Während der englischen Rosenkriege zwischen den Häusern York und Lancaster kam es in der kurzen Zeitspanne von 1461 bis 1485 in England zu insgesamt fünf Thronwechseln – drei davon waren Usurpationen. Die vorliegende Hausarbeit behandelt die drei Usurpatoren Edward IV, Richard III und Henry VII und ihre Methoden zur Machterhaltung. Da auf Grund der englischen Regierungsstruktur im Mittelalter der König und die Adelsschicht stark voneinander abhängig waren, geht es im Folgendem um das Verhältnis der drei genannten Könige zur nobility.
Im Speziellen stellen sich folgende Fragen: Wer wurde nach der Machtergreifung vom jeweils neuen König belohnt? Wer wurde bestraft? Und in welchem Ausmaß waren Mitglieder der nobility davon betroffen?
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition Usurpation
3. Die Usurpatoren
3.1 Edward IV und seine Versöhnungspoltik
3.2 Richard III und seine Bestechungspolitik
3.3 Henry VII und seine Bestrafungspolitik
4. Vergleich
5. Quellen
6. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht das Verhältnis der drei englischen Usurpatoren Edward IV, Richard III und Henry VII zur Nobility während der Rosenkriege. Das primäre Ziel ist es, die spezifischen Strategien der jeweiligen Könige zur Machterhaltung sowie ihren Umgang mit Belohnungen und Bestrafungen innerhalb des Adels zu analysieren und zu vergleichen.
- Methoden zur Machterhaltung nach einer Usurpation
- Das Verhältnis von Königshaus und Adelsstand
- Analyse von Belohnungs- und Bestrafungspolitik
- Vergleichende Untersuchung der Regierungsstile (Versöhnung, Bestechung, Bestrafung)
- Rolle und Zusammensetzung der königlichen Gremien (Councils)
Auszug aus dem Buch
3.2 Richard III
Am 9. April 1483 starb Edward IV überraschend und jung. Er hinterließ zwei minderjährige Söhne und einen Bruder, den er selber mit den besten Voraussetzungen für eine Usurpation ausgestattet hatte. Zuerst einmal wurde Richard nur Protektor, aber schon während der „queasy weeks of his takeover of power“ begann er mit einer gezielten nobility-Politik. Damit es zur Usurpation kommen konnte, musste er sich zuallererst der allzu loyalen Anhänger des legitimen Thronfolgers Edwards V entledigen: den Woodvilles Lord Rivers und Sir Richard Grey, Edwards IV Freund Lord Hastings, sowie Bishop John Morton.
Richards wenige Anhänger kamen fast ausschließlich aus „seinem“ Norden und stammten aus dem niederen Adel. Die einzigen nobility-Familien, die ihn unterstützen, waren genau jene sechs Familien, die von Edward IV einige Jahre zuvor in Erbangelegenheiten übergangen worden waren. „Richard’s greatest ally in the usurpation” war der Duke of Buckingham, der äußerst großzügig mit Ämtern, Geld und (ehemaligen Woodville)-Ländereien belohnt wurde. Schon als Protektor setzte Richard laufend Männer aus dem Norden in wichtige Ämter ein, vor allem dann aber nach seiner Krönung im Juni 1483. Im Unterschied zu Edward erhob Richard III während seiner gesamten (kurzen) Regierungszeit nur vier Männer in den höheren Adelsstand, die wichtigsten waren der Duke of Norfolk und dessen Sohn, der Earl of Surrey.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Epoche der Rosenkriege ein, definiert den Fokus auf die drei Usurpatoren Edward IV, Richard III und Henry VII und erläutert die methodische Herangehensweise.
2. Definition Usurpation: Das Kapitel beleuchtet die historische Entwicklung des Begriffs Usurpation und ordnet die Ereignisse der Rosenkriege in den Kontext der englischen Regierungsgeschichte ein.
3. Die Usurpatoren: Dieser Hauptteil analysiert detailliert die individuellen Herrschaftsstrategien von Edward IV, Richard III und Henry VII in Bezug auf ihre Interaktion mit der Nobility.
3.1 Edward IV und seine Versöhnungspoltik: Es wird dargelegt, wie Edward IV durch eine Politik der Versöhnung und großzügige Belohnungen versuchte, seine Machtbasis unter dem Adel zu festigen.
3.2 Richard III und seine Bestechungspolitik: Der Text beschreibt Richards Versuch, mangelnde Unterstützung im Adel durch gezielte Bestechung und Ämtervergabe auszugleichen.
3.3 Henry VII und seine Bestrafungspolitik: Die Arbeit untersucht, wie Henry VII durch ein striktes System aus Bestrafungen, Attainder und finanziellen Bürgschaften den Hochadel unter Kontrolle hielt.
4. Vergleich: In diesem Kapitel werden die unterschiedlichen Ansätze der drei Könige gegenüber der Nobility gegenübergestellt und eine Bilanz über Gemeinsamkeiten und Unterschiede gezogen.
5. Quellen: Auflistung der im Rahmen der Untersuchung verwendeten Primärquellen.
6. Literaturverzeichnis: Verzeichnis der herangezogenen wissenschaftlichen Fachliteratur.
Schlüsselwörter
Rosenkriege, Usurpation, Edward IV, Richard III, Henry VII, Nobility, Adel, Machterhaltung, Versöhnungspolitik, Bestechungspolitik, Bestrafungspolitik, Attainder, Gentry, Parlament, Staatsstreich
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert den Umgang der englischen Usurpatoren Edward IV, Richard III und Henry VII mit dem Adel (Nobility) während der Rosenkriege in der Zeit von 1461 bis 1509.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentrale Themen sind die Methoden der Machterhaltung, die Vergabe von Titeln und Ländereien sowie der Einsatz rechtlicher Mittel wie Attainder zur Disziplinierung des Adels.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Arbeit untersucht, wer nach der Machtergreifung belohnt oder bestraft wurde und in welchem Maße der Adel von den wechselnden Machtverhältnissen betroffen war.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf einer Auswertung von Primärquellen wie Gesandtenbriefen und Testamenten sowie einer kritischen Sichtung der fachhistorischen Forschung basiert.
Welche Aspekte werden im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die drei Könige chronologisch betrachtet, wobei jeweils spezifische Strategien – Versöhnung bei Edward IV, Bestechung bei Richard III und Bestrafung bei Henry VII – im Fokus stehen.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Wichtige Begriffe sind Usurpation, Nobility, Attainder, Gentry und Machtkonzentration.
Welche Rolle spielte die Gentry bei der Herrschaftsausübung der Usurpatoren?
Alle drei Usurpatoren stützten sich verstärkt auf die Gentry, da sie den etablierten Hochadel oft misstrauisch betrachteten oder ihn durch die Einbindung loyaler, weniger mächtiger Berater aus dem niederen Adel kontrollieren wollten.
Warum wird Richard III im Vergleich zu den anderen beiden Königen als Sonderfall betrachtet?
Richard III verfügte über eine extrem kurze Regierungszeit und hatte aufgrund mangelnder Rückendeckung im Adel keine Gelegenheit, seine Herrschaftslegitimität nachhaltig zu etablieren, weshalb er fast ausschließlich auf finanzielle Anreize angewiesen war.
- Citation du texte
- Lilly Maier (Auteur), 2012, Umgang mit Usurpation in den Rosenkriegen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/193041