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Lebensschwäche und Dekadenz im Frühwerk von Thomas Mann

Über den Determinismus und Pessimismus in den frühen Erzählungen und der Geschichte des Hanno in „Buddenbrooks“

Titre: Lebensschwäche und Dekadenz im Frühwerk von Thomas Mann

Mémoire de Maîtrise , 2008 , 87 Pages

Autor:in: Paula Hesse (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Allemande Moderne
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Résumé Extrait Résumé des informations

Der frühe Tod, der den Protagonisten unentrinnbar entgegeneilt, ist das immer wiederkehrende Thema in Thomas Manns Frühwerk. In den Erzählungen „Der Wille zum Glück“, „Der kleine Herr Friedemann“, „Der Bajazzo“, „Tobias Mindernickel“, „Luischen“ und bezüglich der Figur des Hanno in dem Roman „Buddenbrooks“ ist der frühe Tod den Protagonisten bereits in den ersten Sätzen auferlegt. Ihr Niedergang wird symbolisiert durch äußere Symptome wie ungesunde Gesichtsfarbe, schiefe Körperhaltung und nicht zuletzt durch ihre der Dekadenz und dem Dilettantismus verhaftete Lebensweise. Sie leiden unter Krankheit, Stagnation und Isolation und sind ihrem Schicksal jeweils ausgeliefert.
Thomas Manns frühe Erzählungen entbehren politischen Inhalts, Thomas Mann legt den Fokus auf die psychische, physische und soziale Verfassung seiner Figuren, die in jeder der drei Hinsichten mangelhaft bis beklagenswert ist. Thomas Manns Erzählungen sind pessimistisch, und zwar im außerordentlichsten Sinne: Die physischen, psychischen und sozialen Mängel seiner Protagonisten führen zumeist zum Tod.

In Thomas Manns frühem Werk, welchem seine ersten Erzählungen – bis zu „Der Tod in Venedig“ von 1912 – und die Romane „Buddenbrooks“ und „Königliche Hoheit“ zuzuordnen sind, sind die zentralen Krankheitssymptome mangelhafte Zähne, Blässe (Anämie), Depressionen, Neurosen und nervliche Leiden, Neurasthenie. Die Kranken bei Thomas Mann sind in einem Auflösungsprozess gefangen, der sich sowohl körperlich als auch geistig, seelisch manifestiert. Oftmals ist nicht klar, inwieweit die beiden Erscheinungsgebiete miteinander zusammenhängen, bzw. ob das Leiden der einen Sphäre das der anderen zur Folge hat, und wenn ja, in welcher die Krankheit ihren Ursprung hat. Denn die meisten Figuren bei Thomas Mann, die an einer organischen Disposition zur Krankhaftigkeit leiden, zeichnen sich durch eine besonders sensible Einstellung zum Leben und eine feine Beobachtungsgabe aus, welche sie von den anderen, gesunden Menschen abgrenzen.
[...]

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundlagen zu Thomas Manns frühen Erzählungen

2.1 Biographisches

2.2 Zeitgeist

2.3 Dekadenz

2.4 Dilettantismus

3. Der Philosophische Hintergrund: Schopenhauer und Nietzsche als Vordenker

3.1 Schopenhauers Pessimismus

3.2 Nietzsches lebensstarker Mensch

3.3 Verquickung beider Theorien durch Thomas Mann

4. Lebensschwäche mit Todesfolge bei Thomas Manns frühen Figuren

4.1 Beispiele für Dekadente im Frühwerk Thomas Manns

4.1.1 Paolo Hofmann („Der Wille zum Glück“), 1896

4.1.2 „Der kleine Herr Friedemann“, 1897

4.1.3 „Der Bajazzo“, 1897

4.1.4 „Tobias Mindernickel“, 1898

4.1.5 Rechtsanwalt Jacoby („Luischen“), 1900

4.1.6 Hanno Buddenbrook („Buddenbrooks“), 1901

4.2 Die hypersensiblen Lebensschwachen und ihr Verhältnis zu Kunst und Leben

4.2.1 Künstlerproblematik

4.2.1.1 Die Antagonie Kunst – Leben

4.2.1.2 Entfremdung der Empfindsamen von den Vitalen und Asozialität

4.2.2 Stellenwert der Musik für die Lebensschwachen

4.2.2.1 Die Wirkung Wagners auf die Lebensschwachen

4.2.2.2 Thomas Mann und Richard Wagner

4.3 Untersuchungen zum Tod der hier behandelten Figuren

4.3.1 Suizid

4.3.2 Der nicht selbst verschuldete Tod

4.4 Krankheit und Genie

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Magisterarbeit analysiert das Frühwerk von Thomas Mann unter der zentralen Fragestellung, inwiefern ein vorherrschender Pessimismus und Determinismus seine Protagonisten unausweichlich in die Lebensschwäche und den frühen Tod treibt. Ziel ist es zu erörtern, ob die hypersensible Künstlerdisposition in einer bürgerlichen Gesellschaft zwangsläufig zum Scheitern verurteilt ist.

  • Die Darstellung von Krankheit und Verfall als leitmotivische Elemente bei Thomas Mann.
  • Der Einfluss der Philosophien von Arthur Schopenhauer und Friedrich Nietzsche auf das Mannsche Künstlerbild.
  • Die Rolle der Musik, insbesondere Richard Wagners, als Narkotikum und Beschleuniger des Niedergangs.
  • Die psychologische und soziale Analyse ausgewählter Figuren wie Hanno Buddenbrook und Johannes Friedemann.

