[...] Diese Arbeit untersucht, welchen Effekt ausgewählte externe und interne Ressourcen
in Bezug auf das seelische Wohlbefinden von Arbeitslosen haben. Um den
Effekt einer externen Ressource zu untersuchen, wird eine Studie von Viinamäki, H.
et al. (1993) mit dem Titel „Social support in relation to mental well-being among
the unemployed. A factory closure study in Finland“ herangezogen. Sie beschäftigt
sich damit, den Einfluss sozialer Unterstützung, als eine externe Ressource, auf
das seelische Wohlbefinden von Arbeitslosen zu untersuchen. Autoren von andere
Studien, die sich in der Vergangenheit mit dieser Thematik auseinandergesetzt haben
vermuten, dass ungenügende oder fehlende soziale Unterstützung Arbeitslose
anfälliger für Rückschläge macht. Eine weitere Studie berichtet sogar, dass in aller
Regel Arbeitslose öfter an beeinträchtigterem seelischem Wohlbefinden, Depression
und subjektiv empfundenem, schlechterem Gesundheitszustand leiden, als Erwerbstätige. Weiterhin wurde herausgearbeitet, dass es einen Zusammenhang zwischen
ungenügender sozialer Unterstützung und Depression gibt, wenn der Verbleib in
der Arbeitslosigkeit länger als sechs Monate andauert.
Eine Vergleichsstudie, die den Effekt einer internen Ressource analysieren soll,
liefert Boas, S. (1986) mit dem Titel „Self-Esteem and the Psychological Impact
of Unemployment“. Er untersucht die Frage, ob ein, wenn vorhandenes, Selbstwertgefühl
das seelische Wohlbefinden von Personen nach einem Arbeitsplatzverlust
beeinflusst. Bei dieser Studie stellt das Selbstwertgefühl die interne Ressource dar.
Auf diesem Gebiet zeigen andere Studien, dass Arbeitslosigkeit mit einem markanten
Rückgang des Selbstwertgefühls verbunden ist.
Inwieweit die Ergebnisse anderer Untersuchungen durch die hier gewählten Studien
von Viinamäki, H. et al. (1993) und Boas, S. (1986) bestätigt werden können
und welche Einflüsse die Ressourcen soziale Unterstützung und Selbstwertgefühl
auf das seelische Wohlbefinden von Arbeitslosen haben, soll nachfolgend in dieser
Arbeit untersucht werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Hypothesen
3 Methode
3.1 Untersuchungskontext und Stichprobe
3.2 Messinstrumente
3.3 Analyseverfahren
4 Ergebnisse
5 Diskussion
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss interner und externer Ressourcen auf das seelische Wohlbefinden von Arbeitslosen. Ziel ist es, anhand eines Studienvergleichs zu analysieren, welche Faktoren dazu beitragen, dass Arbeitsplatzverlust nicht zwangsläufig zu Stress und Wohlbefindenseinbußen führt.
- Stressmodell nach Lazarus als theoretische Grundlage
- Einfluss von sozialer Unterstützung als externe Ressource
- Bedeutung des Selbstwertgefühls als interne Ressource
- Vergleich empirischer Studien zur Arbeitslosigkeit
- Moderatoreffekte zwischen Beschäftigungsstatus und psychischem Befinden
Auszug aus dem Buch
3.1 Untersuchungskontext und Stichprobe
Die Untersuchung der Studie von Viinamäki, H. et al. (1993) stützt sich auf ehemalige Angestellte von „Finnforest“, einer finnischen Holzverarbeitungsfabrik. Aufgrund von Rationalisierungsmaßnahmen, eingeführt durch die Muttergesellschaft, wurde die Fabrik 1991 geschlossen und 211 Personen verloren dabei ihren Arbeitsplatz. Vor diesem Zeitpunkt gab es keine signifikanten Rückgänge in der Belegschaft. Zum Zeitpunkt der Studienerhebung erhielten alle ehemaligen Angestellten noch Abfindungen. Sechs Monate nachdem die Belegschaft entlassen wurde, erhielten alle 211 Personen Fragebögen, um an der Befragung teilnehmen zu können. Von den 211 ehemaligen Angestellten antworteten 168 Personen. Von diesen 168 Personen wurden dann noch 33 Fälle ausgeschlossen, da diese bereits wieder eine Arbeit gefunden hatten. Somit war die endgültige Stichprobengröße n=135. Das Durchschnittsalter der Männer betrug 44.3 ± 10.6 Jahre, dass der Frauen betrug 45 ± 10.6 Jahre. Der Anteil der Männer in der Stichprobe betrug 70%. Männer und Frauen unterscheiden sich nicht in Bezug auf den soziodemographischen Hintergrund.
