Medienkompetenz im Spiegel der neuen sozialen Medien


Seminararbeit, 2011
15 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1. Einleitende Bemerkung

2. Definitionen und Dimensionen der Medienkompetenz
2.1. Baacke
2.2. Tulodziecki
2.3. Moser
2.4. Kritik an Medienkompetenz

3. Sozialkompetenz als Teilbereich der Medienkompetenz
3.1. Definition der sozialen Kompetenz
3.2. Soziale Kompetenz im Spiegel der Medienkompetenz

4. Fazit

5. Literatur

1. EINLEITENDE BEMERKUNG

Medienkompetenz - in diesem Begriff schwingen heute mehr Definitionen, Diskussionen und Assoziationen in sämtlichen Fachrichtungen mit denn je. Worüber sich alle einig sind, ist der Fakt, dass jeder über sie verfügen sollte und Medienkompetenz eine Schlüsselrolle in unserer heutigen Informations- und Kommunikationsgesellschaft darstellt. Auf die Frage was genau Medienkompetenz ist, erhält man eine Unmenge an Definitionen und deren Erweiterungen. Als grundsätzlicher Ansatz ist hier folgendes Zitat anzuführen:

„Medienkompetenz umfasst mehr als technisches Know-How und motorische Fertigkeit zur Bedienung von Medienapparaturen. Medienkompetenz bezieht sich vielmehr auf die sinnvolle Koordination der Medien in alltäglichen, beruflichen und pädagogischen Prozessen.“1

Die Vielfalt und Unübersichtlichkeit der Definitionsansätze ist darauf zurückzuführen, dass allein der Begriff ‚Medien’ Tag für Tag neue Ausmaße sowohl auf technischer, inhaltlicher, thematischer und auch funktioneller Ebene erhält. Die Vermittlung von Kompetenzen, die diesen rasenden Veränderungen folgen und sie mit kritischem Blick nutzen können, stellt eine außerordentliche Aufgabe an unsere Gesellschaft dar. Wie ein Spinnennetz sind die für ältere, aktuelle und zukünftigen Generationen so wichtigen Kompetenzen miteinander verknüpft. Mit dem kritischen Konsum von Medien ist es schon lange nicht mehr getan, im Spiegel von solch weitläufigen Begriffen wie Web 2.0, Globalisierung, Social Networks und Co. müssen Computer-, Internet-, und Kommunikationskompetenzen vermittelt werden, um die Wettbewerbsfähigkeit von Individuen, Firmen und ganzen Ländern zu sichern.

Mit Blick auf diese immer größer werdende Reichweite des Medienkompetenzbegriffs, der laut bekannten Medienpädagogen (z.B. Baacke 1996) einen Teilbereich der kommunikativen Kompetenz darstellt, möchte ich des Weiteren darauf eingehen, dass die soziale Kompetenz einen wichtigen Teilbereich dessen darstellen sollte. In der heutigen digitalen Welt der ‚neuen Medien‘, die auf Partizipation, Kommunikation und Selbstdarstellung ausgerichtet ist und in der eine one-to-many-Kommunikation nicht mehr nur Einzelnen vorbehalten ist, wie noch vor einigen Jahren, spielt die Sozialkompetenz als Teilbereich der Medienkompetenz eine immer wichtigere Rolle.

Die Medienkompetenz selbst, wird nicht umsonst neben Lesen, Schreiben und Rechnen als vierte Kulturtechnik bezeichnet, die eine unentbehrliche Schlüsselkompetenz darstellt. Die genauen Dimensionen die hinter diesem Netz der Medienkompetenz stecken, sollen in dieser Arbeit nähere Betrachtung finden um dementsprechend den Zusammenhang zur Sozialkompetenz zu erörtern. Ein allumfassender Überblick würde in diesem Zusammenhang den Rahmen sprengen, deshalb werden ausgewählte etablierte Ansätze und Definitionen herangezogen um die beschriebene Problematik darzustellen und die unübersichtliche Begriffswelt in denen sich dieses Modewort bewegt etwas übersichtlicher zu machen.

2. DEFINITIONEN UND DIMENSIONEN DER MEDIENKOMPETENZ

Allzu oft wird der Ausdruck Medienkompetenz aus seinem pädagogischen Zusammenhang entrissen, um ihn in technologischen Feldern oder auch als Pflicht, sich in der Mediengesellschaft zurechtzufinden, anzusiedeln. Lernpsychologische Theorien werden dabei gern außer Acht gelassen und auch wissenschaftlich fundierte Medientheorien finden im alltäglichen Sprachgebrauch kaum Anwendung. Wie oben bereits erwähnt, stellen Kurzlebigkeit und häufige Veränderungen der medientechnologischen Bedingungen erhebliche Schwierigkeitsfaktoren bei der Etablierung einer festen, allgemein gültigen Definition von Medienkompetenz dar.

