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Girolamo Frescobaldi, Toccata Nona di Libro Primo - Annäherungsversuche

Title: Girolamo Frescobaldi, Toccata Nona di Libro Primo - Annäherungsversuche

Seminar Paper , 2010 , 19 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Kay Kankowski (Author)

Musicology - Miscellaneous
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Summary Excerpt Details

In seinem Versuch, sich Girolamo Frescobaldis Toccaten analytisch zu nähern, kommt
Clemens Kühn in seinem Beitrag „Tagebuch einer gescheiterten Analyse“1 zu dem
resignierenden Schluss: „An den Toccaten gleitet Analyse ab; sie bleiben rätselhaft.“2
Auf welche Weise auch immer Kühn sich den Toccaten nähert, laufen die Untersuchungen
spezieller Passagen entweder ins Leere oder die Ergebnisse bleiben sehr allgemein.
Einerseits wirken die Toccaten wie Improvisationen, andererseits gibt auch wieder
Passagen, die offensichtlich genau „in kaum glaublicher Weise durchgearbeitet sind.“3 Dann
wieder scheint sich im Spielen eine gewisse Folgerichtigkeit der sehr abwechslungsreichen,
oft verwirrenden kompositorischen Gestalt einzustellen, um gleich darauf durch „Ähnlichkeit
... bis zum Gleichlaut der Noten“4 Verwirrung zu stiften. Am Ende jeden
Annäherungsversuches bleibt für Kühn die die ernüchternde Erkenntnis: „Eigentlich jede
Feststellung zu den Toccaten kann mit Widerspruch rechnen.“5
Bei der Durchsicht der Literatur zur vorliegenden Hausarbeit konnte ich diese latente
Nichtgreifbarkeit der Frescobaldischen Toccaten immer wieder feststellen. Einerseits finden
sich bei den unterschiedlichen AutorInnen große Übereinstimmungen in der Beurteilung der
Toccaten, so lange sie allgemeiner Natur bleiben, sobald man sich andererseits dem
Detailreichtum analytisch zu nähern beginnt, werden die Ergebnisse entweder
widersprüchlich oder so speziell, dass sie für die Gesamtheit des einzelnen Werkes an
Aussagekraft verlieren. Im Folgenden soll es also um die Darstellung dessen gehen, was an
unterschiedlichen Erkenntnissen der verschiedenen AutorInnen zu Frescobaldis Toccaten
und speziell zur Toccata Nona des Libro Primo gefunden werden kann. Zunächst wird anhand der einschlägigen Literatur ein kurzer Überblick über Ursprung und
Entwicklung der Toccata als Gattungsform gegeben, dann folgt eine zusammenfassende
Darstellung der Toccaten Girolamo Frescobaldis aus unterschiedlichen Blickwinkeln wie
kompositorische Struktur, formale Gestaltung, Harmonik und kompositionsgeschichtliche
Bedeutung. In einem dritten Abschnitt soll am Beispiel der Toccata Nona aus dem Libro Primo gezeigt
werden, wie unterschiedlich die Ergebnisse von Annäherungs-Versuchen an Frescobaldi
ausfallen können. Dazu wird der Versuch unternommen, die vorhandene und zugängliche
Literatur, die sich speziell mit der Toccata Nona beschäftigt, zu sichten und jeweils knapp
zusammengefasst nebeneinander zu stellen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Toccata

2.1 Ursprung

2.2 Entwicklung

3 Die Toccaten Frescobaldis

4 Die Toccata Nona – Verschiedene Deutungsversuche

4.1 Willy Apel

4.2 Heribert Klein & Frederick Hammond

4.3 Andrea Lindmayr-Brandl

4.4 Gottfried Scholz

4.5 Martin Eybl

4.6 Wolfgang Gratzer

5 Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die analytische Greifbarkeit der Toccaten von Girolamo Frescobaldi, insbesondere der Toccata Nona aus dem Libro Primo. Das Ziel besteht darin, verschiedene musikwissenschaftliche Interpretationsansätze und Deutungsversuche gegenüberzustellen, um aufzuzeigen, warum dieses Werk trotz unterschiedlicher methodischer Herangehensweisen der strukturellen Definition weitgehend entzogen bleibt.