Bei der Untersuchung von Boas, S. (1986) wurden Personen, die einen Universitätsabschluss haben und die im Zeitraum von September 1982 bis März 1983 als arbeitslos gemeldet waren, befragt. Es wurden außerdem nur Personen befragt, die vorher schon einmal einer Beschäftigung nachgegangen sind und die zwischen 27 und 47 Jahre alt waren. Auch hier wurden Fragebögen an alle Untersuchungseinheiten geschickt, jedoch in zwei Wellen. Die erste Welle erfolgte zwischen April und Mai 1983 und die zweite Welle zwischen November und Dezember 1983. An der ersten Fragebogenrunde nahmen insgesamt 432 Personen teil. Dies entsprach einer Rücklaufquote von 38.5% an allen befragten Personen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Relevanz des Arbeitsplatzverlustes als Stressor und führt in das Stressmodell nach Lazarus ein, um Ressourcen als beeinflussende Faktoren zu identifizieren.
2 Hypothesen: In diesem Kapitel werden spezifische Hypothesen zu den Effekten von sozialer Unterstützung und Selbstwertgefühl auf das Wohlbefinden Arbeitsloser aufgestellt.
3 Methode: Die Methodik beschreibt die untersuchten Stichproben, die verwendeten psychologischen Messinstrumente sowie die angewandten statistischen Analyseverfahren.
4 Ergebnisse: Hier werden die Resultate der Studien präsentiert, die zeigen, wie Ressourcen das Wohlbefinden beeinflussen und ob Moderatoreffekte nachweisbar sind.
5 Diskussion: Das letzte Kapitel reflektiert die Ergebnisse kritisch, diskutiert methodische Einschränkungen und leitet Implikationen für die Praxis ab.
Schlüsselwörter
Arbeitsplatzverlust, Arbeitslosigkeit, seelisches Wohlbefinden, soziale Unterstützung, Selbstwertgefühl, interne Ressourcen, externe Ressourcen, Stressmodell, Lazarus, psychische Gesundheit, Moderatoreffekt, Beschäftigungsstatus, Studienvergleich, Depression, psychologische Belastung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit untersucht den Einfluss von persönlichen und sozialen Ressourcen auf das seelische Wohlbefinden von Menschen, die ihren Arbeitsplatz verloren haben.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen sind Arbeitslosigkeit als Stressor, der Einfluss von sozialer Unterstützung sowie die Rolle des Selbstwertgefühls als schützende Variable.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, durch einen Vergleich zweier Studien zu verstehen, ob und wie interne und externe Ressourcen das psychische Wohlbefinden bei Arbeitslosigkeit stabilisieren können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um einen Studienvergleich, der auf psychologischen Messinstrumenten wie dem General Health Questionnaire oder der Rosenberg Self-Esteem scale basiert und statistische Verfahren wie ANOVA und Diskriminanzanalysen nutzt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die Untersuchungskontexte, die Stichprobenmerkmale, die angewandten Testverfahren sowie die detaillierten statistischen Ergebnisse der ausgewählten Studien gegenübergestellt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?
Kernbegriffe sind Arbeitsplatzverlust, psychische Gesundheit, soziale Unterstützung, Selbstwertgefühl und Moderatoreffekte.
Beeinflusst der Beschäftigungsstatus das Selbstwertgefühl direkt?
Nein, die untersuchte Studie von Boas (1986) widerlegt dies und zeigt, dass das Selbstwertgefühl nicht direkt von Änderungen des Beschäftigungsstatus abhängig ist.
Welche Rolle spielt soziale Unterstützung für Arbeitslose?
Soziale Unterstützung dient als externe Ressource, die einen direkten positiven Einfluss auf das seelische Wohlbefinden ausübt und vor den negativen Folgen der Arbeitslosigkeit schützen kann.
- Citar trabajo
- Daniel Auner (Autor), 2010, Der Stellenwert von internen und externen Ressourcen in Bezug auf das seelische Wohlbefinden von Arbeitslosen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/192705