Weblogs als neues Kommunikationsmedium in der Bildungswissenschaft

Beschreibung, Umsetzung und Reflexion einer eigenen Weblogidee


Hausarbeit, 2012

23 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einführung

2 Begriffsdefinitionen
2.1 Weblog
2.2 Medienkompetenz

3 Blogs in der Bildungswissenschaft
3.1 Funktionen von Weblogs
3.2 Motivationen von Weblogs
3.3 Aufbau von Weblogs
3.4 Kritische Anmerkungen zu Weblogs

4 Instruktionsdesign von Weblogs

5 Der eigene Blog „Schreiben lernt man nur durch Schreiben“
5.1 Das Thema des eigenen Blogs
5.2 Die Konzeption des eigenen Blogs
5.3 Die Umsetzung des eigenen Blogs

6 Bewertende Zusammenfassung und Ausblick

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

Literaturverzeichnis

1 Einführung

Vor etwa 5000 Jahren „entstanden zur gleichen Zeit unabhängig voneinander in Mesopotamien, Ägypten und in China Schriftkulturen als Wortsilbenschriften“ (Merz-Grötsch, 2000, S. 24). Die sprachliche Kommunikation, die nur eine face-to-face-Kommunikation zuließ, konnte durch die Verschriftlichung Rezipienten an anderen Orten und zu anderen Zeiten erreichen. Diese Medieninnovation hatte tiefgreifende Veränderungen zur Folge“ (vgl. Kron & Sofos, 2003, S. 22). Auch die neuen Medien bieten ähnliche Innovationen, die synchrone und asynchrone Kommunikation über Zeit und Raum hinweg. Im Zeitalter der Medien und Informationsgesellschaft und der elektronischen Datenverarbeitung hat die geschriebene Sprache einen aktuellen Höhepunkt erreicht. Immer mehr wird mit dem Computer geschrieben, ob in der Freizeit, im Bildungsbereich oder im Arbeitsumfeld.

Längst zählen der Computer und das Internet zum Alltag der jüngeren und einem Großteil der älteren Generation. Ein relativ neuer Trend dabei ist das Schreiben in Blogs. „Ein zentrales Merkmal von Blogs, […] ist deren Vernetzung“ (Arnold, Kilian, Thillosen & Zimmer, 2011, S. 176). Diese Vernetzung kann durch unterschiedliche Funktionen wie zum Beispiel, Kommentare, Verlinkungen und der Blogrollfunktion unterstützt werden (vgl. Arnold et al., 2011, S.176). Über diese Funktionen können sich Menschen weltweit miteinander vernetzen. Bezogen auf das Multimediale Lernen bedeutet das „Überwindung bestehender Schranken“ (Schulmeister, 2006, S. 206).

Die Arbeit widmet sich der Beschreibung, Umsetzung und Reflexion eines im Vorfeld konzipierten und umgesetzten Blogprojektes „Schreiben lernt man nur durch Schreiben.“ Das Blogprojekt widmete sich dem Thema Schreibkompetenzförderung mit den Techniken und Methoden des kreativen Schreibens. Die Entscheidung für das Thema „Schreiben“ hängt mit der bildungstechnischen Relevanz des Themas und dem besonderen Interesse der Autorin an dem Thema Schrift und Schriftlichkeit zusammen. Die bildungswissenschaftliche Verortung des Blogthemas ist in der Schreibforschung zu sehen. Ziel der vorliegenden Arbeit ist die reflektierende Dokumentation, die Darlegung der Theorie-Praxis-Verschränkung des durchgeführten Blogprojektes. Zur Umsetzung wird relevante Fachliteratur aus den Bereichen der Bildungsforschung, der Medienforschung und der Schreibforschung herangezogen.

Die Arbeit beginnt mit der Einführung ins Thema. Im Anschluss wird mit Kapitel (2) zunächst auf den Begriff Blog und Medienkompetenz eingegangen. Im nächsten Kapitel (3) werden die Funktionen, Motivationen sowie der Aufbau von Weblogs in der Bildungswissenschaft dargelegt. Das Kapitel (4) stellt das Instruktionsdesign (ID) vor und erörtert seine Umsetzung für Blogs. Das nächste Kapitel (5) führt in das Thema des Blogs, Schreiben lernt man nur durch Schreiben ein, stellt das Konzept vor und zeigt anhand von Screenshots den Verlauf der Umsetzungsphase. Die Arbeit endet mit dem Kapitel (6) dem Fazit.

