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Parlamentarisierung als Reformstrategie der Europäischen Union?

Title: Parlamentarisierung als Reformstrategie der Europäischen Union?

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 37 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Michael Vogler (Author)

Politics - Topic: European Union
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Die Europäische Union sieht sich häufig den Vorwürfen des Demokratiedefizits und der politisch-administrativen Ineffizienz ausgesetzt. Beides hat zumindest in Ansätzen seine Berechtigung. Beides kann aber auch durch eine angemessene Reformstrategie entschärft und korrigiert werden. In der vorliegenden Arbeit wird diskutiert, wie eine Parlamentarisierung der Europäsischen Union stattfinden kann. Dabei werden anhand von Vorschlägen prominenter Politiker sowohl die Variante des präsidentiellen als auch des parlamentarischen Systems erörtert und jeweils auf ihre Umsetzungschancen überprüft.

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Inhaltsverzeichnis

1. Die Europäische Union vor der Erweiterung

2. Die Parlamentarisierung der EU

2.1. Bestimmung des Begriffs „Parlamentarisierung“

2.2. Bisherige Parlamentarisierung der Europäischen Union

2.3. Ausgestaltung der Parlamentarisierung – Reformmodelle

a) Die präsidentielle Variante am Beispiel des Fischer-Modells

b) Die parlamentarische Variante am Beispiel des Jospin-Modells

c) Einordnung der Vorschläge in die klassischen Muster des präsidentiellen bzw. parlamentarischen Regierungssystems

2.4. Das zukünftige Regierungssystem der EU – das parlamentarische und das präsidentielle Modell im Vergleich

a) Perspektiven des präsidentiellen Systems

b) Perspektiven des parlamentarische Systems

c) Zwischenfazit

2.5. Herausforderungen und Perspektiven auf dem Weg zur Parlamentarisierung der EU

a) Verfassungsgegner und Intergouvermentalisten

b) Ungleichzeitige Integration oder Kerneuropa?

c) Verfassungsrechtliche Bedenken

d) Stärkung der nationalen Parlamente

e) Kollektive Identität und Nation-Building

3. Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Reformstrategie der Parlamentarisierung innerhalb der Europäischen Union. Das primäre Ziel besteht darin, die Chancen und Grenzen dieses Ansatzes zu identifizieren, um zu bewerten, wie die EU den zukünftigen Herausforderungen der Erweiterung und Integration am besten begegnen kann.

  • Analyse und Vergleich konkurrierender Reformmodelle (präsidentielles vs. parlamentarisches Modell)
  • Untersuchung der Legitimation und Handlungsfähigkeit europäischer Institutionen
  • Debatte um die Rolle der nationalen Parlamente im europäischen Integrationsprozess
  • Diskussion über die Voraussetzungen für eine europäische Identität und ein europäisches Parteiensystem

Auszug aus dem Buch

b) Die parlamentarische Variante am Beispiel des Jospin-Modells

Auch wenn der ehemalige französische Premierminister Lionel Jospin nicht im Verdacht steht, supranationale Tendenzen in der EU zu befördern, so stammt von ihm dennoch ein Reformmodell, das präziser und konsequenter als die anderen Vorschläge ein parlamentarisches Regierungssystem innerhalb der Europäischen Union beschreibt. In seiner Rede über die „Zukunft des erweiterten Europa“ am 28. Mai 2001 in Paris spricht sich Jospin für eine „Föderation der Nationalstaaten“ aus. Darunter versteht Jospin ein Verfassungsmodell, in dem die Mitgliedsstaaten eindeutig das Sagen haben und erteilt damit den deutsch-föderalistischen Modellen, wie sie etwa Joschka Fischer und Gerhard Schröder vorschweben, und in denen die Legitimation der Exekutive ausschließlich vom Europäischen Parlament ausgeht, eine klare Absage.

