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Hiobs Weib in der Exegese der lateinischen Kirchenväter „Dic aliquod verbum in Deum et morere” (Hiob 2,9)

Ein Beitrag zur patristischen Frauenforschung

Título: Hiobs Weib in der Exegese der lateinischen Kirchenväter „Dic aliquod verbum in Deum et morere” (Hiob 2,9)

Redacción Científica , 2009 , 35 Páginas

Autor:in: Dr. phil. Mag. theol. Thomas Klibengajtis (Autor)

Teología - Teología histórica, historia eclesiástica
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Die These von der Frauenfeindlichkeit der Kirchenväter ist durchgängig innerhalb der feministischen Theologien anzutreffen. Der vorliegende Aufsatz untersucht die Darstellung von Hiobs Weib bei allen altchristlichen lateinischen Autoren, die dieses Thema behandeln und kommt zu dem Schluß, dass trotz einer androzentrischen Perspektive und der moralischen Verurteilung der Frau keine Frauenfeindlichkeit vorliegt. Nach einer textkritischen Untersuchung von Hiob 2,9 zu welcher auch Apokryphen des Alten Testaments herbeigezogen werden, erfolgt die Darstellung der Hiobs-Weib-Exegese von Tertullian, Cyprian von Karthago, Hilarius von Poitiers, Zeno von Verona, Ambrosius von Mailand, Augustinus, Gaudentius von Brescia, Hieronymus, Victor von Vita, Cassiodor, Gregor dem Großen. Anhand der vorgelegten Untersuchung sollten manche feministische Thesen sicherlich vorsichtiger und quellenfundierter formuliert werden.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

Die feministischen Theologien – ein Zeichen der Zeit

Misogynismus der Kirchenväter? Eine Literaturübersicht.

Hiobs Weib in der Literaturübersicht

Hiobs Weib in der Textgeschichte

1. Hiob 2,9 in der Lesung der Septuaginta und der Vulgata

2. Hiobs Weib im Testamentum Hiobs

Hiob 2,9 in der lateinischen Patristik – eine Einführung

Tertullian – Hiobs Weib „vom Unglück verzagt“

Cyprian von Karthago – Hiobs Weib „vom Teufel bewaffnet”

Hilarius von Poitiers – Hiobs Weib: ein Fall von calumnia

Zeno von Verona – Hiobs Weib als schlechte Ratgeberin

Ambrosius von Mailand – die Frau als „die schlimmere Versuchung“

Gaudentius von Brescia – Hiobs Weib als die missgeleitete Helferin

Hieronymus von Stridon – Hiobs Weib als die große Abwesende der Hiobsgeschichte

Augustinus – Hiobs Weib als „Eva“, „Teufelsgehilfin“ und mitgeprüfte Ehegefährtin

Victor von Vita – Hiobs Weib bei der Christenverfolgung Afrikas

Cassiodor – Hiobs Weib „von unreinen Geistern angetrieben“

Gregor der Große – Hiobs Weib als die Figur des Unvollkommenen

Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Exegese der lateinischen Kirchenväter zum biblischen Vers Hiob 2,9, um zu klären, inwieweit die antiken Auslegungen des Verhaltens von Hiobs Frau als misogyn zu bewerten sind und wie sich die patristische Sicht auf diese biblische Gestalt entwickelte.

  • Analyse der patristischen Exegese zu Hiob 2,9
  • Untersuchung von Vorwürfen des Misogynismus in der Tradition
  • Gegenüberstellung von Textzeugen wie Septuaginta und Vulgata
  • Rolle von Hiobs Frau im Kontext von Versuchung und Theodizee
  • Entwicklung des Frauenbildes in der lateinischen Patristik

Auszug aus dem Buch

Ambrosius von Mailand – die Frau als „die schlimmere Versuchung“

Ambrosius von Mailand (†397) ist der einzige unter den untersuchten Kirchenvätern, der in einem Teil seiner Hiobs-Weib-Exegese seinem Missmut über Frauen als solche Ausdruck verleiht. Das ist bei einem Autor, welcher einen Großteil seines Werkes den verschiedenen weiblichen Ständen, Maria und den weiblichen Bibelgestalten des Alten Testaments gewidmet hatte recht verwunderlich und ist, wie wir sehen werden, aus dem geschichtlichen und psychologischen Kontext, in dem seine Hiobs-Weib-Exegese entstand, zu erklären.

