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Familienrat - Eine Interventionsmethode in der Einzelhilfe

Titel: Familienrat - Eine Interventionsmethode in der Einzelhilfe

Seminararbeit , 2010 , 22 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Julia Parotat (Autor:in)

Soziale Arbeit / Sozialarbeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Im zweiten Semester lernte ich das Modell „Familienrat“ im Rahmen eines Campus Abend an der Dualen Hochschule Villingen-Schwenningen kennen. Heike Hör, die Fachfrau und Referentin aus Stuttgart ist mit unter beteiligt, dieses Modell in Deutschland einzuführen und umzusetzen. Sie ist Mitarbeiterin im Jugendamt Stuttgart und Trainerin für angehende Familienrat-Koordinatoren.
Fasziniert von der Methode „Familienrat“ bekam ich im Rahmen des Moduls Soziale Einzelhilfe die Möglichkeit mich mit dieser Seminararbeit intensiv mit dem Thema auseinanderzusetzen. Für mich stellte sich die Frage, wie es dazu kommt, dass einer Familie in Deutschland diese Methode zur Problemlösung vorgeschlagen wird.
Zunächst werden in dieser Arbeit die Ursprünge und die Entstehung des Konzeptes Familienrat beleuchtet. In Neuseeland ist die Methode der „Family Group Conference“ – wie sie dort bezeichnet wird – fest im Gesetz verankert. Das Volk der Maori war daran nicht unbeteiligt und hat aufgrund seiner Tradition und Wurzeln einen großen Beitrag zur Reformation des bestehenden Jugendhilfegesetzes geleistet.
Noch ist das Konzept in Deutschland in seinen Grundzügen und wird in einigen Projekten bereits durchgeführt, dennoch konnte ich mit Hilfe ausgewählter Literatur das Zustandekommen eines Familienrates beleuchten. Ebenso werde ich in diesem Kontext auf den Ablauf und die Phasen eines Familienrates eingehen.
Da diese Seminararbeit im Modul Einzelhilfe verfasst wird, stellte sich mir die Frage, ob die Methode des Familienrates dort eingeordnet werden kann. Schließlich geht es dabei um die gesamte Familie und darüber hinaus um ein erweitertes Netzwerk. Dies soll mit Hilfe eines Fallbeispiels erläutert werden.
Desweiteren ist in dieser Seminararbeit ein Exkurs in die Bewährungshilfe aufgeführt, mit dem ich zeigen möchte, dass die Grenzen der klassischen Einzelhilfe bzw. des Hilfeplanverfahrens gelockert sind. Auch in der Bewährungshilfe gibt es Möglichkeiten und Ansätze die Methode des Familienrates durchzuführen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Ursprung und Entstehung des Familienrates

2.1 Der Stamm der Maori

2.2 Neuseeland 1989: Der „Children, Young Persons and their Families Act“

3. Das Modell, der Ablauf eines Familienrates

3.1 Zustandekommen, Initiierung

3.2 Teilnehmer

3.3 Phasen

3.4 Der Systemische Ansatz

4. Einordnung der Methode des Familienrates in die Soziale Einzelhilfe

4.1 Fallbeispiel

4.1.1 Fallgeschichte Tina:

4.1.2 Der Familienrat findet statt:

4.2 Exkurs: Familienrat, ein neuer methodischer Ansatz in der Sozialarbeit mit Straffälligen

4.2.1 Hintergrund

4.2.2 Umsetzung

5. Fazit

6. Literatur

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht das Modell des Familienrates als alternatives Entscheidungsfindungsverfahren in der Sozialen Arbeit. Das zentrale Ziel ist es, die Ursprünge und den Ablauf der Methode zu beleuchten und deren Anwendungsmöglichkeiten in der Sozialen Einzelhilfe sowie in der Bewährungshilfe kritisch zu hinterfragen.

  • Historische Herkunft und kulturelle Wurzeln beim Volk der Maori
  • Struktur und Phasenmodell des Familienratsverfahrens
  • Systemische Grundlagen und Bedeutung der Ressourcenorientierung
  • Praktische Anwendung anhand eines Fallbeispiels
  • Potenziale und Herausforderungen im Kontext der Bewährungshilfe

Auszug aus dem Buch

4.1.2 Der Familienrat findet statt:

In der Informationsphase übernahm die Koordinatorin zu Beginn das Wort, eröffnete den Familienrat und nannte zunächst den Anlass des Zustandekommens. Von der Mitarbeiterin des Jugendamtes wurden desweiteren alle nötigen Informationen dargestellt, die die Anwesenden zum weiteren Verständnis benötigten. Ein klares Anliegen der Jugendamtsmitarbeiterin war Tinas Abstinenz in der Schule, woraufhin Tina mit einer sofortigen Lösung antwortete. Sie wolle in die Schule der Tagesklinik gehen. Dieser Vorschlag wurde von der Koordinatorin mit Verweis auf die folgende Familienphase zurückgestellt.

Es wurden zum Ende der Informationsphase die Fragen formuliert, die mit Hilfe des Familienrates geklärt werden sollten: Welche Wohnform benötigt Tina? Eine Heimunterbringung oder zu Hause? Welche Voraussetzungen müssen geschaffen werden, dass Tina zur Familie zurück kehrt?

