Soziale Arbeit als Dienstleistung


Referat (Ausarbeitung), 2010

11 Seiten, Note: 2,00


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Soziale Arbeit als Dienstleistung
Die Privilegierung (Sonderrecht verleihen) des Nutzers/der Nutzerin.
Zur theoretischen Begründung sozialer Dienstleistung
Dienstleistung als „KundInnendienst“
Theoretische Grundelemente Sozialer Dienstleistung
Das Erbringungsverhältnis personenbezogener Dienstleistung
Der Erbringungskontext personenbezogener sozialer Dienstleistung

Sozialpädagogische Nutzerforschung
Drei Forschungszugänge - Wirkungs- Adressaten- und Nutzerforschung
Der Nutzen Sozialer Arbeit

Soziale Arbeit als Dienstleistung

Dienstleistungen werden „allgemein als Tätigkeiten definiert, die weder dem wirtschaftlichen Bereich der Nahrungsmittel- und Rohstoffgewinnung (primärer Sektor) noch der industriellen Rohstoffverarbeitung (sekundärer Sektor) zugeordnet werden können.“ (Flösser/Oechler 2005, S. 198) Merkmale für die Kategorie DL sind: Immaterialität, Nicht-Transportfähigkeit, Nicht-Lagerfähigkeit, etc. Personenbezogene soziale DL setzen die aktive Mitwirkung der AdressatInnen für eine gelingende Produktion von DL voraus. Die Produktion und Konsumtion der Leistung fallen zusammen. (vgl. ebd., S. 198)

Die Privilegierung (Sonderrecht verleihen) des Nutzers/der Nutzerin. Zur theoretischen Begründung sozialer Dienstleistung

Konkurrenzverhältnisse = Wettbewerb = Hervorbringung von Innovation, Produktivität und Qualität (vgl. Schaarschuch 2003, S. 151)

Dienstleistung als „KundInnendienst“

Die direkte Leistungserbringung von SozialarbeiterInnen zielt auf das Modell der Dienstleistung ab, was bedeutet, dass Handeln primär nachfrage- und kundenorientiert ist, es „paßt seine Leistungen laufend der veränderten Nachfrage und selbstverständlich den vorhandenen Mitteln an.“ (KGSt 1993: 13 zitiert nach: Schaarschuch 2003, S. 152)

Somit erhöht sich die Konkurrenz zwischen den verschiedenen Einrichtungen (Anbietern), da die KundInnen individuell zwischen den Anbietern wählen können. Die AdressatInnen (= KundInnen) Sozialer Arbeit verfügen über mehr Macht gegenüber dem „Markt“ sozialer Angebote. Außerdem kann „[...] dem bewussten oder unbewussten Versuch der wertegemäßen Lenkung durch [...]“ (Schaarschuch 2003, S. 152) die Professionellen entgegengewirkt werden.

Wo in bisher vorhandenen Konzepten z.B. der Lebensweltorientierung und Subjektorientierung lebensweltliche Bezüge und die Anerkennung der subjektiven Perspektive der AdressatInnen im Vordergrund stehen, folgt nun durch die Dienstleistungsorientierung eine Orientierung an den Wünschen der AdressatInnen. Versprochen wird eine neue Qualität des Verhältnisses der Klientel zu den Professionellen, welches sich durch eine Gleichstellung beider Positionen und gegenseitigem Respekt auszeichnet. Die Präferenzen der AdressatInnen sollen ernst genommen und einer Bevormundung seitens der Professionellen entgegengewirkt werden. (vgl. ebd., S. 153) In den Vordergrund tritt somit die Privilegierung der Nachfrageseite, im Gegensatz zur bisherigen „Orientierung der Profession an den lebensweltlichen Zusammenhängen der Subjekte [...].“(ebd., S. 153)

Für die Entwicklung der Sozialpolitik würde dies bedeuten, dass den Ausgangspunkt die Produktivitäten und Bedürfnisse der AdressatInnen bilden, da es sich um ihr Leben handelt. (vgl. ebd., S. 154)