Im Gegensatz zu seinen Vorgängern sieht Ambrosius in Hiobs Weib eher ein Mittel der Versuchung als eine eigenständige Person: „Nachdem Hiob seine Kinder und alles was er besaß, bis auf die Ehefrau, die ihm bloß zur Versuchung dagelassen wurde, verloren hatte [...]”. Die Frau wurde „bloß zur Versuchung dagelassen“ und nicht etwa, um Hiob als Hilfe zu dienen. Dennoch wird ihr Einfluss insofern relativiert, da Ambrosius in ihrem Ratschlag, welcher in der Lesung der LXX angeführt wird, den Ansichten Hilarius und Cyprians entgegen, eine von vielen Versuchungen sieht und nicht die Versuchung schlechthin.

Zusammenfassung der Kapitel

Die feministischen Theologien – ein Zeichen der Zeit: Einleitende Reflexion über feministische Theologien als Konsequenz der Frauenbewegung und ihre Bedeutung in der heutigen Theologie.

Misogynismus der Kirchenväter? Eine Literaturübersicht.: Kritische Sichtung der bestehenden Literatur zum Thema Frauenbild in der patristischen Tradition und das Fehlen umfassender Studien zu Hiobs Weib.

Hiobs Weib in der Literaturübersicht: Darstellung des Forschungsstandes zur Hiob-Figur und der Wichtigkeit von Hiobs Frau als "Prüfstein" für patristischen Misogynismus.

Hiobs Weib in der Textgeschichte: Analyse der textlichen Unterschiede zwischen LXX und Vulgata sowie die Rolle im Testamentum Hiobs.

Hiob 2,9 in der lateinischen Patristik – eine Einführung: Überblick über die untersuchten Autoren und die Methodik der patristischen Exegese zu Hiob 2,9.

Tertullian – Hiobs Weib „vom Unglück verzagt“: Untersuchung der frühchristlichen Sicht Tertullians auf die vermeintliche Verzagtheit von Hiobs Frau.

Cyprian von Karthago – Hiobs Weib „vom Teufel bewaffnet”: Analyse der Sicht Cyprians, der die Frau als Werkzeug des Teufels zur Versuchung Hiobs sieht.

Hilarius von Poitiers – Hiobs Weib: ein Fall von calumnia: Untersuchung des moraltheologischen Begriffs der calumnia in Bezug auf die Handlungen von Hiobs Frau bei Hilarius.

Zeno von Verona – Hiobs Weib als schlechte Ratgeberin: Betrachtung der nachsichtigen, aber kritischen Einschätzung Zenos.

Ambrosius von Mailand – die Frau als „die schlimmere Versuchung“: Analyse der speziellen Deutung des Ambrosius, die Eva-Hiob-Parallelen nutzt.

Gaudentius von Brescia – Hiobs Weib als die missgeleitete Helferin: Betrachtung der eschatologischen Konsequenzen, die Gaudentius in der Gotteslästerung sieht.

Hieronymus von Stridon – Hiobs Weib als die große Abwesende der Hiobsgeschichte: Diskussion der wenigen, aber prägnanten Erwähnungen bei Hieronymus.

Augustinus – Hiobs Weib als „Eva“, „Teufelsgehilfin“ und mitgeprüfte Ehegefährtin: Umfangreiche Analyse des augustinischen Werkes zur komplexen Rolle von Hiobs Frau.

Victor von Vita – Hiobs Weib bei der Christenverfolgung Afrikas: Übertragung der Hiob-Exegese auf den Kontext der Christenverfolgung.

Cassiodor – Hiobs Weib „von unreinen Geistern angetrieben“: Untersuchung der Psychomachia-Deutung bei Cassiodor.

