Ich werde mich in dieser Hausarbeit mit Platons Politeia beschäftigen und dabei den Aufbau des Idealstaates nach Platon untersuchen. Die Frage, die ich mir dabei grundlegend stelle ist, ob dieser Aufbau gerecht ist. Um dies herauszufinden, werde ich die verschiedenen Individuen des Staates bezüglich ihrer Aufgaben genauer betrachten. Da wäre die Rolle des Wächters im Staat. Wie kann man Wächter werden und welche Aufgaben haben sie? Außerdem beschäftige ich mich mit der Frauen- und Kindergemeinschaft sowie der Philosophenherrschaft. Was zeichnet einen Philosophen aus?
Inhaltsverzeichnis
1) Einleitung
2) Historischer Hintergrund
3) Die Ständegliederung
4) Die Philosophenherrschaft
4.1. Wer ist ein Philosoph?
5) Relevanz der Wächter
5.1. Die Aufgaben des Wächters
5.2. Die Erziehung des Wächters
5.3. Die Besitzlosigkeit des Wächters
6) Frauen- und Kindergemeinschaft
7) Platons Begriff der Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit beim Staat
7.1. Platons Begriff der Gerechtigkeit beim Einzelnen
7.2. Die Rolle der Tugenden
8) Kritik des Aristoteles an Platons Staatstheorie
9) Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit verfolgt das Ziel, Platons Konzept des Idealstaates in seiner Schrift „Politeia“ einer kritischen Analyse zu unterziehen, um zu erörtern, ob dessen Aufbau nach heutigen Vorstellungen als gerecht bewertet werden kann. Hierbei wird insbesondere untersucht, wie sich die zentralen Komponenten der Staatsordnung auf die Stellung des Individuums auswirken.
- Struktur und Aufgaben der gesellschaftlichen Ständegliederung
- Bedeutung der Philosophenherrschaft und Wissensbegriff
- Rolle, Erziehung und Lebensweise der Wächterklasse
- Kritische Analyse der Frauen- und Kindergemeinschaft
- Vergleich mit der aristotelischen Kritik an Platons Staatstheorie
Auszug aus dem Buch
5) Relevanz der Wächter
Durch die zunehmenden Bedürfnisse der Menschen im Idealstaat folgt die Beanspruchung vom Land der Nachbarn. Das könnte wiederum zu Kriegen führen und dafür wird Militär benötigt. Außerdem entsteht das Verlangen nach einer Regierung und nach einer herrschenden Klasse. Dadurch ergibt sich ein eigener Berufsstand- die Wächter. Der Grund dafür ist, dass jeder Bürger nur eine Tätigkeit ausführen darf und somit die Bürger nicht gleichzeitig Wächter sein können. Ob dieser Gedanken gerecht ist, sei dahingestellt.
5.1. Die Hauptaufgaben der Wächter bestehen darin das Gemeinwohl zu schützen und die Gesellschaft zu steuern. Jedoch sollen sie die Stadt nicht nur vor äußeren Feinden hüten, sondern auch dafür sorgen, dass die Stadt nicht zu üppig wird. Sollte dies doch passieren, haben die Wächter die Aufgabe diesen Zustand zu stoppen.
Um diese wichtigen Aufgaben ausführen zu können, müssen die Wächter ganz besondere Fähigkeiten aufweisen und diese kombinieren können. Zum einen müssen die Wächter Mut und Tapferkeit hervorbringen, anderseits sollen sie nur gegenüber ihren Feinden bösartig sein und gegenüber ihren Mitbürgern sanftmütig. Die Frage ist, ob sich diese Fähigkeiten überhaupt vereinen lassen und ob diese beschriebenen Kompetenzen der Wächter überhaupt erreicht werden können. Platon sagt ja und führt dazu das Beispiel an, dass Hunde gegenüber ihrem Herrchen und dessen Freunde auch sanftmütig sind, aber bei Fremden oft zögerlich und das Gegenteil von sanftmütig. Kritik kann man hierbei darin sehen, dass nicht alle Hunde gleich beschaffen sind und es durchaus auch Hunde gibt, die gegenüber allen Menschen sanftmütig sind, oder gegenüber allen Menschen bösartig. Trotzdem ist dieses Beispiel ein Grund für Sokrates, dass sich diese Fähigkeiten nicht widersprechen und durch die richtige Erziehung angestrebt werden können. Des Weiteren sollen die Wächter das Gefühl bekommen, Freund und Feind zu unterscheiden. Hiermit stellt Sokrates seinem Gesprächspartner die Frage, ob ein Wächter somit nicht auch philosophisch sein müsse.