Theoretische Grundelemente Sozialer Dienstleistung

Das Erbringungsverhältnis personenbezogener Dienstleistung

Bei der personenbezogenen Dienstleistung wird „von einem wechselseitigem Konstitutionsverhältnis von Produktion und Konsumtion“ (ebd. S. 155) ausgegangen. Produktion meint die Aneignung (= Subjektivierung des Objektiven) der Natur (auch Gesellschaft) seitens des Individuums durch Auseinandersetzung (= produktive Tätigkeit) mit dieser. „In der Konsumtion von Gebrauchswerten produziert das Individuum seine gegenständliche Welt wobei es zugleich sich selbst produziert (bzw. re-produziert).“ (ebd. S. 155) Bei personenbezogene Dienstleistungen werden keine Gegenstände produziert, es wird anhand von Texten kommuniziert, mit der Absicht, gegebene personale Zustände durch die Tätigkeit der Professionellen zu verändern, wobei Voraussetzung die auf Bedürfnissen basierende Nachfrage ist (= Nachfrage befriedigt + Zustandsveränderung wird mitbewirkt). Die Veränderung muss einen Gebrauchwert (= gesellschaftliche Nützlichkeit einer Ware ’ professionelles Handeln) haben. Die Konsumtion des Gebrauchswertes ist für das Subjekt auch Produktion: „Indem es den Gebrauchswert der von einer anderen Person erbrachten Dienstleistung konsumiert, produziert es zugleich einen veränderten Zustand seiner eigenen Person.“ (ebd. S. 156)

Die Person produziert sich selbst dadurch, dass es sich neue Inhalte aneignet und hervorbringt (z.B. Verhalten, Wissen, Qualifikation, Wohlbefinden, etc.), die durch die Leistung der Professionellen vermittelt werden. Das Subjekt konsumiert Dienstleistung und wird dadurch zum Produzenten seines Selbst, da Aneignungsprozesse initiiert werden.

„Aus diesem Grunde kommt dem Subjekt, das seine eigene Person mithilfe des Gebrauchswertes der Arbeit einer anderen Person produziert, im Dienstleistungsprozeß strukturell der Primat zu.“ (Schaarschuch 2003, S. 156)

Der Dienstleistungsprozess (Dienstleistung = professionelles Handlungskonzept)

Obwohl der/die Professionelle am Veränderungsprozess beteiligt ist, kann nur das Subjekt selbst die Veränderung vollziehen (’ Produktionsprozess + Erbringungsprozess). Die produktive Tätigkeit des/der Professionellen, welche zur Produktion des Subjekts dient, gilt als Dienstleistung.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten(Schaarschuch 2003, S. 157)

Der Erbringungskontext personenbezogener sozialer Dienstleistung

Fakt ist, dass die sozialstaatlich erbrachten sozialen Dienstleistungen weitgehend alternativlos sind, sprich, wenig verschiedene Institutionen – fast keine Wahlmöglichkeiten (nur ein einziger stattlicher Anbieter). Es wird jedoch angenommen, dass mittels Orientierung an den KundInnen „[...] das Passungsverhältnis von Angebot und Nachfrage optimiert und die Ressourcen effektiv und effizient eingesetzt“ (Schaarschuch 2003, S. 159) werden und sich ein hohes Qualitätsniveau herausbilden würde.

Der Unterschied zwischen dem marktförmigen und sozialstaatlichen Erbringungskontext lässt mit den Begriffen „exit“ und „voice“ von Hirschmann (1970) veranschaulichen. „Dem Modell nach kann der Kunde auf einem Markt konkurrierender Anbieter vor allem dadurch Einfluß ausüben, daß er den bisherigen Anbieter verläßt und zu einem neuen wechselt, also durch exit. Dies will natürlich jeder Anbieter verhindern.“ (ebd., S. 159)

Die Folge dieser Wechselmöglichkeit ist ein optimales Verhältnis von Angebot und Nachfrage und dadurch ein hohes Qualitätsniveau.

Im sozialstaatlichen Erbringungskontext Sozialer Arbeit, bei welchem nur ein einziger staatlicher Anbieter sozialer Dienstleistungen existiert, „[...] ist ein steuernder Einfluß der Nachfragenden auf die Anbieterseite prinzipiell nur dadurch möglich, daß diese ihre Interessen zur Artikulation bringen – durch Einsatz der voice-Option.“ (ebd., S. 159)

Wenn die Leistungsfähigkeit sozialstaatlicher Einrichtungen wirklich von Angebot und Nachfrage abhängig ist und die NutzerInnen im Dienstleistungsprozess oberste Priorität haben, müssen direkte Möglichkeiten der Einflussnahme der NutzerInnen auf die Dienstleistungserbringung institutionalisiert werden. „Die Einflußnahme der Nutzer auf Form und Inhalt sozialer Dienstleistungen muß im sozialstaatlichen Erbringungskontext wesentlich politischer Natur sein [...].“ (ebd., S. 160) Damit ist aber noch nicht gesagt, wie real im Endeffekt die Chancen der Einflussnahme sind.

[...]

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Soziale Arbeit als Dienstleistung
Hochschule
FH Kärnten, Standort Feldkirchen
Note
2,00
Autor
Jahr
2010
Seiten
11
Katalognummer
V192368
ISBN (eBook)
9783656172635
ISBN (Buch)
9783656173120
Dateigröße
449 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Soziale Arbeit, Dienstleistung
Arbeit zitieren
B.A. Cornelia Verdianz (Autor), 2010, Soziale Arbeit als Dienstleistung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/192368

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