Auszug aus dem Buch

4.1.2 „Der kleine Herr Friedemann“, 1897

„Die Amme hatte die Schuld“ – so lautet der erste Satz der Novelle „Der kleine Herr Friedemann“. Der Lebenslauf der Titelfigur ist somit schon von Beginn an angedeutet: Etwas Schreckliches ist ihm zugestoßen und schon in frühester Kindheit – als Säugling in (Miss-) Obhut der Amme – wurden die Weichen für sein Schicksal gestellt.

Was dem kleinen Johannes Friedemann bei dem Sturz vom Wickeltisch eigentlich passiert ist, bleibt offen. Der Arzt, der zu Rate gezogen wird, stellt – wie so oft die Ärzte bei Thomas Mann – seine Inkompetenz zur Schau, indem er nichts weiter angibt, als dass „die leichte Gehirnaffektion gänzlich behoben“ sei, dass weitere Besserung sich einstelle und nichts anderes übrig bleibe als „das Beste hoffen, wie gesagt, das Beste hoffen“.

Johannes Friedemann hat einen hässlichen Körper, eine „spitze[...] und hohe[...] Brust, [einen] weit ausladenden Rücken und [...] viel zu lange[...], magere[...] Arme[...]“. Jedoch: „Seine Hände und Füße aber waren zartgeformt und schmal, und er hatte große, rehbraune Augen, einen weichgeschnittenen Mund und feines, lichtbraunes Haar. Obgleich sein Gesicht so jämmerlich zwischen den Schultern saß, war es doch beinahe schön zu nennen.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in das Thema des frühen Todes und der Lebensschwäche bei Thomas Manns frühen Figuren sowie Formulierung der Forschungsfrage.

2. Grundlagen zu Thomas Manns frühen Erzählungen: Betrachtung biographischer Bezüge, des zeitgenössischen Zeitgeistes sowie der Begriffe Dekadenz und Dilettantismus.

3. Der Philosophische Hintergrund: Schopenhauer und Nietzsche als Vordenker: Untersuchung der philosophischen Einflüsse auf Thomas Mann und wie dieser Schopenhauers Pessimismus mit Nietzsches Lebensbejahung verknüpft.

4. Lebensschwäche mit Todesfolge bei Thomas Manns frühen Figuren: Detaillierte Fallstudien zu verschiedenen Protagonisten und deren Scheitern sowie die Analyse der Bedeutung von Musik und Krankheit.

5. Fazit: Zusammenfassende Bestätigung der Ausgangsthese, dass ein Pessimismus das Schicksal der Protagonisten bestimmt und eine Integration in das gesunde Leben aufgrund ihrer Lebensschwäche unmöglich ist.

Schlüsselwörter

Thomas Mann, Lebensschwäche, Dekadenz, Determinismus, Pessimismus, Schopenhauer, Nietzsche, Richard Wagner, Künstlertum, Dilettantismus, Außenseiter, Krankheit, Tod, Buddenbrooks, Hypersensibilität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das Frühwerk Thomas Manns, insbesondere die Darstellung von Figuren, die aufgrund einer angeborenen Lebensschwäche und Künstlernatur dem Untergang geweiht sind.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Themen umfassen den Zusammenhang von Krankheit und Genie, die philosophischen Grundlagen durch Schopenhauer und Nietzsche sowie die zerstörerische Kraft der Musik.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Es soll geklärt werden, ob die Protagonisten einem unentrinnbaren Determinismus unterliegen, der sie von Geburt an in den frühen Tod führt, und warum sie nicht in der Lage sind, ein erfülltes Leben zu führen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, die biographische Kontexte, zeitgenössische Theorien und eine textnahe Interpretation der Erzählungen sowie des Romans „Buddenbrooks“ kombiniert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden sechs spezifische Figuren (Paolo Hofmann, Herr Friedemann, der Bajazzo, Tobias Mindernickel, Rechtsanwalt Jacoby und Hanno Buddenbrook) analysiert, um ihre Lebensuntüchtigkeit und das Scheitern an der bürgerlichen Gesellschaft aufzuzeigen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Dekadenz, Determinismus, Lebensschwäche, Künstlertum, Pessimismus und die philosophischen Vordenker Nietzsche und Schopenhauer.

Wie spielt das Motiv des "Zitterns" bei Herrn Friedemann eine Rolle?

Das Zittern fungiert als Leitmotiv, das immer dann auftritt, wenn Friedemann mit Ereignissen konfrontiert wird, die seine kontrollierte, künstliche Lebenswelt bedrohen.

Warum spielt die Musik Wagners eine so destruktive Rolle?

Musik wird bei den lebensschwachen Figuren als Narkotikum eingesetzt, das sie zwar kurzzeitig befreit, sie aber gleichzeitig von der Realität entfremdet und als "feindselige Macht" zum psychischen und physischen Zusammenbruch beiträgt.

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Résumé des informations

Titre
Lebensschwäche und Dekadenz im Frühwerk von Thomas Mann
Sous-titre
Über den Determinismus und Pessimismus in den frühen Erzählungen und der Geschichte des Hanno in „Buddenbrooks“
Université
RWTH Aachen University
Auteur
Paula Hesse (Auteur)
Année de publication
2008
Pages
87
N° de catalogue
V192570
ISBN (ebook)
9783668142558
ISBN (Livre)
9783668142565
Langue
allemand
mots-clé
lebensschwäche dekadenz frühwerk thomas mann über determinismus pessimismus erzählungen geschichte hanno buddenbrooks
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Paula Hesse (Auteur), 2008, Lebensschwäche und Dekadenz im Frühwerk von Thomas Mann, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/192570
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