Im einzelnen schlägt Jospin vor, „dass der Kommissionspräsident aus der Mitte der politischen Strömung, die aus den Wahlen zum Europäischen Parlament als Sieger hervorgegangen ist, benannt wird“. Davon verspricht er sich eine Stärkung der politischen Autorität und Legitimation der Kommission. Außerdem soll die Kommission künftig nach den Mehrheitsverhältnissen im EP zusammengesetzt werden. Welche Bedeutung Jospin den Wahlen zum EP beimisst und wie er eine aktive Mitgestaltung der EU-Bürger erreichen will, wird aus folgender Äußerung ersichtlich: „Für sie [die EU-Bürger] muss die Wahl des Europäischen Parlaments künftig zum Höhepunkt des demokratischen Lebens auf europäischer Ebene werden. Deshalb wünsche ich eine tiefgreifende Reform des derzeitigen Wahlsystems. Meines Erachtens müssten wir ein Wahlverfahren finden, das in jedem Land die Verhältniswahl mit einem System großer regionalen Wahlbezirke kombiniert. Dadurch würde eine größere Nähe zwischen Volksvertretern und Wählern geschaffen.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Die Europäische Union vor der Erweiterung: Diese Einleitung thematisiert die historischen und politischen Herausforderungen, die mit der EU-Erweiterung einhergehen, und definiert den Fokus auf die Parlamentarisierung als zentrale Reformstrategie.

2. Die Parlamentarisierung der EU: Das Hauptkapitel untersucht den Begriff der Parlamentarisierung, beleuchtet die bisherige Kompetenzausweitung des Europäischen Parlaments und stellt verschiedene theoretische Reformmodelle gegenüber.

3. Ausblick: Der abschließende Teil fasst die Überlegungen zur Zukunftsfähigkeit der EU zusammen und betont die Notwendigkeit, bei Reformen sowohl Effektivität als auch Akzeptanz bei den Bürgern zu berücksichtigen.

Schlüsselwörter

Europäische Union, Parlamentarisierung, Reformstrategie, Europäisches Parlament, Regierungssystem, Integration, Demokratiedefizit, Supranationalismus, Intergouvermentalismus, Kommissionspräsident, Politische Legitimation, Verfassung, Institutionelle Reformen, Nation-Building

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Parlamentarisierung als Strategie zur Reform der Europäischen Union vor dem Hintergrund der EU-Erweiterung und der Debatte um das Demokratiedefizit.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Kernbereichen zählen der Vergleich von präsidentiellen und parlamentarischen Modellen, die Rolle der EU-Institutionen, die Einbindung nationaler Parlamente sowie die Frage nach einer europäischen Identität.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage widmet sich der Identifikation der Chancen und Grenzen einer Parlamentarisierung der EU und den Bedingungen, die bei einer Umsetzung beachtet werden müssen, um zukünftige Herausforderungen zu meistern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Analyse, die auf der Auswertung von Fachliteratur, offiziellen Reden, Stellungnahmen von Politikern und zeitgenössischen Debatten zum Verfassungskonvent basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der Begriffsbestimmung, der bisherigen Entwicklung des Parlaments, der Gegenüberstellung von Reformmodellen (z.B. Fischer-Modell vs. Jospin-Modell) und der Diskussion kritischer Hindernisse.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär durch Begriffe wie Parlamentarisierung, Europäische Union, Demokratiedefizit, Integrationsprozess und institutionelle Reform charakterisieren.

Welche Rolle spielt der Vergleich zwischen dem Fischer- und dem Jospin-Modell?

Der Vergleich ist zentral, um zu verdeutlichen, wie die konkurrierenden Vorstellungen von einem präsidentiellen (Fischer) bzw. parlamentarischen (Jospin) Regierungssystem die institutionelle Zukunft der EU unterschiedlich prägen würden.

Wie bewertet der Autor das Konzept des "Kerneuropa"?

Der Autor betrachtet das "Gravitationszentrum" als eine mögliche, wenn auch problematische Option, um bei Blockaden durch integrationsskeptische Staaten den Fortschritt nicht vollständig zu gefährden, warnt aber vor der Gefahr einer dauerhaften Spaltung der EU.

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Details

Title
Parlamentarisierung als Reformstrategie der Europäischen Union?
College
University of Passau  (FB Politik)
Course
Integration-Expansion-Regionalisierung - Die EU vor der Erweiterung
Grade
1,0
Author
Michael Vogler (Author)
Publication Year
2003
Pages
37
Catalog Number
V19266
ISBN (eBook)
9783638234313
ISBN (Book)
9783640473052
Language
German
Tags
Parlamentarisierung Reformstrategie Union Erweiterung EU Demokratiedefizit Ineffizienz Integration Expansion Regionalisierung Reform Reformvorschlag Europäische Fischer Parlamentarisches System Präsidentielles System Entscheidungsfindung Handlungsfähigkeit Demokratisierung Parlament Europäsisches Parlament Europäischer Rat
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michael Vogler (Author), 2003, Parlamentarisierung als Reformstrategie der Europäischen Union?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/19266
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