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Politische Kommunikation im Internetzeitalter

Title: Politische Kommunikation im Internetzeitalter

Term Paper , 2012 , 18 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Daniel Seehuber (Author)

Communications - Media History
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Politische Kommunikation hat eine lange Tradition. Ihre Ursprünge liegen in der Antike, als auf Marktplätzen politische Inhalte verbreitet beziehungsweise über sie debattiert wurde. Schulz (2011: 16) definiert politische Kommunikation sehr allgemein als die Kommunikation, „die von politischen Akteuren ausgeübt wird, die an sie gerichtet ist, oder die sich auf politische Akteure bezieht.“ Über Jahrzehnte hinweg nutzten politische Akteure vorwiegend
die Massenmedien Fernsehen und Zeitung, um ihre Ziele und Botschaften an möglichst breite Teile der Bevölkerung zu übermitteln. Diese rezipierte die Inhalte, war mitunter nicht mit
allem einverstanden, hatte aber aufgrund der einseitigen Kommunikationswege dieser beiden Massenmedien nur sehr eingeschränkt die Möglichkeit, sich selbst an der politischen Kommunikation zu beteiligen, ihren Unmut kund zu tun und in direkten Kontakt mit
politischen Akteuren zu treten. Zumindest theoretisch problemlos möglich ist dies aber mittlerweile über das Internet (beispielsweise mittels Weblogs), dessen kontinuierliche Weiterentwicklung – wie Simons (2011: 142) es darstellt – eine zweite Medienrevolution
„nach der Erfindung des Buchdrucks“ zur Folge hatte. So haben technologische Innovationen dazu geführt, dass die in der Frühphase des Internets noch dominierenden einseitigen Kommunikationsstrukturen zwar nicht komplett verdrängt wurden, aber zumindest erheblich an Bedeutung verloren haben. In Anbetracht dessen erheben Internetnutzer zunehmend den Anspruch, ihre – gemäß dem Paradigma der traditionellen Massenkommunikation – passive
Rolle abzulegen und am Prozess der öffentlichen Meinungsbildung mitzuwirken: „Aus passiven Konsumenten werden höchst aktive Produzenten“ (Hornig 2007: 8).

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Kapitel 1: Einleitung

Kapitel 2: Allgemeine Aspekte zur (politischen) Kommunikation

Kapitel 3: Zentrale Merkmale des Web 2.0

Kapitel 4: Politische Kommunikation im Internetzeitalter

4.1 Neuausrichtung: Potenziale und Probleme

4.2 Der Stellenwert des Internets unter US-Präsident Barack Obama

4.3 Nutzung des Internets unter politischen Akteuren in Deutschland

Kapitel 5: Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Wandel politischer Kommunikation unter dem Einfluss des Web 2.0. Dabei wird analysiert, inwiefern sich traditionelle Top-down-Strukturen hin zu partizipativen Bottom-up-Prozessen verschieben und welche Chancen sowie Risiken sich daraus für das demokratische Gefüge ergeben.

  • Transformation der Kommunikation durch das Web 2.0
  • Vergleich zwischen traditionellen Massenmedien und Online-Medien
  • Fallbeispiel zur digitalen Strategie von Barack Obama
  • Analyse der politischen Online-Kommunikation in Deutschland
  • Herausforderungen durch Partizipation und Kontrollverlust

Auszug aus dem Buch

Kapitel 2: Allgemeine Aspekte zur (politischen) Kommunikation

Die einfachste Kommunikationsform ist die zwischen zwei Menschen stattfindende interpersonelle Kommunikation, die auch als one-to-one-Kommunikation bezeichnet wird. Auf der einen Seite befindet sich der Sender, der eine Nachricht in ein Signal codiert und dieses anschließend über einen Kanal an den Empfänger schickt, der dieses dann wieder decodiert. Wesentlich komplexer sind dagegen Kommunikationsprozesse, an denen mehrere Akteure beteiligt sind. Diesbezüglich ist die one-to-many-Kommunikation hervorzuheben, die von sämtlichen traditionellen Massenmedien wie dem Fernsehen und der Zeitung praktiziert wird. So gibt es beispielsweise beim Fernsehen einen Sender, der eine Nachricht an eine Vielzahl von Empfängern schickt, die Maletzke (1963: 32) im Rahmen seiner Definition von Massenkommunikation als „disperses Publikum“ bezeichnet. Hiermit ist gemeint, dass die Empfänger nicht miteinander kommunizieren können, da sie zeitlich beziehungsweise räumlich zerstreut sind.