Gregor der Große – Hiobs Weib als die Figur des Unvollkommenen: Zusammenfassung der letzten patristischen Interpretation als "fünfte Kolonne".

Schlusswort: Synthese der Ergebnisse: Androzentrismus ist in der Patristik erkennbar, jedoch kein systematischer Misogynismus.

Schlüsselwörter

Hiobs Weib, Kirchenväter, Patristik, Feministische Theologie, Exegese, Misogynismus, Androzentrismus, Hiob 2,9, Testamenum Hiobs, Augustin, Tertullian, Ambrosius, Versuchung, Kirchengeschichte, Frauenbild.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit untersucht, wie die lateinischen Kirchenväter die Figur der Frau des Hiob (Hiob 2,9) exegetisch interpretierten und ob diese Auslegungen Anzeichen für einen spezifischen Misogynismus tragen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Themenfelder sind die patristische Frauenforschung, die Textgeschichte des Buches Hiob (insb. Unterschiede zwischen Vulgata und Septuaginta) und die theologische Entwicklung der Ehe- und Versuchungsthematik.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, zu klären, ob die Kirchenväter die Frau des Hiob als eigenständiges, moralisch handelndes Subjekt wahrnahmen oder sie lediglich als Werkzeug des Teufels instrumentalisierten, um theologische Konzepte der Versuchung zu illustrieren.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird eine historisch-kritische Exegese und eine vergleichende Analyse patristischer Texte angewandt, wobei die Autoren von Tertullian bis Gregor dem Großen chronologisch untersucht werden.

Was sind die Schwerpunkte im Hauptteil?

Der Hauptteil gliedert sich in Einzelanalysen der Kirchenväter, wobei besonders der Einfluss von Augustinus sowie die Differenzierung zwischen Androzentrismus und echtem Misogynismus herausgearbeitet wird.

Welche Kernaussage lässt sich festhalten?

Die Analyse kommt zu dem Ergebnis, dass die patristischen Texte zwar einen Androzentrismus aufweisen, jedoch der Vorwurf eines expliziten Misogynismus der Kirchenväter in Bezug auf Hiobs Weib bei genauerer Betrachtung nicht haltbar ist.

Welche Rolle spielt die Septuaginta für die Argumentation?

Die Septuaginta enthält Interpolationen zu Hiobs Weib, die ihr mehr Charakter verleihen und die Basis für die ausführlichere Exegese einiger Väter bilden, da sie das Leid und die Identitätskrise der Frau stärker akzentuiert.

Warum ist Augustinus für dieses Thema besonders relevant?

Augustinus widmet dem Thema Hiobs Weib etwa die Hälfte aller patristischen Texte dazu und integriert sie tief in seine Erbsünden- und Paradigmenlehre, wodurch er das Thema theologisch vollendet.

Wie unterscheidet sich Ambrosius von Mailand in seiner Deutung?

Ambrosius nutzt die Figur der Hiobs-Frau, um eine schärfere Polemik gegen weibliche Versuchungen zu führen, wobei er jedoch biographische und kirchenpolitische Krisenkontexte einbezieht.

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Detalles

Título
Hiobs Weib in der Exegese der lateinischen Kirchenväter „Dic aliquod verbum in Deum et morere” (Hiob 2,9)
Subtítulo
Ein Beitrag zur patristischen Frauenforschung
Autor
Dr. phil. Mag. theol. Thomas Klibengajtis (Autor)
Año de publicación
2009
Páginas
35
No. de catálogo
V192304
ISBN (Ebook)
9783656172314
ISBN (Libro)
9783656172215
Idioma
Alemán
Etiqueta
Buch Hiob Hiobs Weib AT-Apokryphen Lateinische Kirchenväter Feministische Theologie Altes Testament Alte Kirchengeschichte Gender theology - Polemik
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Citar trabajo
Dr. phil. Mag. theol. Thomas Klibengajtis (Autor), 2009, Hiobs Weib in der Exegese der lateinischen Kirchenväter „Dic aliquod verbum in Deum et morere” (Hiob 2,9), Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/192304
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