Dennoch sollen an dieser Stelle einige grundlegende Auslegungen des Terminus dargestellt werden, um die damit einhergehenden Dimensionen vor Augen führen zu können. Auf die historische Entwicklung des Kompetenzbegriffs durch Chomsky, Humboldt und Bourdieu wird zugunsten der Kapazität nicht näher eingegangen.

2.1. Baacke

Dieter Baacke stellt eine der bekanntesten Definitionen für Medienkompetenz bereit. Die folgende Zusammenfassung ist ausführlich nachzulesen bei Baacke (1996). Die allgemeine Fähigkeit sich „in einer durch Medien geprägten Welt […] zurechtzufinden und zu handeln“ ist hierbei grundlegender Gedanke, der sich auf alle Formen der Medien, seien sie neu oder alt, bezieht.

Baacke berücksichtigt den Fakt, dass Medienkompetenz ein nicht generalisierbarer Begriff ist, sondern abhängig von den jeweiligen Medienfaktoren verschiedene Aspekte notwendig sind, wie zum Beispiel spezifisches kulturelles Wissen für das Verständnis bestimmter audiovisueller Produkte wie Musikvideos und deren jugendliche Lebenswelten oder das Denken in vernetzten Zusammenhängen um beim Rezipieren einen Hypertextes nicht den Überblick zu verlieren. Ferner ist der Nutzer hinsichtlich seiner zu erwartenden Medienkompetenzen altersspezifisch zu betrachten. Welche Voraussetzungen in welchem Alter für Verständnis und Gestaltung von Medien präsent sein sollten, ist eine Frage die die Entwicklungspsychologie beantworten kann.

Baacke bestimmt die Aspekte „Mediennutzung“, „Medienkunde“, die Dimension der „Mediengestaltung“ und „Medienkritik“ als Inhalt von Medienkompetenz. Diese stellen fundamentale Ansatzpunkte für ein lebenslanges Lernen dar, welches die modernen, sich ständig ändernden Medien notwendig machen um handlungsfähig zu bleiben. Baacke sieht speziell in der Erwachsenenbildung, aber auch in der Nachhaltigkeit der vermittelten Basisfähigkeiten Nachholbedarf, um einen langfristigen Erfolg zu erzielen.

Neben diesen inhaltlichen Perspektiven hat Baacke sechs verschiedene Dimensionen festgehalten, die einen Rahmen darstellen sollen „[…] der helfen soll, eine Konkretisierung und Operationalisierung vorzunehmen.“ Diese setzen sich wie folgt zusammen:

- Die kognitive Dimension: Wissen, Verstehen und Analysieren.
- Die moralische Dimension: Nicht nur ethische Betrachtung von Medieninhalten, sondern auch Aspekte wie Umweltverträglichkeit bei der Produktion oder soziale Verträglichkeit.
- Die soziale Dimension: Kenntnisse und Umsetzung der eigenen Rechte um Medien und der sozialen Auswirkungen von Medien.
- Die affektive Dimension: Angemessener Umgang mit Medien in ihrer unterhaltenden und zu genießenden Funktion.
- Die Ästhetische Dimension: Fähigkeiten zur Gestaltung von Medien.
- Die Handlungsdimension: Medien selbst gestalten anstatt sie nur zu konsumieren.

Den Erfolg der Umsetzung dieser Dimensionen bei der Vermittlung von Medienkompetenz auf pädagogischer Ebene, vor allem im Jugendalter, sieht Baacke in der Kombination des innerfamiliären und des sozialen Stützsystems. Das Elternhaus sollte als Vorbildrolle dienen und den Zugang zu diversen Medien ermöglichen, um die Grundlage für den Aufbau weiterer Kompetenzen in öffentlichen pädagogischen Einrichtungen zu schaffen.

[...]


1 Reitinger, Johannes (2007): „Unterricht - Internet - Kompetenz. Empirische Analyse funktionaler und didaktischer Kompetenzen zukünftiger PädagogInnen auf der Basis eines konkretisierten Handlungskompetenzmodells.“ Univ., Diss.--Passau, 2007. Aachen: Shaker (Berichte aus der Pädagogik). S.17.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Medienkompetenz im Spiegel der neuen sozialen Medien
Hochschule
Universität Passau  (Lehrstuhl für Allgemeine Pädagogik)
Veranstaltung
Proseminar „Informationstechnische Grundbildung und Computerkompetenz für die Mediengesellschaft - Medienkompetenz im Spiegel der IKT“
Note
1,3
Autor
Jahr
2011
Seiten
15
Katalognummer
V193073
ISBN (eBook)
9783656181057
ISBN (Buch)
9783656871637
Dateigröße
482 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Medienkompetenz, Baacke, Moser, Tulodziecki, Sozialkompetenz, Neue Medien
Arbeit zitieren
B.A. Miriam Keller (Autor), 2011, Medienkompetenz im Spiegel der neuen sozialen Medien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/193073

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