Demgegenüber steht die many-to-many-Kommunikation, bei der es viele Sender und viele Empfänger gibt. Insbesondere vor der Etablierung der traditionellen Massenmedien wurde diese Kommunikationsform, die auch das heutige Internet prägt, zur Verbreitung von politischen Botschaften genutzt (beispielsweise Marktplatzdiskussionen). Während sich diese sowie die one-to-one-Kommunikation durch Bidirektionalität – hierunter wird die Möglichkeit verstanden, ohne Medienwechsel vom Empfänger zum Sender werden zu können – auszeichnet, ist die Kommunikation bei den traditionellen Massenmedien stets unidirektional, was Maletzke (1963: 32) in seiner Definition betont. Der Empfänger kann zwar zum Sender werden, allerdings muss er sich dabei anderer Medien bedienen, und so erfolgt die Kontaktaufnahme mit der Zeitung in der Regel über einen Leserbrief.

Zusammenfassung der Kapitel

Kapitel 1: Einleitung: Die Einleitung führt in die historische Entwicklung der politischen Kommunikation ein und stellt die Relevanz der Transformation durch das Internet sowie die Fragestellung der Arbeit dar.

Kapitel 2: Allgemeine Aspekte zur (politischen) Kommunikation: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der Kommunikation, unterscheidet zwischen verschiedenen Kommunikationsmodellen und thematisiert die Abhängigkeit der Politik von traditionellen Massenmedien.

Kapitel 3: Zentrale Merkmale des Web 2.0: Hier werden die technologischen und sozialen Charakteristika des Web 2.0 analysiert, wobei insbesondere die aktive Rolle des Rezipienten als 'Prosument' im Vordergrund steht.

Kapitel 4: Politische Kommunikation im Internetzeitalter: Dieses Hauptkapitel untersucht die praktische Umsetzung von Online-Strategien, vergleicht internationale Ansätze wie den Wahlkampf Obamas mit der Situation in Deutschland und beleuchtet Chancen sowie Risiken.

Kapitel 5: Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung fasst die wesentlichen Ergebnisse zusammen und reflektiert über den Nachholbedarf der deutschen Politik beim direkten Dialog mit den Bürgern.

Schlüsselwörter

Politische Kommunikation, Web 2.0, Internetzeitalter, Massenkommunikation, Partizipation, Social Media, Online-Dialog, Demokratie, Barack Obama, Digital Natives, Narrowcasting, Gatekeeping, Interaktivität, Mediendemokratie, Netzpolitik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Veränderung politischer Kommunikationsprozesse durch die technologischen Möglichkeiten des Internets und des Web 2.0.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Fokus stehen die Abkehr von klassischen Top-down-Strukturen der Massenmedien, der Aufstieg partizipativer Kommunikation und die Herausforderungen, vor denen politische Akteure in diesem digitalen Wandel stehen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, Chancen und Risiken der Online-Kommunikation für politische Akteure aufzuzeigen und zu bewerten, wie das Internet als Instrument zur Vitalisierung der Demokratie eingesetzt werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Literaturanalyse, die verschiedene Kommunikationsmodelle und Praxisbeispiele aus der Politikwissenschaft und Medienforschung heranzieht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Definition des Web 2.0, eine Analyse der allgemeinen Medientheorie sowie eine praktische Betrachtung der politischen Nutzung des Netzes in den USA und Deutschland.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Politische Kommunikation, Web 2.0, Partizipation, Online-Dialog und Demokratie beschreiben.

Inwiefern hat der Wahlkampf von Barack Obama die Arbeit beeinflusst?

Der Wahlkampf von 2008 dient als zentrales Fallbeispiel, um die erfolgreiche Nutzung von Web-2.0-Tools zur Mobilisierung und Identitätsstiftung zu illustrieren.

Welche Herausforderungen identifiziert der Autor bei der Nutzung des Internets durch deutsche Politiker?

Der Autor kritisiert eine weit verbreitete Zurückhaltung und die Tendenz, das Internet lediglich als einseitiges Sendemedium statt als echten Dialogkanal zu begreifen.

Welches Fazit zieht die Arbeit bezüglich der Machtverhältnisse?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass politische Akteure durch den notwendigen Übergang zu Bottom-up-Strukturen ein gewisses Maß an Kommunikationshoheit verlieren, was jedoch eine notwendige Voraussetzung für moderne, bürgernahe Politik ist.

Excerpt out of 18 pages  - scroll top

Details

Title
Politische Kommunikation im Internetzeitalter
College
University of Marburg  (Institut für Medienwissenschaft)
Course
Interface Center
Grade
1,0
Author
Daniel Seehuber (Author)
Publication Year
2012
Pages
18
Catalog Number
V192327
ISBN (eBook)
9783656172802
ISBN (Book)
9783656173113
Language
German
Tags
politische kommunikation internetzeitalter
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Daniel Seehuber (Author), 2012, Politische Kommunikation im Internetzeitalter, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/192327
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