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Schadet die "Frauenschule" den Jungen

Umgang mit Heterogenität - gender issues

Titre: Schadet die "Frauenschule" den Jungen

Essai , 2006 , 9 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Christina Müller (Auteur)

Etudes de Genre
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Résumé Extrait Résumé des informations

„Jungen zählen heute weitaus häufiger zu den Bildungsverlierern und Schulverweige-rern“ äußerte sich die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Ute Erdsiek-Raven, anlässlich einer Fachtagung zur geschlechtergerechten Schule. In diesem Zusam-menhang wies sie darauf hin, dass die Pädagogik- und Erziehungsberufe immer mehr verweiblichen und „mehr männliche Kompetenzen wünschenswert“ wären. Die schleswig-holsteinische Bildungsministerin sieht zwischen diesen beiden Entwicklun-gen einen Zusammenhang, jedoch lehnt sie eine „Männerquote für Kindergärten und Schulen“ ab.
Hintergründe
Für öffentliches Aufsehen haben vor allem Statistiken und Studien gesorgt, in denen belegt wurde, dass Jungen schlechtere Schulbiographien und geringere schulische Leistungen als Mädchen aufweisen. Nach Gründen und Ursachen sowie nach Lö-sungsansätzen wird gesucht. Jungenförderprogramme wurden, wie einige Jahre zu-vor die Mädchenförderprogramme, ins Leben gerufen. Jetzt sind es nicht mehr die Mädchen, die durch das System benachteiligt werden, sondern die Jungen. Zahlen-mäßig besuchen mehr Mädchen das Gymnasium, wohingegen der größere Anteil an den Haupt- und Sonderschulen von Jungen vertreten wird. Zudem bleiben mehr Jun-gen als Mädchen sitzen und verlassen die Schule häufiger ohne Abschluss.
Wie kommt es zu so einer Entwicklung?
Aus Studien, wie Iglu und PISA , kristallisierten sich insbesondere die Leseschwäche der Jungen heraus. Terhart begründet anhand dieser Schwäche den hohen Anteil der Jungen in leistungsschwachen Schulformen: „Am Lesen und Lesenkönnen hängt alles – von da aus ergibt sich alles: Schulerfolg wie schließlich auch ein kompetentes Sich-Bewegen-Können in der modernen Welt.“ Aus schlechten Leistungen in der Grund-schule folgt natürlich nicht die Empfehlung für das Gymnasium - eine logische Schlussfolgerung in unserem dreigliedrigem Schulsystem. Es muss also schon in der frühen Kindheit Ursachen geben, die die Schulkarrieren der Jungen prägen.
Erklärungsmuster auf der biologischen Ebene, z. B. mit Hilfe des Gehirnhälftenmo-dells, oder auf der kognitiven Ebene, z. B. dass Jungen anders lernen als Mädchen, geben zwar wertvolle Hinweise, sind aber nicht ausschlaggebend für die schulische Entwicklung der Jungen.
Ob tatsächlich ein Zusammenhang zwischen dem hohen Anteil an Lehre-rinnen und den immer schlechter werdenden Leistungen der Jungen in der Schule besteht, gilt zu klären.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Schadet die „Frauenschule“ den Jungen?

1.1 Hintergründe

1.2 Wie kommt es zu so einer Entwicklung?

1.3 Ursachen für das spätere Schulversagen sind somit schon in den ersten Lebensjahren der Jungen zu suchen.

1.4 Bei Kindern stellt das Annehmen einer Geschlechterrolle einen wichtigen Entwicklungsschritt dar.

1.5 Was könnte getan werden, damit Jungen wie Mädchen in unserer Gesellschaft nicht nur von Frauen erzogen werden?

1.6 Doch warum entscheiden sich so wenig Männer für einen solchen Beruf?

1.7 Schule versus Arbeitsmarkt

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Problematik der schulischen Benachteiligung von Jungen in einem Bildungssystem, das zunehmend von weiblichen Lehrkräften und Erziehungsvorstellungen geprägt ist. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwieweit die sogenannte „Frauenschule“ und der Mangel an männlichen Bezugspersonen in der frühen Kindheit und Grundschulzeit die Identitätsentwicklung sowie den Schulerfolg von Jungen negativ beeinflussen.

  • Soziale Konstruktion von Geschlechterrollen und deren Einfluss auf die kindliche Entwicklung
  • Die Bedeutung männlicher Identifikationsfiguren im familiären und schulischen Umfeld
  • Ursachen für das Bildungsversagen von Jungen und geschlechterspezifische Lernschwierigkeiten
  • Herausforderungen bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Väter
  • Strukturelle Rahmenbedingungen im deutschen Bildungssystem

Auszug aus dem Buch

Bei Kindern stellt das Annehmen einer Geschlechterrolle einen wichtigen Entwicklungsschritt dar.

Da jedoch in den meisten Familien die traditionelle Rollenverteilung vorherrscht (der Vater ist der Ernährer, die Mutter ist für die Erziehung und den Haushalt zuständig) bzw. viele Mütter alleinerziehend sind, haben die Jungen keine gleichgeschlechtliche Identifikationsfigur. Die Väter sind meist nur im Hintergrund oder halten sich gänzlich aus der Erziehung heraus. Schon Freud nahm in seiner psychoanalytischen Persönlichkeitstheorie an, „dass die Persönlichkeit unter dem Einfluss der psychosexuellen Entwicklung in der Kindheit [...] entwickelt“18. Im Alter von ein bis zwei Jahren, wenn das Kind beginnt, sich aus der Abhängigkeit der Mutter-Kind-Beziehung zu lösen, bietet ein einfühlsamer Vater eine stabile Beziehungsalternative zur Mutter. In der phallischen Phase (drei bis sechs Jahre) ist der Vater als männliche Identifikationsfigur und als Liebespartner der Mutter von prägender Bedeutung.19 Der Ödipuskomplex20 hilft den Jungen eine stabile, selbstbewusste sexuelle Identität zu entwickeln. Durch das Fehlen des Vaters bleibt vielen Jungen dieser Entwicklungsschritt vorenthalten und es kann nicht zur Ausbildung einer sicheren männlichen Identität und Gewissensbildung kommen.21 Auf der Suche nach Rollenmodellen greifen die Jungen ersatzweise auf die Helden aus dem Fernsehen und aus Videospielen zurück oder grenzen sich vom weiblichen Geschlecht ab.

