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Die Eisenbahn im 19. Jahrhundert - Gare du Nord et al Paris

Título: Die Eisenbahn im 19. Jahrhundert - Gare du Nord et al Paris

Trabajo de Seminario , 2012 , 25 Páginas , Calificación: 2,3

Autor:in: Yasin Ugur (Autor)

Arte - Arquitectura / Historia de la arquitectura, conservación de monumentos
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Vernichtung von Raum und Zeit, so lautete der Topos, mit dem das frühe 19. Jahrhundert die Wirkung der Eisenbahn beschreibt. Diese Vorstellung basiert auf der Geschwindigkeit, die das neue Verkehrsmittel erreicht. Eine gegebene räumliche Entfernung, für deren Überwindung traditionell ein bestimmtes Maß an Reise- oder Transportzeit aufzuwenden war, ist mit einem mal in einem Bruchteil dieser Zeit zu bewältigen, oder anders ausdrückt, in derselben Zeit kann nun ein Mehrfaches der alten räumlichen Entfernung zurückgelegt werden. Verkehrsökonomisch bedeutet dies eine Verkleinerung des Raumes. ‚‚Entfernungen verkürzen sich praktisch genau im Verhältnis zur Geschwindigkeit, mit der man sich bewegt‘‘, heißt es in Lardners „Railway Economy“.
Vor dem Hintergrund dieser Feststellungen setzt sich diese Arbeit mit der Einführung der Eisenbahn auseinander. Im Anschluss an die Einleitung und den Forschungsstand erfolgt im zweiten Kapitel eine kurze Beschreibung über die Geschichte der Eisenbahn. Daran schließen sich im dritten Kapitel die Kopfbahnhöfe in Paris an. Zentrale Frage der Arbeit wird es sein, herauszuarbeiten, welchen Funktion die Erfindung der Eisenbahn auf die Stadt Paris hatte und wie sich die Bahnhöfe ihren Platz in der Stadt eingenommen haben. Hierzu beleuchtet der Hauptteil dieser Arbeit, den Bau von Gare du Nord und Gare de l‘Est in Paris, ein. Während sich viele Veröffentlichungen meist aus der wirtschaftlichen Perspektive der Eisenbahn als Träger der industriellen Revolution zugewendet haben, liegen deutlich weniger Arbeiten vor, die sich mit den Bahnhöfen mit Beginn der Eisenbahnentwicklung aufgreifen. Hier soll die vorliegende Arbeit anknüpfen. Wendet man den Blick auf die gegenwärtige Literatur, dann findet man Werke wie ‚‚Geschichte der Eisenbahnreise“, verfasst vom Historiker Wolfgang Schivelbusch, in den der Funktion der Bahnhöfe in der Stadt detailliert darlegt wird. [...]

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Geschichte der Eisenbahn

3. Kopfbahnhöfe

3.1. Geschichte

3.2. Bahnhof

3.3. Funktion

4. Pariser Bahnhöfe

4.1. Gare du Nord

4.2. Gare de l’Est

5. Schlussfolgerung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Einführung der Eisenbahn und deren tiefgreifenden Einfluss auf die Stadtstruktur von Paris, wobei ein besonderer Fokus auf der architektonischen und funktionalen Entwicklung der großen Kopfbahnhöfe liegt.

  • Historische Genese und Expansion des Eisenbahnwesens
  • Architektonische Typologie und Funktion des Kopfbahnhofs
  • Fallstudien der Pariser Bahnhöfe Gare du Nord und Gare de l’Est
  • Wechselwirkung zwischen Bahninfrastruktur und städtischer Raumplanung
  • Die Rolle der Eisenbahn als Motor der Industrialisierung

Auszug aus dem Buch

3.3. Funktion

Der Kopfbahnhof wirkt wie eine Schleuse. Seine Funktion ist, zwei sehr verschiedene Arten von Verkehr und Verkehrsraum miteinander zu vermitteln, den Verkehrsraum der Stadt und den der Eisenbahn. Auf der einen Seite ist er, in seinem klassizistischen steinernen Empfangsgebäude, Teil der Bahnhalle, ganz und gar Funktion des „industriellen“ Bereichs der Eisenbahn. In dieser Doppelgesichtigkeit hat sich die Schleuse-oder Transformatoren-Funktion des Bahnhofs ihren architektonischen Ausdruck geschaffen. Der Reisende, der sich von der Stadt durch Empfangsgebäude in die Bahnhalle begibt, macht im Durchmessen dieser qualitativ verschiedenen Räume einen Vorgang der Raumvergrößerung oder sogar Industrialisierung durch. Er verlässt die – um die Mitte des 19. Jahrhunderts noch vergleichsweise heimelige – urbane Räumlichkeit der Stadt und wird durch den Bahnhofsraum für den industriellen Raum der Eisenbahn konditioniert.

