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Der Kapitalismus und die Stadt

Globale Ursachen lokaler Verdrängung

Titre: Der Kapitalismus und die Stadt

Dossier / Travail , 2011 , 25 Pages , Note: 1,7

Autor:in: Tino Bergner (Auteur)

Sociologie - Habitation et Sociologie urbaine
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Résumé Extrait Résumé des informations

[...] Die Erforschung des urbanen Raumes und dieser Prozesse hat bis
heute unzählige Erkenntnisse und Publikationen aus den Bereichen der Soziologie, der
Politikwissenschaft, der Geographie, der Wirtschaftswissenschaften usw. gebracht.
Die Aufgabe von Kommunalpolitikern, Stadtplanern und anderen stadtgestaltenden
Akteuren sollte es sein, das gleichberechtigte Zusammenleben der Menschen in der Stadt zu
gewährleisten und zu gestalten. Die Versorgung mit Wohnraum stellt dabei eine der
elementarsten Funktionen der Organisation des Städtischen dar. Gerade in Bezug auf diesen
Wohnraum kam und kommt es immer wieder zu Konflikten zwischen unterschiedlichen
Akteuren. Da stehen sich Alteingesessene, Zugezogene, Stadtpolitiker, Unternehmer,
Immobilienhändler, Architekten und andere Akteure gegenüber. Die Konfliktlinien und
Beteiligten sind vielfältig. Häufig geht es dabei um Fragen der Verdrängung. Ein Begriff, der
in diesem Zusammenhang häufig genannt wird, ist jener der Gentrification. Anwohner werden
durch Aufwertungen aus ihrem Viertel vertrieben, da sie nicht mehr in der Lage sind, den
Immobilienpreissteigerungen Stand zu halten und die Miete zu zahlen. Bei diesen
Aufwertungen und Verdrängungen handelt es sich um Phänomene, die sich auf lokaler Ebene
abspielen. Innerhalb einer Stadt werden einige Viertel aufgewertet. Anderen dagegen drohen
die Abwertung und die Konzentration der sozialen Probleme der Stadt. Diese Erscheinungen
können in vielen Städten überall auf der Erde beobachtet werden.
Die vorliegende Arbeit geht der Frage nach, welche Ursachen neben der lokalen auf der
globalen und systemischen Ebene für die städtischen Erscheinungen verantwortlich sind. Es
wird vermutet, dass auch die grundsätzliche Verfasstheit des Kapitalismus und dessen
Transformationen eine Rolle spielen. Dabei wird wie folgt vorgegangen. Als erstes werden
die Theorien der Akkumulation durch Enteignung und der wechselnden Akkumulationsregime
vorgestellt. Im Folgenden werden spatial fix und die Privatisierung als Lösungsstrategien
gegen das Problem der wiederkehrenden Überakkumulation untersucht. Schließlich geht es
um die Frage, wie sich diese Prozesse auf den städtischen Raum auswirken. Das Konzept der
unternehmerischen Stadt wird hinsichtlich Entstehung und Ausgestaltung genauer beleuchtet.
Die urbanen Folgen Gentrification, Segregation und Polarisierung und die daraus
resultierenden Formen des Widerstandes werden am Ende der Arbeit untersucht.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Akkumulation durch Enteignung

3 Ein neues Akkumulationsregime

3.1 Die Tendenz zur Überakkumulation

3.2 Lösungsstrategie „spatial fix“

3.3 Lösungsstrategie Privatisierung

4 Auswirkungen auf das Städtische

4.1 Die neoliberale Stadt

4.2 Wohnraumversorgung und Immobilienmarkt

4.3 Die unternehmerische Stadt

4.4 Wettbewerb zwischen den Städten um Kapital und Menschen

4.5 Folgen der Entwicklung

4.5.1 Gentrification

4.5.2 Polarisierung und Segregation

5 Formen des städtischen Widerstandes

5.1 Recht auf Stadt

5.2 Bürgerbegehren gegen Privatisierung

6 Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die globalen und systemischen Ursachen für aktuelle städtische Transformationsprozesse, insbesondere unter dem Einfluss des Finanzmarktkapitalismus. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie Mechanismen wie Akkumulation durch Enteignung, der „spatial fix“ und die Privatisierung städtische Räume verändern, Verdrängung fördern und welche Formen des Widerstandes sich dagegen formieren.

  • Akkumulationsregime und die Tendenz zur Überakkumulation
  • Konzept der „unternehmerischen Stadt“ und Standortkonkurrenz
  • Ursachen und Dynamiken der Gentrification
  • Folgen von Segregation und Polarisierung im urbanen Raum
  • Strategien des städtischen Widerstands („Recht auf Stadt“)

Auszug aus dem Buch

4.5.1 Gentrification

Die erste Erwähnung des Begriffes Gentrification stammt aus einer Publikation der englischen Soziologin RUTH GLASS aus dem Jahr 1964. Der Begriff leitet sich von dem englischen Wort gentry ab, welches den niederen englischen Landadel des 18. und 19. Jahrhunderts bezeichnet. In ihrer Studie untersucht sie die sozialen Veränderungen eines Londoner Arbeiterviertels. Beschrieben wird die Verdrängung von Menschen aus der Arbeiterklasse durch Vertreter der Mittelklasse in einem Viertel viktorianischen Stils. Damit verbunden war eine bauliche Aufwertung der eher heruntergekommenen Häuser. Es entstanden elegante und hochpreisige Residenzen, die sich die Arbeiter nicht mehr leisten konnten (GLASS 1964).

