ASEAN - Association of Southeast Asian Nations

“Kooperation trotz Diversität” – die Entstehung einer kollektiven Identität?.


Seminararbeit, 2009
22 Seiten, Note: 2

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Beweggründe der Themenwahl
1.2 Fragestellungen und Hypothese
a.) Zentrale Fragestellungen und weiterführende Fragen
b.) Hypothese
1.3 Ziele
1.4 Begriffsdefinitionen

2. ASEAN - Association of Southeast Asian Nations
2.1 Gründung der ASEAN (Bangkok-Deklaration)
2.2 Geschichte der ASEAN
2.3 Absichten und Prinzipien der Organisation (Charta 2008)
2.4 Rechtspersönlichkeit der ASEAN
2.5 Aufgaben der Organe der ASEAN
2.6 Entscheidungsfindung
2.7 Der „ASEAN way“
2.8 ASEAN-Vision 2020
2.9 Resümee/ Kritik: ASEAN

3. Die „kollektive Identität“
3.1 Theoriediskussion
3.2 Realismus vs. Konstruktivismus: Die Entstehung einer kollektiven Identität
3.3 Förderung einer kollektiven Identität im Rahmen der ASEAN
3.4 Resümee/ Kritik: kollektive Identität

4. Schluss
4.1 Beantwortung der zentralen Fragestellungen/ Hypothese

5. Literatur- und Quellenverzeichnis

6. Anhang
6.1 Organisationsstruktur der ASEAN
6.2 Kurzinfo zur ASEAN (statistische Daten)

1. Einleitung

1.1 Beweggründe der Themenwahl

Da im Rahmen des Proseminars „Einführung in die internationale Politik II“ auf die Wichtigkeit von Staaten und internationalen Organisationen, als Subjekte des Völkerrechts, aufmerksam gemacht wurde, entschied ich mich, diese zum Hauptthema meiner Proseminararbeit zu machen. Nach kurzem Einlesen in verschiedenste Kooperationsformen auf der ganzen Welt, fiel mein Blick schlussendlich auf den südostasiatischen Raum. Ich entschied mich für die Association of Southeast Asian Nations (ASEAN), da mich faszinierte, dass anscheinend auch zwischen semidemokratischen oder autoritären Ländern wie den ASEAN-Staaten ein Prozess der Gemeinschaftsbildung stattfinden könne. Ich beschloss so, diese Art der Kooperation genauer zu analysieren um Antworten zu erhalten.

1.2 Fragestellungen und Hypothese

a.) Zentrale Fragestellungen und

- Wird die Zusammenarbeit im Rahmen der ASEAN durch den Grad der Diversität der Mitgliedstaaten beeinflusst?
- Wie realistisch ist die Entstehung einer kollektiven Identität in der Bevölkerung der ASEAN-Mitgliedstaaten?

- weiterführende Fragen:
- Worum handelt es sich bei der ASEAN (Mitgliedstaaten, Aufbau, Organe, Struktur)?
- Welche Ereignisse waren entscheidend für die Gründung der ASEAN?
- Was sind die zentralen Ziele und Werte der Organisation? Wie ist die weitere Entwicklung der Organisation geplant?

b.) Hypothese

Das Gefüge der ASEAN und seine über 40-jährige Beständigkeit, ist zurückzuführen auf eine Politik der Eliten, in der versucht wird, die Bevölkerung von jeglicher Macht fernzuhalten. Sie leitet sich nicht von der Entstehung einer kollektiven Identität in der Bevölkerung ab.

1.3 Ziele

Im Zuge dieser Arbeit wird versucht, die Association of Southeast Asian Nations (ASEAN) in ihren Grundzügen, Strukturen und Organen zu erläutern. Weiters soll die zu erforschende Heterogenität zwischen den Mitgliedstaaten einen Schluss auf die Beständigkeit der Kooperation ermöglichen. Ebenso wird die Entstehung einer kollektiven Identität, wie es Nikolas Busse in seinem Buch „Die Entstehung von kollektiven Identitäten“1 beschreibt, im ASEAN-Raum untersucht.

1.4 Begriffsdefinitionen

Diversität:

Diversität wird im Sinne der UNESCO-Definition ausdrücklich angewendet auf alle Formen kultureller Diversität, d.h. ethnische Herkunft, sprachliche Vielfalt, Gender, sexuelle Orientierung, Alter, alle Formen von geistiger und körperlicher Behinderung, sowie auf kulturelle Vielfalt etc.