Der ankommende Reisende macht entsprechend einen Vorgang der Raum-Intimisierung durch. Der grenzen und formlose Raum der Eisenbahnreise erhält in der Bahnhalle, in die der Zug einfährt, wieder eine erste Begrenzung und verkleinert sich weiter in der traditionellen Steinarchitektur des Empfangsgebäudes. Damit wird ein kontinuierlicher Übergang in die urbane Räumlichkeit der Stadt geschaffen. Diese Funktion der Raumformation des Bahnhofs hat Richard Lucae im Sinn, wenn er die Bahnhalle auf abfahrende und auf ankommende Reisende ausübe. Der Raum der Bahnhalle, sagt Lucae: „Wird mit seiner gegen die Welt gekehrten völlig offenen Seite in Gegensatz zu den geschlossenen Räumen der Stadt einen unbehaglichen und sogar einen wüsten Eindruck machen können. Den aber, der von draußen kommt, kann die mächtige Halle im Vergleich zu den unbegrenzten Raume, durch den ihn meilenweit eben die Räder getragen habe, mit der steinernen festen Umschließung und dem weitgespannten schützender Dache trotz der gewaltigen Dimensionen – die ersten Momente wenigstens – geradezu traulich berühren.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung thematisiert die revolutionäre Wirkung der Eisenbahn auf das Raum-Zeit-Verständnis im 19. Jahrhundert und definiert die Forschungsfrage bezüglich der städtebaulichen Integration von Bahnhöfen in Paris.

2. Geschichte der Eisenbahn: Dieses Kapitel zeichnet die Anfänge des Eisenbahnbaus in England und Frankreich nach und beleuchtet die langsame Etablierung staatlich regulierter Eisenbahnsysteme.

3. Kopfbahnhöfe: Hier wird die Typologie des Kopfbahnhofs als architektonische Lösung für stadtnahe Endpunkte sowie dessen Funktion als Vermittler zwischen urbanem und industriellem Raum analysiert.

4. Pariser Bahnhöfe: Anhand der Fallbeispiele Gare du Nord und Gare de l’Est wird die bauliche Umsetzung und städtebauliche Bedeutung spezifischer Pariser Kopfbahnhöfe detailliert untersucht.

5. Schlussfolgerung: Das abschließende Kapitel resümiert die Rolle der Bahnhöfe als neue Verkehrsknotenpunkte und zeigt auf, wie sie die städtische Erschließung und das Straßenbild nachhaltig geprägt haben.

Schlüsselwörter

Eisenbahn, Architekturgeschichte, Kopfbahnhof, Paris, Gare du Nord, Gare de l'Est, Industrialisierung, Stadtplanung, Verkehrsarchitektur, 19. Jahrhundert, Raumformation, Infrastruktur, Jakob Ignaz Hittorff, Städtebau, Transitorische Bauten

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit behandelt die architektonische und funktionale Entwicklung der Eisenbahninfrastruktur in Paris im 19. Jahrhundert, mit Fokus auf die Gestaltung und Bedeutung von Kopfbahnhöfen.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum?

Zentrale Themenfelder sind die Geschichte der Eisenbahn, die Typologie des Kopfbahnhofs, die architektonische Gestaltung von Bahnhöfen sowie deren Auswirkungen auf die städtische Struktur von Paris.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die zentrale Frage ist, welchen Einfluss die Erfindung der Eisenbahn auf die Stadt Paris hatte und wie sich die Bahnhöfe architektonisch und funktional in den städtischen Raum eingliederten.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es handelt sich um eine architekturgeschichtliche Analyse, die historische Fachliteratur auswertet und die Bauweise konkreter Pariser Bahnhofsobjekte untersucht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Geschichte der Eisenbahn, der funktionalen Analyse des Kopfbahnhof-Typs sowie einer detaillierten Vorstellung des Gare du Nord und des Gare de l'Est.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Wichtige Begriffe sind Kopfbahnhof, Paris, Eisenbahnarchitektur, städtische Integration, Raumtransformation und das 19. Jahrhundert.

Warum wird der Kopfbahnhof als „Schleuse“ bezeichnet?

Der Autor verwendet den Begriff, um die vermittelnde Funktion des Bahnhofs zwischen dem industriellen Eisenbahnraum und der urbanen Räumlichkeit der Stadt zu beschreiben.

Welche besondere Bedeutung hat der Gare du Nord für die Architektur?

Der Gare du Nord gilt als ein monumentales Werk, das trotz seines historistischen Fassadendekors eine rational konstruierte Eisen-Glas-Halle verbirgt, was eine architektonische Novität darstellte.

Final del extracto de 25 páginas  - subir

Detalles

Título
Die Eisenbahn im 19. Jahrhundert - Gare du Nord et al Paris
Universidad
University of Kaiserslautern
Curso
Geschichte und Theorie der Architektur
Calificación
2,3
Autor
Yasin Ugur (Autor)
Año de publicación
2012
Páginas
25
No. de catálogo
V193008
ISBN (Ebook)
9783656196679
ISBN (Libro)
9783656196983
Idioma
Alemán
Etiqueta
eisenbahn jahrhundert gare nord paris
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Yasin Ugur (Autor), 2012, Die Eisenbahn im 19. Jahrhundert - Gare du Nord et al Paris, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/193008
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