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Bellum iustum im Irak

Title: Bellum iustum im Irak

Term Paper , 2003 , 43 Pages , Grade: 1.0

Autor:in: Michael Baerwald (Author)

Ethics
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n der folgenden Arbeit möchte ich der Frage nachgehen, ob der Krieg gegen den Irak im Frühjahr 2003 aus ethischer Sicht einen gerechten Krieg, im Sinne der Bellum-iustum-Lehre, darstellt bzw. als solcher zu legitimieren ist, und ob die USA sowie ihre Verbündeten moralisch verpflichtet waren, in der uns bekannten Art und Weise im Irak einzugreifen. Meiner Arbeit liegt das Werk "Krieg gegen den Irak - Rückkehr in die Anarchie der Staatenwelt?" von Gerhard Beestermöller zugrunde 1. In seinem kritischen Kommentar aus der Perspektive einer Kriegsächtungsethik wird der Frage einer Legitimierung des Krieges gegen den Irak nachgegangen. Dieses Buch erschien noch im Vorfeld des Kriegsbeginns am 20.März 2003, deshalb beziehen sich die Betrachtungen des Autors auf die zeitliche Perspektive eines bevorstehenden Krieges. Die Kernthese des Autors lautet: Ein Krieg gegen den Irak kann nur legitim sein, wenn durch ihn der erreichte Stand in der Verrechtlichung der internationalen Beziehungen zumindest nicht wieder zerstört wird. Beestenmöller spricht in seinem Werk von einer Präliminarethik 2, unter der die historischen und auch völkerrechtlichen Entwicklungen auf ihre Tauglichkeit für die Beförderung einer Weltrechtsordnung zu betrachten sind. So stellt seiner Meinung nach ein Krieg ohne UN-Mandat eine Untergrabung, wenn nicht sogar eine Gefährdung, dieses Prozesses einer Weltrechtsordnung dar und ist nur unter besonderen Bedingungen, die im Folgenden erläutert werden, zulässig bzw. legitim. Die negativste Folge einer derartigen Gefährdung der Weltrechtsordnung, wie sie sich bisher als Völkergemeinschaft im Rahmen der Vereinten Nationen darstellt, ist, wie im Titel bereits angekündigt, die Rückkehr in die Anarchie der Staatenwelt.

Nach dieser kurzen Einleitung werde ich im zweiten Abschnitt einen chronologischen Überblick des Konfliktes im Irak, beginnend mit dem Einmarsch irakischer Truppen in Kuwait 1990 bis hin zum Ende des Krieges am 01.Mai 2003, geben. Im Anschluss daran erörtere ich im dritten Abschnitt die Argumente für und gegen einen Krieg im Irak zu sammeln. Im vierten Abschnitt möchte ich zum einen, einen kurzen Überblick über die Bellum-iustum-Lehre und ihre Entwicklung geben, und zum anderen erfolgen an dieser Stelle eine Begriffsklärung und nähere Erläuterungen zur Präliminarethik Beestenmöllers. Die dort aufgeführen Kriterien zur Beurteilung der Legitimität eines Krieges werden im Anschluss daran, auf den Irak-Konflikt bzw. auf die Entwicklung im Vorfeld des Kriegsausbruches bezogen, angewendet. Schließen werde ich meine Arbeit mit den Folgerungen aus der Bellum-iustrum-Lehre im fünften Abschnitt. An dieser Stelle möchte ich bereits anführen, dass ich, nach intensiven Literaturstudium und den täglichen Pressemeldungen über den Irak-Krieg, eine Pro-Krieg-Haltung vertrete und meine Ausführungen von dieser Einstellung teilweise dominiert wird.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Chronik eines angekündigten Krieges

3. Die Argumente für bzw. gegen einen Militärschlag im Irak

4. Konnte der Krieg gegen den Irak gerecht sein?

5. Folgerungen aus der Bellum-iustum-Lehre

6. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die ethische Legitimität des Irak-Krieges im Frühjahr 2003 unter Anwendung der klassischen Bellum-iustum-Lehre, um zu klären, ob der militärische Eingriff der USA und ihrer Verbündeten als "gerechter Krieg" bewertet werden kann.

  • Historische und chronologische Einordnung des Konflikts ab 1990
  • Analyse der Pro- und Contra-Argumente für einen Militärschlag
  • Einführung in die Präliminarethik nach Gerhard Beestermöller
  • Überprüfung des Krieges anhand der Kriterien der gerechten Gewaltanwendung
  • Diskussion über die Rolle der Weltrechtsordnung und des UN-Mandats

Auszug aus dem Buch

4. Konnte der Krieg gegen den Irak gerecht sein?

Um dieser Frage gerecht zu werden, habe ich bereits im vorausgegangenen Abschnitt einige für und wider Argumente der Debatte eines Irak-Krieges gesammelt, die dann nun im Weiteren mit den Kriterien für eine legitime Gewaltanwendung in Verbindung gebracht werden sollen.

