„Das hochedle Haus der Fürsten von Hohenlohe hat […] eine ruhmreiche Geschichte von siebeneinhalb Jahrhunderten hinter sich.“ Mit diesen Worten leitet Karl Weller 1 über das Grafengeschlecht sein heute noch maßgebliches, zweibändiges Werk
Hohenlohe ein. Aus kleinen Besitzverhältnissen in der Gegend bei Weikersheim und Ochsenfurt stammend, schafften es die Hohenlohe, trotz schwieriger äußerer Umstände, ihren Besitz zu behaupten, Burgen und Städte auf ihrem Gebiet zu gründen, zu erweitern und verschiedene Residenzen zu erbauen. Da die Linie des Geschlechts bis in die Gegenwart fortreicht, stellen sie eines der langlebigsten Adelsgeschlechter Deutschlands dar. Die Geschichte dieses Geschlechts, mit besonderem Blick auf ihre Territorial-, Städte- und Residenzgeschichte bis ins Jahre 1550, soll hier fundiert dargelegt werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Herkunft
3. Entwicklung
4. Territorialpolitik
5. Städteentstehung
5.1. Die Städte der Hohenlohe
5.2. Die wirtschaftliche und rechtliche Seite der Städte
6. Stadtwesen
6.1. Weikersheim
6.2. Öhringen
7. Residenzen
7.1. Weikersheim
7.2. Öhringen/Waldenburg/Neuenstein
8. Urkunden
8.1. Das Öhringer Weistum
8.2. Urkunde über die Freiheit der Städte Röttingen und Weikersheim
9. Literatur
10. Quellen
10.1. Öhringer Weistum
10.2. Urkunde über die Freiheit der Städte Röttingen und Weikersheim
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Geschichte des Grafengeschlechts Hohenlohe im Spätmittelalter mit einem Fokus auf deren Territorialentwicklung, die Entstehung ihrer Städte sowie die Ausbildung spezifischer Residenzen bis zum Jahr 1550.
- Genese und Aufstieg des Hauses Hohenlohe
- Strukturen der hohenlohischen Städtepolitik
- Die Funktion von Burgen als Machtzentralen
- Residenzbildung und Herrschaftsmittelpunkte
- Analyse mittelalterlicher Rechtsquellen zur Herrschaftssicherung
Auszug aus dem Buch
6.1. Weikersheim
Das Schloss Weikersheim ist von einer Stadt umrahmt, die sich aus einem fränkischen Haufendorf entwickelte. Beim Ausbau der Wasserburg wurde diese Siedlung mit in deren Schutzbereich genommen. 1220 wurden in Weikersheim bereits Weingärten und Wirtshäuser nachgewiesen. 1337 spricht eine Urkunde Ludwig des Bayern von der „stet“ Weikersheim und von „burgern’“. Das Stadtrecht für Weikersheim ist um etwa 1335 anzusetzen. Ab 1360 kommt ein Centgericht hinzu. Dieses Gericht erstreckte sich auf Weikersheim, Schäftersheim, Nassau, Elpersheim, Queckbronn, Neubronn, Honsbronn, Wermutshausen, Laudenbach, Münster, Pfitzingen, Adolzhausen, Vorbachzimmern und zeitweilig Tauberrettersheim.
Jeder, der das Bürgerrecht in Weikersheim erwerben wollte, musste dem Stadtherrn, der in der Regel der Landesherr war, die Leibeigenschaft geloben.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung skizziert die historische Bedeutung des Hauses Hohenlohe und definiert den Untersuchungszeitraum sowie die thematischen Schwerpunkte der Arbeit.
2. Herkunft: Dieses Kapitel behandelt die frühe Nennung des Geschlechts im 12. Jahrhundert und die Entwicklung der herrschaftlichen Grundlagen bis zum Ausbau der Stammburg.
3. Entwicklung: Es wird der genealogische Aufstieg sowie die Konsolidierung des Familienbesitzes unter den frühen Ahnen und deren Einbindung in staufische Machtstrukturen beschrieben.
4. Territorialpolitik: Hier werden die Faktoren analysiert, die die räumliche Ausdehnung des hohenlohischen Herrschaftsgebiets im Spannungsfeld benachbarter Mächte beeinflussten.
5. Städteentstehung: Der Fokus liegt auf der strategischen Gründung und Ausgestaltung der Städte als Machtstützen des Landesherrn, wobei der polyfunktionale Charakter betont wird.
6. Stadtwesen: Dieses Kapitel analysiert spezifisch die kommunale Verwaltung und die sozio-ökonomische Struktur am Beispiel von Weikersheim und Öhringen.
7. Residenzen: Die Untersuchung befasst sich mit dem Übergang von der Reiseherrschaft zu festen Residenzsitzen, insbesondere in Bezug auf Waldenburg, Neuenstein und Weikersheim.
8. Urkunden: Die Analyse wichtiger Rechtsdokumente, wie das Öhringer Weistum, dient zur Erläuterung der herrschaftlichen Privilegien und der rechtlichen Absicherung des Besitzes.
Schlüsselwörter
Hohenlohe, Spätmittelalter, Territorialpolitik, Städteentstehung, Residenzen, Weikersheim, Öhringen, Landesherrschaft, Leibeigenschaft, Rechtsgeschichte, Burg, Staufer, Stadtrecht, Herrschaftsbildung, Verwaltungsgeschichte
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beleuchtet die historische Entwicklung des Adelshauses Hohenlohe im Spätmittelalter mit einem Schwerpunkt auf ihrer Herrschaftsstruktur.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Territorialentwicklung, die Anlage von Städten und der Ausbau von Residenzen zur Festigung der Landesherrschaft.
Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?
Das Ziel ist eine fundierte Darlegung der Hohenlohischen Geschichte unter besonderer Berücksichtigung ihrer Städte- und Residenzpolitik bis ins Jahr 1550.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf der Auswertung von Primärquellen wie Urkunden und der einschlägigen Fachliteratur basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der territorialen Ausdehnung, der Rolle von Städtegründungen sowie der administrativen Organisation und dem Ausbau von Herrschaftszentren.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Hohenlohe, Territorialpolitik, Stadtwesen, Leibeigenschaft und Residenzbildung charakterisiert.
Welche Rolle spielte das Öhringer Weistum für die Herrschaft?
Das Weistum von 1253 diente zur Klärung der Rechtsverhältnisse und sicherte den Hohenlohe die Vogteirechte über Öhringen gegenüber den Herren von Weinsberg.
Warum blieb die städtische Autonomie in Hohenlohe begrenzt?
Die Städte entwickelten sich nicht autonom, sondern wurden vom Landesherrn zur Stützung seiner Macht angelegt, was die Bürger in ein Abhängigkeitsverhältnis band.
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- Dirk Simon (Author), 2005, Die Grafen von Hohenlohe, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/193105