"Vielfalt" bzw. "Diversität" haben absolut zentrale und konstitutive Bedeutung.2

Kollektive Identität:

„relatively stable, role-specific understandings and expectations about self“3

Eine kollektive Identität bedeutet, dass sich jene Staaten, die diese ausbilden, sich nicht mehr als individuelle Akteure in der Weltpolitik sehen, sondern bei der Formulierung ihrer Handlungsstrategien Rücksicht auf die Interessen ihrer Partner nehmen.4

Normen:

Eine gängige Definition im Konstruktivismus lautet: „Norms are collective expectations about proper behaviour for a given identity.“

Normen enthalten genaue Handlungsanweisungen, die einer Identität zugrunde liegen.5

2. ASEAN - Association of Southeast Asian Nations

„One Vision, One Identity, One Community“. (Motto der ASEAN)6

2.1 Gründung der ASEAN (Bangkok-Deklaration)

Die Association of Southeast Asian Nations (ASEAN) wurde am 8. August 1967 in Bangkok (Thailand) von den südostasiatischen Staaten Indonesien, Malaysia, Philippinen, Singapur und Thailand gegründet.7 Die ASEAN-Deklaration, auch bezeichnet als Bangkok-Deklaration, wurde von den 5 Außenministern der Gründungsstaaten unterzeichnet. Adam Malik (Indonesien), Narciso R. Ramos (Philippinen), Tun Abdul Razak (Malaysia), S. Rajaratnam (Singapur), und Thanat Khoman (Thailand) gelten als die Gründungsväter der ASEAN.8

Die ASEAN im Sinne der Bangkok-Deklaration war eine Vereinigung zur regionalen Kooperation. Ihre Ziele und Absichten beinhalteten eine Beschleunigung des Wirtschaftswachstums, des sozialen Fortschrittes und der kulturellen Entwicklung in der Region und sollten durch gemeinsame Bemühungen im Sinne von Gleichheit und Partnerschaft erreicht werden. Dies sollte die Vereinigung stärken und sie zu einer erfolgreichen und friedlichen Gemeinschaft südostasiatischer Nationen machen. Regionaler Frieden und Stabilität sollten, durch das Festhalten und Respektieren des Rechts und der Prinzipien der Charta der Vereinten Nationen, erreicht werden.

Die so gegründete Vereinigung zur regionalen Kooperation (ASEAN) proklamierte, dass sie den kollektiven Willen der Nationen von Südostasien vertrete und Frieden, Freiheit und Wohlstand sichern werde.9

Heute umfasst die ASEAN 10 Mitgliedstaaten: Thailand, Malaysia, Singapur, Indonesien, Philippinen, Brunei, Vietnam, Laos, Myanmar und Kambodscha.10

2.2 Geschichte der ASEAN

Über Jahrhunderte war aufgrund einer stark vorherrschenden Heterogenität in Südostasien, regionale Kooperation nur schwer möglich. Während der Kolonialzeit hatten die Bevölkerungen der einzelnen Länder nur minimalen Kontakt zueinander und waren lediglich über Vorgänge im eigenen Land informiert. Nach dem Abzug der Kolonialmächte wurde, von Seite der politischen Eliten, zum ersten Mal über Formen der Zusammenarbeit nachgedacht.11

Die ASEAN war die erste geglückte regionale Kooperation im südostasiatischen Raum. Mehrere vorangegangene Modelle, wie die MAPHILINDO (Zusammenschluss von Malaysia, Indonesien und den Philippinen) oder die ASA (Zusammenschluss von Malaysia, Philippinen und Thailand) scheiterten an Meinungsverschiedenheiten.12 Hinsichtlich der Zielformulierungen und Organisationsstruktur der ASA (Association of Southeast Asia) kann sie als eine Vorform der ASEAN gesehen werden. Der Gedanke zur Gründung der ASEAN entstand auf dem Höhepunkt des Vietnamkrieges und angesichts eines möglichen Ausgreifens kommunistischer Bewegungen auf andere Teile Südostasiens. Die Schaffung eines Bündnisses wurde somit als sehr dringlich erachtet. Die Eliten der Staaten Indonesien, Malaysia, Philippinen, Singapur und Thailand beschlossen so, sich zusammen zu schließen. Wirtschaftliche und kulturelle Kooperation standen scheinbar im Vordergrund der Gründung, doch eigentlich war die ASEAN ein lockeres Bündnis zur sicherheitspolitischen Stabilisierung der Region.

Mit dem Ende des Ost-West-Konfliktes kamen tiefgreifende Veränderungen auf die Staaten in Südostasien zu. Die USA sowie Großbritannien beschlossen bereits 1968/69 mit der Guam-Doktrin Nixons den Rückzug aus Südostasien.13

Die ASEAN befürchtete ein entstehendes Machtvakuum, welches zum Wettbewerb anderer Großmächte (China, Japan, Indien) um Einfluss in der Region führen würde. So beschloss sie „größer zu werden“. Mit der Erweiterung um 5 neue Mitgliedstaaten wollte die Organisation ihre regionale Identität stärken und ihre weltpolitische Rolle erweitern. Brunei wurde 1984, Vietnam 1995, Laos und Myanmar 1997 und Kambodscha 1999, Mitglied der ASEAN. Wegen der Erweiterung wurde die ASEAN stark kritisiert, da sich durch sie, das wirtschaftliche Gefälle innerhalb der Vereinigung stark vergrößerte.14