Der Begriff hat sich international durchgesetzt. Kurz gefasst kann man Gentrification als die Änderung der Bevölkerungs- und Sozialstruktur innerhalb eines bestimmten Gebietes bestimmen (FRIEDRICHS 1996:14). Für GLATTER (2007:42) bildet die soziale Komponente, also die Etablierung statushöherer Akteure in einem städtischen Teilgebiet, den Kern der Gentrification, welcher jedoch durch bauliche, symbolische und kommerzielle Phänomene stets umrahmt wird. Häufig sind es die Innenstadtbereiche die aufgewertet werden. HARVEY erklärt deren Wiederbelebung mit dem Wandel im Konsumverhalten. Während in der fordistischen Stadt eine Abwanderung der Menschen in die Suburbs stattfand, kam es zu einer Entwertung der Innenstädte. Diese führte in den USA teilweise zur Ghettoisierung ganzer Innenstadtviertel. Der überaus schlechte Ruf des New Yorker Stadtteils Harlem ist legendär. Besser gesagt war er legendär. Denn selbst Harlem, als Inbegriff des von sozialen Konflikten und Kriminalität beherrschten Stadtteils, wird teilweise von Gentrification erfasst und aufgewertet. Die vormals dort lebenden Menschen werden in die äußeren Stadtbezirke vertrieben.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des urbanen Raums als Konfliktfeld ein und skizziert die Forschungsfrage nach den globalen Ursachen lokaler Verdrängung.

2 Die Akkumulation durch Enteignung: Das Kapitel erläutert das Konzept der Akkumulation durch Enteignung nach Harvey als sich stetig wiederholenden Prozess der Landnahme und Werteaneignung im Kapitalismus.

3 Ein neues Akkumulationsregime: Hier wird der Wandel zum finanzdominierten Akkumulationsregime analysiert, das auf Überakkumulationskrisen mit Strategien wie „spatial fix“ und Privatisierung reagiert.

4 Auswirkungen auf das Städtische: Dieses Kapitel untersucht, wie neoliberale Stadtpolitik und Standortwettbewerb zu Gentrification, Segregation und der Umwandlung von Städten in „unternehmerische“ Akteure führen.

5 Formen des städtischen Widerstandes: Das Kapitel widmet sich den sozialen Protestbewegungen und Forderungen nach einem „Recht auf Stadt“ als Antwort auf neoliberale Stadtentwicklung und Privatisierung.

6 Resümee: Das Resümee fasst zusammen, dass lokale städtische Krisen wie Verdrängung und Segregation untrennbar mit den globalen Transformationen des Finanzmarktkapitalismus verbunden sind.

Schlüsselwörter

Finanzmarktkapitalismus, Akkumulation durch Enteignung, spatial fix, neoliberale Stadt, unternehmerische Stadt, Gentrification, Segregation, Polarisierung, Recht auf Stadt, Privatisierung, Standortkonkurrenz, Überakkumulation, soziale Ungleichheit, Stadtentwicklung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die globalen systemischen Ursachen für soziale Probleme in städtischen Räumen, wie etwa die Verdrängung von Anwohnern durch Aufwertungsprozesse.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Felder sind die Auswirkungen des Finanzmarktkapitalismus auf Kommunen, das Konzept der unternehmerischen Stadt und die daraus resultierenden Prozesse der Gentrification und Segregation.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt nach den Ursachen auf globaler und systemischer Ebene, die für lokale städtische Erscheinungen und Verdrängungsprozesse verantwortlich sind.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Analyse soziologischer und geographischer Konzepte der Kapitalismuskritik, insbesondere basierend auf Ansätzen von David Harvey und Henri Lefebvre.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil beleuchtet die Theorien der Akkumulation, das Konzept des „spatial fix“, die Privatisierung öffentlicher Güter sowie die konkreten Folgen dieser Politiken für den städtischen Wohnungsmarkt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Dokument?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Finanzmarktkapitalismus, Gentrification, unternehmerische Stadt und Akkumulation durch Enteignung charakterisiert.

Was versteht der Autor unter dem Konzept der „unternehmerischen Stadt“?

Es beschreibt einen stadtpolitischen Wandel, bei dem Städte nicht mehr primär der Daseinsfürsorge dienen, sondern wie Unternehmen agieren, um Kapital, Investoren und gut ausgebildete Menschen in den Standort zu locken.

Warum wird Gentrification in dieser Arbeit als kritisches Thema betrachtet?

Gentrification wird als Instrument einer neoliberalen Lokalpolitik analysiert, die durch Immobilienaufwertung zu sozialer Polarisierung und der Vertreibung einkommensschwacher Bevölkerungsgruppen führt.

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Résumé des informations

Titre
Der Kapitalismus und die Stadt
Sous-titre
Globale Ursachen lokaler Verdrängung
Université
http://www.uni-jena.de/  (Institut für Soziologie)
Cours
Dynamiken und Grenzen des Finanzmarktkapitalismus
Note
1,7
Auteur
Tino Bergner (Auteur)
Année de publication
2011
Pages
25
N° de catalogue
V192587
ISBN (ebook)
9783656175285
ISBN (Livre)
9783656175674
Langue
allemand
mots-clé
Gentrification Gentrifizierung Kapitalismus spatial fix Stadt Immobilien unternehmerische Stadt neoliberale Stadt Überakkumulation Recht auf Stadt
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Tino Bergner (Auteur), 2011, Der Kapitalismus und die Stadt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/192587
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Extrait de  25  pages
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