Wie bereits in der Einleitung angekündigt, spricht Beestermöller von einer Präliminarethik, mit der er an die Terminologie Kants anknüpft. Einen Blick in das Fremdwörterbuch verrät eine erste Begriffsklärung. Hier findet sich beispielsweise der Begriff „Präliminarfrieden“, der als „vorläufiger Frieden, dessen Einzelheiten noch ausgearbeitet werden müssen“, beschrieben wird. „Präliminare“ sind „diplomatische Vorverhandlungen“ und „präliminieren“ bedeutet so viel wie „vorläufig festlegen, vorläufig bestimmen“. Die „Ethik“ wird bekanntermaßen als „Lehre vom sittlichen oder moralischen Verhalten des Menschen“ definiert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Hier wird das Ziel der Arbeit vorgestellt, den Irak-Krieg von 2003 unter Rückgriff auf Gerhard Beestermöllers Werk ethisch zu bewerten.

2. Chronik eines angekündigten Krieges: Dieses Kapitel bietet einen chronologischen Überblick über den Konflikt vom Einmarsch in Kuwait 1990 bis zum Ende der Kampfhandlungen im Mai 2003.

3. Die Argumente für bzw. gegen einen Militärschlag im Irak: Es werden die verschiedenen Standpunkte und politischen Rechtfertigungsversuche der beteiligten Akteure sowie die Kritik daran beleuchtet.

4. Konnte der Krieg gegen den Irak gerecht sein?: Das Kapitel führt in die Bellum-iustum-Lehre ein und verknüpft diese mit den spezifischen Gegebenheiten des Irak-Konflikts.

5. Folgerungen aus der Bellum-iustum-Lehre: Hier werden die Ergebnisse der ethischen Reflexion zusammengefasst und das Dilemma der politischen Entscheidung zwischen zwei Übeln erörtert.

6. Literaturverzeichnis: Ein Verzeichnis der verwendeten Quellen und wissenschaftlichen Publikationen.

Schlüsselwörter

Bellum-iustum-Lehre, Irak-Krieg, gerechter Krieg, Präliminarethik, Vereinte Nationen, Massenvernichtungswaffen, ethische Legitimität, Weltrechtsordnung, Souveränität, Gewaltverbot, UN-Resolutionen, Sicherheitspolitik, internationale Beziehungen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der ethischen Rechtfertigung des Irak-Krieges von 2003 unter Bezugnahme auf die historische Bellum-iustum-Lehre.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen das Völkerrecht, die ethischen Voraussetzungen für Kriegseinsätze, die Rolle der UN sowie die Debatte um die Bedrohung durch Massenvernichtungswaffen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu beurteilen, ob der Krieg gegen den Irak als „gerechter Krieg“ oder als legitime internationale Intervention eingeordnet werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine kritische Literaturanalyse und wendet die theoretischen Kriterien der Bellum-iustum-Lehre auf den konkreten Fall des Irak-Konflikts an.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Chronik, eine Analyse der Argumentationslinien beider Seiten und eine systematische Prüfung der moralischen Kriterien für gerechte Kriege.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Bellum-iustum-Lehre, Präliminarethik, Völkerrecht und die ethische Abwägung im Konfliktfall bestimmt.

Was genau versteht der Autor unter der "Präliminarethik" von Beestermöller?

Sie wird als eine Übergangsethik definiert, die bei der Bewertung eines Krieges prüft, ob dieser den Weltrechtsprozess befördert oder zumindest nicht gefährdet.

Welche Rolle spielt die UN-Resolution 1441 für die Argumentation des Autors?

Die Resolution wird als letzte Chance für den Irak interpretiert, wobei ihr Scheitern den Weg für die rechtliche Debatte um die Anwendung von Gewalt ebnete.

Wie bewertet der Autor den Einsatz von Gewalt ohne UN-Mandat?

Der Autor diskutiert dies kontrovers und weist darauf hin, dass eine Intervention nur dann legitim sein könnte, wenn sie den Reformprozess der Weltrechtsordnung fördert und nicht zu einer dauerhaften Anarchie führt.

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Details

Title
Bellum iustum im Irak
College
University of the Federal Armed Forces München  (Sozialethisches Institut)
Course
Sozialethik und Soldatenberuf
Grade
1.0
Author
Michael Baerwald (Author)
Publication Year
2003
Pages
43
Catalog Number
V19259
ISBN (eBook)
9783638234276
ISBN (Book)
9783638723428
Language
German
Tags
Bellum Irak Sozialethik Soldatenberuf
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michael Baerwald (Author), 2003, Bellum iustum im Irak, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/19259
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