2.3 Absichten und Prinzipien der Organisation (Charta 2008)

Die wichtigsten Absichten der ASEAN sind:

- Frieden, Sicherheit und Stabilität erhalten und steigern, sowie friedensorientierte Werte in der Region stärken;
- Versichern, dass die Völker und Mitgliedstaaten der ASEAN, mit der gesamten Welt in Frieden und in einer demokratischen und harmonischen Umwelt leben;15

Die wichtigsten Prinzipien der ASEAN sind:

- Gegenseitiger Respekt der Unabhängigkeit, Souveränität, Gleichheit, territorialen Integrität und nationalen Identität aller Mitgliedstaaten;
- Verzicht auf Aggressionen, Drohungen und den Gebrauch von Gewalt oder jeglicher anderer Handlungen, welche in irgendeiner Weise unvereinbar sind mit dem internationalen Recht;
- Nicht-Einmischung in die internationalen Geschäfte von ASEAN-Mitgliedstaaten;
- Respekt des Rechts der Mitgliedstaaten, die nationale Existenz frei von externen Eingriffen, Umstürzen und Zwängen zu leiten;16

2.4 Rechtspersönlichkeit der ASEAN

Die ASEAN bekam mit der Charta der Association of Southeast Asian Nations, welche am 15.12.2008 in Kraft getreten ist, die Rechtspersönlichkeit einer: intergouvernementalen Organisation.17

2.5 Aufgaben der Organe der ASEAN:

ASEAN-Summit:

Das Gipfeltreffen der Staats- oder Regierungschefs ist das höchste Gremium der ASEAN. Es übernimmt Entscheidungen bezüglich Schwerpunktthemen der ASEAN, wichtigen Interessensangelegenheiten von Mitgliedstaaten sowie allen Themen, welche dem Gipfeltreffen vom ASEAN Coordinating Council und den ASEAN Sectoral Ministerial Bodies zugewiesen werden.

[...]


1 (Busse, Nikolas (2000). Die Entstehung von kollektiven Identitäten : das Beispiel der ASEAN-Staaten, Baden Baden)

2 vgl. Homepage des Diversity Managements, http://www.univie.ac.at/diversity/entf_translawi.html#frage1 (26.4.2009)

3 Busse (2000), 18

4 vgl. Busse (2000), 12

5 Busse (2000), 19

6 Charta der Association of Southeast Asian Nations, in Kraft getreten am 15. 12. 2008, Art. 36

7 vgl. Homepage der ASEAN, Bangkok-Deklaration, http://www.aseansec.org/1629.htm (18.4.2009)

8 vgl. Homepage der ASEAN, Gründung der ASEAN, http://www.aseansec.org/7069.htm (18.4.2009)

9 vgl. Homepage der ASEAN, Bangkok-Deklaration, http://www.aseansec.org/1629.htm (18.4.2009)

10 vgl. Charta der Association of Southeast Asian Nations, in Kraft getreten am 15. 12. 2008

11 vgl. Ufen, Die ASEAN - Vom Antikommunismus zu umfassender Kooperation in Südostasien, http://www.giga-hamburg.de/openaccess/suedostasienaktuell/2004_1/giga_soa_2004_1_ufen.pdf (18.4.2009)

12 vgl. Feske, ASEAN - Eine Wirtschafts- oder Sicherheitsgemeinschaft?, http://www.km.bayern.de/blz/web/old_100111/feske.htm (18.4.2009)

13 vgl. Ufen, Die ASEAN - Vom Antikommunismus zu umfassender Kooperation in Südostasien, http://www.giga-hamburg.de/openaccess/suedostasienaktuell/2004_1/giga_soa_2004_1_ufen.pdf (18.4.2009)

14 vgl. Feske, ASEAN - Eine Wirtschafts- oder Sicherheitsgemeinschaft?, http://www.km.bayern.de/blz/web/old_100111/feske.htm (18.4.2009)

15 vgl. Charta der ASEAN, in Kraft getreten am 15. 12. 2008, Art. 1

16 vgl. Charta der ASEAN, in Kraft getreten am 15. 12. 2008, Art. 2

17 vgl. Charta der ASEAN, in Kraft getreten am 15. 12. 2008, Art. 3

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
ASEAN - Association of Southeast Asian Nations
Untertitel
“Kooperation trotz Diversität” – die Entstehung einer kollektiven Identität?.
Hochschule
Universität Salzburg
Note
2
Autor
Jahr
2009
Seiten
22
Katalognummer
V192484
ISBN (eBook)
9783656174783
ISBN (Buch)
9783656174868
Dateigröße
511 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
asean, association, southeast, asian, nations, kooperation, diversität”, entstehung, identität
Arbeit zitieren
Daniela Holzinger (Autor), 2009, ASEAN - Association of Southeast Asian Nations, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/192484

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