Zusammenfassung der Kapitel

Schadet die „Frauenschule“ den Jungen?: Einleitung in die Problematik der männlichen Bildungsverlierer und die Debatte um die zunehmende Feminisierung pädagogischer Berufe.

Hintergründe: Darstellung der veränderten Ausgangslage, in der Jungen vermehrt schlechtere Schulleistungen zeigen und häufiger ohne Abschluss die Schule verlassen.

Wie kommt es zu so einer Entwicklung?: Analyse der Korrelation zwischen Lese- und Kompetenzschwächen bei Jungen und deren Auswirkungen auf den weiteren Bildungsweg.

Ursachen für das spätere Schulversagen sind somit schon in den ersten Lebensjahren der Jungen zu suchen.: Diskussion der biologischen und sozialen Faktoren, die bereits vor der Einschulung geschlechtsspezifische Unterschiede festigen.

Bei Kindern stellt das Annehmen einer Geschlechterrolle einen wichtigen Entwicklungsschritt dar.: Untersuchung der Bedeutung männlicher Identifikationsfiguren und der Auswirkungen des Väter-Mangels auf die Identitätsbildung.

Was könnte getan werden, damit Jungen wie Mädchen in unserer Gesellschaft nicht nur von Frauen erzogen werden?: Analyse politischer Maßnahmen wie das Elterngeld und die Notwendigkeit männlicher Präsenz in Kindergärten und Grundschulen.

Doch warum entscheiden sich so wenig Männer für einen solchen Beruf?: Erörterung der strukturellen und gesellschaftlichen Hürden, die Männer von pädagogischen Berufen abhalten, sowie des nötigen Image-Wandels.

Schule versus Arbeitsmarkt: Reflexion über die Diskrepanz zwischen dem schulischen Erfolg von Frauen und ihrer späteren Repräsentation in Führungspositionen der Wirtschaft.

Schlüsselwörter

Jungenförderung, Bildungssystem, Geschlechterrolle, Identitätsentwicklung, Koedukation, Sozialisation, männliche Identifikationsfiguren, Schulerfolg, Feminisierung, Pädagogik, Bildungsverlierer, Geschlechtergerechtigkeit, frühkindliche Erziehung, Väterrolle, Rollenmodell.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Frage, ob das derzeitige Bildungssystem Jungen benachteiligt und welche Auswirkungen der Mangel an männlichen Erziehungspersonen auf deren schulische Entwicklung hat.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen umfassen die geschlechterspezifische Sozialisation, die Bedeutung von männlichen Rollenvorbildern sowie die strukturellen Probleme in Erziehung und Schule.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage zielt darauf ab, die Ursachen für die schlechteren Bildungsbiografien von Jungen zu identifizieren und Lösungswege aufzuzeigen, wie Jungen durch eine stärkere männliche Präsenz in Bildungseinrichtungen gefördert werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die aktuelle Studien, statistische Daten und psychologische Theorien zur Geschlechterentwicklung und Pädagogik auswertet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Ursachen für das Schulversagen, die Wichtigkeit der Identitätsbildung durch Vaterfiguren sowie politische Ansätze zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie, um Männer für Erziehungsberufe zu gewinnen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen zählen Jungenförderung, Geschlechterrolle, Identitätsentwicklung, Koedukation, männliche Identifikationsfiguren und Sozialisation.

Warum ist das Fehlen des Vaters in den ersten Lebensjahren laut Autorin kritisch?

Die Autorin argumentiert, dass dem Jungen ohne Vater eine wichtige Identifikationsfigur fehlt, was die Entwicklung einer stabilen männlichen Identität und die Ablösung von der Mutter-Kind-Bindung erschweren kann.

Warum entscheiden sich trotz Bedarf nur wenige Männer für den Lehrer- oder Erzieherberuf?

Es liegt unter anderem an einer gesellschaftlich geprägten Rollenverteilung, dem geringen Ansehen dieser Berufe und einem Dilemma zwischen den Anforderungen des Arbeitsmarktes und der familiären Verantwortung.

Welche Rolle spielt die „Frauenschule“ in der Argumentation?

Der Begriff dient dazu, die Überdominanz weiblicher Lehrkräfte und Erzieherinnen zu beschreiben, die laut der Arbeit dazu führen kann, dass Jungen keine adäquaten männlichen Vorbilder zur Identitätsorientierung vorfinden.

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Résumé des informations

Titre
Schadet die "Frauenschule" den Jungen
Sous-titre
Umgang mit Heterogenität - gender issues
Université
University of Paderborn  (Erziehungswissenschaften)
Cours
Umgang mit Heterogenität
Note
1,3
Auteur
Christina Müller (Auteur)
Année de publication
2006
Pages
9
N° de catalogue
V192669
ISBN (ebook)
9783656178040
Langue
allemand
mots-clé
schadet frauenschule jungen umgang heterogenität
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Christina Müller (Auteur), 2006, Schadet die "Frauenschule" den Jungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/192669
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Extrait de  9  pages
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