Zusammenfassung der Kapitel
1) Einleitung: Vorstellung des Philosophen Platon und Einführung in die Fragestellung nach der Gerechtigkeit des Idealstaates.
2) Historischer Hintergrund: Betrachtung der Entstehungszeit des Werkes unter dem Eindruck des Peloponnesischen Krieges und der Krise der athenischen Demokratie.
3) Die Ständegliederung: Analyse der Arbeitsteilung in drei Stände und der damit verbundenen Zuweisung fester Rollen für die Bürger.
4) Die Philosophenherrschaft: Untersuchung der Herrschaftsform, in der Vernunft und Macht vereint werden sollen, sowie Definition des Philosophenbegriffs.
5) Relevanz der Wächter: Erörterung der militärischen und schützenden Funktion der Wächter sowie deren spezifische Erziehung und Entsagung von Privatbesitz.
6) Frauen- und Kindergemeinschaft: Kritische Untersuchung der Aufhebung privater Familienstrukturen zugunsten einer staatlich gelenkten Gemeinschaft.
7) Platons Begriff der Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit beim Staat: Herleitung der Gerechtigkeit als Zustand, in dem jeder Teil seine zugewiesene Aufgabe erfüllt, übertragen auf Staat und Seele.
8) Kritik des Aristoteles an Platons Staatstheorie: Darstellung der Gegenpositionen des Aristoteles hinsichtlich der Vielfalt, der persönlichen Verantwortung und der Bedeutung der Familie.
9) Fazit: Zusammenfassende persönliche Bewertung der Arbeit, in der das Fazit gezogen wird, dass Platons Entwurf nach heutigen Maßstäben nicht als gerecht empfunden werden kann.
Schlüsselwörter
Platon, Politeia, Idealstaat, Gerechtigkeit, Ständegliederung, Philosophenherrschaft, Wächter, Arbeitsteilung, Tugenden, Vernunft, Aristoteles, Staatsphilosophie, Seelenlehre, Gemeinwohl, politische Philosophie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit Platons Schrift „Politeia“ und untersucht den Aufbau seines Idealstaates im Hinblick auf Gerechtigkeitsprinzipien.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen sind die Ständegliederung, die Rolle der Wächter, die Philosophenherrschaft, die Kinder- und Frauengemeinschaft sowie die Definition der Gerechtigkeit.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, kritisch zu hinterfragen, ob der von Platon entworfene Idealstaat aus moderner Sicht als gerecht bezeichnet werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin verwendet eine textanalytische Methode, indem sie die verschiedenen Komponenten der Staatsidee Platons untersucht und diese mit eigenen Reflexionen sowie der Kritik des Aristoteles kontrastiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert die ständische Ordnung, die Ausbildung und Lebensbedingungen der Wächter, die philosophische Herrschaft und die psychologische Struktur der Seele im Verhältnis zum Staat.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Platon, Gerechtigkeit, Idealstaat, Wächter, Philosophenherrschaft, Ständegliederung und die Kritik des Aristoteles.
Warum lehnt die Autorin die Frauen- und Kindergemeinschaft ab?
Sie beurteilt die Pläne zur Aufhebung von Familienbindungen als unmenschlich und grotesk, da sie die Individualität und das Recht auf Wissen über die eigene Herkunft verletzen.
Wie bewertet die Autorin die Philosophenherrschaft?
Sie stimmt zwar zu, dass Regierende kompetent sein sollten, lehnt aber Platons exklusive Elite-Konzeption ab und fordert stattdessen Vertrauen, Transparenz und Teilhabe.
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- Lisa Julius (Autor), 2010, Das Gerechtigkeitsprinzip unter Berücksichtigung des Aufbaus des Staates bei Platon, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/192496