2 Begriffsdefinitionen

2.1 Weblog

Was ist ein Weblog? Der Begriff „Weblog“ ist eine Wortschöpfung, welches sich aus dem Begriff „Web“ und dem Begriff „Logbuch“ zusammensetzt. Weblog bezeichnet grundsätzlich eine Website, wo der Blogger oder die Bloggerin dieser Website regelmäßig zu unterschiedlichen Themenfeldern schreibt, dabei erscheint der aktuellste Beitrag an erster Stelle auf der Seite, das heißt die Abfolge ist umgekehrt chronologisch (vgl. Arnold et al., 2011, S. 175). Ein Blogger kann als jemand beschrieben werden, der durch ein kostenlos zum Download bereitgestellte und einfach zu bedienende Weblog-Software wie zum Beispiel Wordpress, eine Art öffentliches Notizbuch führt. Nach Interessenlage und Zielsetzung werden mit dem Weblog Informationen gesammelt oder vermittelt, verlinkt, selektiert oder kritisch kommentiert. Die meisten Blogs können darüber hinaus über die Kommentarfunktion von den Lesern und Leserinnen kommentiert werden und bieten auf diesem Wege, eine Reflexionsmöglichkeit für den Blogger oder die Bloggerin (vgl. Diemand et al., 2006, S. 8). Lange bevor es den Begriff des Bloggens gab, schrieben Autoren und Autorinnen im World Wide Web, doch erst durch die Verfügbarkeit von einfach zu benutzender Blogging-Software wurde es jedermann ermöglicht, einen Blog zu führen (vgl. Alby, 2008, S. 21). “Technisch handelt es sich um einfache Content Management Systeme“ (Arnold et al., 2011). Die Blogs können Links, Bilder, Videos und Audios einbinden. Darüber hinaus ist jeder Blog mit einer eigenen Internetadresse (URL) aufrufbar.

2.2 Medienkompetenz

Die Autorin versucht sich über den Begriff der Kompetenz, dem Begriff der Medienkompetenz anzunähern. Nach dem Duden (2000), dem großen Fremdwörterbuch, liegen die Wurzeln des Begriffs Kompetenz in dem spätlateinischen Wort „competentia“ in der deutschen Übersetzung heißt es:

a) „Eignung“ oder das Zusammentreffen,
b) Vermögen, Fähigkeit, Zuständigkeit und Befugnis,
c) sprachwissenschaftliche Definition nach dem Duden: Fähigkeit des Sprechers einer Sprache, mit einer begrenzten Anzahl von Elementen und Regeln eine unbegrenzte Zahl von Äußerungen zu bilden und zu verstehen sowie über die sprachliche Richtigkeit von Äußerungen zu entscheiden. (Duden, 2000, S. 728)

Die neuen Medien verändern die Vorstellung vom Lernen und Lehren und somit auch die Anforderungen an die Lernenden sowie an die Lehrenden. Dies setzt Medienkompetenz voraus. Nach Winterhoff-Spurk (1997) beinhaltet Medienkompetenz folgende Komponenten:

Tabelle 1: Drei Bereiche der Medienkompetenz (nach Winterhoff-Spurk, 1997)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Wie aus der Tabelle hervorgeht, beschreibt Winterhoff-Spurk (1997) drei Ebenen, auf denen sich Lernende wie Lehrende gut auskennen sollten, um von Lehr- Lernprozessen in den neuen Medien profitieren zu können. Kron & Sofos (2003) beschreibt ebenfalls drei Ebenen der Medienkompetenz, wobei die Medienpädagogische Kompetenz von Blömeke (2000) übernommen wird. Die nachfolgende Tabelle wurde von der Autorin nach den Angaben nach Kron & Sofos (2003, S. 70 - 76) erstellt.

Tabelle 2: Drei Bereiche der Medienkompetenz erstellt (nach Kron & Sofos, 2003)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Es existiert bislang keine eindeutige Definition für den Begriff der „Medienkompetenz“. Dies erscheint schwierig angesichts der Tatsache, dass eine Vielzahl von Aspekten des Begriffs der Kompetenz hinein fließt. Zum Beispiel sind Teilweise medienpädagogische Kompetenzen bereits in den mediendidaktischen Kompetenzen enthalten.

3 Blogs in der Bildungswissenschaft

„Die Generation, die heutzutage in Schulen und Universitäten lernt, weist andere Präferenzen und Kompetenzen, als die vorhergehenden Generationen auf. Diese Generation, auch als Netzwerkgeneration oder „digital learners“ charakterisiert, lernt damit auch anders“ (Bastiaens, Schrader & Deimann et al., 2010, S. 18). Durch die neuen Mittel der elektronischen Kommunikation werden nicht nur die technischen Möglichkeiten weiter entwickelt, sondern diese Entwicklungen haben auch einen Einfluss auf die Sprach- und Schreibkompetenz. Die Zahl der Blogs wächst kontinuierlich. 2009 waren es laut der Blog-Suchmaschine Technorati über 133 Millionen Blogs weltweit (vgl. Arnold et al., 2011, S. 176). Die Informations- und Mediengesellschaft bietet den Menschen durch die Neuen Medien einen neuen Weltzugang. Das besondere an den neuen Medien ist:

- Multimedialität,
- Interaktivität,
- Simulation,
- Kommunikation,
- Kooperation,

über räumliche und zeitliche Distanz hinweg (vgl. Reinmann, 2010, S. 53). Zunehmend werden Weblogs in formellen Lernsituationen eingesetzt oder sind in verschiedene Lernmanagementsysteme eingebunden, zum Beispiel als eine spezielle Form des E-Portfolios, beziehungsweise als Forschungsjournal oder auch zur Dokumentation von Lernergebnissen. Blogs finden Eingang in den Schulbetrieb, wo sie für eine gemeinsame Arbeit eingesetzt werden können (vgl. Alby, 2008, S. 44). Verbreitet ist auch die Nutzung von Blogs zur Beantwortung von regelmäßigen Arbeitsaufgaben oder auch als ein Lerntagebuch, welches vorrangig der eigenen Aufzeichnung dient (vgl. Arnold et al., 2011, S. 177).

