktoren die Kreditvergabe einschränkt und zu einer Konzentration in bestimmten Anlageklassen führen könnte.
- Arbeit zitieren
- Stefan Münster (Autor:in), 2011, Auswirkungen der neuen Basel-III-Kennzahlen auf die Banksteuerung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/192290