Die folgende Familienphase, bei der als Fachkraft nur die Koordinatorin im Raum blieb, erwies sich als sehr emotional. Es fanden heftige Diskussionen zu Tinas Fehlverhalten statt, was die Jugendliche zum Weinen brachte. Unterstützt von der Koordinatorin wurden gemeinsam Ansichten gesammelt, in welchen Situationen Tina nicht akzeptiertes Verhalten zeigt. Deutlich wurde dabei auch, dass dies offenbar nicht im Zusammenhang mit ihren Großeltern geschieht, sondern ein Konflikt zwischen ihren Eltern, besonders mit der Mutter, besteht. Tina konnte dies auch benennen und gemeinsam wurden mündliche Abmachungen getroffen, wie in Zukunft miteinander umgegangen werden soll. Die Eltern von Tina hatten jedoch große Zweifel an der Umsetzung.

Aufgrund der angespannten Situation zu Hause wurde beschlossen, dass Tina vorerst nicht nach Hause zurück kehrt, sondern einen Platz in der Wohngruppe benötigt. Tinas Vorschlag mit dem Schulbesuch in der Tagesklinik wurde ebenfalls aufgegriffen und notiert. In diesem Falle sollte die Fachkraft des Jugendamtes sie dabei unterstützen, einen Platz in der Klinik zu bekommen. Immer wieder lobten die Großeltern und auch andere Teilnehmer während des Familienrates Tinas Organisationsfähigkeit bei Angelegenheiten, die ihr von großer Bedeutung sind, darüber freute sich Tina sehr.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung des Modells Familienrat im Kontext der Dualen Hochschule und Darlegung der Zielsetzung der Seminararbeit.

2. Ursprung und Entstehung des Familienrates: Erläuterung der kulturellen Wurzeln bei den Maori in Neuseeland und der gesetzlichen Verankerung durch den „Children, Young Persons and their Families Act“.

3. Das Modell, der Ablauf eines Familienrates: Detaillierte Beschreibung der Phasen, des Zustandekommens und der systemischen Grundlagen der Methode.

4. Einordnung der Methode des Familienrates in die Soziale Einzelhilfe: Analyse der Einordnung in die Soziale Arbeit inklusive eines praktischen Fallbeispiels und eines Exkurses zur Anwendung in der Bewährungshilfe.

5. Fazit: Kritische Reflexion über die Chancen und Herausforderungen der Methode im Hinblick auf Professionalität und Ressourcenorientierung.

6. Literatur: Auflistung der verwendeten Fachliteratur und Internetquellen.

Schlüsselwörter

Familienrat, Soziale Einzelhilfe, Bewährungshilfe, Jugendhilfe, Partizipation, Empowerment, systemischer Ansatz, Ressourcenorientierung, Netzwerkanalyse, Fallbeispiel, Maori, Fallgeschichte, Kindeswohl, Familienphase, Soziale Arbeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem „Familienrat“ (Family Group Conference) als einem partizipativen Entscheidungsfindungsverfahren in der Sozialen Arbeit.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen sind die Herkunft des Modells in Neuseeland, der strukturierte Ablauf des Verfahrens sowie dessen Einordnung in die Soziale Einzelhilfe und die Bewährungshilfe.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Erforschung der Methode hinsichtlich ihrer Tauglichkeit, Familien zu befähigen, eigene Lösungen für ihre Probleme zu finden, anstatt diese von außen vorgegeben zu bekommen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung auf Basis von Fachliteratur, ergänzt durch ein konkretes Fallbeispiel und Experten-Gespräche im Kontext der Bewährungshilfe.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des Ablaufmodells, die theoretische systemische Fundierung und die praktische Übertragung des Konzepts auf die Einzelfallhilfe sowie die Kriminalprävention.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Familienrat, Partizipation, Empowerment, Systemtheorie und Ressourcenorientierung.

Wie spielt das „doppelte Mandat“ eine Rolle bei der Methode?

Die Autorin betont, dass die Kontrollfunktion des Sozialarbeiters beim Familienrat abgeschwächt wird, um Raum für die Selbstorganisation der Familie zu schaffen.

Warum ist das Fallbeispiel Tina für die Arbeit wichtig?

Es verdeutlicht den Prozess von der Initiierung über die emotionale Familienphase bis hin zur Überprüfung der getroffenen Vereinbarungen in der Praxis.

Was ist die Kernbotschaft bezüglich der Bewährungshilfe?

Die Arbeit plädiert dafür, dass auch in der Arbeit mit straffälligen Jugendlichen neue, sozial konstruktive Methoden genutzt werden sollten, um die Klienten stärker in die Verantwortung zu nehmen.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Familienrat - Eine Interventionsmethode in der Einzelhilfe
Hochschule
Duale Hochschule Baden-Württemberg, Villingen-Schwenningen, früher: Berufsakademie Villingen-Schwenningen  (Sozialwesen)
Veranstaltung
Soziale Einzelhilfe
Note
1,3
Autor
Julia Parotat (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
22
Katalognummer
V192622
ISBN (eBook)
9783656176954
ISBN (Buch)
9783656178361
Sprache
Deutsch
Schlagworte
familienrat eine interventionsmethode einzelhilfe
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Julia Parotat (Autor:in), 2010, Familienrat - Eine Interventionsmethode in der Einzelhilfe, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/192622
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  22  Seiten
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