3.1 Funktionen von Weblogs

Bastiaens et al. (2010) unterteilen die Funktionen von Weblogs zunächst in zwei Kategorien: a) persönliche Blogs und b) nicht-persönliche Blogs.

a) Persönliche Blogs

Persönliche Blogs dienen als Plattform für die Mitteilung von Gefühlen, Gedanken und Erfahrungen. Diese Nutzungsart kann auch als ein Netztagebuch beschrieben werden. In dieser Funktion dienen Blogs, der Selbstrepräsentation, dem Identitätsmanagement und der Pflege von sozialen Netzwerken. „Das Bloggen reiht sich ein in die heute wenig verbreitete Tradition des Tagebuchschreibens oder des Briefwechsels mit Gleichgesinnten (…)“ (Alby, 2008, S. 28).

b) Nicht-Persönliche Blogs

Neben dieser persönlichen Nutzung von Blogs zeichnet sich ein neuer Trend ab, Blogs ebenso für berufliche Zwecke zu nutzen (vgl. Bastiaens et al., 2010, S. 48). Nach Bastiaens et al. (2010) werden die nicht-persönlichen Blogs als „Corporate Blogs“ bezeichnet. Corporate Blogs finden sich auf den Webseiten von Unternehmen. Sie dienen als externes oder auch internes Kommunikations- und Koordinationsmedium für die Firmen.

Nach Alby (2008) können Corporate Blogs wie folgt kategorisiert werden.

- CEO Blogs
- Blogs, die von Mitarbeitern eines Unternehmens geführt werden
- Blogs, für die professionelle Blogger engagiert werden
- Produkt-Blogs
- Kampagnen-Blogs
- Support-Blogs

Corporate Blogs finden sich auch im journalistischen Bereich. Hier können diese, die Funktion von Meinungsmachern oder auch einer Gegenöffentlichkeit übernehmen (vgl. Bastiaens et al., 2010, S. 48). Ein weiterer Bereich ist der Einsatz von Weblogs im Bildungs- bzw. Wissenschaftsbereich. Oftmals sind die Übergänge fließend, so dass eindeutige Zuordnungen schwierig sein können. Auch können Corporate Blogs von mehreren Autoren geschrieben und geführt werden. Die Funktionen von Weblogs nach Bastiaens et al. (2010) werden in der folgenden Abbildung dargestellt:

Die Funktionsweise von Weblogs wird in der folgenden Abbildung dargestellt:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Funktionen von Weblogs (nach Bastiaens et al., 2010, S. 48)

3.2 Motivationen von Weblog

„Der gemeinsame Nenner verschiedener Motivationstheorien ist der, dass Motivation das Resultat einer Wechselwirkung zwischen Bedürfnissen, Wünschen, Erwartungen u. ä. eines Individuums und den Anforderungen bzw. Herausforderungen einer Situation ist“ (Reinmann, 2010, S. 134).

Diese Aussage gilt ebenfalls für Lern- und Leistungsmotivationen. Weblogs können aus unterschiedlichen Motivationen heraus geschrieben und geführt werden. Das stärkste Motiv wird in der Funktion der Selbstdarstellung und Identitätsfindung gesehen. „ In vielen Ländern wie den USA, aber auch Frankreich wird ein Großteil der Blogs von Jugendlichen geschrieben, die über ihren Alltag berichten und deren Blogs eher Tagebüchern entsprechen“ ( Alby, 2008, S. 29). Nach einer Umfrage im deutschsprachigen Raum unter den Bloggern, die 2005 durchgeführt worden ist, geben 62,7 Prozent der Befragten als Motiv für das Führen eines Weblogs an, weil sie gerne schreiben und 44, 5 Prozent geben an, „um mir Gefühle von der Seele zu schreiben“.

[...]

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
Weblogs als neues Kommunikationsmedium in der Bildungswissenschaft
Untertitel
Beschreibung, Umsetzung und Reflexion einer eigenen Weblogidee
Hochschule
FernUniversität Hagen  (Fakultät für Kultur- und Sozialwissenschaften)
Veranstaltung
Master Modul 1
Note
1,7
Autor
Jahr
2012
Seiten
23
Katalognummer
V192714
ISBN (eBook)
9783656177821
ISBN (Buch)
9783656177494
Dateigröße
1670 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Weblog, Neue Medien, Kreatives Schreiben, Bildung, Serpil Maglicoglu
Arbeit zitieren
Serpil Maglicoglu (Autor), 2012, Weblogs als neues Kommunikationsmedium in der Bildungswissenschaft, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/192714

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