  • Historische Ursprünge und Entwicklung der Toccata als Gattung
  • Kompositorische Struktur und formale Merkmale der Frescobaldi-Toccaten
  • Vergleichende Analyse verschiedener Forschungspositionen zur Toccata Nona
  • Die Rolle der Spielpraxis und affektiven Interpretation bei Frescobaldi
  • Problematik der formal-logischen Erfassbarkeit des "Phantastischen Stils"

Auszug aus dem Buch

4 Die Toccata Nona – Verschiedene Deutungsversuche

In seinen Ausführungen zur Machart der Toccaten Frescobaldis führt Anthony Newcomb aus, dass die formale Gestaltung eine gewisse standardisierte Abfolge von Einzelabschnitten aufweist, die sich auseinander entwickelnd aufreihen. Einschränkend gibt er zu, dass dies nicht immer durchgehend geschieht, sondern man darauf gefasst sein muss, „that a toccata may interrupt the straightforward progress [...] in order to back up a bit and re-begin it at some previous stage“. Auch in der scheinbar so schlüssig gegliederten und auf den ersten Blick so konsequent gearbeiteten Toccata Nona ist diese ‚Sprunghaftigkeit’ beobachtbar und bereitet auch damit den verschiedenen Analytikern Schwierigkeiten in der genauen Beschreibung der Komposition.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Schwierigkeit einer analytischen Annäherung an Frescobaldis Toccaten und skizziert das methodische Vorgehen der vergleichenden Literaturstudie.

2 Die Toccata: Dieses Kapitel erläutert den Ursprung und die Entwicklung der Toccata von einem improvisierten Intonationsstück hin zu einem eigenständigen, stilprägenden Instrumentalgattungsbegriff.

3 Die Toccaten Frescobaldis: Hier wird der Stellenwert der Toccaten innerhalb des Gesamtwerks von Frescobaldi und deren Bedeutung für die Entwicklung der Instrumentalmusik erörtert.

4 Die Toccata Nona – Verschiedene Deutungsversuche: Dieses zentrale Kapitel versammelt und vergleicht sechs verschiedene musikwissenschaftliche Analysen, die versuchen, die Komposition mittels unterschiedlicher methodischer Ansätze zu entschlüsseln.

5 Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit der Feststellung, dass die Toccata Nona aufgrund ihrer offenen Struktur und der Bedeutung der individuellen Spielpraxis einer abschließenden formalen Definition entzogen bleibt.

Schlüsselwörter

Girolamo Frescobaldi, Toccata Nona, Libro Primo, Musikwissenschaft, Stylus Phantasticus, Formanalyse, Spielpraxis, Affektdarstellung, Instrumentalmusik, Interpretation, Gattungsgeschichte, Tastenmusik, Kontrapunkt, Motivik, Improvisation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die analytische Fassbarkeit der Toccata Nona von Girolamo Frescobaldi und reflektiert über die Grenzen musikwissenschaftlicher Methoden bei der Interpretation dieses Werkes.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die gattungsgeschichtlichen Grundlagen der Toccata, die kompositorischen Besonderheiten bei Frescobaldi sowie die pluralistischen Analyseansätze der Forschungsliteratur.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt danach, wie unterschiedlich die wissenschaftliche Annäherung an Frescobaldis Komposition ausfällt und warum das Werk trotz der Analyseversuche als "rätselhaft" wahrgenommen wird.

Welche wissenschaftlichen Methoden finden Verwendung?

Die Arbeit basiert auf einer vergleichenden Literaturstudie, in der verschiedene Ansätze – von formalen Strukturanalysen bis hin zur Berücksichtigung der historischen Spielpraxis – gegenübergestellt werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Gegenüberstellung der Deutungsversuche durch renommierte Autoren wie Willy Apel, Heribert Klein, Andrea Lindmayr-Brandl und andere.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Besonders prägend sind die Begriffe Frescobaldi, Toccata Nona, Stylus Phantasticus, Spielpraxis und die Problematik der musikwissenschaftlichen Analysierbarkeit.

Warum ist die Toccata Nona laut Autoren so schwer zu analysieren?

Die Autoren betonen, dass die Toccata Nona keine durchgängige formale Logik verfolgt, sondern durch spontane, improvisatorisch wirkende und affektgeladene Übergänge geprägt ist, die sich konventionellen Modellen entziehen.

Welche Rolle spielt die Spielanweisung des Komponisten?

Frescobaldis Anweisungen im Vorwort zum Libro Primo sind essenziell, da sie dem Interpreten Freiheiten in der Tempogestaltung und im Ausdruck einräumen, was die "objektive" Analyse des Notentextes erschwert.

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Details

Title
Girolamo Frescobaldi, Toccata Nona di Libro Primo - Annäherungsversuche
College
Christian-Albrechts-University of Kiel  (Musikwissenschaftliches INstitut)
Course
Musik für Tasteninstrumente bis 1700
Grade
1,0
Author
Kay Kankowski (Author)
Publication Year
2010
Pages
19
Catalog Number
V192647
ISBN (eBook)
9783656176435
ISBN (Book)
9783656176763
Language
German
Tags
girolamo frescobaldi toccata nona libro primo annäherungsversuche
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kay Kankowski (Author), 2010, Girolamo Frescobaldi, Toccata Nona di Libro Primo - Annäherungsversuche, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/192647
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